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Montag, 17. Februar 2014

Sammeltip V, Husky Burnette, Richard Bargel, Kai Strauss & Electric BLUES Allstars, Mister Blues, Tinsley Ellis, Mitch Ryder, Engerling







Sammeltip V

 

 

Nachtrag zu Husky Burnette


Line UP bei"Tales from East End Boulevard" 

Artist                          Credit
J.B. Beverly                Engineer
Husky Burnette          Bass, Guitars, Primary Artist, Vocals
Billy Don Burns      
  Guitar, Vocals (Background)
Dave Dowda               Drums, Vocals (Background)
Aaron Rodgers          Slide Guitar
Rusty Knuckles         Design, Layout
Buck Thrailkill          Banjo, Engineer, Vocals (Background)           
 http://www.allmusic.com/album/tales-from-east-end-blvd-mw0002579236/credits





Come On In :: An Interview With Husky Burnette, From Real Deep Blues





















Husky Burnette

 

 https://www.facebook.com/huskyburnette

 

http://www.reverbnation.com/huskyburnettemusic 

 

http://www.rustyknucklesmusic.com/pages/husky-burnette 

 


 The Blues are a religion and Brian "Husky" Burnette sho nuff preaches it. You can feel the testimony as he blends Delta Blues, Rock n Roll and Electric Blues. His music is gritty, soulful, southern, low-down and dirty. Husky, who hails from Chattanooga, TN, has followed in the musical family footsteps of rockabilly kings Johnny and Dorsey Burnette. Husky has written and recorded his own music for several years and toured with such greats as Roger Alan Wade and Hank Williams III. He has shared the stage with many others such as Leon Russell, T-Model Ford, Kenny Brown, Guy Clark, Emmylou Harris, Shooter Jennings, Scott H. Biram and J.J. Grey & Mofro. Husky recently signed with Rusty Knuckles record label and released his latest LP, Tales From East End Blvd., in August 2013. The new album was recorded and produced by J.B. Beverley and Buck Thrailkill at Rebel Roots Studio and features guest appearances from Shooter Jennings and Billy Don Burns, among others. Since being released, Tales From East End Blvd. is currently a featured album on iTunes and New Releases Now and more.

Tales from East End Boulevard    Husky Burnette (Künstler) | Format: Audio CD 




Für Fans von R. L. Burnside, The Black Keys, ZZ Top, Hellbound Glory. Sein Debütalbum `Facedown In The Dirt` wurde zum Album Of The Year beim R/N/Z Magazin gewählt. Husky Burnette gewann den 'Best Blues Band' bei den FYI Awards (2009)! Blues ist eine Religion und Brian `Husky` Burnette predigt ihn. In seinem Testament mischt er Delta Blues, Rock n Roll und Electric Blues. Husky stammt aus Chattanooga, TN, und tritt in die familiären Fußtapfen der Rockabilly Idole Johnny Burnette und Dorsey Burnette. Er spielte bereits Leadgitarre für Singer/Songwriter Roger Alan Wade und trat als Support für Hank Williams III auf. Darüber hinaus teilte er sich die Bühne mit Musikern wie Leon Russell, T-Model Ford, Kenny Brown, Guy Clark, Emmylou Harris, Shooter Jennings, Scott H. Biram, Col J.D. Wilkes (The Legendary Shack Shakers/The Dirt Daubers) und J.J. Grey.Vor kurzem unterschrieb Husky Burnette beim Americana/Country Label Rusty Knuckles, um sein neues Album `Tales From East End Blvd.` zu veröffentlichen. Das neue Album wurde von J.B. Beverley und Buck Thrailkill im Rebel Roots Studio und mit Musikern wie Shooter Jennings, Billy Don Burns und J.B. Beverley aufgenommen und produziert. Im Jahr 2009 gewann Husky den 'Best Blues Band' bei den FYI Awards in Tennessee/Georgia. Danach machte er in seiner Karriere einen riesigen Schritt, veröffentlichte `Facedown In The Dirt`, das Album Of The Year beim R/N/Z Magazine wurde und bekam einen Sponsorvertrag mit Cigar City CBG's, die handgefertigte Gitarren herstellen. 

Husky Burnette schon mal gehört? Sein erstes Album unter eigenem Namen erschien 2011 und heisst "Face Down In The Dirt". Das war schon mal ein Klasse Einstand.
Anfang der 2000er nahm er mit seiner Band Polecat Boogie Revival nur eine EP auf, danach orientierte er sich um und spielte in der Tourband von Hank Williams III und später in der Band von Roger Alan Wade. 2011 war der Zeitpunkt gekommen sich auf eigene Füße zu stellen. Am Anfang waren da nur Husky Burnette (Gitarre,Gesang) und Burma Shave am Schlagzeug. Das erste Album wurde aber mit Hilfe vieler Freunde aufgenommen, es wurde ein eindrucksvolles Debüt Album.
Im August 2013 nahm er Album #2 auf: Tales From East End Blvd. Wieder mit vielen Gastmusikern, inzwischen gibt es aber soetwas wie eine Band um Husky Burnette. Billy Don Burns - Gitarre, Dave Dowda - Drums, Aaron Rodgers - Slide und mit dabei Freund, Musiker und Produzent J.B.Beverly am Bass.
Burnette sagt dem Musikfachmann sofort: Rockabilly, na klar. Johnny & Dorsey Burnette sind die Urväter des Rockabilly ihre bekanntesten Songs sind neben The Train kept a rollin' "Honey Hush", "Rockabilly Boogie" und Dreamin'. Musik liegt in der Familie, auch Billy Burnette ist ein bekannter Musiker, tourt noch immer mit John Fogerty (CCR). Johnny & Dorsey sind (waren) die Onkel von Husky.

Das Album enthält 12 Titel mit 51 Minuten Spielzeit.
Was ist zu hören? Man kann es nicht mit einem Wort beschreiben. Country Music - Hillbilly/Bluegrass - Southern Rock - Delta Blues - Hill Country Blues und das alles Rückwärts gespielt mit Tönen die man auch im Rockabilly hören kann.
Langweilig wir es nie, stets hört man neue Töne. Husky hat die raue Stimme die zu dieser Musik passt wie der Deckel auf dem Topf. Mal im Stil eines delta Blues Musikers, mal als Country Musiker und dann wieder beides zusammen alles geht bei Husky Burnette. Was man sagen kann ist: es ist ein Rrtzfrecher Mix aus allem was den Süden der USA an Musik ausmacht.
Moanin' Hillcountry Roots Blues würde ich sagen.
Attribute wie gritty-soulful-southern-low down und dirty fallen einem ein.
Husky Burnette - "Dirty Gettin' Down" (Official Music Video) 



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Richard Bargel










Richard Bargel (* 1951 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Bluesmusiker, Autor, Zeichner und Sprecher.
Bargel wuchs in Bonn-Bad Godesberg auf. Seit seinem 12. Lebensjahr spielt er Gitarre. Zwischen 1968 und 1970 war er als Aktionskünstler tätig und hatte erste Ausstellungen seiner Grafiken und Objekte. Daneben arbeitete er als Straßenmusiker und Puppenspieler. Bereits in den frühen 1970er Jahren wurde er aufgrund seines virtuosen Spiels auf der Slidegitarre im Hessischen Rundfunk als Bottleneck Giant vorgestellt. Es folgten erste Festivalauftritte, etwa auf dem Interfolkfestival in Osnabrück, und Tourneen im Ausland; in London spielt er im 100 Club, bei Dingwalls und im Half Moon, teilweise auch mit D. P. Costello. Gemeinsam mit einem New Yorker Tänzer schreibt er die Musik für ein Ballett des Internationalen Tanzforums in Köln, welches der WDR für das Fernsehen aufzeichnete. 1976 ging er mit Gästen wie Champion Jack Dupree, Eddie Boyd, Memphis Slim, Cousin Joe und Sunnyland Slim auf Tournee. Nach mehreren Jahren in Südfrankreich, wo er auch mit Sugar Blue, Memphis Slim und Miriam Makeba konzertierte, tourte er nach 1983 zweimal gemeinsam mit Musikern wie Guitar Slim, Doctor Ross, Bowling Green John, Phil Wiggins, Archie Edwards, Flora Molton und Charlie Musselwhite mit dem Country Blues Festival USA durch ganz Europa. 1986 moderierte er auch eine Session des SWF-Blues Festivals.
Seit 1987 wirkte er zwei Jahre lang bei Michael Schanzes Fernsehshow Telefant mit (und verlieh dem Telefanten seine Stimme). Außerdem war er als Musiker, Regieassistent und Bühnenbildner für die WWF-Fernsehproduktionen Sprungbrett tätig und ging mit der Sängerin Big Time Sarah auf Europa-Tournee. 1989 ist er als Solist im Vorprogramm von Johnny Winter tätig und tritt auch auf dem Ravenna Blues Festival auf. 1990 feierte er sein 20-jähriges Bühnenjubiläum mit einem Konzert in Köln mit Gästen wie Angela Brown, Louisiana Red, Little Willie Littlefield, Paul Lamb & The King Snakes. Seine Blues-Talkshow Talkin' Blues mit mehr als 300 Folgen, in der renommierte Bluesmusiker zu Gast waren, wurde teilweise vom Deutschlandfunk mitgeschnitten und gesendet. Mit dem Schlagzeuger Klaus Mages (u.a. Trio Rio, Rainbirds) und Ernest Bornemann entwickelte er das Jazz-Projekt Go Blue, das vom WDR-Fernsehen für eine Sendung aufgezeichnet wird und 1999 ein Album vorlegte. Als Produzent und Musiker leitete er die Aufnahmen der CD "People Will Be People" von Big Jay McNeely. Seit 2008 tritt er auch mit Klaus Heuser im Duo auf.
1992 zeichnete er mehrere Kinder- und Schulbücher für den List-Schroedel Verlag und den Klett Verlag. 2003 erschien der Karikaturen-Band Zebrastriefe Streichzöch und der Lyrikband Ein Werwolf hockt im Kreidekreis, heult leise blaue Lieder. Daneben war er auch als Schauspieler tätig, etwa für eine Spiele-Show mit Benjamin Blümchen, für die er auch das Buch und die Musik schrieb und Regie führte.
2008 ist er musikalischer Leiter und Komponist für die Open Air Theaterfestspiele in Kronenburg.


It's Crap!    Richard Bargel (Künstler) | Format: Audio CD



Nach dem Abschied von "Men In Blues" mit Klaus 'Major' Heuser legt die deutsche Blues-Ikone eine neue Produktion vor, an der sich geniale Musiker wie Charlie Musselwhite und Freddy Koella (Willy DeVille/Bob Dylan) beteiligt haben. Fast scheint es als habe der schwere Hörsturz, der ihn im September 2012 ereilte und zum Abschied vom "Men In Blues"-Projekt mit Ex-BAP-Gitarrist Klaus 'Major' Heuser führte, ungeahnte Kräfte frei gesetzt, deren Ursprung vielleicht im verzweifelten Aufbäumen des Musikers gegen die Katastrophe einer lebenslangen Hörschädigung zu suchen ist. Klar, Bargel ist ein Fighter. Seine Lebensvita zeigt, dass er schon ganz andere Katastrophen weggesteckt hat. Innerhalb weniger Monate hat sich der Überlebensexperte neu aufgestellt: da schreibt und komponiert er eine ganze Reihe großartiger Songtitel, formiert mit dem niederländischen Drummer Geert Roelofs, dem Kontrabassisten Paul G. Ulrich und dem Kölner Gitarristen Roger Schaffrath seine Band "Dead Slow Stampede" und legt nun mit "It's Crap!" eine selbstbewusste Produktion vor, mit der er national wie auch international seine exponierte Stellung als originärer Künstler von hoher individueller Ausdruckskraft untermauert. Ein exzellenter Songwriter ist er schon immer gewesen, doch auf dieser Scheibe entfalten seine Kompositionen noch mehr Sinnlichkeit, Atmosphäre und Magie als zuvor. Die Texte sind witzig, ironisch, bissig, manchmal absurd und letztendlich auch berührend - und: sie heben sich wohltuend von den Klischees gängiger Blues-Lyrik ab. Randy Newman hätte seine helle Freude daran! Seine helle Freude daran hatte jedenfalls Charlie Musselwhite. Aufnahmen mit dem US-Blues-Giganten, der zu den weltbesten Harmonikaspielern zählt, waren schon vor Jahren geplant. Nun ist der Zeitpunkt endlich gekommen. Musselwhite ist mit Begeisterung dabei und schreibt: "I like 'It's Crap!' I really get a kick out of listening to it. Great lyrics and you sing it with such humor and conviction!". Freddy Koella, von Kritikern als "der beste elektrische Lead-Gitarrist den Bob Dylan je hatte" bezeichnet und jahrelanger Gitarrist von Willy DeVille, trifft 2010 auf Richard Bargel. Beide finden so viele musikalische Gemeinsamkeiten und Sympathie füreinander, dass Koella sofort bereit ist an dieser Produktion teilzunehmen. Das Besondere daran: nicht als Gitarrist zeigt er hier seine exzellente Musikalität, sondern als begnadeter Violonist und Mandolinenspieler. Auf "It's Crap!" präsentiert sich Richard Bargel auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft und beantwortet damit zugleich die Frage, warum er als einer unserer besten, überzeugendsten und eindrucksvollsten Künstler im Genre der Blues-Musik gilt. Das Album kommt als CD Digipak mit 12-seitigem Booklet und als Audiophile 180g Vinyl LP im Klappcover. 


Gerade zwei Jahre ist es her, dass Richard Bargel seine zweite CD zusammen mit
Klaus 'Major' Heuser und dem gemeinsamen Projekt Men In Blues veröffentlicht hat. Und noch im selben Jahr ereilte ihn ein Hörsturz, der ihn dazu zwang, dieses - zumindest national - äußerst erfolgreiche Projekt aufgeben zu müssen. Doch vollständig von der Musik verabschieden konnte er sich doch nicht. Vielmehr fing er nach einer Zeit der Rekonvaleszenz wieder an, Songs zu komponieren und eine Band zusammenzustellen, die eine etwas Ohren-schonendere Musik hervorbringen würde.
Und so tourt Richard Bargel seit dem vergangenen Jahr mit seiner neuen Band Dead Slow Stampede wieder durch deutsche Lande und veröffentlicht nun seine erste CD mit dieser Combo. "It's Crap!" ist ein, um dieses vorweg zu nehmen, wunderbares, gefühlvolles und zugleich variantenreiches Blues-Album, das man sich allerdings sehr bewusst zu Gemüte führen sollte, um seinen Reiz zu entdecken.

 Richard Bargel - Done And Out - "Theater Der Keller" - Köln 15.06.2013


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Kai Strauss & Electric BLUES Allstars 

 

http://www.electricbluesallstars.com/index.html 


http://www.kaistrauss.com/ 

 

Leidenschaft für Old-School-Blues
Im Februar wird eine neue CD von Kai Strauss auf dem niederländischen CRS-Label erscheinen, wobei die lange Liste namhafter Musiker aufhorchen lässt. Neben Top-Leuten aus der hiesigen Szene (u. a. Mo Fuhrhop, Christian Bleiming, Alex Lex, Thomas Feldmann, Christian Rannenberg, Erkan Özdemir und Jimmy Reiter) werden auf "Electric Blues" auch US-Künstler wie Sugar Ray Norcia, Darrell Nulisch, Doug Jay, Sax Gordon Beadle, Keith Dunn und Boyd Small zu hören sein. "Das soll aber keine Konkurrenz zur Kai Strauss Band feat. Jeffrey Amankwa werden", betont der Gitarrist und Sänger, "vielmehr möchte ich mit der CD und Kai Strauss & The Electric Blues Allstars, wie ich dieses Bandformat live nenne, meine Leidenschaft für Old-School-Blues ausleben." Auf der Wunschliste stehen rund ein Dutzend Auftritte pro Jahr mit unterschiedlichen Allstar-Besetzungen.
"Electric Blues" wird allerdings ganz simpel unter Kais eigenem Namen erscheinen und einen Überblick über dessen musikalisches Schaffen der letzten zehn Jahre bieten. Der Protagonist singt vier der Songs und spielt bei allen Titeln die (Lead-)Gitarre. "Angefangen habe ich mit den Aufnahmen für das Album 2003 mithilfe von Erkan Özdemir, durch den ich den Kontakt zu vielen amerikanischen Bluesmusikern bekommen habe. Ich bin dann immer wieder ins Studio gegangen, wenn sich eine schöne Zusammenarbeit anbot. Die letzten Aufnahmen entstanden im Oktober 2013, unter anderem mit Doug Jay und Christian Rannenberg." Einen ersten und überaus vielversprechenden Eindruck bietet der Trailer zur CD (Link unten), außerdem stellte Kai Strauss bluesnews 3 Exemplare für eine Verlosung zur Verfügung (siehe bluesnews 76).  

http://www.bluesnews.de/news-reader/items/leidenschaft-fuer-old-school-blues.html

http://www.krautblues.de/?p=1492


Kai Strauss & Electric BLUES Allstars - Blues In D Natural (2013)




                  Electric Blues    Kai Strauss   25. März 2014

http://www.amazon.de/gp/product/B00IG6WYF4/ref=dm_ws_sp_ps_dp?ie=UTF8&qid=1392541572&sr=8-2


Nach den Jahren bei Memo Gonzales & The Bluescasters und dem großartigen Debüt der eigenen Kai Strauss Band erscheint jetzt das erste eigentliche Solo-Album des Gitarristen Kai Strass. Die 14 Songs auf „Electric Blues“ (VÖ.: 28. März 2014) wurden zwischen 2003 und 2013 unter anderem mit Sugar Ray Norcia, Darrell Nulisch, Doug Jay und Christian Rannenberg aufgenommen.
Das Ziel sei gewesen, ein zeitloses Bluesalbum zu machen, schreibt Kai Strauss in den Liner Notes, ein Album mit der Art von Blues, die er selbst gern spielt und hört. Kurz gesagt: Ziel erreicht! „Electric Blues“ ist wirklich eine dieser Scheiben, denen man beim besten Willen nicht anhören kann und braucht, in welchem Jahr sie entstanden ist. Schon der Opener „I Used To Have A Woman“ mit Sugar Ray Norcia macht das klar. Elegant und doch niemals gelackt sondern mit Power und jeder Menge Gefühl wird hier drauflos gespielt. Rauher wird es - sofort wird deutlich, dass das Album von ganz verschiedenen Besetzungen eingespielt wurde - bei Howlin‘ Wolfs „Commit A Crime“. Kai Strauss ist hier nicht nur an der Gitarre sondern auch am Mikrophon zu hören und erweist dem Altmeister seine Referenz mit gehörig Dreck in Stimme und Gitarrensolo. Und Doug Jay an der Harp, Christian Rannenberg am Klavier und der Rest der Band sorgen für den passenden Chicago-Sound. Wenn bei anderen Nummern dann noch Bläser wie Sox Gordon Beadle und Thomas Feldman einsteigen, dann wird die Musik zu feinstem Rhythm & Blues (wer jetzt RnB denkt, sollte im Lexikon nachschlagen!) oder Soulblues. Das ist immer mit vollem Respekt vor den „Ahnen“ dieser Musik gespielt kommt aber niemals einer rein akademischen historisch-korrekten Aufführung einer toten Musik nahe. Kai Strauss und seine Mitstreiter machen in jeder Minute deutlich, dass der Blues für sie heute im 21. Jahrhundert noch quicklebendig ist. Höhepunkte dieses tollen Albums sind für mich „Home In My Heart“, „Hard Live“ und das von Strauss komponierte Instrumental „Millwheel“, wo seine Gitarre getrieben von Gentleman John Streets Hammond sich ein Duett mit dem
röhrenden Saxophon von Sax Gordon Beadle liefert. Anhören und ab 22. März kaufen! (CRS/in-akustik).

http://wasser-prawda.de/item/kai-strauss-electric-blues?highlight=WyJrYWkiLCJzdHJhdXNzIiwia2FpIHN0cmF1c3MiXQ==

 

Kai Strauss CD "Electric Blues" - Trailer

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Mister Blues


http://www.mister-blues.de/


, das sind die Zwillingsbrüder Torsten Buncher (Harp, Bass, Gesang) und Bert Halbwachs (Gitarre, Gesang). Zwei Lipper, die seit "Jahrenden" unter dem Einfluss der lippischen Frauen stehen. Die Jungs hatten eine schwere Kindheit.
Im Schatten des Brakenberges aufzuwachsen heißt:

  • von der Welt abgeschnitten zu sein
  • von Müttern erzogen zu werden, die Brüder waren
  • in einem Vorkriegskinderwagen zu liegen
  • den Tipps von Tante Tilde folgen zu müssen
  • mitten im Hotten-Totten-Verein zu leben
  • der Schwarm aller Mädchen aus dem Dorf zu sein
Das ist Blues in Reinkultur. Da geht nix mehr, außer Blueser zu werden.

Mit dieser Band flammte beim letzten Crossroadcafe die Meinung wieder auf, Blues könne man nicht auf deutsch singen.
Erstens, die singen auf lippisch und zweitens bin ich der Meinung, man kann den Blues auch auf deutsch singen. Diesen Disput werde ich hier nicht klären können, es gibt hier sicherlich zwei Meinungen. Aber die Jungs sind gut und darüber gibt es hoffentlich keine zwei Meinungen.


"...Zur Zeit gibt es weit und breit keine Formation, die sprachlich und musikalisch so geschickt mit ihrer Zuhörerschaft umgehen kann." “Sex und Alkohol sind das Thema, zu dem Mutti im Lied immer ihren Kommentar abgeben muss.” “Songs, wie sie nur durch das Leben unter der harten Hand von „Mutti“ und „Tante Tilde“ entstehen konnten,” “Mit überraschenden Metaphern und geschicktem Wortwitz versprühen die ewigen „Bengels vom Lande“ haufenweise trockenen Charme und einfach gute Laune” “...Familiengeschichten, Abgründe des Dorflebens - die beiden Musiker kennen viele Geschichten. Das Publikum hört gespannt zu, erkennt sich irgendwie wieder....”
http://wasser-prawda.de/linkverzeichnis/item/mister-blues?highlight=WyJtaXN0ZXIiLCJibHVlcyIsIm1pc3RlciBibHVlcyJd 


Fernsehkonzert: Mister Blues   Live-Musik - präsentiert von Kanal 21, Bielefeld
Diesmal auf der Kanal21-Bühne: Die Band "Mister Blues", Lokalpatrioten vom Brakenberg in Lippe. Die vierköpfige Truppe, seriös in Anzüge gekleidet, verbindet Blues-Musik mit Comedy und spielt Songs wie "Kamasutra Kami" und "Mutti sacht".
Hört mal rein, es lohnt sich

Mister Blues - Kamasutra Kati 

Mister Blues - CD Sach Blues - Reklamevideo - Schamhaar an der Wand



  Mister Blues - Elektrisch Licht - Live 

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Tinsley Ellis

 

 http://www.tinsleyellis.com/

 

 

Tinsley Ellis (born June 4, 1957) is an American blues and rock musician, who grew up in southern Florida.
His love for electric blues grew by listening to British Invasion bands such as The Yardbirds, The Animals, Cream, and The Rolling Stones.[1] Inspired by a live appearance by B.B. King, he was determined to become a blues guitarist. In 1975, he played with the Haygood Band while attending Emory near Atlanta. Two years later, already an accomplished musician, he returned to Atlanta and joined his first band, The Alley Cats, a group that included Preston Hubbard of The Fabulous Thunderbirds[1] and Mike Marinelli, saxophonist who was a Berklee College of Music woodwind instructor. Ellis graduated from Emory University in 1979 with a degree in history. In 1981 he formed The Heartfixers, with the singer and harmonica player Chicago Bob Nelson.[2] The group recorded three albums for the small Landslide record label, one with the singer, Nappy Brown before breaking up in 1988.[2] In 1988 Ellis signed a recording contract with Chicago’s Alligator Records.[2] According to Billboard, “nobody has released more consistently excellent blues albums than Atlanta’s Tinsley Ellis. He sings like a man possessed and wields a mean lead guitar.”[3]
His debut solo album on Alligator Records, Georgia Blue, was released in 1988.[1] Alligator then reissued two of his earlier CDs, Cool On It and Tore Up (featuring Nappy Brown). Ellis' next four releases were Fanning the Flames (1989), Trouble Time (1992), Storm Warning (1994), and Fire It Up (1997).[1] Artists including Peter Buck (of R.E.M.) Derek Trucks and Chuck Leavell joined him in the studio. He worked with record producers, Eddy Offord and Tom Dowd.
Ellis’ reputation and media coverage continued to grow. He appeared on NBC-TV Sports during the network’s 1996 Summer Olympics coverage. Rolling Stone said, “On assertive originals and standards by the likes of Jimmy Reed and Junior Wells, Atlanta's Tinsley Ellis unleashes feral blues guitar. Nonstop gigging has sharpened his six-string to a razor's edge…his eloquence dazzles…he also achieves pyrotechnics that rival early Jeff Beck and Eric Clapton."[4]
Ellis shifted to Capricorn Records in 2000 and released Kingpin. In 2002 he joined Telarc Records, producing two CDs: Hell or High Water and The Hard Way. All the while Ellis never stopped touring. "A musician never got famous by staying home," Ellis says. Ellis claims to have performed live, at least once, in all 50 United States.
He returned to Alligator Records in 2005 with the live album, Live! Highwayman. In 2007 he released the studio album, Moment of Truth, followed in 2009 with Speak No Evil.[1] Ellis continues to tour over 150 nights a year around the world.
He has shared stages with Warren Haynes, Widespread Panic, The Allman Brothers Band, Stevie Ray Vaughan, Jimmy Thackery, Otis Rush, Willie Dixon, Son Seals, Koko Taylor, Albert Collins and Buddy Guy. He often plays smaller venues that allow the band a more personal contact with the audience.

http://en.wikipedia.org/wiki/Tinsley_Ellis 

 Midnight Blue   Ellis Tinsley (Künstler) | Format: Audio CD

http://www.amazon.de/Midnight-Blue-Tinsley-Ellis/dp/B00G9JIYH2/ref=sr_1_1?s=music&ie=UTF8&qid=1392462808&sr=1-1&keywords=tinsley+ellis


http://www.krautblues.de/?p=3598


 
2012-09-29 Tinsley Ellis "Quitter Never Wins"

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Die Mitch-Ryder-Karawane rollt wieder durchs Land

 

Alle Termine als Liste oder als Map, Videos und evtl. News from Mitch persönlich.
Da ist so ein kleiner schwarzer Scroll-Button oben rechts, um alle Termine scrollen zu können. Wenn man auf den Termin klickt, kann man Google Map auch sofort einen Routenplaner nutze...
Die Anzeige funktioniert natürlich auch auf jedem Smartphone unter der Adresse

http://www.engerling.de/ 

Mitch Ryder & Engerling Blues Band - Blues Garage - 15.02.13


Manchmal wird man ja gefragt, welche Art von Musik man bevorzugt hört oder welche man am meisten liebt und dann antworte ich seit vielen Jahren, dass Musik bei mir direkt im Bauch landen oder meine Seele berühren muss. Am liebsten beides gleichzeitig. Dann erkenne ich sie als "meine Musik" und es ist völlig egal, ob da gerade die unvergessenen Byrds "Change Is Now" singen oder eine der "Suiten" von Bayon erklingt. Schubladen existieren für mich nicht, meine Sammlung ist von A bis Z sortiert und mittendrin steckt dann eben E wie ENGERLING
http://www.deutsche-mugge.de/live-berichte/4044-mitch-ryder-engerling-in-dresden.html 


Mitch Ryder feat. Engerling & Pitti Piatkowski - Voodoo Child - 2012 - Kulturbastion Torgau

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Das 100. Konzert in Reitwein - CD-Review

 

 

Sonder-Bluestip

Der Blues im Osten Deutschlands kennt viele legendäre Orte

Live in Reitwein. Das 100. Konzert

Various 

 


Auf diesem Konzert wäre ich gerne gewesen. Man kann nicht alles haben. Zum Glück gibt es eine CD von diesem Event. Hier traten die führenden Bluesbands auf, die die Entwicklung des Blues in Ostdeutschland wesentlich beeinflusst haben.
Im Folgenden stelle ich Euch die Bands und das Konzert vor.

 

http://konsum.buschfunk.com/live-in-reitwein-das-100-konzert.html 

 

Der Blues im Osten Deutschlands kennt viele legendäre Orte: Es waren und sind selten die große Städte, die als Heim- , dann zumeist in Gaststätten fungierten.

Reitwein, tief im Oderbruch liegend, ist so ein Ort. Die Gaststätte heißt „Zum Heiratsmarkt“ und eine Hochzeit war es wohl auch als sich u.a. Engerling, Kerth, Jonathan-Blues-Band, Speiches Monokel, Freygangband und East Blues Experiens das Ja-Wort für eine lange Nacht gaben.


mit Engerling, Jürgen Kerth, Jonathan-Blues-Band, Speiches Monokel, Freygangband und East Blues Experiens

Mit grosser Erwartung schob ich die Scheiben in meinen Player und um es vorwegzunehmen, ich wurde teilweise enttäuscht.  Wenn ich zu einer Bluessession gehe, erwarte ich auch Blues. Punk gefällt mir nicht und will ich da auch nicht hören. Die Entwicklung von Freygang zu einer Punkband tut da schon weh. Es gibt auch ausserbluesliche Sachen die man tolerieren kann, die sogar gefallen.
In diesem Konzert ist mir zu viel ausserbluesliches Programm enthalten.

Titelliste

CD1 51:45 min
  1. 1.Guten Abend 0:26

 http://www.engerling.de/

Wer Engerling noch nicht kennen sollte, unter den obigen Links gibt es die Antwort.
Engerling beginnt den CD-Mitschnitt mit bekannter Souveränität. Der Titel "Die Anderen" hat an Aktualität nichts verloren.

Die Welt platzt aus den Nähten,
die Wüste expandiert.
Wir kauen an den Nägeln
und geb`n uns kultiviert.
Und haben im Grunde von allem
die Nase voll.
Wir baun uns neue Götzen,
Kurzweil unser Ziel.
Wir zahlen jeden Preis
für ein neues Spiel.
Und bedecken mit kühlem Lächeln unsern Groll.


Und wir nuckeln am Daumen,
kitzeln unseren Gaumen,
wollen nicht wie die Anderen sein.


Aus der Illustrierten
hört man Kinder schrei`n.
Wir spüren leichten Schauder
und zahlen Spenden ein.
Wir nehmen jeden Tag unser Bad,
wir sehnen uns nach Stränden
ohne Schlamm und Kot.
Und wir fahr`n mit unsern Autos
wilde Katzen tot,
am Tag auf dem Lande,
nachts in der Stadt.


Und wir nuckeln am Daumen,
kitzeln unseren Gaumen,
wollen nicht wie die Anderen sein.
Und wir bauen uns Mauern
in denen wir uns belauern,
meißeln goldene Regeln in den Stein.


Wir sind nicht wie die andern,
die andern sind nicht wir.
Wir leben unser Leben,
wechseln ständig das Revier.
Am Tag auf dem Lande,
nachts in der Stadt.
Die Welt platzt aus den Nähten,
die Wüste expandiert.
Die Bäume brauchen Zelte,
ein Virus revoltiert.
Und die anderen drücken sich an unseren Scheiben
die Nasen platt.


Und wir nuckeln am Daumen,
kitzeln unseren Gaumen,
wollen nicht wie die Anderen sein.
Und wir bauen uns Mauern
in denen wir uns belauern.
Meißeln goldene Regeln in den Stein,
goldne Regeln in den Stein,
wollen nicht wie die andern sein.
Und meißeln, meißeln, meißeln
Regeln in den Stein ...


Und wir nuckeln am Daumen,
kitzeln unseren Gaumen,
ahnen das wir die andern verliern.
Doch wir wollen geliebt sein,
niemals wieder betrübt sein,
also tun wir die andern verführn.

2.Engerling Blues 4:54
3.Die Anderen 6:00 

Engerling - Die Anderen - Heiligen Mühle - Erfurt 2013 

4.Blues & Trouble 5:16
5.Katzenfreund 5:36
6.Daddy oh Daddy 7:27


Live in Reitwein 100. Party
7.Als ich wie ein Vogel war 2:43

Oder-Läufe: Die Stimme vom Oderbruch - Głos przełomu Odry (OmU)

Die Zunft

http://www.diezunft.biz/ 

Das gefällt mir nicht. Der zweite Titel ist mir zu punkig.
8.Wer auch immer 3:42
9.Du bist so hässlich 3:29


10.An solchen Tagen 5:39
11.Europa 2:52
12.Das rollende Fass 3:52
CD2 74:29 min

 Charlie Eitner

http://de.wikipedia.org/wiki/Charlie_Eitner 

http://www.charlie-eitner.de/ 

 1.Variation über einen andalusischen Gassenhauer 6:08

Da kann man sich bei mehrmaliger Wiederholung dran gewöhnen .

Glass of Bailey

http://www.bluesinberlin.de/bands/bandinfo.php?BandID=glassofbailey 

http://www.heinzglass.de/ 

http://www.jay-bailey.com/ 

Der Blues ist auf der CD zurück und wie. Das gefällt mir richtig gut.
2.Got My Mojo Working 3:45

Speiches Monokel

http://mattizwoo.blogspot.de/2013/10/monokel.html 

 http://www.monokel-blues-band.de/

Monokel in gewohnter Qualität. Die legendären Gitarrenriffs bei Bye Bye Lübben City sind legendär.

3.Boogie Mobil 3:23
4.Bye Bye Lübben City 4:56


 bye bye Lübben City unplugged

Indijana

http://www.indijana.de/ 

Die Dame ist neu für mich. Sie erinnert mich an Joan Baez und passt zur Auflockerung ganz gut rein.
5.Flying Fish 4:22

Peter Schmidt Solo

http://www.peterschmidt57.us/bands-projekte 

Der Peter Gabriel Song in einer Songwriter-Version. Kommt ganz gut.
6.Don't give up 5:24

Peter Schmidt & Gäste

Ab jetzt ist der Blues endgültig zurück in Reitwein und das ist auch gut so.
Man wippt gleich mit den Füssen mit und der Song geht ins Ohr.
7.Early in the morning 5:26

 

Kerth & Engerling

http://mattizwoo.blogspot.de/2013/08/jurgen-kerth.html 

http://www.kerth-music.de/ 

http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Kerth 

Kerth mit Engerling, dass alleine ist schon das Geld wert. Kerth spielt im Vordergrund "Die Eine" und das in gewohnter Qualität. Unterstützt wird er von Engerling, was mich begeistert.
Die könnten doch zusammen mal ein Album machen.
Bei Red House ist es wie früher bei Jürgen.
    8.Komm herein 8:10
    9.Mit Dir zu leben 7:09
    10.Helmut 5:12
    11.Red House 6:51


    Jürgen Kerth Band -- 6. Gottesgnaden Musikfestival 2012 / Calbe

      Reitwein Allstars

      Mit einer Session klingt das Konzert aus. Der gute alte Hoochie Coochie Man mal in einer ungewohnten Interpretation. Zum Abschluss übt die bestimmende Band des Konzerts ihren nächsten Stones-Gig. Das das Konzert nicht mit einem Blues abgeschlossen wird, ist bezeichnend.

      12.Hoochie Coochie Man 5:56
      13.Gimme Shelter 7:51

       

      Montag, 7. Oktober 2013

      Engerling -Nachtrag

      Engerling - kleine Presseschau

        Engerling - Torgau - Kulturbastion - Tommy Simpson - 12.01.2008 

      http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Blues-made-in-GDR-1872879474 

       

      1975 in Berlin-Ost von dem Sänger, Keyborder und Mundharmonikaspieler Wolfram Boddi Bodag als Amateurband namens Engerling Blues Band gegründet, mischte sie von Anfang an Elemente des Blues mit denen von Rock und Soul und schuf so ihren eigenen Stil.

      Neben Monokel, Stefan Diestelmann oder dem Erfurter Jürgen Kerth wurde sie zu einem festen Bestandteil der DDR-Bluesszene und auch bald eine professionelle Gruppe. Wolfram Bodag und der Gitarrist Heiner Witte absolvierten eine Ausbildung an der Musikschule in Berlin-Friedrichshain, alles anderen Bandmitglieder, die Besetzung wechselte mehrfach im Laufe der Jahre, waren Autodidakten.

       

       

      „Er ist nicht mein Präsident“

      Die Achse der Guten: Mitch Ryder aus Michigan und Boddi Bodag aus Ostberlin Von Chr. Dieckmann
      Eines Tages tropfte es aus Bodags Zimmerdecke. Die Wohnung über ihm im vierten Stock stand leer. Er friemelte die Tür auf und betrat eine böse Bude: kaputte Fenster, Regenwasser, Müll und tote Katzen. Bürger Bodag meldete die Zustände der Ostberliner Wohnungsverwaltung und verreiste. Die Behörde befahl Räumung und entsandte die Brigade Gründemann. Der Brigadier, dem auch der Keller Stockwerk war, zählte souverän bis vier, knackte Bodags Wohnung und räumte wie geheißen. Bodags Habe, auch die Plattensammlung, flog auf einen Hänger, aus dem sich alsbald die Nachbarschaft bediente. Ja, an Bluesthemen litt die DDR nicht Mangel.
      Verantwortungsträger vom Schlage Gründemann vertilgte die Marktwirtschaft. Man kann ja an der Wende mancherlei bemäkeln, aber Bodag ist ein wandelndes Exempel, dass die wirklich guten Ossis in den Himmel kommen, jedenfalls von Zeit zu Zeit. Wolfram Bodag, ostweit als Boddi populär, Chef der Berliner Band Engerling, war ein Prototyp der DDR-Rockszene: Alltagspoet, Keyboarder von Graden und singender Verwandler von Aggression in Melancholie. Obwohl ihm die Polizei 1986 die Hände brach, wollte er nie Staatsstürzer werden, lieber Radrennfahrer.
      Als Boddi, in bewährter Trockenheit, mir 1988 die Gründemann-Story erzählte, lief im Hintergrund eine seiner Lieblingsplatten: How I Spent My Vacation von Mitch Ryder. Bodag verehrte das Detroiter Nebelhorn wie einen der vier Evangelisten; die anderen hießen vermutlich Bob Dylan, Randy Newman und Van Morrison. Eben war Ryder, unfassbar, im Palast der Republik aufgetreten und hatte diesen Kreml der sozialistischen Freizeitgestaltung mit seinen todeskundigen Hymnen kontaminiert (nachzuhören auf dem gloriosen Live-Album Red Blood White Mink). Unvergessliches Finale: Ryder, Soul Kitchen gurgelnd im fahlen Licht der Angst, wandelt sich zum Erlöser. „In the end I’ll be your friend“, sang er, wie schwebend, „ smile again, smile again (…) when the bombs stop fallin’ on Berlin“.
      Im Herbst 1989, kurz vor der Revolution, durfte Bodags Band erstmals nach Westen. Verblüfft hörte in Hamburg Ryders deutscher Booking-Agent Karsten Schölermann, wie die Ossis Ryder-Songs spielten. Er machte Kontakt, und anfangs der Neunziger avancierte Engerling zu Ryders europäischer Band. Transatlantische Differenzen sind beiden Seiten nicht erinnerlich, allerdings bestaunte Ryder die Übungsdisziplin der Deutschen und dass die Engerlinge auf der Probe Noten malten. Dann action: Ryders Jericho-Organ trompetete den Urschrei aus Freezin’ In Hell. Bodag kippte hinterrücks vom Keyboard und schlug sich den Schädel auf.
      Seit Ryder und Engerling gemeinsame Sache machen, fabrizierten sie ein Studio-Album (Rite of Passage, 1994), ein Konzert-Video und etliche Tourneen. Die des Vorjahrs dokumentiert trefflich die eben erschienene Live-CD The Old Man Springs A Boner (BuschFunk 00852, BuschFunk, Rodenbergstraße 8, 10439 Berlin, Tel. 030/44651100). Der Geist kehrt zurück, pantert über die Bühne, hält das Mikrofon mit den Fingerspitzen und raucht seine Guttural-Erotik aus, dass es dich überläuft: „I claim to fly with the master of love…“ Ryders größtes Talent ist Dynamik, die Stille hinter dem Schrei. So würde Jim Morrison mit 57 klingen. Bodag beorgelt die blauschwarze Messe, Manne Pokrandt basst fett, die Slide-Gitarristen Heiner Witte und Robert Gillespie halten Ryders schwere Lok unter Dampf und auf doppeltem Gleis. Wie betäubt ballt sich das Volk im heißen Qualm. Dann ist es vorüber. Licht flackert auf. Die Menge taumelt hinaus. Das erste Bier. Noch hält der Bann. Da drängelt sich ein Tempelschänder an den Berliner Tresen und offenbart seinem Kumpel: Ick war jrade mit Mitch pinkeln. – Und? – Is och alt jeworden.
      Mitch Ryder führt ein Doppelleben. In den USA zehrt er vom Sixties-Ruhm seiner Detroit Wheels. Dort, sagt er, verlange man ewig seine alten Heuler Jenny Take a Ride und Devil With a Blue Dress On. Seine reife, die europäische Karriere begann in der Rockpalast- Fernsehnacht vom 7. Oktober 1979. Seither hat Ryder hierzulande ein treues Publikum für sein erwachsenes Werk, das daheim kaum einer kennt – War und Ain’t Nobody White und Red Scar Eyes und Er ist nicht mein Präsident, ursprünglich Ronald Reagan zugedacht.
      Ryder ist durchaus ein politischer Kopf. Er registriert die deutschen Dinge, vernimmt westliche Erbitterung über den Dauerzehrgast Osten, bekundet Sympathie für östliche Schwimmversuche in westlichen Wassern. Letztlich, meint er, müssten sich die Leute sagen: Wir sind alle Deutsche, lasst uns einander helfen. Dorthin zu gelangen, habe es in den USA leider eine Katastrophe gebraucht.
      Mitch, letztes Jahr hast du hier über den 11.September gesprochen, über Demut und Bescheidenheit. – Die fällt uns Supermacht-Amerikanern schwer, sagt Ryder. Wir wissen ja kaum was über die Welt draußen, nur dass angeblich alle werden wollen wie wir. Warum sollten wir uns dann ändern?
      Bekommt Er ist nicht mein Präsident jetzt eine neue Widmung? – Ich sehe bei George W. Bush und seinen Militärs dieselbe Kolonial-Arroganz wie bei den Briten, als die ihr Weltreich bauten, sagt Ryder. Dieses: Niemand kann uns stoppen, wir kriegen, was wir wollen. Oh, zum Schein gehen wir über die UN.
      Kann irgendwas den Golfkrieg verhindern? – Nein. Nur Bushs Leute. Seine Wähler. Bloß sagen die meisten Amerikaner: Wenn’s mir und meiner Familie nicht wehtut, wenn ich meinen Job behalte, schert mich nicht, was die Regierung tut. Da wird Macht missbraucht. Im Namen von homeland security werden Verfassungsrechte kassiert. Wir zerstören damit, was wir zu schützen vorgeben. Es ist hier zurzeit sehr ungemütlich.
      So sprach Mitch Ryder aus Michigan, am 12.Januar 2003. Ein Hard Rain- Interview: Mitch telefonierte unter der Dusche. Derzeit sind Ryder & Engerling wieder in Deutschland unterwegs. Durch 27 Städte rollen sie und spielen ihre klassische Musik so rau und schön und schluchtentief, wie sie gemeint war, als alles begann.


      „Alleinsein der Sterbenden“ vertont

      Eberswalde (MOZ) Um das „Alleinsein der Sterbenden“ ging es dem polnischen Dichter, als er 1943 in Warschau sein Gedicht „Campo de Fiori“ schrieb. Um Menschen, denen an der Schwelle zum Tod die Sprache fremd geworden ist. Milosz verknüpft darin die Geschehnisse im Warschauer Ghetto mit dem Schicksal des Philosophen Giordano Bruno, der im Jahr 1600 an der Schwelle zur Neuzeit als letzter großer Denker auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde – auf dem Campo de Fiori in Rom. Rom und Warschau sind dem Dichter gleichermaßen Orte, an denen banales Alltagsleben und das Unfassbare nebeneinander stattfindet, und an denen Sprache versagt.
      Eine Wellenlänge: Steffen „Schortie“ Scheumann und Wolfram „Boddy“ Bodag proben für ihre Bearbeitung des Gedichtes „Campo de Fiori“. © MOZ/Boris Kruse
      Wie lässt sich dieser Gestus, den Milosz in einfache Worte kleidet, musikalisch heraufbeschwören? Steffen Scheuman und Wolfram Bodag sehen sich vor die schwierige Aufgabe gestellt, das Schweigen zu vertonen. In Scheumanns Altbauwohnung proben die beiden mit Trompete und Klavier, tasten sich improvisierend an den sensiblen Text heran. Als Instrumentalisten verstehen sie sich wie blind.
      Dabei wurde die Kooperation aus der Not heraus geboren. Wolfram Bodag ist kurzfristig als Ersatz für den verhinderten Cellisten Sonny Thet von der Gruppe Bayon eingesprungen. „Schortie“ und „Boddy“, wie die beiden meist nur genannt werden, kannten sich schon von früheren Kooperationen, bei denen die Chemie stimmte; so haben die beiden zusammen schon Kinder-Hörspiele eingespielt.
      Statt Cello gibt es jetzt also ein Klavier. Der instrumentelle Wechsel bekümmert die beiden jedoch nicht weiter. Warum auch? „Ich improvisiere hauptsächlich und spiele nach Gefühl“, sagt Bodag. Um sich an festgefügte Vorgaben und starr ausnotierte Kompositionen zu halten, dafür sind Scheumann und Bodag ohnehin nicht die richtigen Charaktere. Der eine überzeugt in Film („Sonnenallee“, „Polizeiruf 110“) und Theater („Herr Puntila und sein Knecht Matti“) durch Witz und Charisma. Der andere tourt mit Engerling seit Mitte der 70er-Jahre durch die Lande und wird dabei immer wieder von der Detroiter Blues-Legende Mitch Ryder als Begleitmusiker engagiert. In Sachen Gedichtvertonung ist Bodag zudem nicht ganz unbeleckt. Otto Ernsts Ballade „Nis Randers“ über die Rettung eines Schiffbrüchigen hat er in den 80er-Jahren über „Riders in the Storm“ von den Doors gelegt.
      Mit ihrer aktuellen Kooperation musste Bodag sich allerdings weit von seinen musikalischen Wurzeln entfernen. „Du kannst alles spielen, außer Rhythm`n Blues“, hat Scheumann ihm als Parole ausgegeben. Der Eberswalder Schauspieler sieht das Projekt eher in der traditionellen Volksmusik verwurzelt.


      Engerling findet die richtigen Töne

      Schöneiche (MOZ) Die Konzerte von Engerling in der Kulturgießerei (Kugi) in Schöneiche haben schon Tradition. Am Samstagabend war es wieder so weit: Die Band spielte ihren typischen Mix aus Blues und Rock und sorgte für eine ausgelassene Stimmung. Während des Konzertes hielt es im Zuschauerraum kaum jemanden auf seinem Platz. Der Saal der Kugi verwandelt sich rasch in eine große Tanzfläche. "Das ist einfach tolle Musik, die einen mitreißt", schwärmte der Schöneicher Ronald Domsch. Mehr als zwei Stunden spielte Engerling alte und neue Eigenkompositionen und Interpretationen von Rockklassikern. Zuvor hatte die Band "The White Dukes" das Publikum auf den Abend eingestimmt.
        Engerling in der Kulturgießerei: Wolfram Bodag, Heiner Witte, Manne Pokrandt und Hannes Schulze (v.l.) © Pauline Brosch
      Vor zwei Jahren feierte die Gruppe um Keyboarder und Sänger Wolfram Bodag ihr 35jähriges Jubiläum.Viele im Publikum kennen die Band schon seit langer Zeit. "Ich war bereits zu Ost-Zeiten auf Konzerten von Engerling", erzählt Corina Betke. "Mit der Musik verbinde ich viele tolle Erinnerungen." Auch Kerstin Ruppert war schon in den 80er-Jahren auf Engerling Konzerten. "Die Band ist ihrem Stil immer treu geblieben. Die Konzerte sind genauso gut wie vor 20 Jahren."
      Neben den zahlreichen alteingesessenen Fans waren auch viele im Publikum, die das erste Mal zu einem Engerling Konzert kamen. "Ich hab so viel Lob über die Band und ihre Konzert in der Kugi gehört, da wollte ich mir das Ganze auch mal selbst anschauen", sagte Peter Grabow.
      In den vergangenen 10 Jahren hat Engerling über 15 Konzerte in der Kugi gespielt. "Die Konzerte in Schöneiche sind immer etwas Besonderes", erklärte Gert Leiser, Manager der Band. Nicht ohne Grund spielt Engerling das Abschlusskonzert ihrer alljährlichen Tour seit Jahren in der Kugi. Der nächste Termin steht auch schon fest: Am 17. März 2013 wird die Band gemeinsam mit Mitch Ryder auf der Bühne der Kugi stehen.


      DDR-Bluesgrößen auf der Bühne

      Haselberg (moz) Dass es die Scheunenparty am Vorabend zu Himmelfahrt in Haselberg gibt, ist Barbara Leue zu verdanken. Die heute 83-Jährige hatte vor 15 Jahren die Idee, die von ihrem Sohn Burkhard (57) und seinem verstorbenen Freund Bernhard Regenberg vorgeschlagene Party mit einem Auftritt der Gruppe Engerling nicht auf dem Hof der Leues, sondern in der großen Scheune stattfinden zu lassen. Und dort findet sie am 12. Mai nun schon zum 15. Mal statt. Nur eins von drei Jubiläen, das an diesem Abend gefeiert werden soll.
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      Burkhard Leue ist die Anspannung anzumerken. Aus der riesigen Scheune auf seinem Grundstück in der Haselberger Hauptstraße 13/15 müssen wie jedes Jahr Baumaschinen und andere Gerätschaften geräumt werden. Zudem laufen die wöchentlichen Proben. So kurz vor der Veranstaltung gebe es immer jede Menge zu tun. „Mir geht es wohl erst wieder besser, wenn wir unseren Auftritt geschafft haben und von der Bühne gehen können“, sagt der Organisator der Party und Gitarrist der Band TEAM. Die gibt es seit zehn Jahren. Am Mittwoch treten die Männer, die im Berufsleben beispielsweise als Arzt praktizieren oder als Vermessungsingenieur tätig sind, als Vorband der bekannten Blues-Band „Engerling“ auf. Und die feiert in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bühnenjubiläum. Wenn das nicht drei gute Gründe sind zum Feiern.
      Dazu werden die Freunde der Scheunenparty Gelegenheit bekommen. Ab 19 Uhr ist Einlass. Bis zum Auftritt von TEAM gegen 21 Uhr wird gewiss keine Langeweile aufkommen. Denn viele der Gäste kommen schon seit Jahren, wegen der Musik, der Atmosphäre und weil sie in Haselberg Freunde treffen, die sie schon lange nicht mehr gesehen haben. Burkhard Leue rechnet mit 300 Besuchern. Parkplätze stehen ausreichend vor dem Grundstück zur Verfügung. Ein Wriezener Unternehmen hat die Grünflächen noch einmal gemäht. Für die wenigen, die auf dem Grundstück von Leues übernachten, gibt es am nächsten Morgen belegte Brötchen und starken Kaffee. Den brauchen sie auch. Denn in der Regel geht die Party bis in die Morgenstunden.
      Bis auf eine Ausnahme stand auch immer „Engerling“ auf der rustikalen Scheunen-Bühne. Das hat seinen Grund. Heimatverbundenheit könnte man sagen. Denn Wolfram Boddi Bodag ist am 3. Mai 1950 in Bad Freienwalde geboren und besuchte das hiesige Gymnasium – so wie Burkhard Leue. „Ich war in der 9. und er in der 12. Klasse“, erinnert sich der Haselberger und erzählt, dass Boddi ja leidenschaftlicher Radfahrer sei und früher seine Tour über Haselberg genommen habe. „Und vor unserem Grundstück hielt er immer an. Dort befand sich eine Milchrampe. Da haben wir zusammen mit einem Alpinist-Radio Rockmusik gehört“, kramt Leue weiter in den Erinnerungen. Bodag habe dann am Gymnasium die Band TEAM 67 gegründet und 1975 in Berlin die Engerling Blues Band.


      Rockige Zeitreise

      Haselberg (moz) Die Scheunenparty von Burkhard Leue in Haselberg zieht seit Jahren Bluesrock-Fans aus der gesamten Umgebung an. Auch aus Berlin fanden am 1. Juni viele ehemalige „Auswanderer“ den Weg zurück in die Heimat. Um vertrauten Klängen zu lauschen und mit alten Freunden in Erinnerungen zu schwelgen.

      Fotostrecke

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      © MOZ/Oliver Voigt
      Für Peter Haseloff gibt es zwei Pflichttermine im Jahr: Das Engerling-Konzert bei der Scheunenparty in Haselberg und das Altstadtfest in Bad Freienwalde. Denn bereits bei den ersten Engerling-Auftritten war der 46-Jährige dabei. „Die Musik und die Leute sind wichtig an so einem Abend“, sagte der gebürtige Bad Freienwalder, der bereits seit langem mit seiner Familie in Berlin lebt.
      Doch den 1. Juni habe er sich abends frei gehalten, um in die alte Heimat zurückzukommen und seine Freunde zu treffen. „Und um Thomas Müller, den weltbesten Geigenspieler, zu sehen“, sagt Haseloff. Der hatte dann auch mit seinem fulminanten Geigensolo beim legendären City-Song „Am Fenster“ das Publikum auf seiner Seite. Als Gastmitglied der lokalen Band Team brachte er das Publikum in Stimmung. „Mit 20 Leuten hat die Scheunenparty vor vielen Jahren angefangen“, erinnert sich Peter Haseloff. Am Mittwochabend waren es mehr als 250, die den Weg nach Haselberg – auf dem Motorrad, mit dem Auto oder per Shuttlebus – aus der näheren und ferneren Umgebung antraten.
      Auch Anette Schönknecht kam nach Haselberg. „Um Leute zu treffen, mit denen ich schon mit 20 in der Disko war“, lacht die Schiffmühlerin. „Engerling gehörte einfach zu unserer Jugend dazu. Ich hatte damals einen Freund, der auf die Band stand.“ So feierte die 49-Jährige bis spät in die Nacht mit ihren Freunden und genoss die rustikale Stimmung in der Scheune.
      Dort gaben die vier Mitglieder von Engerling ihre kraftvollen Songs zum besten und rissen ihr Publikum mit. Vor allem aber vereinten sie an diesem Abend Menschen, die schon ihre Jugend miteinander geteilt haben und die nun regelmäßig wieder in ihre alte Heimat kommen, um in musikalischen Erinnerungen zu schwelgen.
      Die Bluesrock-Band um Pianist und Songwriter Wolfram Bodag, der in der Kurstadt geboren wurde, ist demnächst auch auf dem Klosterplatz am Franziskaner Kloster in Angermünde zu erleben. Bodag hatte noch am Freienwalder Gymnasium die Band TEAM 67 gegründet und 1975 dann in Berlin die Engerling Blues Band. Seither spielen er und seine Musikerkollegen regelmäßig in Haselberg. So sicherlich auch im nächsten Jahr.

      Happy Birthday, ENGERLING


      Spricht man von Blues made in GDR, so wird man an einer Band nicht vorbeikommen, die in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bühnenjubiläum feiert – Engerling.1975 in Berlin-Ost als Amateurband von dem Sänger, Keyborder und Mundharmonikaspieler Wolfram Boddi Bodag als Amateurband namens Engerling Blues Band gegründet, mischte sie von Anfang an Elemente des Blues mit denen von Rock und Soul und schuf so ihren eigenen Stil.
      Neben Monokel, Stefan Diestelmann oder dem Erfurter Jürgen Kerth wurde sie zu einem festen Bestandteil der DDR-Bluesszene und auch bald eine professionelle Gruppe. Wolfram Bodag und der Gitarrist Heiner Witte absolvierten eine Ausbildung an der Musikschule in Berlin-Friedrichshain, alles anderen Bandmitglieder, die Besetzung wechselte mehrfach im Laufe der Jahre, waren Autodidakten.
      Nach 1990 wurde die Gruppe auch international bekannt, weil die amerikanische Rocklegende Mitch Ryder auf sie aufmerksam wurde und sie schließlich für Europatourneen als Begleitband engagierte. So traten sie seit 2004 zusammen nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz, Österreich, Belgien, Frankreich und Spanien auf und spielten mehrere CD-s zusammen ein. Ryders Song Aint nobody white can sing the blues gehört seit Jahren zum festen Programm der „Engerlinge“.
      Ein weiterer Titel, der auf keinem Konzert fehlen darf, ist Mama Wilson, der sich mit dem Tod des amerikanischen Bluesmusikers Alan Wilson beschäftigt, der 1970 ums Leben kam.
      Am Samstagabend nun stand Engerling auf der Bühne des Kesselhauses in der Berliner Kulturbrauerei, zusammen mit vielen Gästen. Es war ein geiles Konzert, es bot alles, was Engerling-Fans das Herz höher schlagen lässt. Als Opener begannen sie mit Moll´s Party, einem ihrer Klassiker. Es folgte das die 1989 – er Ereignisse reflektierende Herbstlied, rockig, bissig und mit der unverwechselbaren Stimme von Wolfram Bodag. Boddi war wie immer der Chef auf der Bühne, er dirigierte seine Musiker, gab gewohnt souverän die Kommandos, stellte die Gäste vor und plauderte ein wenig, erzählte Anekdoten und kleine Geschichten.
      Ja, Gäste hatten die Engerlinge einige eingeladen. Zwischenzeitlich hieß die Band ja mal „Engerling Salon Orchester“, weil sie einen Geiger in ihren Reihen hatte. So wurden sie in DDR Nobelhotels eingeladen, weil die dort Verantwortlichen von Salonmusik ausgingen. Es legte sich schnell wieder, Engerling gehörte vor Fans mit Kutte und langen Haaren, mit der Bierflasche in der Hand, bis heute. Geigus jedenfalls lebt heute als Zahnarzt in Südafrika und ließ es sich nicht nehmen, beim Berliner Konzert dabei zu sein.
      Friedemann Schulz, ein Drummer aus gemeinsamen Produktionen, trommelte zusammen mit dem eigentlichen Engerling-Drummer Hannes Schulze. Spektakulär stimmen die beiden sich ab, ehe sie gemeinsam ihre Schlagzeuge bearbeiten, das Publikum johlt.
      Lutz Kerschowski und Hans-Eckhard Wenzel kommen auf die Bühne, sie spielen  einen neuen Titel „Alles Krise“, bissig, ironisch, einfach klasse.Dass Kerschowski, der  seit 1990 als Gitarrist für Rio Reiser spielte,  seit 1996  dessen künstlerischen Nachlass betreut, soll hier nicht unerwähnt bleiben.
      Micha Linke von "Monokel" durfte natürlich nicht fehlen, auch er gratulierte mit einem Soloauftritt und verlangte seiner Gitarre alles ab.
      Basti Baur von „Knorkator“, Steffi Breiting und Tobias „Tobi“ Hillig, die Bühne füllt sich, streckenweise sind es sechs Gitarristen, die ihre Klampfen bearbeiten.
      Als dann auch noch Frank Diez die Bühne betritt, ist die Stimmung im Saal am Kochen. Diez, der für Peter Maffay und Udo Lindenberg spielte, mit Little Richard und Inga Rumpf Songs aufnahm, ist ein Ausnahmemusiker. Der Moderator des Abends, Olaf Leitner, (Ex-RIAS-Treffpunkt), erzählte die Story, wie Frank Diez ein Tape nach Jahren wieder in die Hand nahm, welches Aufnahmen von ihm mit Jimmi Hendrix enthielt. Dieses Tape, eine Kostbarkeit, zerbröselte unter seinen Händen und war nicht wieder herzustellen. Diez rockte zusammen mit den anderen Musikern, hatte seinen Soloauftritt, allen war die Spielfreude, der Spaß, anzumerken.
      Überhaupt war der Abend eher von Rockmusik als von Blues geprägt, nur wenn die Engerlinge ihre alten Hits intonierten, kam der Blues auf die Bühne.
      Als Wolfram Bodag die ersten Takte des legendären Muschelliedes anstimmte, hätte ich gern ein Feuerzeug angezündet. Schwermütig sang ich mit, die Gitarristen auf der Bühne hatten ihre Soloauftritte, alle Musiker des Abends kamen noch einmal zusammen, es war einfach grandios, nach mehr als drei Stunden.
      Die unvermeidbare Zugabe und der Narkose Blues, die Band und ihre Fans vereint, unbeschreiblich. Ein Abend ging zu Ende, der mehr als nur ein Konzert war, es war Musik, die mich seit mehr als 25 Jahren immer wieder begleitet und begeistert. Die Engerlinge auf der Bühne, das bedeutet auch nach 35 Jahren immer noch Improvisieren, der Schluck aus der Bierflasche, die Kommunikation mit dem Publikum, eine gemeinsame Party feiern.
      Fast 4 Stunden dauerte diese Party, nach 3 Zugaben war erst Schluss.
      HAPPY BIRTHDAY, ENGERLING.

      http://www.freitag.de/autoren/betrachter/happy-birthday-engerling


      Engerling spielen auf dem Theaterschiff
      Vor 35 Jahren erschien die erste Single von Engerling. „Da hilft kein Jammern“ sang die Band damals wie heute. Und deshalb gibt es sie nach 37 Jahren wohl immer noch. Am Freitag, den 2. November um 20 Uhr, gastieren die Blues-Rocker auf dem Theaterschiff. Erstaunlich, dass dieser Song zu DDR-Zeiten überhaupt öffentlich werden durfte; denn schließlich folgte auf die Zeile „Da hilft kein Jammern“: „Da hilft nur fortzugehn“, was natürlich wie eine Aufforderung (miss)-verstanden werden konnte, in den Westen abzuhauen. Da hatten die Zensoren offensichtlich ihren großzügigen Tag. Andererseits musste aus dem Text ein fast unmerklicher Seitenhieb auf den Vorzeigeschauspieler Dean Reed entfernt werden, der aus den USA in die DDR übergesiedelt war. Schon im Tonstudio monierte der Produzent von Amiga diese leise Kritik an das propagandistische Aushängeschild, und so wurde aus Dean Reed eben Belmondo.
      Gert Leiser, der die Band seit 34 Jahren als Organisationsleiter begleitet, erzählt, dass die Engerlinge ohne Knick über die Wende kamen. „Weil sie keine ferngesteuerte Band war. Gruppen wie ,Wir’ hatten zehn Konzerte mit 500 Besuchern im Jahr und überlebten, weil sie vom Komitee für Unterhaltungskunst bezahlt wurden. Für uns gab es keine Zuschüsse. Wir mussten uns unsere Klubs und Kneipen alleine suchen.“ Und diese Orte gibt es zum Großteil heute noch. „Der kleine Kneiper in Sachsen hat nur das Preisschild geändert, während Klubhäuser schließen mussten.“ In großen Städten wie Berlin oder Leipzig sollten Bluesbands ohnehin nicht auftreten, diese trampende Fangemeinde in ihren grünen Kutten, den Parkas, und den „Jesuslatschen“ war von Staats wegen in Massen nicht gern gesehen. Also gings am Wochenende meist aufs Dorf. Kurz bevor die letzte Bahn fuhr, mussten Frontmann Wolfram Bodag und seine Mannen Mundharmonika und Gitarre in die Ecke legen, dass alle wieder nach Hause kamen.
      In den Westen haben es Engerling bis heute nicht richtig geschafft. Ein bis zwei Konzerte im Jahr, mehr nicht. Und das vor vielleicht 50 Zuschauern, räumt Leiser ein. „Es gibt ein derartiges Überangebot an Musik“, so der Manager. „Zum Glück finde ich trotzdem immer wieder Auftrittsorte: Wenn die Band ein gutes Konzert abliefert, ist es die beste Werbung fürs nächste Jahr.“ Doch nichts sei mehr ein Selbstläufer. Auch für Potsdam hat er bereits 80 Plakate bestellt, um in der Stadt gut sichtbar zu sein.
      Irgendwie passten sie in all den Jahren nirgends so recht ins Konzept und haben es doch geschafft, sich selbst und ihrem Publikum treu zu bleiben. Den DDR-Kulturfunktionären schien die Band um Pianist und Songwriter Wolfram Bodag als Blues-Band zu weit weg vom Idealbild des liedhaften Rock „als eigenständigen DDR-Beitrag zur internationalen Musikkultur“, wie es damals hieß. Blues-Puristen dagegen kritisierten mangelnde Authentizität einer Bluesband, die sich um die Einhaltung des originalen Zwölf-Takt-Schemas wenig scherte und statt dessen Blueselemente nach Belieben mit Rock- und Soulelementen vermengte oder sich gar in lange Improvisationen verstieg. Beharrlich feilt die Ost-Formation an ihrem eigenen Stil mit intelligenten Texten im Grenzbereich zwischen Deutschrock und eben doch Blues.
      Ihre musikalische Qualität hat auch die in Detroit lebende Rocklegende Mitch Ryder erkannt. Jährlich geht er mit Engerling in Europa auf Tour. „Dadurch ist unser Wirkungskreis größer geworden“, so Leiser. Für den Sänger und und Songwriter ist Engerling eine reine Begleitband. „Wolfram Bodag ist froh, wenn er mal nicht der Frontmann sein muss und sich auf Keyboard und Mundharmonika konzentrieren kann“, sagt Gert Leiser. Auf dem Theaterschiff darf man sich aber wieder auf seine raue, warme Stimme freuen. Heidi Jäger


      Es gibt ein paar Bands, die begleiten einen durch das halbe Leben. Wie lange gibt es Engerling schon?
      Wolfram Bodag: Seit 1975.
      Wer ist denn von der Urbesetzung noch dabei?
      Bodag: Heiner Witte an der Gitarre und ich, Wolfram Bodag, Klavier und Gesang. Das war ja damals ein Kommen und Gehen. Der Trommler ist zum Beispiel in den Westen gegangen. Der Bassist hat dann auch einen Ausreiseantrag gestellt. Dann ist einer zu Karat gegangen, weil ich mir die Finger gebrochen hatte und wir deswegen mal aufhören mussten.
      Und wer bildet die aktuelle Besetzung?
      Bodag: Neben Heiner Witte und mir spielen Hannes Schulze – mein Sohn – am Schlagzeug und Manfred Pokrandt am Bass.
      In der „Melodie und Rhythmus“ vom Oktober 1979 lese ich, dass Sie bei der Armee angefangen haben, Musik zu machen. Bei anderen Musikern war dagegen nach der Einberufung die künstlerische Karriere unterbrochen.
      Bodag: Es gab da eine Tanzkapelle, in die ich eingestiegen bin. Wir haben jedes Wochenende in Storkow gespielt. Da haben wir richtig Geld verdient.
      Und später kamen dann die Konzerte. Können Sie sich noch an das erste erinnern?
      Bodag: Und ob, das war 1975 in Blankenfelde. Ich glaube in einem ehemaligen Kino. Unser damaliger Chef, Herbert Junck, stammte aus Mahlow. Wir hatten unser Konzert gespielt. Als wir fertig waren, haben die Leute gerufen „Zugabe, Zugabe“. Aber wir hatten nur die Titel für die anderthalb Stunden, die wir schon gespielt hatten. Da haben wir das ganze Konzert eben wiederholt.
      Wer kommt heute zu Ihnen in die Konzerte. Man sieht ja nicht mehr so viele Leute mit grünen Parkas rumlaufen wie vor 35 Jahren.
      Bodag: Das sind schon Ältere heutzutage. Aber zum Teil bringen sie auch ihre Kinder mit. Die Älteren sind durchaus die, die früher mit Parka rumliefen. Aus einigen ist ja doch was geworden, sind nicht alle in der Gosse gelandet. (lacht) Einige sind richtig zu Geld gekommen. Wir werden oft zu runden Geburtstagen eingeladen, zum 50. oder 60. Und dann gibt’s auch Leute, die haben sich bei Engerling kennengelernt und engagieren uns zu ihrem Hochzeitstag. Die bezahlen richtig und dann spielen wir da.
      Kann man als deutsche Bluesband mit eigenen Sachen noch in irgendwelche Charts kommen wie Engerling damals mit „Mama Wilson“ oder können Musiker wie Sie nur von den alten Hits leben?
      Bodag: Charts? Nein, das glaube ich nicht. Also: Wenn wir 20 Jahre jünger wären und besser aussehen würden, es ein bisschen moderner klingen lassen würden – dann würde es vielleicht wieder gehen. Manchmal gibt es ja ein Bluesrevival.
      Haben Sie es noch versucht, mit ganz neuen Kompositionen?
      Bodag: Die letzte Studioplatte ist schon ein Weilchen her. Das waren aber keine ausgesprochenen Bluesnummern. Es ging etwas rockiger zu, auch Balladen waren dabei. Jetzt machen wir gerade wieder ein paar neue Lieder. Und dann sind wir ja noch die Begleitband von Mitch Ryder. Der macht ja ständig Platten.
      Wie kam es denn zu der Zusammenarbeit mit Mitch Ryder? Ist der Rockmusiker aus den USA auf Sie zugekommen oder Sie auf ihn?
      Bodag: Das ging über den Europa-Manager von Mitch Ryder. Der stammte aus Hamburg. Und unser Manager, der Gert Leiser – unser Direktor, sagen wir immer –, der hat den 1988 kennengelernt. Da war Mitch Ryder im Palast der Republik. Dieser Manager hatte einen Klub in Hamburg. Im Herbst 1989 haben wir dort gespielt und der Manager ist aus allen Wolken gefallen, wie gut Engerling Mitch-Ryder-Lieder gecovert hat. Mitch hatte in Amerika immer eine eigene Band. Die konnte, als sie 1992 nach Europa kam, nur die Titel des US-Repertoires spielen, also die klassischen 60er-Jahre-Rock’n’Roll-Nummmern von Mitch und nicht das europäische Material. Es gab Ärger mit der Plattenfirma, der Agentur und Veranstaltern. So hat man sich dann gesagt: Warum sollen wir Amerikaner einfliegen, wenn es in Berlin eine Band gibt, die das besser kann? Und so ging es 1994 los. Wir haben vier Studio- und drei Live-CDs produziert.
      Und das geht so weiter?
      Bodag: Ja, so lange Mitch lebt. Er ist ja nun schon Ende 60. Nächstes Jahr feiern wir 20 Jahre Engerling und Mitch Ryder.
      In Teltow spielt außer Engerling auch die Pass Over Blues Band. Spielen Sie nacheinander oder miteinander.
      Bodag: Nacheinander. Aber wenn die technischen Voraussetzungen es zulassen, machen wir auch gern eine Nummer zusammen, eine Session.
      Ihr Manager hat mir gesagt, kann sein, dass ich Boddie telefonisch schwer erreichen werde, weil er auf dem Fahrrad sitzt. Sie wollten mal Radrennfahrer statt Musiker werden. Stimmt das?
      Bodag: Ich bin schon Radrennen gefahren, im Alter von 14 bis 18 Jahren. Dann kam die Musik und es wurde schwieriger. Wenn man Sonnabendabend bis früh um zwei unterwegs ist, kann man nicht am Sonntag um zehn Radrennen fahren. Das habe ich nicht geschafft. Aber auf dem Rad kamen mir immer gute musikalische Ideen. Ich habe im Rhythmus irgendwelche Melodien gepfiffen und auch gesungen. Wenn ich etwas gut fand, habe ich angehalten und Noten notiert.
      Radfahren fördert also die Kreativität.
      Hinweis: Ja klar, ich hab’ am Lenker eine Tasche mit einer durchsichtigen Folie, in die man normalerweise eine Landkarte steckt. Da kann man auch ein Textheft reinschieben und Texte auswendig lernen beim Fahren, wenn die Strecke langweilig ist.
      Wir haben jetzt noch Platz für ungefähr fünf Zeilen. Was müssen wir den Leuten noch mitteilen?
      Bodag: Wir hoffen, dass nach Beelitz und Teltow viele Leute kommen. Wir kommen auf jeden Fall mit viel Spaß.



      Engerling

      Irgendwie passten sie in all den Jahren nirgends so recht ins Konzept und haben es doch geschafft sich selbst und ihrem Publikum treu zu bleiben. Den DDR- Kulturfunktionären schien die Band um Pianist und Songwriter Wolfram Bodag als Blues- Band zu weit weg vom Idealbild des liedhaften Rock „als eigenständigen DDR- Beitrag zur internationalen Musikkultur", als dass man sie wirklich hätte groß raus kommen lassen.
      Blues- Puristen dagegen kritisierten mangelnde Authentizität einer Bluesband, die sich um die Einhaltung des originalen Zwölf- Takt- Schemas wenig scherte und statt dessen Blueselemente nach Belieben mit Rock- und Soulelementen vermengte oder sich gar in lange Improvisationen verstieg, die viel eher ins psychedelische Flower- Power- Lager gepasst hätten.
      Seit 38 Jahren feilt die Ost- Formation beharrlich an ihrem eigenen Stil mit intelligenten Texten, im Grenzbereich zwischen Deutschrock und eben doch Blues und hat sich damit ein treues, aber ganz und gar nicht "ostalgisches" Publikum geschaffen.




      Die Band hat den Blues

      Engerling wird 30 und feiert in der Kulturbrauerei
      Salonorchester Engerling – so nannten sich einst sechs junge Musiker und wurden prompt von einem feinen Hotel im Wintersportort Oberwiesenthal gebucht. „Wir waren absolut fehl am Platz“, sagt Bandmitglied Wolfram „Boddi“ Bodag und grinst. Schließlich hatte die Band Blues-Stücke von Willie Dixon und Muddy Waters im Gepäck. Alsbald wurde der erste Teil des Namens weggelassen.
      30 Jahre alt wird die Bandlegende aus dem Osten Deutschlands und feiert das heute im Kesselhaus der Kulturbrauerei. Dazu werden auch ehemalige Bandmitglieder erwartet, und moderiert wird der Abend von Rockpalast-Mann Alan Bangs.
      Wolfram Bodag erinnert sich, wie alles anfing: „Heiner Witte, unseren Gitarristen seit der ersten Stunde, habe ich an der Humboldt-Universität kennen gelernt.

      Nur: Er hatte sein Kulturwissenschaft-Studium zu Ende gebracht – ich nicht.“ Mit der Band „Pardon“ hatte Bodag damals schon Bühnenerfahrung, doch die DDR-Oberen belegten das Projekt mit Auftrittsverbot. „An den Texten kann es damals nicht gelegen haben; wir hatten ja noch keine eigenen. Aber denen passten wohl unsere Fans nicht, die uns hinterherreisten“, vermutet Bodag heute. 1975 begann die Zeit mit Engerling. Den Namen erklärt Bodag so: „Engerlinge sind unscheinbare Tiere, aus denen erst mal was Schönes werden will – so sahen wir uns.“ Von Anfang an wurde Blues gespielt, was die Fans dieser Musikrichtung mit Begeisterung aufnahmen. Die Anhängerschar wuchs stetig, was mit der Zeit die besondere Aufmerksamkeit von Polizei und Staatssicherheit nach sich zog: Junge Leute, die sich fern des organisierten Jugendlebens bewegten, erregten Unbehagen bei den Machthabern. Ähnlich ging es den Bands, die die Blues-Kultur verbreiteten.
      Spielte die Engerling-Truppe anfangs nur Stücke nach, kamen bald verstärkt auch eigene Kompositionen und Texte dazu. 1977 wurde das erste Lied auf einer Platte veröffentlicht, damals noch auf einem Sampler. Ein Werk aus den 70ern, bis heute im Programm: „Da hilft kein Jammern“, heißt das Stück, das es auch als Single gab. „Was einem nicht passt, das muss man ändern“, sagt Wolfram Bodag. Bis heute sind acht Longplayer erschienen.
      Die Wende in der DDR haben Engerling unbeschadet überstanden – entgegen den Erfahrungen anderer Bands. Wolfram Bodag konnte sich obendrein noch einen Wunsch erfüllen: „Ich bin ein großer Liebhaber der Musik von Mitch Ryder, habe ihn noch zu DDR-Zeiten in Berlin erlebt – heute sind wir seit zwölf Jahren seine feste Begleitband bei seinen Europatouren.“ Im Herbst 1989 durfte Bodags Band erstmals im Westen spielen. In Hamburg hörte ein Mitarbeiter Ryders, wie Engerling mit Titeln des Rockmusikers auftraten. Der Kontakt wurde geknüpft, und seither gehen Engerling und Ryder auf Tour. Drei CDs sind aus der Zusammenarbeit entstanden. „Im Oktober gehen wir wieder zusammen ins Studio für die nächste Produktion, die zur Tournee 2006 veröffentlicht wird“, verrät Bodag. Ideen für eine eigene Platte gibt es auch – ganz wie beim echten Engerling könnte ja was Schönes daraus werden.



      Zur Blues-Nacht im Teltower Stubenrauchsaal werden zwei der profiliertesten deutschen Blues-Rock-Bands erwartet: "Engerling" und "Pass over Blues".

      Seit 38 Jahren feilen „Engerling" beharrlich an ihrem eigenen Stil mit intelligenten Texten im Grenzbereich zwischen Deutschrock und Blues und haben sich damit ein treues Publikum geschaffen. „Rock'n'Blues" mit Geschichte und dem Blick nach vorn. Neben dem Erfolg in Deutschland tritt die Band seit Jahren mit der Rocklegende Mitch Ryder auf seinen Europatourneen auf und hat mit ihm zahlreiche CDs und DVDs aufgenommen. Besetzung: Wolfram Bodag ( ld, key, voc, harm),  Heiner Witte (git), Manne Pokrandt (bg), Hannes Schulze (dr). www.engerling.de

      „Pass Over Blues“ sind vier Musiker, die den tiefschwarzen Blues lieben und leben: ruhig, schreiend, stöhnend, treibend, ehrlich, archaisch. Sie unternehmen einen Streifzug durch 80 Jahre Bluesgeschichte. Das Quartett vereinigt in der aktuellen Besetzung den Gitarristen Roland Beeg (ehem. „Handarbeit“), den Sänger & Bluesharpspieler Harro Hübner (ehem. „Keimzeit“), den Bassisten Lutz Mohri & den Schlagwerker Michiel Demeyere. Bereits 1997 nannte das Magazin „Blues News" sie eine der „stärksten Formationen der traditionellen Bluesstile“ und fügte hinzu: „wer noch immer der Meinung ist, in Deutschland gäbe es keine wirklich guten Bluessänger, der sollte sich unbedingt Harro Hübner anhören“.
      Wann: 07.06.2013 / 20 Uhr