Aus bestimmten Gründen beschäftige ich mich im Moment ausgiebig mit dem Blues. Als Erinnerung an meine Studien habe ich dieses Tagebuch (diesen Blog) angelegt. So kann ich meine Suchergebnisse gut abspeichern und Euch daran teilhaben lassen. Für einen Täglichen Bluestip reicht die Zeit leider nicht mehr. Deshalb wird es diese Beiträge in Zukunft unregelmässig geben. Ich tue mein Bestes.
Für andere fängt das Leben da erst an, für Rory leider nicht.
Rory Gallagher - 1976 - Live at Rockpalast [Cologne]
Rory Gallagher - A Million Miles Away - Irish Tour 74 - HD
Rory Gallagher - Irish Tour 1975 (Compilation)
Rory Gallagher Various songs taken from 4 concerts in Ireland City Hall, Cork 3rd January 1974 City Hall, Cork 28th December 1974 Carlton Cinema, 2nd January 1975 Ulster Hall, Belfast, 3rd January 1975 Setlist: 1. Cradle Rock (Dublin 1975) 2. I Wonder Who? (Belfast 1975) 3. Tattoo'd Lady (Cork Dec.1974) 4. Too Much Alcohol (electric) (Cork Jan.1974) 5. As The Crow Flies (Cork Jan.1974) 6. A Million Miles Away (Belfast 1975) 7. Walk On Hot Coals (Cork Dec.1974) 8. Who's That Comin'? (Dublin 1975) 9. Back On My Stompin' Ground (Dublin 1975) 10. Goin' To My Hometown (Cork Dec.1974) 11. Hands Off (Dublin 1975) 12. Bullfrog Blues (Cork Dec.1974)
Kickback
City – Rory Gallagher
Rory Gallagher - The Making Of Kickback City (large)
Dem Bruder von Rory Gallagher, Donal Gallagher, ist es zu verdanken,
dass mit Rory´s Nachlass sorgsam und verantwortungsvoll umgegangen
wird. Nicht einfach mal eine Best of CD rausgebracht und fertig,
nein, bei Kickback City könnt ihr mehr erwarten. Rory war
begeisterter Krimi-Fan, besonders Detektivromane hatten es ihm
angetan, Werke von Raymond Chandler oder Dashiell Hammett liebte er
über alles. Das hat Donal aufgegriffen und in besagter CD umgesetzt.
Der legendäre irische Bluesrock-Gitarrist Rory Gallagher (verstorben
am 14. Juni 1995) trifft Ian Rankin (bekennender Rory Gallagher Fan),
der zu den beliebtesten und bekanntesten Krimiautoren Großbritanniens
zählt (Kult ist seine Romanfigur Inspector John Rebus). Dieses
fiktive Treffen, das nie stattfinden konnte, bringt uns eine Art
Hörbuch, die Erzählung "The Lie Factory" , vorgetragen
von Aidan Quinn, dem Hollywood-Schauspieler ("Legenden der
Leidenschaft" u. a.), der die Erzählung wunderbar vorträgt,
leider nur auf englisch.
Auch bei der Titelauswahl wurde auf einen Bezug zu
Kriminalgeschichten geachtet.
Beispiel gefällig? "Continental Op" ist ein Buchtitel
von Dashiell Hammett aus dem Jahr 2012.
Auch Comicfreunde kommen bei Kickback City voll auf ihre Kosten und
das liegt an den beeindruckenden Illustrationen der
Ian-Rankin-Geschichte, die aus der Feder des Zeichners Timothy Truman
(DC Comics/First Comics) stammen. Wie Rankin ist auch er, der seit
den 80ern für Comicverlage arbeitet und u.a. wegen seiner Cover- und
Poster-Motive für Grateful Dead bekannt wurde, ein großer Fan des
viel zu früh verstorbenen Gitarristen
Rory Gallagher - Kickback City (Music)
Diese ungewöhnliche Edition besteht aus den folgenden Bestandteilen:
CD
1
mit 14 Titeln, die alle einen Bezug zum Krimi haben sollen
Titel: 1. Kickback City / 2.
Continental Op / 3. Kid Gloves / 4. Big Guns / 5. Loanshark Blues /
6. Secret Agent / 7. B Girl / 8. Slumming Angel / 9. Barley &
Grape Rag / 10. Doing Time / 11. In Your Town / 12. Sinner Boy / 13.
The Devil Made Me Do It / 14. Seven Days.
CD
2
mit 7 titeln - die Audio Version des LIVE IN CORK
Konzertes, das bisher nur als DVD erhältlich war (erstmals als
Audio) . Titel: 1. Continental Op / 2. Tattoo'd Lady / 3. I Ain't No
Saint / 4. Off The Handle / 5. The Loop / 6. Messin' With The Kid /
7. Loanshark Blues.
CD 3 Hörspielfassung der
Erzählung "The
Lie Factory"
ComicbuchDie
rund vierzig seitige Erzählung ist in der Schrift-/Bildform eine
Mischung aus reiner Prosa und reichhaltiger Bebilderung mit tollen
Comic-Darstellungen einzelner Passagen des Krimis. Alles ganz im
Stile alter Philip
Marlowe-Illustrationen
mit düster-spannenden, schwarz-weißen Inszenierungen, bei denen die
Perspektive des Betrachters immer eine ganz besondere ist - und genau
das macht die Klasse des Zeichners aus.
4
Postkarten 4 ‘crime’ scene postcards
Die Edition kann man auch als Vinyl-Edition erhalten.
Für Rory-Einsteiger ist diese Edition alleine sicherlich nicht
geeignet, gibt sie doch keinen
akzeptablen
Querschnitt über Rory´s Schaffen wider, das kann man bei dem
gewählten Thema auch
nicht
erwarten. Da fehlen Titel wie
„As The Crow Flies“, „Goin' to my Hometown“ ,
„Cradle Rock“, „A Million Miles Away“ und „What's going
on“. Eingefleischten Rory-Fans kann ich diese Edition nur
empfehlen.
Wieder ein Titel, der in die Top 100 meiner Jugend gehört.
Taste hatte aber mehr zu bieten
Taste wurde in Cork im August 1966 als Trio bestehend aus Rory Gallagher
(Gitarre und Gesang), Eric Kitteringham am Bass und Norman Damery am
Schlagzeug gegründet. In den frühen Jahren tourte Taste in Hamburg und
Irland, bevor sie eine feste Anstellung im Maritime Hotel, einem
R&B-Club in Belfast bekamen. 1968 begann Taste in Großbritannien aufzutreten. Die
Originalbesetzung löste sich auf. Neu hinzu kamen Richard McCracken am
Bass und John Wilson am Schlagzeug. Die Gruppe zog nun dauerhaft nach London, wo sie einen Plattenvertrag bei Polydor unterzeichnet hatte. Während dieser Zeit tourte die Band zusammen mit der britischen SupergroupBlind Faith durch die Vereinigten Staaten und Kanada. 1969 veröffentlichte Taste ihre ersten beiden Studioalben, zunächst Taste und bald danach On the Boards, letzteres zeigte Jazz-Einflüsse mit einigen Saxophoneinlagen von Gallagher. Im November eröffnete die Band, gemeinsam mit Yes, die „Cream’s Farewell“-Konzerte. Der möglicherweise bemerkenswerteste Auftritt ereignete sich am 28. August 1970 anlässlich des Isle of Wight Festivals, gemeinsam mit Bands wie Chicago und Procol Harum.
Taste wurde sehr gut aufgenommen und zu fünf Zugaben herausgerufen.
Später in diesem Jahr tourte die Band erneut durch Europa und gab die
letzte Show in Belfast an Silvester 1970. 1971 löste sich Taste auf, da
sich Frontmann Rory Gallagher auf seine Solokarriere konzentrieren
wollte. McCracken und Wilson gründeten darauf hin mit weiteren Musikern
die Band Stud. Ende 2006 gab John Wilson unter dem Namen Taste einige Konzerte.
Ergänzt wurde er durch Nick Scott am Bass und Sam Davidson an der
Gitarre. Eric Ketteringham, der Bassist der Originalbesetzung, verstarb
am 7. Mai 2013 in Cork[1] im Alter von 66 Jahren.[2]
Als sich 1966 Eric Kittringham (bass), Norman Damery (drums) und ein
gewisser Rory Gallagher (guitar) zusammenfanden, nannten sie ihr Trio
schlicht Taste. Gallagher hatte schon als Junge in
verschiedenen Bands gespielt und diese Formation wurde eine regelrechte
Attraktion in Irland und Deutschland, sie spielten unter anderem im
berühmtem Hamburger Star Club. Finanziell war dies zum Leidwesen der
Musiker aber nicht befriedigend.
1968 ersetzte Gallagher die Rhythmusgruppe durch Richard McCracken
(bass) und das ex-Them Mitglied John Wilson (drums), er wollte einen
neuen Anlauf und auch einen härteren Stil und den Sound, der ihm
vorschwebte konnte er mit den beiden neuen Mitspielern verwirklichen.
Sie traten in alten Jeans und verwaschenen Hemden auf und setzten auf
einen kompakten Blues-Rock, der sie auch gleich in London's progressiver
Szene etablierte. Sie spielten zwei Studioalben ein, wobei das Debut,
einfach Taste betitelt zwar bei Kennern äusserst beliebt war,
jedoch noch keinen rechten Durchbruch erzielte. Es beinhaltete aber mit
dem über 7-minütigen Sugar Mama und dem noch längeren Catfish
einige klassische Blues-Rocker, die das Rückgrat ihrer Livekonzerte
bildeten. Und The Taste waren eine Liveband! Sie bestritten unzählige
Konzerte und liessen die Rockwelt während ihres Auftritts beim Isle of Wight-Festival aufhorchen.
1969: Taste
Blister on the Moon, Leaving Blues, Sugar Mama, Hail, Born on the wrong
side of Time, Dual Carriageway Pain, Same old Story, Catfish, I'm moving
on
1970: On The Boards
What's goin' on, Railway and Gun, It's happened before...it'll happen
again, If the day was any longer, Morning Sun, Eat my Words, On the
Boards, If I don't sing I'll cry, See here, I'll remember
1971: Live Taste
Sugar Mama, Gambling Blues, I feel so good (Pt. 1 + 2), Catfish, Same old Story
1971: Live At The Isle Of Wight
What's goin' on, Sugar Mama, Morning Sun, Sinner Boy, Feel so good, Catfish
Am heutigen Freitagabend war es mal wieder
soweit, die guten alten Rockzeiten aufleben zu lassen. Der Grund dieser
Zeitreise war die Reunion einer Bluesrock-Legende der sechziger Jahre. Taste
aus Irland hatten sich im Januar 2006, nach sechsunddreißig Jahren,
wieder zusammen getan und sorgten damit für eine mittlere Sensation
unter den zahlreichen Freunden der Rockmusik. Da ich aber schon immer
ein etwas distanziertes Verhältnis zu solchen Wiedervereinigungen habe
(immerhin veranlasste mich genau diese Taste-Reunion vor ein paar Wochen zu einem Zwischenruf zu diesem Thema), war ich mir nicht ganz sicher, was heute auf mich zukommen würde. Schließlich weilt der 'Macher' der Band, Rory Gallagher, seit inzwischen elf Jahren nicht mehr unter den Lebenden.
Trotzdem gab es natürlich keinerlei Zweifel an diesem Konzertbesuch, gehört doch Rory Gallagher, und somit auch Taste, zu den absoluten Faves der RockTimes-Redaktion. Gespannt las ich mich durch einige Konzertberichte dieser zehntägigen Kurztour (u. a. vom diesjährigen Fehmarn Open Air)
und konnte beruhigt feststellen, dass die Band durchweg überzeugt
hatte. Na denn, am frühen Nachmittag die alten CD-Alben in den Player
und schon mal ein wenig einstimmen auf den bevorstehenden Gig.
Ort
des Geschehens war wieder die KuBa-Halle in Wolfenbüttel, die in den
letzten Jahren schon etliche Rock- und Bluesacts auf die Bühne gebracht
hat, an die ich mich stets gern erinnere.. Als mir dann, kurz vor
Konzertbeginn, auch noch Kollege Florian von Radio Okerwelle über
den Weg lief, war ich mir doch schon ziemlich sicher, dass jetzt gleich
ein gutes Konzert abgehen würde, denn immer wenn wir zusammen vor der
Bühne standen, gab es sehr gute Musik auf die Ohren. Na ja, ein bisschen
Aberglaube kann ja nicht schaden. Aber, um es gleich vorweg zu nehmen,
diese Serie hat auch weiterhin Bestand, denn auch diesmal hat sich der
Abend wieder gelohnt und brachte super Sounds aus der Anlage.
Wie in Wolfenbüttel üblich, gingen fast pünktlich um 20.00 Uhr die Lichter aus und Taste
betraten die Bühne. Alle drei Musiker auf einer Linie ganz nah am
äußeren Rand, also wirklich hautnah am Publikum. Auch das ist ja nicht
selbstverständlich, sorgt aber für ein ganz spezielles intimes Feeling
unter den Anwesenden. Lediglich die Fotografen behindern gelegentlich
die freie Sicht. (Ja, genau, ich bin einer dieser Störenfriede!) Sorry
deshalb an Alle, denen ich das eine oder andere Mal die Aussicht
versperrt habe, aber die RockTimes-Leser möchten sicherlich auch ein paar gelungene Konzertbilder sehen.
Gleich nach dem ersten Song machte sich dann eine leichte Enttäuschung bei mir bemerkbar, als Drummer John Wilson verkündete, dass Richard McCracken leider kurzfristig ausgefallen war. Schade, denn ich hätte natürlich sehr gern wenigstens die zwei übrig gebliebenen Taste-Originalmitglieder zusammen auf der Bühne erlebt. Als Ersatz sprang mit Nick Scott aber ein durchaus gleichwertiger Bassist ein. Bekannt geworden durch seine Zusammenarbeit mit Van Morrison,
hatte er keinerlei Probleme, sich in das Gefüge der Band hinein zu
fügen. Für mich wirkte das Zusammenspiel der Musiker wie aus einem Guss.
Am
rechten Bühnenrand machte sich dann schließlich der Mann bereit, der
bei dieser Reunion den wohl undankbarsten Part übernommen hat, denn
welchem Musiker ist schon wohl in seiner Haut, wenn er einen Rory Gallagher adäquat ersetzen muss. Klar, dass sich aller Augen und Ohren auf den mir bis dato völlig unbekannten Sam Davidson richteten. Man konnte die Spannung förmlich knistern hören, denn im Raum befanden sich viele Leute, die Taste sicherlich noch aus ihren Glanzzeiten kannten und vielleicht auch schon live erlebt haben.
Doch
der neue Frontmann erledigte seinen Teil zur vollsten Zufriedenheit. Er
versuchte gar nicht erst seinen berühmten Vorgänger zu imitieren,
sondern zog sein ganz eigenes Ding durch. Seine Vocals passten
hervorragend zu dem rauen ungeschliffenen Sound von Taste, und
auch bei den ruhigeren Abschnitten bewies er sehr viel
Einfühlungsvermögen. Ohne jegliche Beanstandung auch seine Leistung an
der Leadgitarre. Egal ob neue Songs, oder die alten Klassiker, Sam Davidson war immer auf der Höhe und erwies sich als würdiger Nachfolger des großen Rory.
Überhaupt
wirkte die Band erstaunlich gut aufeinander eingespielt. Immer noch
(oder: schon wieder) haben sie es drauf, den typischen Taste-Stil mit seinen zahlreichen Breaks und Tempowechseln auf die Bühne zu bringen. Dabei glänzt John Wilson
noch immer mit differenziertem und kraftvollem Schlagzeugspiel. An
diesem Mann scheint das Alter spurlos vorüber gegangen zu sein. Fast
spielerisch leicht legt er ein mehrminütiges Drumsolo im Mittelteil von
"Blister On The Moon" hin, und macht so aus diesem Single Hit ein
abwechslungsreiches kleines Meisterwerk. Zusätzlich übernahm er auch
noch die Ansagen und lockerte so mit einigen kurzen Stories den Gig ab
und zu etwas auf.
Auch heute noch zählen die ausgedehnten Improvisationen zu den absoluten Stärken von Taste.
Fast jeder Song wurde auf die doppelte Länge der Studioversionen
gestreckt, wobei jeder der drei Männer Zeit für Soloeinlagen bekam, die
auch intensiv und konzentriert erledigt wurden. Nick Scott
donnerte seine Basssalven mit ungeheurem Druck aus den Boxen und kämpfte
sich bei "Catfish" sogar minutenlang auf den Knien durch den Song. Fast
stoisch ruhig dagegen stand Sam Davidson ständig am gleichen
Fleck. Nur seine Gestik verriet die enorme Anspannung, in der er sich
befand. Auch kleinere Schwierigkeiten, wie eine gerissene Saite gleich
am Anfang bewältigte er souverän.
Das Konzert von Taste
bestand zum größten Teil aus den altbekannten Klassikern der Band. Fast
nichts fehlte, sieht man mal von "Sugar Mama" ab. "What's Going On", "I
Feel So Good", "Morning Sun", die bereits erwähnten "Blister On The
Moon" und "Catfish", sowie das ruhige "Born On The Wrong Side Of Time",
alles war dabei. Aber auch der "Hoochie Coochie Man" von Muddy Waters
wurde gespielt. Mit "The Drifter" stellte die Band auch einen
brandneuen Song vom inzwischen erschienen aktuellen Album vor. Gerne
hätte ich mir ein Exemplar für ein Review mitgenommen, doch die
vorhandenen CDs waren bereits nach den ersten zwei Konzerten komplett
verkauft. Wollen wir doch mal hoffen, dass auch die anderen Titel im
typischen Taste-Stil ausgefallen sind. Ich bin gespannt!
So
gingen knapp zwei Stunden voller guter Rockmusik wie im Fluge zu Ende.
Zwei stampfende Boogienummern beendeten als Zugabe diesen Auftritt und
brachten einige Leute auf die Tanzfläche. Egal, ob man sich nun mit
geschlossenen Augen an Rory Gallagher erinnerte, oder die 'neuen' Taste
bewusst beobachtete, es war ein sehr schönes Konzert mit vielen Songs,
von denen ich niemals geglaubt hätte, sie noch mal live auf der Bühne zu
erleben.
Im Alter von neun Jahren begann Gallagher Gitarre zu spielen. Ab 1963 spielte er in der Fontana Show Band, aus der später Impact wurde. Er war nach eigener Aussage ein Blues- und Rock-’n’-Roll-Fan. Seine musikalischen Vorbilder waren unter anderem Lonnie Donegan, Muddy Waters und Leadbelly. 1966 gründete er mit Norman Damery (Schlagzeug) und Eric Kitteringham (E-Bass) das „Powertrio“ Taste.
Auf Drängen des Managements ersetzten ab 1968 John Wilson (Schlagzeug)
und Richard (Charlie) McCracken (Bass) die Rhythmussektion. Mit dieser
Formation gelang Gallagher im LondonerMarquee Club und beim legendären Isle of Wight-Festival der Durchbruch in der britischen Rockszene. Ebenso wurden alle Taste-Alben in dieser Besetzung aufgenommen.
Seit 1970 trat Gallagher mit neuer Band (Wilgar Campbell, Schlagzeug, und Gerry McAvoy,
Bass) nur noch unter dem Namen Rory Gallagher auf. Fast alle folgenden
Alben produzierte er auch selbst, die Arrangements wurden
differenzierter. Ab 1972 vervollständigten Rod de Ath am Schlagzeug und
Lou Martin am Klavier
die Band. Die Leser des Musik Express wählten ihn von 1971 bis 1973 in
Folge zum beliebtesten Gitarristen. Geprägt war Gallaghers
E-Gitarrenspiel-Stil durch ein Blues-Rock-Fundament. Aber auch
akustische Gitarre, Mandoline, Mundharmonika und Altsaxophon zeugten von Gallaghers irischem musikalischen Erbe. Die Bilderwelt der Texte bewegte sich dementsprechend zwischen dem "Mythos Amerikas" und der "Melancholie Irlands". Auf seiner Irland-Tour 1974 entstand sein Album Irish Tour ’74. Zu dieser Tour drehte der Regisseur Tony Palmer
den gleichnamigen Film, der die einfache Arbeitsweise der Band „on the
road“ zeigt, sowie den ausschließlich am Musikmachen interessierten Star
ohne Allüren. Setlist von Film und Album weichen voneinander ab.
Gallaghers Einstellung und Charakter verboten es ihm auch, auf das Interesse von Top-Bands wie Cream (1969), Rolling Stones (1974) oder Deep Purple (1975) zu reagieren, die Gallagher nach dem Ausscheiden ihrer Gitarristen Eric Clapton, Mick Taylor bzw. Ritchie Blackmore gerne angeheuert hätten.
Im Münchner Musicland Studios nahm Gallagher 1976 sein Album Calling Card auf. Produziert wurde es von Roger Glover, dem Bassisten von Deep Purple. Mit diesem Album beginnt – bedingt durch Glovers Einfluss – ein etwas stärkerer Hardrock-Ton auf den Aufnahmen. Das Album Photo Finish aus dem Jahr 1978 war wieder ein Trio-Album mit Ted McKenna am Schlagzeug. Ab dem Album Jinx
spielte schließlich Brendan O’Neal am Schlagzeug. Bis 1982 brachte
Gallagher somit in fast jährlichem Rhythmus ein neues Album auf den
Markt. Photo Finish, Top Priority und Jinx wurden im Dierks Studio in Köln eingespielt. 1987 meldete er sich nach fünfjähriger Pause mit Defender zurück. 1992 stellte er selbst den Sampler Etched in Blue zusammen, der von seinen 14 Alben jeweils einen Titel enthält.
Rory Gallagher wurde einem breiten deutschsprachigen Publikum
spätestens am 23. Juli 1977 durch seinen Live-Auftritt in der ersten,
europaweit über Fernsehen und Radio ausgestrahlten Rockpalast Nacht in der Grugahalle in Essen
bekannt. Zwischen 1976 und 1990 trat er 5 mal im Rockpalast auf.
Nachdem es Ende der 1980er-Jahre ruhig um den Musiker und Sänger
geworden war, startete er, gesundheitlich schon stark angeschlagen,
Anfang der 1990er-Jahre mit einer neuen Band noch einmal ein Comeback:
Mit Mark Feltham (Mundharmonika), Richard Newman (Schlagzeug), David
Levy (Bass) und Jim Leverton (Keyboards) ging er auf Tour. Gallagher
starb am 14. Juni 1995 an den Folgen einer Lebertransplantation, die aufgrund seines Alkoholismus notwendig geworden war. Sein Geburtshaus in Ballyshannon und sein Grab auf dem St. Oliver Cemetery in Ballincollig (County Cork) werden von Fans oft besucht.
Gallaghers Markenzeichen war seine von ihm nahezu ausschließlich gespielte E-Gitarre, eine Fender Stratocaster des Baujahrs 1961. Charakteristisch für Gallaghers Gitarre war deren Korpus, der ursprünglich eine Lackierung in der Farbgebung Sunburst
getragen hatte, die durch intensiven Gebrauch des Instruments im Laufe
der Jahre weitgehend abgetragen und nie erneuert worden war. Andere
Teile des Instruments wurden dagegen regelmäßig repariert und
modifiziert.[1] Nach Gallaghers Tod brachte der Musikinstrumentenhersteller Fender eine Sonderauflage des Modells Stratocaster heraus, die bis ins Detail der Lackschäden eine exakte Nachbildung von Gallaghers Gitarre ist.
Als Gitarrenverstärker verwendete Gallagher meist einen Vox AC30 in Verbindung mit einem "Rangemaster", einem Treblebooster der Firma Dallas
Anlässlich des 10.Todestages von Rory Gallagher
haben wir die Gelegenheit ergriffen, mit einem der aktivsten Fans
weltweit, über seine Arbeit zum Andenken an den Iren, zu sprechen. Karl-Heinz Bilstein, in der Szene besser bekannt als 20$Bill" , gab uns ein paar Einblicke in Rory Gallagher´s Leben und natürlich in sein eigenes. Wir führten das Interview in Cork, Irland, der Stadt, in der Rory lange Zeit lebte.
RockTimes: Wann hast Du die Musik von Rory für dich entdeckt?20$Bill: Ich kann mich genau erinnern. Ich war
gerade mal 14 Jahre alt und besuchte einen meiner Freunde. Der Bruder
meines Freundes war schon 19 Jahre und wir waren zusammen in dessen
Zimmer und hörten Musik-Radio AFN. Auf einmal kam das Stück: "I Take
What I Want" von Rory Gallagher und ich war sofort fasziniert.
Unglaublich, dachte ich, wie der Gitarre spielt. Einen Tag später habe
ich mir die erste Scheibe von ihm gekauft! … so fing alles an!
RockTimes: Warum gerade Rory Gallagher und nicht Jimi Hendrix, Eric Clapton oder Steve Ray Vaughan?20$Bill: Diese Frage wurde mir schon oft gestellt. Ich versuche, es kurz zu machen:Jimi Hendrix ist sicherlich eine Ikone der Musikgeschichte. Aber
für mich steht er in der Hierarchie nicht so weit oben. Er benutzte zu
viele Effekte. Oft war seine Gitarre verstimmt, das Wah-Wah und Tremolo
fand ich einfach grauenhaft. Es ist Geschmackssache und mein Geschmack
ist es nicht.Eric Clapton spielte früher super Gitarre, als er noch in der Formation Cream auftrat. Heute jedoch hat er meist mehrere Gitarristen auf der Bühne, die die "Arbeit" für ihn tun (z. B. Albert Lee). Das finde ich sehr schade, lässt sich aber nicht ändern.Steve Ray Vaughan …. verdammt guter Mann!!! Was mir an ihm immer
gefallen hat, war der Klang seiner Gitarre. Aber leider war es wie bei
vielen Gitarristen, wenn man ein bis drei Stücke gehört hat, kannte man
alles.
RockTimes: Hast Du Rory schon mal live gesehen?20$Bill: Ja … und das nicht nur einmal. Ich
konnte viele Male seine Konzerte besuchen. Jedoch bei 25 mal habe ich
aufgehört zu zählen. Es war jedes Mal ein Erlebnis. Ich hatte auch die
Gelegenheit, zweimal mit ihm nach einem Konzert zu sprechen und auch das
war und ist für mich unvergesslich!
Viele, die ihn nicht live erlebt oder persönlich getroffen haben, können
sich nicht vorstellen, welche Faszination von diesem Mann ausging, ob
nun extrovertiert auf der Bühne und zurückhaltend, ja fast schüchtern
hinter der Bühne …… erinnert mich immer an das Stück "Shadow Play" ……
"…. a little Dr. Jekyll, a little Mr. Hyde!"
Rory Gallagher war eine Ausnahme in der Rockgeschichte.
Er lebte nur für die Musik und den Blues. Als Ire trank er immer einen
Tropfen Alkohol zuviel.
Keine Klatsch und Tratschgeschichten, dafür mehr als 30 Millionen
verkaufter Platten bis zu seinem Tod.
Rory wurde bereits mit 15 Jahren Profi.
Er tingelte mit der Fontana Showband (später Umbenennung in The Impact)
durch Irland, England, Spanien und Deutschland. 1965 gegründete er die
erste "The Taste" Formation.
Der Auftritt auf der Isle of Wight war der Höhepunkt und das Ende.
1971 war Schluss mit Taste.
Wilson und McCracken stiegen mit Stud schnell wieder in den Rockzirkus
ein.
Rory Gallagher und Atomic Rooster
Rory Gallagher ließ sich etwas mehr Zeit. Er engagierte Wilgar Campbell
(drums) und Gary McAvoy (bass).
Vincent Crane (Atomic Rooster und Arthur Brown) setzte sich an die
Tasten. Das Album "Rory Gallagher " entstand. Crane und Campbell
verließen nach dem ersten Album die Band.
Cambell schloss sich
Mick Clarke an.
Ersatz wurden Rod de'Ath für Campbell und Lou Martin für Crane.
This hotel bar is full of people, the piano man is really laying it down The old bartender is a high as a steeple, so why tonight should I wear a frown? (Yes, I'm a...)
Million miles away, I'm a million miles away I'm sailing like a driftwood on a windy bay
Why ask how I feel how does it look to you? I feel hook, line and sinker, I lost my captain and my crew I'm standing on the landing, there's no one there but me That's where you'll find me, looking out on the deep blue sea
This hotel bar is full of people, the piano man is really laying it down The old bartender is a high as steeple, so why tonight should I wear a frown?
The joint is jumping all around me and my mood is really not in style Right now the blues want to surround me but I'll break out after a while
Well, I'm a million miles away, I'm a million miles away I'm sailing like a driftwood on a windy bay
Why ask how I feel, well, how does it look to you? I feel hook line and sinker, I lost my captain and my crew I'm standing on the landing and there's no one there but me That's where you'll find me, looking out on the deep blue see
There's a song on the lips of everybody, there's a smile all around the room There's conversation overflowing, so why must I sit here in the gloom?
This hotel bar lost all its people, the piano man has caught the last bus home The old bartender is asleep in the corner, so why must I still be here, I don't know
Well, I'm a million miles away, I'm a million miles away I'm sailing like a driftwood on a windy bay