Freitag, 6. Dezember 2013

Buddy Guy






Buddy Guy 

 

Eine lebende Legende

http://www.buddyguy.net/

 

 

Buddy Guy - Sweet Home Chicago 



Buddy Guy (* 30. Juli 1936 in Lettsworth, Louisiana) ist ein US-amerikanischer Bluesmusiker und mehrfacher Grammy-Preisträger.
Guy begann im Alter von 13 Jahren Gitarre zu spielen. Er brachte sich das Spielen anhand einer Aufnahme von John Lee Hooker selber bei. Bald darauf trat er mit verschiedenen Bands in der Umgebung der Stadt Baton Rouge auf. Nach kurzer Zeit hatte er sich ein größeres Repertoire zugelegt, war allerdings zu schüchtern, es jemandem vorzuspielen. Nachdem ihn ein Freund von der High School hatte spielen hören, überredete dieser ihn, einen Schoolboy-Whiskey zu trinken. In angetrunkenem Zustand spielte er in einem Club vor und bekam einen Vertrag.
1957 zog er nach Chicago. Dort trat er in diversen Clubs auf, unter anderem im 708 Club und im Blue Flame Club, wo er sich im Wettstreit gegen Otis Rush, Magic Sam und Junior Wells durchsetzte. Zunächst spielte er unter der Aufsicht von Willie Dixon ein paar Stücke bei einer kleinen Plattenfirma ein und wechselte 1960 zu Chess Records. Dort nahm er unter anderem die Stücke First Time I Met the Blues, Broken Hearted Blues und Ten Years Ago auf.
Den Durchbruch schaffte er 1964 mit dem Album Folk Festival of the Blues. Auf dieser Platte ist er mit Musikern wie Muddy Waters und Howlin’ Wolf zu hören. Richtungsweisend war die Aufnahme Don’t Know Which Way to Go. Ein Jahr später trat er in Großbritannien beim American Folk Blues Festival auf.
1967 verließ Guy Chess Records. Er nahm danach die beiden Alben A Man and the Blues und Hold That Plane auf. Gegen Ende der 1960er-Jahre entstand in Zusammenarbeit mit Junior Wells und Junior Mance das Album Buddy and the Juniors. Auf diesem Album zeichnete sich der Stil ab, den Buddy Guy und Junior Wells in den kommenden Jahren spielten. In den 1970er-Jahren spielten die beiden noch einige Alben ein und trennten sich am Ende des Jahrzehnts in Freundschaft. Buddy Guy hat in Chicago seinen eigenen Club, in dem er immer noch auftritt (Buddy Guy’s Legends, S. Wabash, Chicago, Il 60605). Er ist Vater der Rapperin Shawnna.
Am 14. April 2007 entdeckte Buddy Guy bei einem Konzert in New Bedford, Massachusetts den damals achtjährigen Quinn Sullivan. Er entschied, das Talent zu fördern. Es folgten gemeinsame Konzerttouren, die im Crossroads Guitar Festival 2013 von Eric Clapton und dem Jazzfestival von Montreux gipfelten. Auf seinem Grammy-nominierten Album Skin Deep ließ er Quinn den Solopart in Who's Gonna Fill Those Shoes spielen.
Guy wurde 1985 in die Blues Hall of Fame und 2005 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Im Jahr 1990 erschien ein ihm gewidmetes E-Gitarren-Sondermodell, die Buddy Guy Fender Stratocaster.



Buddy Guy / Solana Beach 4-2-95 / full show 
This concert, shot from first row - center, was recorded at arguably the peak of Buddy's career. It includes songs from "Damn Right I Got the Blues" and Slippin' In" (which had been released just six months earlier). Buddy claims to have a "tender throat" on this night, but nobody cares as he, and the crowd, had a great evening. His awesome touring band: Greg Rzab on bass, Scott Holt on guitar, and drummer Ray "Killer" Allison are featured prominently on this show. Major props to Hat-Cam Man, whoever you are.
 



Rhythm & Blues [Doppel-CD]    Buddy Guy Audio CD 

 

 





Vor ein paar Tagen feierte der Bluesgitarrist Buddy Guy seinen 77. Geburtstag. Unbestritten gehört er zu den letzten Pionieren des elektrifizierten Chicago-Blues. Eine Tatsache, die er in den vergangenen Jahren häufig betonte. Vor drei Jahren veröffentlichte er sein letztes Album. "Living Proof" hieß es. Das virtuose Gitarrenspiel war der lebende Beweis für seine Vitalität. Das Stück „74 Years Young“ beschwor damals die gefühlte Jugendlichkeit.
Auf seinem neuen Doppelalbum "Rhythm & Blues" arbeitet Buddy Guy weiterhin am eigenen Mythos. Die erste CD steht unter dem Motto „Rhythm“. Dieser Rhythmus treibt ihn an, peitscht die Schnelligkeit seines Gitarrenspiels immer weiter voran und gipfelt im Stück "Messin' With The Kid" – in einem wilden Gitarrenwettstreit mit Kid Rock. Die zweite CD unter dem Motto „Blues“ wartet ebenfalls mit diversen Duettpartnern auf. Aerosmith-Frontmann Steven Tyler und Gary Clark jr. begleiten Buddy Guy auf seiner Zeitreise durch das eigene Leben. Denn davon handeln die neuen Songs: von seiner Kindheit, in der die Mutter wegweisend war ("My Mama Loved Me"), von den goldenen Zeiten des Chicago Blues ("Meet Me In Chicago"), vom letzten Lebensabschnitt und der anstehenden Begegnung mit dem Tod  ("I Could Die Happy"). Dann das Resümee: "I Came Up Hard": Hier lebt der Mythos des Tellerwäschers auf, der es zum wohlverdienten Millionär bringt.
"Rhythm& Blues" ist einerseits ein kultureller Spiegel, der tief ins amerikanische Herz blicken lässt, andererseits aber auch eine herausragende Blues-Platte − weit mehr als solide Handarbeit.

Buddy Guy Live From Red Rocks 2013 FullHD 3D (Optional) 
Description : "Live From Red Rocks" Red Rocks Amphitheatre Morrison, CO 08/28/2013 (Double-Bill with George Thorogood & The Destroyers ~ Buddy Guy Played first)

Tracklist:
1.Who Do You Love?
2.I Drink Alone
3.Get A Haircut
4.Twenty Dollar Gig
5.Bad to the Bone
...and more 



Am 30. Juli 1936 wurde Buddy Guy in Louisiana geboren, der Gitarrist, der 1957 nach Chicago zog und dort für Unruhe im Blues sorgte. 1960 gab es den großen Deal mit Chess Records. Nach und nach gestaltete Buddy Guy seinen eigenen Stil, diesen wilden und ausufernden Sound auf der Fender. Ja, das waren seinerzeit wirklich wilde Töne, wilder als das, was man von Muddy Waters oder B.B. King kannte. Dabei stammten einige seiner Gitarrenlicks von Jody Williams, bei dem sich ja bereits Otis Rush bedient hatte und später noch auf üble Weise Mickey Baker. Nun, während Williams, einer der bei Chess wirklich stilbildenden und einflussreichsten Gitarristen, heute noch immer, trotz seines Comebacks, von den Plattenfirmen offensichtlich gemieden wird, kann sich Guy darüber nicht beklagen. Deshalb hätte ich viel lieber eine neue CD von Williams zur Rezension vorliegen, denn das, was sein Kollege hier vorträgt, ist für mich kein Grund zum Jubeln. Eine Doppel-CD mit Musik, die eine recht gute Einzelplatte abgegeben hätte, bei einer Reduzierung auf einen Silberling.
Denn - und das in Kurzform - diese Musik halte ich größtenteils für überfrachtet, überschüttet mit Bläser- und Keyboardsauce auf einigen Tracks, dazu eine teils überladene und verzerrte Gitarre, oft endend in einem für mich unsäglichen Klangmatsch. Weniger wäre mehr gewesen. Wer nun daran schuld ist, vermag ich nicht zu sagen. Eines steht fest, produziert hat das Album der allgegenwärtige Drummer Tom Hambridge, der auch fast alle Titel komponiert hat. Guy plays Hambridge, könnte man meinen. So wirkt die Musik für mich oft wie 'Blues von der Stange'. Stücke, geschrieben wie am Fließband, was mich an der Authentizität zweifeln lässt. So entstehen Stereotypen, die den Blues zu einer Showveranstaltung werden lassen.
Nun, der grundsätzlich sehr funky vorgetragene Sound ist gut, doch fühle ich mich oft genug von dieser Soundmasse erdrückt. Es gibt aber auch positive Ausnahmen, wenngleich sich "I Go By Feel" stark an "The Thrill Is Gone" in der Stimmung orientiert, oder "Whiskey Ghost", das einen so ganz eigenen Sound aufweist. Guys Gitarre klingt hier stark nach Peter Green in seinen besten Zeiten. Schön, dass hier möglicherweise eine gegenseitige Befruchtung stattfand. Die leicht schaudernde, geisterhafte Atmosphäre hat ihren besonderen Reiz. Ja, ich liebe diesen Song, der so richtig cool, sophisticated und laidback ist, um es einmal mit Fremdwörtern passender auszudrücken.
Auf der zweiten CD - übrigens im Gegensatz zur ersten, die "Rhythm" heißt, "Blues" benannt - gibt es auch noch etwas Feines. "Too Damn Bad" rockt richtig satt, voller Groove und mit viel Gefühl vollgepackt, ab und schleicht sich direkt in die Seele. "I Could Die Happy", diese Paarung der akustischen Gitarre von David Grissom mit der elektrischen, hat einen guten Bluesanstrich. "Never Gonna Change" ist wieder ein klarer Anwärter für die Positivseite, mit dem Einsatz der Slide und "Blues Don't Care" vermag mich ebenfalls zu überzeugen, so auch einer der Gaststars der Doppel-CD, auf die ich noch zu sprechen komme, der einzige derer, die mich überzeugen können: Gary Clark, Jr. an Gitarre und Gesang.
Aber leider muss ich noch einmal zurück zu dem, was mir übel aufstößt. Um gleich bei den soeben erwähnten Gaststars anzuknüpfen, vorab gleich das Schlimmste: Das ist die Beteiligung von
Kid Rock auf dem Klassiker "Messin' With The Kid". Das unqualifizierte Geknödel des Sängers, zusammen mit dem überwuchtigen Arrangement prügeln diesen so schönen Song nieder - und dazu dieser Backgroundchor, der dann eher wieder belustigend wirkt. Ach ne, warum nur? Auch Steven Tyler hätte man sich sparen sollen, so 'evil' kommt er in "Evil Twin" nun doch nicht rüber. Er krächzt alles andere als den Blues - nun gut, ich kann es ertragen, aber was sollte dieses Gastspiel bezwecken? Als Bereicherung empfinde ich es nicht. Und nun noch zu Beth Hart, einer Künstlerin, die ich zwar schätze, aber die ich bei "What You Gonna Do About Me" leicht fehl am Platze sehe, derart überengagiert zeigt sie sich hier. Das klingt überhaupt nicht bluesig, was sie hier vorlegt, sondern eher sehr angestrengt. Auf ihren eigenen Platten klingt sie authentischer und ganz einfach besser!
Fazit: Aus Zwei mach Eins und eine gute Platte wäre es geworden. Ich denke jedoch, Buddy Guy scheint es Spaß gemacht zu haben, mal wieder 'die Sau herauszulassen' und das sei ihm natürlich gegönnt!
Line-up:
Buddy Guy (lead vocals, guitars)
Tom Hambridge (drums, background vocals - CD 1, #4,6,10, CD 2, #1, tambourine - CD 1, #9, CD 2, #6, elephant bells - CD 1, #9,10)
Reese Wynans (Hammond B 3 - CD 1, #1-3,5,8, CD 2, #1,3,6,7,9, Wurlitzer - #3,8, CD 2, #6, piano - CD 2, #2-4,7)
Michael Rhodes (bass - CD 1, #1-3,5,11, CD 2, #1-3,6,7)
David Grissom (guitar - CD 1, #1-3,5,8,11, CD 2, #1-3,6,7,9, acoustic guitar - CD 2, #4)
The Muscle Shoals Horns (horns - CD 1, #1,5,8, CD 2, #6)
Wendy Moten (background vocals - CD 1, #2,10)
Regina McCrary (background vocals - CD 1, #3, CD 2, #1)
Ann McCrary (background vocals - CD 1, #3, CD 2, #1)
Frieda McCrary (background vocals - CD 1, #3, CD 2, #1)
Chris Carmichael (background vocals - CD 1, #3)
Kid Rock (vocals - CD 1, #4) Rob McNelley (guitar - CD 1, #4,6,7,9, 10, slide guitar - CD 2, #5,8,10)
Tommy McDonald (bass - CD 1, #4,6-10, CD 2, #4,5,8-10)
Kevin McKendree (Hammond B 3 - CD 1, #4,9,10, Wurlitzer - CD 1, #6,9, piano - CD 1, #7, CD 2, #5,8,10)
Jessica Wagner-Cowan (background vocals - CD 1, #4)
Herschel Bone (background vocals - CD 1, #4)
Shannon Curfman (background vocals - CD 1, #4)
Keith Urban (vocals, guitar - CD 1, #6)
Jim Hoke (all horns - CD 1, #7)
Beth Hart (vocals - CD 1, #8)
Steven Tyler (vocals - CD 2, #3)
Joe Perry (guitar - CD 2, #3)
Brad Whitford (guitar - CD 2, #3)
Gary Clark, Jr. (vocals, guitar - CD 2, #8)





Buddy Guy - "Damn Right I Got The Blues" 1/16/2013 live on David Letterman

 

 

 

Buddy Guitar

Buddy Guy website

Muddy Waters und B.B. King hatten den Grundstein gelegt. Buddy Guy machte sich dieses Vermächtnis zu eigen und entwickelte einen Blues, der auf dramatische Weise der West Side von Chicago Ausdruck gab. Zusammen mit dem Harmonikaspieler Junior Wells bildete er eine der musikalisch interessantesten Partnerschaften des Blues der 70er Jahre. In den 90er Jahren, unterstützt und geschätzt von Rockgrößen wie Eric Clapton und Jeff Beck, fand sein virtuoses Gitarrenspiel endlich die verdiente internationale Anerkennung. Die Ispiration zu dem West Side Sound des Chicago der 50er Jahre waren Platten von Muddy Waters, Howlin´ Wolf und anderen Bluesmen von Labeln wie Chess und Vee Jay. Dieser West Side-Blues war ein weit intensiverer Chicago Blues, als man ihn bis dahin gehört hatte. Seine Musiker gaben darin dem Ärger und der Frustration derjenigen Ausdruck, die vom Nachkriegswohlstand in den USA herzlich wenig spürten. Aber auch wenn der materielle Wohlstand fehlte, war der Blues reich an Ideen - vom Uptown Blues B.B. Kings und der Ausdrucksvielfalt des R&B bis hin zu den Gospel-Songs. Aus dieser Palette von Stilmischungen gingen neue Bluestalente wie u. a. Otis Rush, Freddy King, Magic Sam und Buddy Guy hervor. Und es ist kein Zufall, daß es sich dabei ausschließlich um Gitarristen handelt. Die Gitarre, bis zur Verzerrung verstärkt und bis an ihre Grenzen gespielt, verlieh mehr als jedes andere Instrument der Wut und Isolation der schwarzen Bluessänger im weißen Amerika Ausdruck. Der West Side Sound verkörperte die Ablehnung jeglicher Kompromisse und die Glorifizierung der Kultur der Schwarzen. Auch in der Musik von Jazzern wie John Coltrane und Charles Mingus und bald aller Interpreten des Free Jazz, der sich vor allem in Chicago stark machte, kam diese Haltung zum Ausdruck. Buddy Guys Musik ist jedoch nicht so intensiv mit dem West Side-Sound verbunden wie etwa die von Otis Rush oder Magic Sam. Guy stammte aus Louisiana und kam durch Lokalgrößen wie Lightnin´ Slim und Slim Harpo, den führenden Interpreten des ruhigen, lockeren Blues aus dem tiefen Süden - dem Swamp Blues -, zur Bluesmusik. Nach seinem Umzug nach Chicago entwickelte Guy seinen eigenen Stil, indem er den Louisiana Blues mit den Klängen von Muddy Waters und besonders von B.B. King versah.
Buddy Guy

Ruhm und Ehre

Auch wenn Guy keine so überrangende Figur des West Side Blues ist wie einige seiner Zeitgenossen, so ist er doch in vieler Hinsicht bedeutender als sie - zu bedeutend, um in eine einzige Stilrichtung gezwängt werden zu können. In seiner langen, über 30 Jahre andauernden Karriere - angefangen mit seiner ersten Chess-Session 1960 bis hin zu Feels Like Rain 1993 - entwickelte er sich zu einem der Giganten der Bluesgitarristen uf fügte dem Guitar Blues eine neue Dimension hinzu. Jimi Hendrix gab unumwunden zu, daß er von Buddy Guy sehr beeinflußt war, und Eric Clapton bezeichete ihn kürzlich nachdrücklich als den "bei weitem und zweifellos besten aller noch lebenden Gitarristen". Doch Guys Weg zum internationalen Erfolg war weder kurz noch leicht. Tatsächlich hätte Guy seine Hoffnungen auf eine musikalische Karriere in den Wind schreiben können, kurz nachdem er nach Chicago kam, wäre da nicht Muddy Waters gewesen. Waters hörte ihn eines Nachts in einem Club spielen und erkannte, daß dieser junge Gitarrist hochtalentiert war. Guy erinnert sich an jenen Abend: "Ich hatte seit drei Tagen nichts mehr gegessen und versuchte, mir Geld zu pumpen, um meine Mutter anzurufen und ihr zu sagen, daß ich nach Louisiana zurückkommen würde. Und da kaufte mir Muddy Waters ein Sandwich und lud mich damit in seinen Chevrolet Kombi ein. Er sagte: Daß du Kohldampf hast, ist offensichtlich. Aber dadurch, daß Muddy Waters mit mir redete, war mein Hunger wie weggeblasen. Einfach Hallo zu ihm zu sagen, machte mich schon satt. Ich war so glücklich, daß ich meine Magensäfte nicht mehr spürte. Ich sagte ihm das, und Muddy antwortete: Steig ein. Genau das waren seine Worte. Wir befanden uns vor dem 708 Club, das Auto war direkt vor dem Eingang geparkt. Und er führ fort: Jezt setz dich erstmal und iß. Ich sagte: Ja, Sir. Ich wünschte, er würde noch leben. Ich habe ihn danach, ehe er starb, oft gesehen und ihm jedesmal gedankt und ihm immer wieder erzählt, wieviel besser es mir ging, nachdem er mir in jener Nacht Mut gegeben und mir ein Sandwich gekauft hatte." Es ist eine für den Blues ganz typische Story. Das Leben der meisten Musiker ist von Zweifeln und Problemen geprägt und erfordert persönliche Opfer. Es enthält manchmal jedoch auch glückliche Momente, wie in Buddy Guys Fall, als ihm die Begegnung mit Muddy Waters die Kraft zum Weitermachen gab. Buddy Guys Geschichte beginnt am 30. Juli im Jahre 1936 in Lettsworth, Louisiana. Lettsworth liegt nordwestlich von Baton Rouge, ganz nahe am Cajun Country, ist aber nur auf wenigen Landkarten eingetragen. Mit 13 Jahren griff Buddy Guy zum erstenmal zur Gitarre.





 
Buddy Guy - "Damn Right I Got The Blues" 1/16/2013 live on David Letterman

 

 

Selbst ist der Mann

"Niemand hat mir je etwas beigebracht. Ich war allein dort draußen auf dem Land, allein mit dieser Gitarre, die nie alle Saiten hatte. Aber dann eines Tages hörte ich John Lee Hooker im Radio, und der Sound ließ mich nicht mher los. Ich versuchte und versuchte, ihn auf meiner Gitarre zu produzieren. Meine Brüder und Schwestern jagten mich aus dem Haus, da sie das Geklimper so langweilig fanden. Und ganz plötzlich girff ich in die richtigen Saiten und hatte diesen John Lee Sound gefunden. Ich spielte ihn zwei, drei Stunden lang, da ich Angst hatte, ihn nie wieder zu finden, wenn ich die Saiten losließe. Meine Hand war wie festgefroren!" Bald war er so gut, daß er mit Bands in und um Baton Rouge auftrat, doch konnte er nur mit großer Mühe seine angeborene Scheu überwinden und vor einem Publikum spielen, wie er sich vor nicht allzu langer Zeit in einem Interview mit dem Guitarist Magazine erinnerte: "Ich konnte Lightnin´ Hopkins-, John Lee Hooker- und T-Bone-Stücke recht gut spielen, aber das wußte keiner, da ich viel zu schüchtern war, um es irgend jemand vorzuspielen. Und dann, eines Tages, hatte mich ein Freund aus der High School gehört, und er sagte Mensch, wenn jemand wüßte, daß du so gut bist, müßtest du nie in deinem Leben arbeiten. Und dann, ein paar Wochen später, meinte er Ich geb dir jetzt Schoolboy Whisky zu trinken - das war Wein, aber das wußte ich nicht -, und dann schleppte er mich in einen Club. Es endete damit, daß ich einen Hank Ballard-Song mit dem Titel "Work With Me, Annie" zum besten gab. Ich war aber ziemlich angesäuselt und wußte nicht, was ich tat. Wie dem auch sei, der Manager gab mir einen Job." 1957 zog Guy nach Chicago. Eigentlich wollte er nur einen festen Job; Musik spielte damals keine so große Rolle in seinem Leben. Doch die Atmosphäre der South Side zog ihn in ihren Bann. Und schon bald trat er in verschiedenen Clubs auf: im 708 mit Otis Rush, später mit seinem eigenen Trio; im Squeeze Club mit dem Saxophonisten Rufus Foreman und dessen Band; im Trianon Ballroom mit B.B. King; und im Blue Flame Club, wo er in der "Schlacht um den Blues" gegen Magic Sam, Otis Rush und Junior Wells als Sieger hervorging. Das war der Anfang seiner eigentlichen Karriere. Im folgenden Jahr spielte er unter Leitung von Willie Dixon ein paar Singles für das kleine Label Artistic ein, zusammen mit Begleitmusikern wie Otis Rush und Ike Turner. Im Frühjahr 1960 wurde er in den "Club der besten Chicago Bluesmen" - diejenigen, die bei Chess Records unter Vertrag waren - aufgenommen. Sein Debüt für Chess Records war der atemberaubende Track "First Time I Met The Blues". Es ist möglich, daß die Idee von dem Bluesveteranen (Sänger und Pianisten) Little Brother Montgomery stammte, der einer der Sessionmusiker war und damals vor mehr als 25 Jahren einen ganz ähnlichen Song aufgenommen hatte. Die schiere Power, gerade noch zurückgehalten, ist sicher teilweise auf B.B. King zurückzuführen, doch an Guys nächsten beiden Singles - "Broken Hearted Blues" und "Ten Years Ago" - wird deutlich, daß er dabei war, seinen ganz eigenen Stil zu entwickeln. Die "Ten Years Ago"-Session bracht ihn zum erstenmal mit einem Mann zusammen, der später sein Partner werden sollte: dem Harmonikaspieler Junior Wells.

Musikalischer Wendepunkt

Die Wende kam mit dem Album Folk Festival of the Blues, das 1964 erschien. Der Titel ist insofern irreführend, da es sich um eine Aufnahme aus dem Club Copa Cabana des Chicagoer Diskjockes Big Bill Gill handelte. Die Stars dieser LP waren Muddy Waters und Howlin´ Wolf, aber die Band war Guys eigene. "Ein Traum erfüllte sich", so Buddy Guy, "als ich die Chance hatte, diese Bluesmen zu treffen. Und dann sagen die Los, komm, mach ein Album mit uns. Mehr kann man sich nicht wünschen, oder?" Nun, er hätte sich wünschen können zu singen. Er tat das zwar bei sechs der Aufnahmen, doch nur eine kam auf die LP. Aber das reichte. Britische Bluesfans wie Eric Clapton hörten Buddys "Dont´t Know Which Way To Go" und wußten schagartig, wo es für sie lang ging. Ein Jahr später spielte Buddy Guy beim American Folk Blues Festival in Großbritannien. In einem Interview mit dem britischen Musikjournal Vox sagte er vor kurzem: "Ich dachte, ich würde auf die Bühne kommen, und die Leute würden sich denken Da ist nochmal so einer, der krampfhaft versucht, daß ihm jemand zuhört. Doch sie riefen meinen Namen, und ein Kid riß mir einen Knopf vom Anzug. Das war damals der einzige Anzug, den ich besaß, doch er sagte, er wollte ihn als Souvenir. Zuhause in den Staaten hatte ich tagsüber einen Job, und kein Mensch wußte, wer ich war. Und hier kannten sie meinen Namen. Ich schloß also einfach die Augen und legte los." Guy war zu spät zu Chess gekommen, um ähnliche Erfolge wie die Bluesgrößen Muddy Waters und Howlin´ Wolf zu haben. Der Publikumsgeschmack hatte sich geändert, und selbst Chicagos Blueslabel Nummer Eins mußte sich anpassen. Guy verließ Chess 1967 und spielte zwei Alben für das New Yorker Folk- und Blueslabel Vanguard ein : A Man And The Blues und Hold That Plane. In buchstäblich den letzten Tagen der 60er Jahre wurde eine etwas merkwürdige Platte mit Junior Wells und dem Jazzpianisten Junior Mance aufgenommen mit dem Titel Buddy and the Juniors. Dabei kam eine intime Jazz-Session heraus, so als hätten die drei Musiker vergessen, daß sie sich im Aufnahmestudio befanden. Im Rückblick wird jedoch klar, daß es eine Art von Generalprobe für die Musik war, die Buddy Guy und Junior Wells im nächsten Jahrzent machen sollten. Die Partnerschaft dieser zwei Bluesmen, die ausgezeichnet singen konnten und mit ihren Instumenten neue Stilrichtungen einführten, war äußerst vielversprechend. Und manchmal wurde dieses Versprechen eingelöst: Harley Cokliss` Dokumentarfilm von 1970, Chicago Blues, enthält einen Auftritt der beiden in einem Club, der einen buchstäblich vom Hocker reißt und bei dem beide auf fast telephathische Art miteinander Musik zu machen scheinen.

Produktive Zeiten

 


Buddy Guy & Jimi Hendrix - Jam Session 
Buddy Guy plays "Stormy Monday" as Jimi Hendrix watches in awe. Then about half way through the video Jimi gets on stage with him. Definitely not high-quality video but talent sure is high-quality and then some....enjoy! This is from 1968.




Einige der besten Platten entstanden in den 70er Jahren: die erste zusammen mit Eric Clapton, ein Live-Mitschnitt beim Monteux Jazz Festival, und vor allem die Alben, die sie für das kleine Chicagoer Blueslabel Delmark einspielten, wobei Wells zwar "den Ton angab", Guys Gitarre ihm jedoch in nichts nachstand. Leider ist es nicht gerade billig, zwei große Talente auf einmal zu bezahlen, und Ende der 70er Jahre gab es einfach nicht genug reguläre, gut bezahlte Arbeit, um ein Florieren des Guy-Wells-Teams zu garantieren. Sie trennten sich in Freundschaft. Eine Zeitlang hatte Guy seinen eigenen Club, Checkerboard Lounge, auf der South Side in Chicago. Aber die Zeit arbeitete gegen ihn. Die späten 70er und die meisten der 80er Jahre waren harte Zeiten für den Blues. Doch glücklicherweise ist Buddy Guys Geschichte eine Story mit Happy End. Wie John Lee Hooker, hat auch Buddy Guy wieder- und noch größere - Anerkennung gefunden, indem er einfach ruhig darauf wartete, daß sich irgendwann jemand an ihn erinnern würde. Die Methode zahlte sich aus: Zwei seiner Alben waren inzwischen Hits, sein Video war im Fernsehen zu sehen, und sein neuester Club, eine Bar namens Buddy Guy´s Legends, zieht nicht nur Fans an, sondern auch junge Musiker. Diese wollen den Blues von jemandem lernen, der ihn voll und ganz beherrscht. Darunter auch Buddys zweitjüngster Sohn. "Als er den Blues lernte, sagte er oft Ich werd´s dir schon noch zeigen!. Als er 21 wurde, kam er in den Club und hörte mich zum erstenmal spielen. Als ich fertig war, meinte er, Ich glaube nicht, Daddy, daß ich es jetzt schon mit dir aufnehmen kann."

http://www.bluesmans.de/biograph/german/bioguy/


Sweet Home Chicago - Buddy Guy (Crossroads Guitar Festival 2004) 

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