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Dienstag, 27. August 2013

Chicago Blues


 Chicago Blues

 

http://www.chicagobluesguide.com/index.html

http://www.chicagobluesalivinghistory.com/usa/ 

 

Chicago Blues, Live Vol.1

Der Chicago Blues ist ein Blues-Stil, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Zuge der Abwanderung der verarmten schwarzen Arbeiterbevölkerung aus dem Süden der USA in die Großstädte des mittleren Westens entstanden ist. Die Entwicklung des Chicago-Blues vollzog sich im Wesentlichen in zwei Schritten.
Pre-War-Phase: Von der Mitte der 1920er-Jahre bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges entwickelte sich ein am Jazz orientierter, städtischer Blues-Stil (Urban Blues). Er vereinte den „klassischen“ Blues des Vaudeville mit dem traditionellen Country Blues des Südens. Im Vergleich zum Delta Blues war der Chicago-Stil jedoch eleganter und weniger archaisch.
Der weiße Produzent Lester Melrose war zu dieser Zeit die beherrschende Figur des Chicago Blues. Nachdem er zu Anfang Jelly Roll Morton und King Oliver als selbstständiger Geschäftsmann produziert hatte, stieg er bald zum Produzenten des RCA-Bluebird-Labels auf. Daher wird der frühe Chicago Blues auch als Bluebird Beat bezeichnet. Während seiner Zeit bei Bluebird nahm Melrose unter anderem Big Bill Broonzy, Tampa Red, Jazz Gillum und Sonny Boy Williamson I. auf. Das Piano entwickelte sich neben der Gitarre zu einem prägenden Instrument dieses Stils. Der Piano-Blues-Style war eine Verbindung zwischen dem rauen Barrelhouse Piano (Dirty Dozen) aus dem Süden der USA und dem Ragtime.
Post-War-Phase: Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Chicago-Blues zur elektrifizierten Variante des akustischen Delta Blues weiterentwickelt. Ein Großteil der in einer zweiten Welle aus dem Süden nach Chicago zugewanderten Afroamerikaner fand sich im Bluebird Beat der Vorkriegszeit nicht wieder. Die Zeit von 1947 bis 1957 gilt als Blütezeit des Chicago Blues. In dieser Zeit prägten Blueser wie Muddy Waters, Little Walter, Howlin’ Wolf, John Brim, J. B. Hutto und andere den neuen, harten, elektrischen Delta Blues. Charakteristisch für den Combo-Blues aus der „Windy City“ Chicago ist die Besetzung mit Gitarre, Blues-Harp, Piano, Schlagzeug und Kontrabass oder E-Bass.
Majorlabels wie RCA gaben das Bluesgeschäft aufgrund ständig zurückgehender Plattenverkäufe auf und überließen den Markt auf den neuen Sound spezialisierten Labels wie Chess Records und Vee-Jay. Mit Beginn der 1960er-Jahre begann der Niedergang des Chicago Blues. Die beiden Platzhirsche Chess und Vee-Jay orientierten sich eher am neu aufkommenden und gewinnträchtigeren Soul oder gingen pleite. Kleine Independent-Label wie Alligator und Delmark Records nahmen noch Blues für ein vornehmlich europäisches Publikum auf.

Typische Vertreter


Chicago Blues, Live Vol.2


Blues Jam In Chicago - Volume 1 (Expanded Edition) [Original Recording Remastered] 
Fleetwood Mac Audio CD 


 Wahrscheinlich hat kein anderer Bluesstil einen so hohen Wieder- erkennungswert in Form, Feeling und Sound, wie der Chicago Blues. Es ist die Musik, die am meisten nach dem Rhythm & Blues/Rock’n Roll der 50er Jahre klingt. Wenn man einen TV-Werbespot sieht und hört, der mit Blues unterlegt ist, handelt es sich immer um den Chicago-Stil. Es ist der Klang von verstärkten Harmonicas, elektrischen Slide-Guitars, einem mächtigen Boogie-Piano, einer entfesselten Rhythmusgruppe und eindringlichem Gesang. Es ist der Genius von Muddy Waters, Howlin’ Wolf, Elmore James und Little Walter, der ein urbanes Publikum begeisterte und es mit auf eine Reise nahm in eine verrauchte, lärmende Kneipe in der South Side von Chicago. Es ist der ansteckende Boogie von Hound Dog Taylor, Jimmy Reed, Joe Carter und Robert Nighthawk, die, wie die unzähligen kleinen Combos, am Sonntagmorgen auf dem Markt in der Maxwell Street spielten. Und es ist der Single-Note-Stil von B.B. King, Otis Rush, Magic Sam und Buddy Guy.

Der Chicago Blues basiert auf dem unkomplizierten, rauhen und direkten Delta Blues, der in Kontakt mit dem städtischen Leben kam und nun elektrisch verstärkt wurde. Chicago Blues ist der erste Bluesstil, der ein Massenpublikum erreichte und, nach einer gewissen Zeit, ebenso ein Weltweites.

Obwohl die „Windy City“ schon vor dem 2. Weltkrieg eine rege Bluesszene besaß (ein von Lester Melrose gepushter, weichgespülter Bigband-Blues), ist es die Kombination verschiedener Elemente, die den Chicago Blues nach dem Krieg richtig in Bewegung brachten.

Zuerst müssen die sozialen Umstände nach dem 2. Weltkrieg genannt werden. Die Schwarzen packten ihre wenigen Habseligkeiten zusammen und zogen nach Norden, wo sie für sich ein besseres Leben und besser bezahlte Jobs erhofften. Es war für sie verlockender, in einem Chicagoer Schlachthof zu arbeiten, als irgendwo auf einer Farm in Mississippi hinter einem Maulesel zu stehen. 



Chicago Blues, Live Vol.3




Chicago Blues, Live Vol.4



Chicago Blues, Live Vol.5


Donnerstag, 8. August 2013

Sonnny Boy Williamson II

Sonnny Boy Williamson II

(Rice Miller)

Master of Bluesharp

  
 
Sonny Boy Williamson II & The Yardbirds - 23 Hours Too Long

Sonny Boy Williamson Il (1897 - 1965) zählt zu den größten Harmonika-Spielern des B1ues. Er
bot das Komplett-Paket eines Blues-Interpreten -_ er war ein großartiger Sänger, ein brillanter
und innovativer Individualinstrumentalist und ein Komponist von unvergleichlicher Kreativität.
Sonny Boy Williamsons Leben drehte sich ausschließlich um den Blues. Er ist vielleicht der einzige, der mit Musikern aus allen drei Perioden der bisherigen Bluesgeschichte
zusammengespielt hat. Mit Robert Johnson begann er in den 30er Jahren, und mit Eric Clapton
hörte er Mitte der 60“ Jahre auf'
Er war weder ein sonny boy von Natur, noch hieß er Williamsen von Geburt. Er war ein Geschichtenerfinder von Format Auch (oder gerade) dann, wenn es um seine eigene Lebens-geschichte ging, gingen Fakten und Fantasie durcheinander und verwoben sich, absichtlich ge-heimnisvoll, zur Legende. Er scheute zu enge Kontakte, lebte lieber auf Distanz, war seiner Umwelt
gegenüber zurückhaltend bis mißtrauisch und manchmal schwer zum Reden zu bewegen. Vor´allem könnte ihn nichts in der Welt dazu bringen, sich über seine Kindheit zu äußern. Mehr als ein „ich hatte es schwer. weißt du. damals" war nicht aus ihm herauszukriegen. Selbst sein Geburtsdatum ist unklar. In dem Paß, mit dem er 1963 in Europa anreiste, stand als Geburtstag der 7. April 1909. Aber man ist allgemein der Ansicht, den Angaben, die Sonny Boy Williamsen zur Sache machte, mehr zu glauben als dem amerikanischen Paßwesen, zumal in dem Paß weder der Name (Sonny Boy Williams) noch der Geburtsort (Tallahachie) stimmte. Williamson behauptete, er stammte aus dem vorigen Jahrhundert, und gab als Geburtstag den 5. Dezember 1897 an. Und „Ich bin in n'er kleinen Stadt geboren, die heißt Glendoca. Mississippi. das ist im Tallahachie County."
Seine Mutter Mille Ford hatte ihn unehelich geboren und ihm den Namen Alex gegeben. Später übernahm er den Familiennamen seines Stiefvaters Jim Miller, also Miller, und erhielt von seiner Familie den Spitznamen Rice. und so wurde aus Alex Ford erst mal Rice Miller. Später verwandelte er sich in Sonny Boy Williamsen, wird aber in der Bluesliteratur unter beiden Namen geführt. Sein Instrument war die Mundharmonika, die er schon als Kind spielen lernte. Als Dreißigjähriger war er von zu Hause weggegangen und hat angefangen, sich als wandernder Berufsmusiker durchzu-schlagen, wie es im Süden Amerikas viele taten. Anfangs soll er nur Spirituals gespielt haben, aber das harte Wanderleben durch Mississippi, Arkansas, Missouri und Tennessee veränderten sein Repertoire und formte seinen Charakter. Böse, zumindest bitter, soll er gewesen sein, auf alle Fälle war mit ihm, einem Spieler und Trinker, nicht leicht auszukommen. Er musizierte, wo immer Leute zusammen kamen und verdiente sich von solchen schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs jahrzehnte-lang seinen Lebensunterhalt. Er nannte sich Little Boy Blue und hatte sich einen gewaltigen Gürtel umgeschnallt, in dem er seine Harmonikas transportierte. Auf seinen Reisen traf er andere Blues-musiker, die wie er von Ort zu Ort zogen, Männer wie Robert Johnson, Robert Nighthawk, Robert Lockwood, Willie Love, Sunnyland Slim. Mit manchen von ihnen (Robert Johnson, Elmore ,James, Howlin' Wolf) tat er sich zeitweise zusammen, am längsten mit Robert Lockwood, mit dem er auch
seine Karriere am Rundfunk begann. Ab dem 19. November 1941 waren die beiden von Montag bis Freitag täglich um die Mittagszeit bei der Station KFFA, Helena, Arkansas, in der Sendung King Biscuit Time zu hören. Mit Unterbrechungen hat er diesen Job bis zu seinem Tod, fast 25 Jahre lang, gehabt. Dieser ungewöhnlich erfolgreichen Sendung war es zu verdanken, daß Rice Miller bald zu einem der populärsten Bluesmusiker der Südstaaten und zu Sonny Boy Williamson wurde. Er hat zwar sein Leben lang behauptet, der einzige, wahre, originale Sonny Boy Williamson zu sein, aber in Wirklichkeit hat er diesen Namen damals von dem Harmonikaspieler und Bluessänger John Lee Williamson übernommen, der 1914 in Jackson, Tennessee, geboren wurde, von 1937-1947 rund 120 Titel eingespielt hatte, zu den Stars der nationalen Blues-Szene gehörte, in Chicago lebte und dort am 1.Juni 1948 auf dem Heimweg von einem Auftritt ermordet wurde. Zur Unterscheidung der
beiden nennt man den Ermordeten Sonny Boy Williamson l, den Sieger der Geschichte Sonny Boy Williamson ll.
Seine Schallplattenkarriere begann 1951 bei Trumpet. Er behauptete zwar, schon vorher Aufnahmen gemacht zu haben, die aber, falls das stimmt, nie veröffentlicht wurden. Ab 1955, als fast Sechzig-jähriger, spielte er bei Chess seine erfolgreichsten Aufnahmen ein und hatte Konzertauftritte, Sen-dungen und Aufnahmen bei verschiedenen Firmen. lm Herbst 1963 kam er mit dem American Folk
Blues Festival nach Europa und wurde als dessen Star gefeiert. Es folgten Aufnahmen mit Victoria Spivey, Otis Spann, Memphis Slim (die vorliegende LP), mit dem er in Polen und Frankreich auftrat, Konzerte mit Chris Barber in England, Mitwirkung in einem Film in Dänemark, Zusam-
menarbeit mit den Yardbirds. Am liebsten wollte er in Europa bleiben, kehrte aber 1964 zu Auf-nahmen nach Amerika zurück. Als er im gleichen Jahr mit dem American Folk Blues Festival ein zweites Mal nach Europa kam, wurde er wieder enthusiastisch gefeiert.
Sein Harmonika-Spiel war in vielerlei Hinsicht einmalig. Er spielte kaum mit einem Verstärker,
wie es Little Walter und andere taten. Er setzte seine Mundharmonika dann ein, wenn er zwischen
seinen Textzeilen musikalische >›Ausrufezeichen<< setzen wollte. Dann blies er nur kurz an und
bereitete sein Publikum darauf vor, daß es gleich längere Instrumentalpassagen mit ››Vollgas«
geben würde.
Anfang Mai 1965 nahm Chris Strachwitz mit ihm im KFFA-Studio in Helena eine komplette Sen-dung seiner „King Biscuit Time"-Show auf. Es war seine letzte Aufnahme. Er starb am 25. Mai 1965 im Bett seines Hotelzimmers. Er wurde auf dem Friedhof der Whitfield Baptist Church in Tutwiler, Mississippi, begraben. Seine Familie kümmerte sich nicht um sein Grab. Erst 1977 wurde dem Musiker, der zu den Größten des Blues gehörte und fast jeden Mundharmonikaspieler der Rockmusik beeinflußte, ein Grabstein errichtet. Einer seiner Blues hieß „Dissatisfied". Er enthielt die knapp..formulierte Weisheit: ' , There's a whole lotsa people's talkin', but there's a mighty few people know. Es gibt 'nen Haufen Leute, die reden, aber nur wenige wissen Bescheid.
nach Theo Lehmann (1987) Amiga
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 Sonny Boy Williamson rare video 

Sonny Boy Williamson II. (* 5. Dezember 1899[1] oder 1912[2] in Glendora, Mississippi; † 25. Mai 1965 in Helena, Arkansas, bürgerlicher Name Aleck/Alex „Rice“ Miller) war ein US-amerikanischer Bluesmusiker.




Down and Out Blues  Sonny Boy Williamson Audio CD 

 

 http://www.celticguitarmusic.com/Harmsb2.htm

http://www.deltablues.net/tutwiler.html 

 http://www.crossroadblues.de/williamson2.html 

 Grabstätte von Rice Miller

http://www.howlinwolf.com/articles/sonnyboy/sonnyboy_grave.htm

hören.     http://www.deezer.com/de/album/921870

Sonny Boy Williamson II (????-1965) 

Die Bedeutung von Sunnyboy Williamson I wurde lange dadurch überdeckt, dass ein zweiter Musiker einfach den Namen für sich übernahm (und lange auch behauptete, er sei der erste Sonny Boy). Bill Wyman bezeichnet ihn nicht ohne Grund als einen Meister der Desinformation. Denn wenn er über sein Leben erzählte, dann waren die Fakten jedes mal anders.
So ist bis heute nicht klar, ob er Aleck/Alex "Rise" Miller nun am 5. Dezember 1899 (wie er selbst behauptete) oder am 11. März 1908 (wie auf seinem Grabstein steht) geboren wurde. Nach Forschungen von David Evans soll er sogar erst um das Jahr 1912 geboren sein.
Ursprünglich lebte und arbeitete er bei seinem Stiefvater auf den Baumwollfeldern in Mississippi. Doch um das Jahr 1930 herum begann er gemeinsam mit Big Joe Williams, Elmore James und Robert Lockwood durch die Gegend zu reisen. In der Zeit erarbeitete er sich auch seine Showtricks, die er Zeit seines Lebens pflegte. So steckte er etwa ein die Harmonika in den Mund uns spielte völlig ohne Hände.

weiterlesen:     http://wasser-prawda.de/component/zoo/item/sonnyboyii.html?category_id=51

Sonny Boy Williamson- "Bye Bye Bird" 1963 (Reelin' In The Years Archives)

 

Biografie

Williamson, "Sonny Boy" (harm, voc), eigentlich Alex (auch Aleck) "Rice" Miller, hatte als Blues-Harmonika-Virtuose beinahe jeden Mundharmonikaspieler der Rockmusik beeinflusst. 1963 kam der schwarze Gentleman, dessen äußere Erscheinung von Journalisten mit der eines Diplomaten, eines Bankdirektors, eines Großwesirs verglichen wurde, mit der American Folk Blues Festival-Truppe erstmals nach Europa. In England spielte er in den folgenden beiden Jahren sporadisch mit zahlreichen Rockbands und nahm mit Yardbirds, Animals, Jimmy Page, Brian Auger und anderen Live-Platten auf.

Zu dieser Zeit gab er – vor allem dem Fach-Periodikum "Blues Unlimited" – zahlreiche Interviews. So viel, zumindest, erschien über seine Herkunft gesichert: Er war zwischen 1890 und 1900 als unehelicher Sohn einer Millie Ford, die später seinen Stiefvater Jim Miller heiratete, auf der Sara Jones-Plantage nahe Glendora, Mississippi, zur Welt gekommen, beim Gifttod des legendären Robert Johnson (siehe Bio) 1938 in Greenwood, Mississippi, zugegen gewesen und hatte 1951 für Lillian McMurrys Trumpet Records in Jackson u.a. die klassisch gewordenen Stücke Eyesight To The Blind, Dust My Broom, Mighty Long Time, Nine Below Zero, Too Close Together produziert.