Aus bestimmten Gründen beschäftige ich mich im Moment ausgiebig mit dem Blues. Als Erinnerung an meine Studien habe ich dieses Tagebuch (diesen Blog) angelegt. So kann ich meine Suchergebnisse gut abspeichern und Euch daran teilhaben lassen. Für einen Täglichen Bluestip reicht die Zeit leider nicht mehr. Deshalb wird es diese Beiträge in Zukunft unregelmässig geben. Ich tue mein Bestes.
Das ist der Vorteil, wenn man sich
einmal mit bestimmten Sachen beschäftigt. Wäre Chris Rea nicht in
meinen Bluestip gekommen, wäre dieses wahnsinnige Album wohl für
immer an mir vorbei gegangen. Ich kann nur empfehlen, hört es Euch
an, sonst werdet ihr es bereuen.
"Blue Guitars" von Chris
Rea: 11 neue Alben! Wahnsinnig/Genial
Was macht ein Musikant, wenn er knapp dem Tod entrinnt, von
seiner Major- Plattenfirma fallen gelassen wird und nichts mehr zu
verlieren hat? Ganz einfach: 11 Alben auf einmal, 137 brandneue Songs
und dazu noch passende Gemälde. Und das alles in einer Qualität,
von der man sonst nur träumen darf.
Selbiges ist Chris Rea widerfahren: von seiner großen
Plattenfirma fallen gelassen, die Bauchspeicheldrüse entfernt ("Ich
muss mir jeden Tag sieben Spritzen geben und 32 Tabletten schlucken")
hat Rea am "point of no return" das Genie in sich entdeckt
und seiner künstlerischen Schaffenskraft keine Grenzen mehr gesetzt.
"Blue Guitars" ist kein einfaches Album, auch kein
Doppelalbum: auf "Blue Guitars" finden sich auf 11 (!) CDs
gleich 137 neue Songs und alle sind sie dem Thema "Blues"
gewidmet.
Offenbarung
"Im Spital habe ich 'Blues Odyssey' von Bill Wyman gelesen
und es einfach geliebt. Jedes Kapitel war einer Stilrichtung des
Blues gewidmet und ich dachte mir, dass jedes Kapitel eine eigene CD
verdient hätte." Und genau das hat Chris Rea in den letzten 18
Monaten gemacht: Von "Beginnings" (CD 1) über "Louisiana
& New Orleans" (CD 3) bis hin zu "60s & 70s"
(CD 11) lässt Chris Rea keine Blues- Stilrichtung unberührt.
Akribisch
Dem die längste Zeit schwer unterschätzten Chris Rea hat es aber
nicht gereicht, einfach alte Blues- Hadern nachzuspielen: jeder der
insgesamt 137 Songs ist brandneu! Alles andere als neu waren dafür
die Instrumente und Rahmenbedingungen, mit denen "Blue Guitars"
eingespielt wurde. Um den "originalen" Sound perfekt
einzufangen, hat Rea nämlich alle modernen Instrumente aus seinem
Studio verbannt und sich auf eine Odyssee durch die Musikgeschichte
gemacht: einen Uralt- Verstärker für die "Chicago Blues"-
CD über eBay ersteigert; alte unverkäufliche Mikrofone von
Liebhabern ausgeborgt... keine Mühe wurde gescheut, um dem Blues ein
einzigartiges Denkmal zu setzen.
Malen nach Noten
137 Songs in 1,5 Jahren - klingt nach viel Arbeit. Und
beschäftigte Rea scheinbar doch nicht genug, denn parallel dazu
entdeckte der Musiker seine Liebe zur Malerei. Und weil "Blue
Guitars" ein sog. "Earbook" ist, traf sich das ganz
vortrefflich. Zu jeder der CDs gestaltete Rea das CD- Cover und malte
gleich noch etliche andere Gemälde: "Ich ließ mich von den
einzelnen Blues- Richtungen zu den Gemälden inspirieren. Die 'Blue
Guitar' selbst ist in irgendeiner Form immer in die Bilder
eingearbeitet."
Im "Earbook" gibt's also nicht nur die Geschichte des
Blues auf 11 CDs (plus einer DVD) sondern auch Drucke der Bilder von
Chris Rea, die allesamt nach seiner schweren Krankheit entstanden
sind und (derzeit noch) unverkäuflich sind. Auf Chris' Homepage kann
man aber einige der Kunstwerke als Kunstdruck bestellen. Das Album
selbst gibt's natürlich in allen Geschäften und das zum sehr fairen
Preis von unter (!) 60 Euro (inkl. Buch, 11 CDs, 1 DVD) - das
optimale Weihnachtsgeschenk für alle Musikliebhaber.
Fazit: 11 von 10 Blues- Lehrstunden
Blue Guitars ist ein Blues-Album welches am 14.
Oktober2005 von
Sänger und Gitarrist Chris
Rea veröffentlicht wurde. Das Album ist in Form eines Buches
aufgebaut, welches 11 CDs, eine DVD und Abzüge von Gemälden, die
Rea angefertigt hat, enthält. Ebenso hat er jede der CDs beschrieben
und es sind die Songtexte zu allen Liedern abgedruckt. Die Alben
enthalten zusammen 137 Lieder die der Sänger über anderthalb Jahre
aufgenommen hat. Inspiriert von Bill
Wyman und seiner „Blues Odyssey“ macht der Sänger und
Gitarrist sich bei diesem Album auf den eigenen Weg um die Geschichte
des Blues nachzuerzählen. Er beginnt bei den afrikanischen Wurzeln
und geht bis zu dem 70er und 80er Jahre Blues. Die einzelnen Alben in
chronologischer Reihenfolge heißen:
„Beginnings“ „Country Blues“ „Louisiana & New
Orleans“ “Electric Memphis Blues” “Texas Blues” “Chicago
Blues” “Blues Ballads” “Gospel Soul Blues & Motown”
“Celtic & Irish Blues” “Latin Blues” “60s & 70s”
Blue Guitars war bisher das letzte von fünf Blues Projekt welche
Chris Rea nach der Heilung von seinem Bauchspeicheldrüsenkrebs 2002
begonnen hatte.
Zusammengenommen ergeben die Alben eine Reise durch die Geschichte
des Blues. Beginnend in Afrika erzählen die Titel die Geschichte der
Sklaverei, das
Elend welches sie für die gefangenen vor und danach brachte. Mit der
musikalischen Reise durch die Landschaften des Blues hört man auch
wie sich nach und nach die benutzten Instrumente änderten und wie
der Blues am Ende zu dem wurde, was wie wir ihn heute kennen.
Dieses Album, welches am Anfang des Projektes steht, führt den
Hörer auf den Schwarzen
Kontinent wo der Blues seine Wurzeln hat. Die Zeiten waren
schwierig und die Sklaverei war auf ihrem Höhepunkt angelangt. Viele
Farbige wurden verkauft und auf andere Kontinente verschifft, oftmals
verraten von ihren eigenen Leuten. Die Musik selbst hat dabei wenig
mit dem zu tun, was wir heute als Blues kennen. Die traurige und
dunkle Grundstimmung jedoch war damals schon gegeben.
Tracklist:
" West Africa
" Cry for Home
" The King Who Sold his Own
" White Man Coming
" Where The Blues Come From
" Lord Tell Me It Won't Be
Long
" Work Gang
" Praise The Lord
" Sweet Sunday
" Sing Out The Devil
" Boss Man Cut My Chains
Country Blues
Die Südstaaten
der USA hatten den wohl größten Einfluss auf die Kultur der
Sklaverei in jenen Zeiten. Als die Menschen aus Afrika dorthin
verschifft wurden, begann ein regelrechtes Martyrium. Sie lebten in
Angst, arbeiteten hart bis zum Umfallen und gewöhnten sich daran,
keinen Wert in der Gesellschaft zu haben. So entstand der Country
Blues welcher musikalisch sehr an die Klänge der Südstaaten
erinnert. Von Rassismus, Alkoholismus und der Suche nach einem
besseren Leben sprechen zum Beispiel die Titel „KKK Blues“, „Too
Much Dinkin“ und „Ticket for Chicago“. Gesellschaftliche
Probleme begannen dem Blues ein neues Gesicht zu geben.
Tracklist:
" Walkin' Country Blues
" Man Gone Missing
" Can't Stay Blues
" KKK Blues
" Too Much Drinkin'
" Catwalk Woman
" If You've Got A Friend in
Jesus
" Head Out On The Highway
" Wild Pony
" Steam Train Blues
" Going Up To Memphis
" Somewhere Between Highway
61 & 49
" Ticket For Chicago
" Dance All Night Long
Louisiana
& New Orleans
Fälschlicherweise existiert bei vielen Menschen die Vorstellung,
dass der Blues seinen Ursprung in Louisiana,
New Orleans
oder dem Mississippi
Delta hat. Als die Musik aus Afrika in diese Gegend kam, wurde
sie mit lokalen Instrumenten, z. B. der Klarinette,
verschiedenen Blechblasinstrumenten, dem Klavier,
Banjo und Akkordeon
vermischt und es entstand der charakteristische New
Orleans Blues. Dieser wurde für viele moderne Blues-Musiker die
Basis ihres Schaffens.
Tracklist:
" Two Days Missing Down The
Viper Room
" Who Cares If I Do
" What Made Me Love You
" You Got Dixie
" One Night With You
" Talking 'bout New Orleans
" Le Fleur De La Vie
" Catfish Girl
" Only A Fool Plays By The
Rules
" Baby Come Home
" Dance Avec Moi
" L'ete Eternal
Electric
Memphis Blues
In gut besuchten Bars war es manchmal ein Ding der Unmöglichkeit
gegen die Menge anzuspielen. Das änderte die elektronische
Revolution in der Musik. Der Blues bekam neue Töne, Orgel,
Keyboard und
Gitarre wurden auf
einmal elektronisch betrieben und ein neues Aufnahmezeitalter in den
Studios hat begonnen. Rea macht das im Lied "Electric Guitar"
klar, in dem er singt: "Now I can play above the bar noise,
Man I'm bigger than the crowd" (Jetzt kann ich lauter als der
Krach in der Bar spielen, Mann, ich bin größer als die Menge).
Tracklist
" Electric Guitar
" Electric Memphis Blues
" All Night Long
" Born Bad
" Let's Start Again
" What I'm Looking For
" Rules Of Love
" What You Done To Me
" Hobo Love Blues
" Pass Me By
" The Soul Of My Father's
Shadow
" My Blue World Says Hello
Texas Blues
Später bannte sich der Blues seinen Weg in den sandigen, heißen
wilden
Westen, mit seinen endlosen Straßen und seiner brennender Sonne.
Die Musik bekam einen neuen Anstrich durch typische Instrumente, wie
man sie in den Wüstenregionen der USA
kannte (Mundharmonika,
Slide
Gitarre) und es wurde so das Lebensgefühl des zweitgrößten
US-Bundesstaates deutlich hervorgehoben. Auch das Migrationsproblem
spricht Rea in diesem Album an. Im Lied „The American Way“
erzählt er die Geschichte eines illegalen Migranten der versucht den
amerikanischen
Traum zu leben.
Tracklist:
" Lone Rider (Texas Blues)
" Texas Blue
" No Wheels Blues
" Lone Star Boogie
" Blind Willie
" The American Way
" Angellina
" Truck Stop
" Weekend Down Mexico
" Texas Line Boogie
" Too Big City
" Houston Angel
Chicago Blues
Im Laufe der Zeit verlagerte sich das Leben immer mehr in
Ballungszentren und die Menschen zogen aus dem Süden weiter in den
Norden. Ganz besonders beliebt war dabei Chicago,
eine aufstrebende, moderne Stadt, die viel Arbeit und Wohlstand
versprach. Auch die Musik zog mit. Sie behielt als Basis den in
Louisiana, New Orleans und Memphis
geschaffenen Blues-Stil und vermischte sich dann mit Jazzklängen
(vor allem dem Saxophon)
was sie intensiver und rauer machte. Der Chicago Blues änderte auch
den Schwerpunkt der Texte und fokussierte jetzt mehr Drogen, Sex,
Alkohol und Obdachlosigkeit, aber auch die Hoffnungen einer neuen
Generation (besungen im Lied „Chicago Morning“).
Tracklist:
" I'm Moving Up (Chicago
Blues)
" Maxwell Street
" Bob Taylor
" She's A Whole Heap Of
Trouble
" Jazzy Blue
" Hip-Sway
" That's The Way It Goes
" To Get Your Love
" Chicago Morning
" Catwalk Woman
" Since You've Been Gone
" All Night Long
" Here She Come Now
Blues Ballads
Als das Piano beim Blues eine immer vordergründigere Rolle
einnahm, entstanden die Blues-Balladen, eine ganz ruhige und
künstlich drapierte Unterart der einst wilden und regellosen
Musikrichtung. Die Musik der zerbrochenen Leben wurde zur Musik der
zerbrochenen Herzen. Die Fundamente des Blues aus der Vergangenheit
bestanden jedoch weiterhin.
Tracklist:
If I Ever Get Over You
" Last Call (Blues Ballads)
" Maybe That's All I Need To
Know
" Deep Winter Blues
" If I Ever Get Over You
" I Love The Rain
" My Soul Crying Out For You
" If That's What You Want
" There's No One Looking
" What Became Of You
" My Deep Blue Ways
Gospel
Soul Blues & Motown
Jede Generation kreiert nahezu eigene Musikstile die jedoch auf
den klassischen basieren. So nahm die Indy/Hippie-Bewegung den Blues,
beließ ihm seine klassischen Elemente, veränderte jedoch leicht die
Hauptinstrumente. Elektronische Gitarren und Banjos hatten nun den
Vorrang und aus dem ehemals harten und kantigen Blues machten unter
anderem die Künstler, die bei der Plattenfirma Tamla
Motown aus Detroit
unter Vertrag waren, ein weiches und angenehmes Hörvergnügen.
Tracklist:
" Sweet Love
" Break Another Piece Of My
Heart
" Ball & Chain
" Gospel Trail
" Shy Boy
" Come Change My World
" Call On Me
" Just In Case You Never Knew
" Let Me In
" I’ll Be There For You
" The Pain Of Loving You
" Are You Ready
Celtic &
Irish Blues
Der Blues bahnte sich seinen Weg durch viele Kulturen, so auch
durch die der irischen und schottischen Einwanderer. Mit einer
melancholischen Grundstimmung, für welche Schotten
und Iren sehr bekannt
sind wurden ganz neue Perspektiven für den Blues und seine
Entwicklung geschaffen. Traditionelle Instrumente der
nordeuropäischen Immigranten fanden Platz und verpassten der
Stilrichtung einen keltischen Anstrich.
Tracklist:
Celtic Blue
Too Far From Home
’Til The Morning Sun Shines On
My Love And Me
Lucky Day
What She Really Is
Wishing Well
Irish Blues
No More Sorrow
While I Remain
Last Drink
’Til I Find My True Love's Name
Big White Door
Latin Blues
Im Süden der Vereinigten Staaten wanderte der Blues nicht nur
nordwärts gen Chicago, sondern er kam auch nach Lateinamerika.
Gleichzeitig brachten die afrikanischen Sklaven den Blues aus der
Heimat nach Brasilien
wo er eine eigene Entwicklung durchlief. Es entstand eine Mischung
aus Mississippi
Blues, dem Bossa
Nova und sogar dem Reggae.
Doch anstatt von Texten, welche Sonne und Gute Laune vermitteln
sollten waren die leitenden Themen in dieser Entwicklungsstufe des
Blues eher dunkel und traurig.
Tracklist:
" Hey Gringo (Latin Blues)
" Immigration Blues
" Still Trying To Clear My
Name
" Sun Is Hot
" Screw You And Your Deep
Blue Sea
" Nothing Seems To Matter No
More
" Sometimes
" Lampiou
" Keep On Dancing
" Lucifer's Angel
" How I Know It's You
" Forever
" You Got Soul
" Bajan Blue
60s and 70s
Die Zeiten ändern sich, Generationen vergehen und auch der Blues
durchläuft eine deutliche Metamorphose. Nach 200 jähriger
Entwicklungsgeschichte ging die Musikrichtung wieder zu ihren Wurzeln
zurück. Man hörte wieder das Ursprüngliche, das Alte heraus. Doch
durch die Flower-Power-Bewegung am Ende der 60er bekam der Blues neue
Elemente was ihm ein neues Gesicht verschaffte. Die Hippies
versahen ihn mit dem Lebensgefühl ihrer Generation und wollten,
durch die nicht veränderte Basis, den Vorgänger dieser
Musikrichtung ihren Respekt zollen.
Tracklist:
" My Baby Told Me (Blues)
" Got To Be Moving
" My Baby Told Me (Gospel)
" Heartbreaker
" Yes I Do (Instrumental)
" Wasted Love
" Cool Cool Blue
" Clarkson Blues
" Who Killed Love
" Never Tie Me Down
" Mindless
" Ain't That Just The
Prettiest Thing
" Nobody But You
" Waiting For Love
" Blue Morning In The Rain
Dancing
Down The Stony Road DVD
Diese CD ist ein kleines Extra, welches den Entstehungsprozess von
Reas Album „Dancing Down The Stony Road“ aus dem Jahr 2002 zeigt.
In dem Film erzählt er über seine schwere Krebskrankheit und seinem
Wunsch ein Bluesalbum zu produzieren. Es enthält Interviews mit den
Bandmitgliedern und zeigt den Produktionsprozess des Albums vom
Writing bis hin zur Aufnahme.
CR: Well you see I didn’t discover the blues, I discovered the blues 25 years ago. And that’s why I bought my first guitar, and a lot of crazy things happened along the way. And it’s not until you become seriously ill and you nearly die and you’re at home for 6 months, that you suddenly stop to realize that this isn’t the way I intended it to be in the beginning. Everything that you’ve done falls away and start wondering why you went through all that rock business stuff. As far as my fans are concerned, they don’t have a problem with Chris Rea. They don’t see as it ‘Blues’, they’d say you can call it what you want. Most fans just think it’s Chris Rea without the frills, without too much glossy production.
In den 1970ern spielte Rea, der zwei Brüder (Nick und Mike) und vier
Schwestern (Catherine, Geraldine, Paula und Camille) hat, in der Band Magdalene als Gitarrist und Sänger. 1975 gewann die Band unter dem Namen The Beautiful Losers einen Talentwettbewerb, ein Plattenvertrag blieb allerdings aus. Rea nahm 1978 ein Soloalbum mit dem Titel Whatever Happened to Benny Santini? auf, kam mit der Auskopplung Fool (If You Think It's Over) sofort in die US Top 20 und wurde dafür ebenso für den Grammy nominiert. Mit den Nachfolgealben konnte Rea allerdings an diesen Anfangserfolg nicht anknüpfen.
1983 bis 1992
Mit Titeln seines Albums Water Sign konnte Rea 1983 erstmals
Hiterfolge verbuchen, die sich 1984 und 1985 mit „Wired to the Moon“ und
„Shamrock Diaries“ fortsetzten. Seine großen Hits „Josephine“, „I Can
Hear Your Heartbeat“ und „Ace of Hearts“ fielen in diese Zeit. Mit den
Alben On the Beach (1986) (das Musikvideo zum gleichnamigen Song wurde auf Formentera gedreht), Dancing with Strangers (1987) sowie The Road to Hell (1989) (der Titelsong war seine erfolgreichste Single-Veröffentlichung) wurde Rea zum Millionseller. Mit Auberge (1991) und God's Great Banana Skin (1992) machte er auch in den USA wieder auf sich aufmerksam.
1993 bis 2000
Weitere Alben folgten, und Rea wurde zu einem der erfolgreichsten
britischen Musiker. Vor allem in Großbritannien und Deutschland wurde
Rea auch als Kino- und Fernsehfilmkomponist ein Begriff (u. a. „Basic Instinct“, „Soft Top, Hard Shoulder“, „Schimanski: Blutsbrüder“, „Madhouse“, „Alles Paletti“, „Der Schattenmann“). 1996 drehte Rea einen eigenen Film, La Passione (der entfernt die eigene Familiengeschichte wiedergibt), und veröffentlichte dazu auch die Filmmusik. Mehrmals, z. B. 1999, versuchte Rea an die Erfolge der 1980er Jahre anzuschließen, aber mit schwindendem Erfolg.
2001 bis heute
Kurz nachdem ihm mit dem Album King of the Beach im Jahre 2000 ein beachtliches Comeback gelang, wurde bei Chris Rea Bauchspeicheldrüsenkrebs
festgestellt. Infolgedessen mussten bei ihm in einer risikoreichen
Operation wesentliche Teile des Magens entfernt werden. Die Operationen
ließ Rea in Deutschland durchführen. Während seines
Krankenhausaufenthaltes beeindruckte ihn besonders die Geschichte und
der Lebensmut einer jugendlichen Krebs-Patientin. Sie sagte zu ihm auch
die Worte: „Wir tanzen jetzt beide auf einer steinigen Straße“, die ihn
direkt zu seinem nächsten Projekt „Stony Road“ führten. Die
Auseinandersetzung mit seinem möglicherweise bevorstehenden Tod brachten
Rea dabei die Erkenntnis, dass er in seiner gesamten Karriere niemals
jene Musik auf Platte gebracht hat, die er wirklich liebte, nämlich
reinen Blues.
Während er zu Hause langsam wieder zur Gesundheit fand, drückte er sich
mit dem Malen von Bildern aus. Nach seiner Genesung arbeitete er
musikalisch seine Krankheit auf. Die daraus resultierenden Songs haben
mit seinen alten Titeln kaum noch etwas gemeinsam.
Da sein bisheriges Label aber auf der Beibehaltung seines alten Stils bestand, gründete Rea 2002 sein eigenes Label Jazzee Blue, um seine Vorstellungen zu verwirklichen. Dort veröffentlichte er bis 2004 vier CDs: Stony Road, The Blue Jukebox, Blue Street und Hofner Blue Notes. Anschließend widmete er sich dem großen Projekt Blue Guitars. Im Oktober 2005 veröffentlichte er mit Blue Guitars seine (vorerst) letzten Platten als Solokünstler: ein elf Alben starkes Werk (ein sog. EarBook-Tonträger)
mit den unterschiedlichen Genres der Blues-Musik, zusammen mit einem
Bildband, der seine Werke aus seiner Genesungszeit beinhaltet, und einer
DVD. In nur 18 Monaten hatte Rea hierfür über 130 neue Songs komponiert und aufgenommen sowie über 50 Bilder gemalt.
2006 absolvierte Rea seine Abschiedstournee und lebt seitdem mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Cookham/Buckinghamshire.
easy rider
"Abschiedstournee 2006"
Mit seiner Europatournee 2006 wollte sich Rea nach beinahe 30
erfolgreichen Jahren, die ihm weltweit Schallplattenverkäufe von nahezu
30 Millionen Alben und Singles gebracht hatten, verabschieden. „Auf Tour
zu gehen ist weiterhin der beste Job der Welt… wenn ich dafür einen
anderen Körper hätte. Wie es mit mir gesundheitlich weitergehen wird,
ist schwer zu prognostizieren. Es kann sich da auch einiges
verschlechtern. Deshalb ist dies jetzt meine letzte Tournee. Ich muss
und werde für mich eine andere Weise des Arbeitens finden…“, so Rea auf
seiner Website.
Nachdem der letzte Vorhang der Abschiedstour am 28. April 2006 im Olympia-Theatre in Dublin
gefallen war, erklärte Rea, dass er zukünftig keine Musik mehr unter
seinem Namen veröffentlichen werde und nur noch Teil des Trios The Fire Flies
sein werde. Zur Präsentation eines Livemitschnitts der Abschiedstour,
der auf DVD erschienen ist, spielte er im Herbst 2006 ein Konzert in
London, welches als „Allerletztes Live-Konzert“ angekündigt war.
Allerdings holte die Lust, auf der Bühne zu stehen und live zu
spielen, Chris Rea im Jahr 2010 zurück auf eine Tournee (siehe unten).
„The Delmonts“ und „The Hofner Bluenotes“ und Autobiografie
Knapp zwei Jahre nach seinem Bühnenabschied meldete sich Rea im
Winter 2007 überraschend wieder zurück. Der Grund war ein stabilerer
Gesundheitszustand und der unerwartet große kommerzielle Erfolg von Blue Guitars. Mit mehr als 150.000 verkauften EarBooks
(= bei jeweils 11 CDs und 1 DVD mehr als 1,8 Mio. Tonträger) brachte
ihm das Projekt ein finanzielles Plus von mehreren Millionen Euro. Die
Idee mit „The Fire Flies“ hatte Rea schon im Sommer 2007 verworfen,
dafür ein neues Konzept entwickelt und sich folgende Legende ausgedacht:
In den 60er Jahren hätte es (so Rea) in Großbritannien ein Quintett
namens The Delmonts gegeben, das ähnlich wie die legendären Spotnicks mit Gitarren-Instrumentals erfolgreich war. Dieses Quintett hätte sich später in The Hofner Bluenotes umbenannt und danach auch Vokaltitel gespielt. Eines sei aber geblieben: beide Bands hätten damals den Sound der Hofner/Höfner-Gitarren
in die Welt getragen. Im Frühjahr 2008 (so Rea weiter in seiner
fiktiven Geschichte) kehren die inzwischen gealterten Musiker der Hofner Bluenotes wieder zu gemeinsamen Auftritten auf die Bühnen Europas zurück.
Sozusagen als Beleg präsentiert Rea hierbei seine neu formierte Liveband The Hofner Bluenotes
mit den langjährigen Weggefährten Robert Ahwai an der Gitarre und
Martin Ditcham an den Drums sowie den neuen Musikern Neil Drinkwater
(früher u. a. bei Van Morrison und Phil Collins) am Keyboard und Ex-Whitesnake Bassist Colin Hodgkinson am Bass. Sozusagen als Vorgruppe im eigenen Konzert treten die Fünf 30 Minuten lang als The Delmonts auf, wobei Ahwai fast alle Solo-Gitarrenparts spielt und Rea lediglich Rhythmusgitarrist ist.
Zur Tour präsentierte Chris Rea zudem unter dem Titel The Return Of The Fabulous Hofner Bluenotes ein weiteres aufwändiges Earbook, bestehend aus zwei Vinyl-LPs und einer CD der Delmonts sowie zwei weiteren CDs der Hofner Bluenotes.
Rea verwies bei der Vorstellung der Tonträger darauf, dass er Songs mit
einem bluesigen Hauch der Sechziger machen wollte, die auch eine kleine
Hommage an sein Idol B. B. King darstellten. „Es ist die Musik, die ich schon immer spielen wollte, richtige Gitarrenmusik“, erklärt Rea. Während die Delmonts in den Konzerten „ihre“ Musik spielen, präsentieren die Hofner Bluenotes live Songs aus dem Blue Guitar-Album sowie viele Chris-Rea-Klassiker in neuen Versionen. Rea kündigte im Tourbegleitheft an, wem der Auftritt der Vorgruppe The Delmonts zu kurz ausgefallen sei, der könne vielleicht später eine längere Tour erwarten.
Am 5. Oktober 2009 kam sein Best-Of-Album "Still So Far To Go - The Best Of Chris Rea" auf den Markt.
Im Januar 2010 ging Rea nach seiner Abschiedstournee 2006 erneut auf Tour und begann seine Europatournee in Deutschland.
2012 führte ihn eine weitere Tournee von Anfang Februar bis Anfang März durch 14 deutsche Städte (Santo Spirito Tour 2012).
Roots Rock kommt immer aus Amerika!
Meister der “Desert Slide” ist Ry Cooder alleine!Chris Rea macht ausschließlich softigen AOR am Rande des Pop!
Falscher kann man wohl kaum liegen, denn "Stony Road", die neue CD des
Mannes mit der tiefen, whiskygeschwängerten und doch perfekten Stimme,
ist sein Meisterwerk.
Mit dieser CD widmet sich Chris seiner ersten
Liebe, dem Blues - und ja - es passt. Es handelt sich aber nicht um den
typischen Drei-Akkord-Blues. Gleich zu Beginn ertönt das Instrument,
welches das Album von vorn bis hinten dominiert: die Slide Gitarre.
Und er versteht damit umzugehen. Mal klingts nach tiefem Delta, dann, in Verbindung mit Akkordeon nach den Sümpfen Lousianas.
“Easy Rider" etwa: man denke sich ein Baumwollfeld und auf einer Veranda
davor sitzt ein Gitarrenspieler und schrammt über die Saiten. Kurz
angespielte Basstöne geben der Stimmung eine besondere Note. Urplötzlich
explodiert die Slidegitarre und der Mann auf der Veranda zeigt, was
Slide spielen heißt.
Der Titeltrack gefällt durch gekonnte
Gitarrenlines, aufgelockert durch schnelle, eingeworfene Wah Wahs. Wäre
die Stimme nicht, nie und nimmer käme ich auf den Gedanken, eine Chris Rea CD im Player zu haben.
Irgendwie “freundlich” dann “Dancing The Blues
Away”. Klar, bei dem Titel! Das Akkordeon gefällt im Zusammenspiel mit
der Slide, die stellenweise wie eine Steel Gitarre klingt.
Schon der nächste Track bringt uns wieder Richtung Delta. Ungewohnt,
aber choreografisch perfekt, der abgrundtiefe Bass. Dazu ein irgendwie
tanzbarer Rhythmus.
Rhythmisch auch “Mississippi”. Slide, klar was
sonst. Drums und Bass zaubern ein stampfendes Fundament. Anders kann
ich es nicht erklären, aber Recherchen ergeben, dass man hier von einem
12-taktigen Akkordgerüst spricht. Von mir aus nennt es so, es ist geil.
Kurz zu den Lyrics. Chris war schwer krank. Ja, es ging ums nackte Leben und er selbst sagt, dass die Songs ”fertig ins Leben aus einer Zeit schwerer Krankheit sprangen.”
So wartet auf den Hörer nicht nur eine geniale Musik, sondern auch die
Texte sind es wert beachtet zu werden. Hier geht es um das pure Leben,
Angst, Tod, Dankbarkeit gegenüber denen, die Beistand gaben. Richtig
nachvollziehbar wohl nur von denen, die selbst schon an der Schwelle zum
Tod gestanden haben.
Ich bin irritiert, denn ich höre ab und an eine
Blues Harp. Dann, wie eben bei “Slow Dance”, auch ein Piano. Allerdings
listet das ansonsten vorbildliche Booklet diese beiden Instrumente nicht
auf. Egal, es läuft ein flotter Slideblues, begleitet von einem nicht
erwähnten Piano.
Ruhig, düster, traurig dann “When The Good Lord Talked To Jesus”:"See me moving without warning,
Fast as my legs can run
And I'm hanging by a thin wire,
Been that way since I was young
Only the good Lord got his reasons,
For turning on his own son."
Ruhig und mir etwas zu langweilig dann “Heading For The City”. Allerdings nur zu Beginn, denn später wird es richtig groovig.
“So Lonely” besticht durch seine Lyrics. Die bestehen nämlich nur aus "Sometimes I get so lonely".
Was sich jetzt seltsam anhört, besticht aber gerade wegen des
spärlichen Textes. Slidegitarre und etwas Bass. Das ist neben der
Songaussage auch schon alles. Und man glaubt es ihm. Es klingt
authentisch.
"Someday My Peace Will Come", eine
gänsehautbringende Bluesnummer. Hier müßte allerdings, um die Emotion
auf die Spitze zu treiben, eine 150 kg schwere Schwarze mitsingen, denn
Frauen dieses Kalibers und Hautfarbe haben einfach die besten Stimmen.
Bluesig und für mich schwächster Song ist "The Hustler". Trotz richtig rockendem Rhythmus (stellenweise wie Status Quo
in Zeitlupe), fehlt dem Song irgendwie die Substanz. Vielleicht liegt
es auch daran, dass die Slidegitarre zur reinen Begleitung degradiert
wurde.
Wer auf Harmonien steht, wird gleich zu Beginn
des letzten Stückes verwöhnt. Runde, zarte Gitarrenklänge, eine zarte,
tiefe Stimme:"She Shines Her Lights Where Just Before
There Was Only A Cold Wind Blowing."
Dieser Song ist AOR pur. Einer musste ja kommen.
Und da die Platte wirklich geil ist, habe ich
mir den ersten Track zum Schluß aufgehoben. So kann ich die CD noch mal
hören und auch weiterschreiben.
Slidegitarre (das wißt Ihr jetzt ja schon..), flottes Tempo und dieses
rauhe Stimme bilden einen gelungen Opener. Und wenn Euch das Appetit
macht, dann einfach oben weiterlesen.
Mannomann, Chris!
Wenn er was Neues macht, dann aber richtig! Mit einer 'gängigen' CD gibt
sich der Altmeister schon lange nicht mehr ab, das zeigten auch seine
letzten regulären Produktionen, die wir besprochen haben, The Road To Hell & Back - The Farewell Tour und Chris Rea Presents The Return Of The Fabulous Hofner Bluenotes .
Nach dem eingeschobenen "Best Of" von 2010, mit dessen Programm er auch
wieder auf Tour ging, folgt nun das nächste mediale Schwergewicht: ein
Set mit 3 CDs und 2 DVDs. Und auch das ist typisch Rea - zum fast
normalen Preis! Kein Wunder dass, nach seinem zwischenzeitlichen,
ähnlich ausgerichteten, 13-teiligen CD/DVD/Buch-Album "Blue Guitars"
(mit dem er die Geschichte des Blues 'aufarbeitete') auch diesmal das
Major-Label ob der Kalkulation Kopf stand. Aber dem Engländer, der
bereits 30 Millionen Alben verkauft hat, ist das egal; er hat in jeder
Hinsicht seine persönliche Vorstellung und die setzt er (auf eigenem
Label) durch. Gut für die Fans! Und "Blue Guitars" war ein Megaseller,
der sich auch für den Vertragspartner mehr als lohnte.
Allerdings gibt es auch eine 'Sparversion' in
Form einer gängigen CD, betitelt "Blues", die uns zusammen mit den
beiden DVDs als Promomaterial in durchaus repräsentativer Form vorliegt.
Wenn es immer so wäre ... Die beiden anderen Audios sind unseren Infos
nach die Soundtracks zu den beiden Filmen.
"Santo Spirito Blues" - ein vieldeutiger Titel. Der 'Heilige Geist Blues' - das ist für Rea
offensichtlich mehr als 'nur' seine alte Liebe, das ist mittlerweile
seine Mission, seine Bestimmung. Nicht nur auf das eigentliche Genre
bestimmt - der Geist des Blues ist allgegenwärtig. Blues als Schicksal,
Blues als alles bestimmende Leidenschaft. In den beiden DVDs, von Rea
selbst konzipiert und produziert, geht es um zwei Anlässe, aus denen
heraus er teils surreale, teils beklemmende und bei "Bull Fighting" auch
schockierende Bilder entwickelt. Die Videos sind eigenständig,
innovativ und experimentell, für Freunde des expressionistischen Films,
also keinesfalls 'Musikfilme' der üblichen Machart. Dem Promomaterial
lagen keine Angaben über die FSK-Klassifizierung (ebenso wenig
technische Angaben) bei, aber Kindern sollten die DVDs allein nicht
zugänglich sein.
Mit den teilweise grausamen Bildern von "Bull Fighting", unterlegt mit Flamenco und anderer spanischer Musik, klagt Rea
nicht einfach den Stierkampf als blutiges Gemetzel an, er beleuchtet
das ganze Umfeld und die Leidenschaft, die mit diesem, für Nicht-Latinos
kaum nachvollziehbaren Massenspektakel verbunden sind.
"Santo Spirito" hat den Selbstmord eines
Freundes in Florenz zum Anlass. Die Kamera mit dem Protagonisten wandert
durch ein verfremdetes Stadtbild und ist auf der spirituellen Suche
nach der 'Wahrheit' und dem, was den Freund in den Tod getrieben hat.
Mit "Santo Spirito Blues" vollzieht Rea
einen weiteren Schritt zum universellen Multi-Media-Künstler. Während
seiner schweren Krebserkrankung begann er mit Malerei, Grafik und
Texten, nun kommen auch noch Filme hinzu, die in sich wieder
verschiedene Komponenten vereinen. Fast alles -Gemälde (auch das schöne
Cover in mittlerweile bekannter Stilistik), Musik und Textpassagen-
stammen von ihm und verschmelzen unter seiner Hauptregie (mit
Unterstützung von Scott McBurney) zu einer eigenen
audio-visuellen Bildsprache. Die Ideen scheinen nur so aus ihm
herauszubrechen, mit großer Kreativität presst er seine Gedanken und
Gefühle in immer neue, komplexere Projekte. Es entsteht der Eindruck,
als habe der bereits lauernde Tod in ihm gewaltige schöpferische
Energien freigesetzt. Und das eigentlich zuletzt favorisierte
Band-Format hat ihn wohl eher beengt, als beflügelt.
Auf der Audio-Scheibe bringt Rea fetten,
kraftstrotzenden Blues Rock, im Zentrum sein virtuoses, schneidendes
Slide-Spiel. Vor allem im ersten Teil ist das Album ein Fest für die
Fans des Saiten-Glissandos. Die Songs haben durchweg großes Format und
sind ebenso arrangiert, der Maestro bevorzugt es druckvoll und
dynamisch. Dem trägt diesmal auch die Abmischung Rechnung. Aber er geht
nicht puristisch zu Werk und hat offensichtlich wieder richtig Spaß an
seinen Ohrwürmern gefunden. "The Chance Of Love" (der einzige wirkliche
Pop-Titel) klingt wie einige seiner Mega-Hits zusammengeschmolzen und
dürfte erneut ein absoluter Chartrenner werden. Und warum nicht - wer
kann heut sonst noch solche Sachen schreiben und spielen? Im Rest
variiert er die Stilmöglichkeiten des Genres. Die ersten Songs sind
Kracher; pumpende, stampfende Rhythmen, hier mal ein klassisches
Richards-Schepper-Riff
("Rock And Roll Tonight"), da ein Heavy-Shuffle ("Never Tie Me Down").
Dann wird es eher 'vintage', gediegener, balladesk, slow-bluesiger,
teilweise sogar chansonhaft ("Lose My Heart In You"). Mit "You Got
Lucky" steht die zweite Single-Auskopplung bereit. Reas Stimme hat etwas von der früheren Intensität verloren und wirkt etwas brüchiger, aber das ist ein Teil seiner Vita.
13 klasse Songs, die zeigen, dass man den Blues
Rock nicht neu erfinden muss, aber noch immer so spielen kann, dass er
nicht nach 08/15 klingt und einfach Spaß macht. Rea ist auch
richtig gut drauf und keineswegs mehr so in den Blues 'verbissen', wie
auf früheren Alben. Das weckt heut schon Lust auf die kommende ("Santo
Spirito"-)Tournee, die am 03.02.2012 in Hamburg beginnt und am
08.03.2012 in Dresden enden soll. Zumal er ja dort auch mit
Live-Qualitäten aufwartet, die man zumindest im damaligen Schmuse-Rocker
nicht vermutete. Hoffen wir, dass es ihm weiter gut geht, dann sollte
sich jeder blueslastige Rockfan des alten Schlags nach Möglichkeit noch
einen Konzertbesuch bei Mr. Rea gönnen. Die Kartenpreise scheinen auch im halbwegs noch erträglichen Bereich zu liegen.
Was sich nicht so auf Anhieb erschließt, ist,
was die drei Themen eigentlich miteinander zu tun haben. Aber auch wenn
die beiden DVDs nur als Beiwerk zu diesem formidablen Rock-Album und als
Ausdruck des gesamtheitlichen Rea'schen Schöpfungswerks
verstanden werden, kann man vor diesem Mann nur den Hut ziehen. "Santo
Spirito Blues" gehört auf jeden Fall zu den stärksten Alben des
bisherigen Jahres.
Möge der Heilige Blues ihn noch lange beschützen!
(Angaben zur Produktion oder den weiteren mitwirkenden Musikern sowie dem Drehteam der Videos lagen leider nicht vor.)
Chris Rea has just
released his final project, the 11-CD book, 'Blue Guitars.' Rob
Quicke and Len O'Kelly interview Chris about this final release...
RQ:
Are you happy with the finished result? Did the final product
actually match your original vision?CR:
As much as is possible. When you’re the type of person I am, you’re
never happy. Everybody laughs at you and says “come on Chris,
you’ve got to…”, I have to be dragged off it, you know, because
I just love doing it and I can never get happy, but it’s definitely
the best thing I’ve ever done without a doubt it was the most fun
that I’ve ever done.RQ:
Originally the idea was to do a 50 CD version, is that correct?CR:
15 CDs in a book it was, and it was going to be every single kind of
blues that I’ve ever come across, not just American blues, and we
got to the point where we just couldn’t close the book and in the
end I had to give up three.RQ:
You had to give up on three. Now what will happen to this extra
material? Will it ever come out?CR:
Well, with me just it normally goes in the river! I write all the
time and what’s happened over the last 20 years is, I tend to keep
what’s ever close to a release schedule other than that,
unfortunately, it just goes off into space, because I write everyday.
It’s what I live for, I love it.RQ:
Now you said in an interview, in the liner notes in ‘Blue Guitars’,
that if you were to go under a bus tomorrow then this book would be
“what Chris Rea did”, that this will be it. Now that you’ve
done this project, how we should regard all your earlier work before
you discovered the blues?CR:
Well you see I didn’t discover the blues, I discovered the blues 25
years ago. And that’s why I bought my first guitar, and a lot of
crazy things happened along the way. And it’s not until you become
seriously ill and you nearly die and you’re at home for 6 months,
that you suddenly stop to realize that this isn’t the way I
intended it to be in the beginning. Everything that you’ve done
falls away and start wondering why you went through all that rock
business stuff. As far as my fans are concerned, they don’t have a
problem with Chris Rea. They don’t see as it ‘Blues’, they’d
say you can call it what you want. Most fans just think it’s
Chris Rea without the frills, without too much glossy
production.RQ:
You said in an interview that the condition of creating is very much
like or very similar to autism, what did you mean by that?CR:
You can’t switch it off, that’s what makes people creative.
People on the outside call it talent and people on the inside laugh
and say it’s not actually talent it’s a condition, because you
have to also learn of the negative side of it as well. And you
know, when I was seriously ill at home I found this out, I mean you
can’t switch it off. And it can either work in a positive way
or a negative way. And I think that’s why I was born to be a
blues player and blues singer, because there’s a natural thing
about blues guys that have certain feelings, that we call the blues
and when you actually play them and sing them you feel better after
you’ve sung out your troubles. I definitely do think it’s linked.
You know, any guy who does 11 CD’s in 12 months has definitely got
something wrong with him!RQ:
Chris let me ask you about the response because obviously you had to
set up your own label. Is that because you weren’t allowed to do
this by your former record company?CR:
I was never allowed to go anywhere near the blues. They could make it
very difficult from me, if I tried to be dogmatic about it, and I’ve
always had a problem, you know. I never wanted to be a rock star and
therefore I’ve never been actually famous enough to threaten a
corporate record company. You know if Madonna or somebody like
that wants to pull the plug, everybody gets frightened, but if Chris
Rea wants to pull the plug because he’s not a global famous rock
star, then I have to box a little bit more clever because, I’m just
a writer and a musician. They definitely didn’t see Stony
Road - they all said that would never be a hit. So we did it
ourselves, and they’re now very perplexed because it was a gold
record and they don’t know why.RQ:
But isn’t it obvious that this is the music that you wanted to do
all along, so therefore it would be even more Chris, even more
authentic?CR:
It’s just my first love. You know if you take music as
romance, then blues was my first love you know, it’s my wife. And
it’s with me all the time, and I just adore it. I’ve been
lucky because, although I haven’t been lucky in health, I’ve been
very lucky in record sales and, when you recover from an illness and
you’ve sold 22 million records, you are in a position, thank God,
to say “well it doesn’t matter now, I can do what I like with or
without the corporates.” Obviously it’s difficult because you
don’t have the marketing budgets cooperates now have, but, I’m
happy.LOK:
Chris I thought you did a fantastic job capturing the Chicago Blues
feel on the album. Who were some of your influences?CR:
J.B. Hutto and Muddy Waters obviously. All of those Chess guys.
One of the things that, that was such a pleasure for us, was actually
building the studios each month to get the correct sound, and we did
a lot of research, a lot of telephone calls, read a lot of books,
talked to a lot of producers. We found out about the ambience
of the room. And we only used the type of microphones that they
would’ve used then. We only used the type of amplifiers and
guitars they would’ve used then. And for us it was like being
children in a sweet shop, you know, in a candy store, because to go
all the way through your life with these musicians and then to
suddenly make your own little Chicago album, it was just goose
bumps.LOK:
So it would, it would seem to reason then that this was a fairly
expensive album to make, with all of that research and time spent on
the on the details?CR:
Well it wasn’t, because it’s my own time and the reason we could
keep the book at a cheap price, because I didn’t want fans not to
be able to buy it, because it was so expensive. So in a way
what I did was I hired Chris Rea, but I didn’t pay him. (Laughter).
I told Chris Rea, he’d have to wait for the money, you know.LOK:
I don’t recall you ever having played a concert date in Chicago.
Have you ever done that, or it could be that I just missed it?CR:
No, I’ve only ever done three concerts in the whole of America, can
you believe that? I’ve done a small club in Texas. I did LA
and I did New York. I always had trouble with record companies in
America. I think it was because the way, the way my deal was
structured in England. I was a subsidiary of whomever they took
on in America. And America never really, happened for me, and
we were so busy in Europe, because I was fortunately selling in every
single country in Europe, so that’s just like the states in terms
of volume. I never really had the need to go. You know,
although I loved the music better than any other kind. I didn’t
feel like I had to go and leave my family. I’d love to fly in to
Chicago to do a concert. I mean that would be like going to the home
of Ferrari or something.RQ:
If you were to ever come to America, you’d have our full
support.CR:
Well that’s nice to know. I know a lot of American musicians
you know, who don’t seem to have a problem with Chris Rea.
It’s just, well it’s been one of those funny little things with
the record companies, it’s never quite happened. You know if,
if you’re in England and you signed a Warner Brothers and, you get
caught with a certain record company that’s a subsidiary of
Warner’s in America, and they’re not actually doing the kind of
music that Chris Rea wants to do, then you’re in trouble from the
word go. This kind of thing often happened, you know, and I was never
a California person. I used to get very impatient with the way things
were in LA. And, I certainly didn’t know how to play that
game.RQ:
This is your final release and this is your final tour, is that
correct?CR:
I think it will be as Chris Rea, unless I can find a way around my
problem. I don’t have a pancreas anymore. And on the good
side people say ‘well, you know you should be dead and you
survived’. But on the bad side I have to live with the side
effects of this, and it makes touring very difficult. And I
have to take a lot of heavy kind of drugs you know, so that we don’t
have anything go wrong on a gig night. And the doctor’s don’t
want me to do this, five days a week, for many, many months.
They say, ‘one more tour Rea’ and then you’ve got to find a way
of only gigging twice a week, for example. And so I’ve got to
find a musical way that I can operate that way. It’ll give me
something to think about that’s for sure.RQ:
Let me ask you though, that’s very sad to hear that this is the
final release of Chris Rea, and you’ve got to admit there’s a
certain sadness about this isn’t there?CR:
I don’t really know. I can’t afford to think too much about how I
sad it is, otherwise I’d get depressed. I have to think,
which is typical of Chris Rea and that’s how I survived what
happened to me, “okay, this is another challenge, how do I get
around it”? And you never know, it might be a case where, if
the only way I can logistically tour is with the bass player and
drummer, and then I have to cut my musical cloth according to that,
you never know, the music might be even better! My guitar techs think
that it would be a gift from God if that’s what had happened, if it
had forced me into going out as a three piece. A lot of guys
would be over the moon because they tend to think that big bands bury
what I do. So you never know. The Memphis FireFlies will
still have Chris Rea as its singer and slide guitar player. It’s
just the material may have to be altered.RQ:
And let me ask you though, I see a sort of irony because you’ve
said in an previous interview that, in many ways you had a fear of
fame and a fear of standing out, but what you’re talking about here
is going out with a really stripped down band, really sort of getting
to the raw essence of the songs. In many ways that’s being
more exposed than ever before, don’t you think?CR:
Yes, that’s why it would be a challenge to me, you know because,
I’m the opposite of an egomaniac and I’ve learned a lot doing
this blues book. The guys, you know my bass player and my drummer,
they have to do an awful lot of pushing Chris, to be as primitive
with the sound as what’s needed. At first, when I did the
Country Blues album, I was saying to everybody, “no there’s too
many mistakes” and “can we get away with this sound, it sounds
like the 1930’s” and they’re all laughing and saying “but
that’s how you want it Chris, leave it alone!” And they’re
helping me an awful lot and maybe it makes for an even better Chris
Rea record.RQ:
You’ve never released a live album have you, it’s only ever been
studio albums, why is that?CR:
Because every time I look at myself, or listen to myself live, I just
run away. And, a lot of guys object to it. They say, “just
because of one mistake or something, you’re just throwing away one
of the slide live solos ever.” Because the band and my manager want
me to, because this might be the last Chris Rea as Chris Rea, this
convinced me that we should do a live DVD and a live CD. And
we’ll be doing that, at Newcastle City Hall during the tour.LOK:
Out of all the different types of blues you’ve put into this
compilation; can you pick one as a favorite? Of all the work that’s
in this book, what are you perhaps most proud of?CR:
I think there’s one track on Country Blues! (Laughter). And
everything else I’m saying, “Oh, my God, I can do it better.”
It’s KKK Blues, because I play the slide solo and then Sylvan plays
an African solo, a Senegal musical scale on a dobro. And something
there happens, but it’s completely, absolutely spiritual, it makes
us all get goose bumps in the studio when we hear it. As soon
as Sylvan starts playing the Senegal link, suddenly the whole track
starts sounding like a track from Porgy and Bess, and within that
track you can see the whole history of where Senegal met Miles Davis,
it’s amazing. And it was an accident, and it’s one of those
wonderful accidents.RQ:
We wish you all the very best with the tour and hope the album and
the book continues to sell really well.CR:
Thanks very much!