Aus bestimmten Gründen beschäftige ich mich im Moment ausgiebig mit dem Blues. Als Erinnerung an meine Studien habe ich dieses Tagebuch (diesen Blog) angelegt. So kann ich meine Suchergebnisse gut abspeichern und Euch daran teilhaben lassen. Für einen Täglichen Bluestip reicht die Zeit leider nicht mehr. Deshalb wird es diese Beiträge in Zukunft unregelmässig geben. Ich tue mein Bestes.
This was shot at
Mel Brown's birthday party a few years back - featuring Mark Stafford
(harmonica),Shawn Kellerman (guitar), Mike McDonald (guitar), Leo
Valdasori (bass), Jimmy Bourdreau (drums) and Mel Brown (keyboards).
Mark
“Bird”Stafford is a key fixture on the Canadian Blues Scene and has been since
he got his start with Hock Walsh (Downchild Blues Band) in the mid 80’s at the
Pine Tree jams. His distinct vocal pureness and powerful harp tone are again
present on this latest release “Live at the Delta”. This raw, no overdub
recording is another strong example of Bird capturing his strengths as an artist
true to his love of roots music. Mark continues to dedicate his skills as a band
leader, guest performer, blues educator, and harmonica teacher at festivals,
clubs and workshops everywhere.
Known
for his mastery and enthusiasm for classic blues styles - from Chicago blues to
swing, R & B, jump, funk and most things in-between, Stafford puts the
capital
‘T’ in
tone when it comes to his harmonica prowess. A serious student of "fat tone"
harmonica, he subscribes to the teachings of the masters: Sonny Boy Williamson,
Little
Walter
Jacobs, Big Walter Horton, Junior Wells and James Cotton, imbuing what he's
learned with a healthy dose of his own creativity.
Mark
“Bird” Stafford is one of the hardest working musicians on the scene today. With
his regular performances in his home town of Toronto, Ontario as an in-demand
harmonica player and singer to his additional talents as a drummer with several
duos and house gigs. Stafford is also busy with extensive work with the Blues In
Schools Program, conducting blues harmonica workshops at festivals across
Canada, teaching harmonica classes with the Toronto District School board, and
regular month long excursions to the East Coast of Canada to perform with
legendary blues guitarist Joe Murphy.
Recorded at Monarch’s Tavern in the Delta Chelsea Hotel
downtown Toronto Stafford’s new album “Live at the Delta” is a perfect showcase
for his talents, enthusiasm and a homage to blues greats - featuring 11 classic
blues songs redone only in the way that “Bird” can, including Sonny Boy
Williamson’s “Born Blind”, Jimmy Reed’s “I Found Joy”, and Willie Dixon’s “Up
The Line”.
In his
own words:
“I
realize that it is heavy on the “Greats Of The Blues,” and I am totally OK with
that. After all, this is what I do and this album is a slice of that. After my
summer away, doing shows in Nova Scotia with Joe Murphy/Garrett Mason, I
returned home to Toronto and assembled a band for one hot night at the Delta
Chelsea Hotel to record “Live at the Delta”! We had a SUPERB CROWD and I hope
this recording captures the energy of the evening.” - Mark “Bird”
Stafford
In Kanada gehört Mark „Bird“ Stafford wahrscheinlich zu den besten
Bluesharp-Spielern. Zu dem Urteil könnte man jedenfalls nach dem Anhören
seines aktuellen Albums „Live at The Delta“ kommen. Stafford spielt und
singt sich hier durch ein klassisches Repertoire zwischen Little
Walter, Sonny Boy Williamson, James Cotton und anderen Giganten, dass es
einem zeitweise den Atem verschlägt. Es geht schon los mit dem
Opener, Junior Parkers „Pretty Baby“: Stafford knallt die Riffs raus und
wird begleitet von einer druckvollen Band (Aaron Griggs - g, Fabio
Parovel - g, Tyler Burgess - dr, Dennis Pinhorn - b). Bei Little Walters
„Juke“ macht er klar, dass er zwar einen Heidenrespekt vor dem Paten
aller Bluesharper hat. Doch dieses Meisterstück spielt er nicht als
Kopie sondern bringt seinen ganz eigenen Ton hinein - faszinierend.
Absoluter Höhepunkt dürfte dann „Can‘t Hold Out Much Longer“ sein.
Besonders beeindruckend, wie Stafford hier seinen Gesang mit den
Harpakzenten unterstreicht.
Jerry Portnoy wurde in Evanston geboren, wuchs aber in der bluesgeschwängerten Umgebung von Chicagos Maxwell Street
auf. Ende der 1960er-Jahre begann er seine Karriere als professioneller
Musiker. In den 1970ern spielte Portnoy in der Band von Muddy Waters. 1980 gründete er zusammen mit Calvin „Fuzz“ Jones (Bass), Pinetop Perkins (Piano) und Willie „Big Eyes“ Smith (Schlagzeug), alle aus der Band von Muddy Waters, die Legendary Blues Band.
Im Jahre 1986 zog sich Portnoy vorübergehend aus dem Musikgeschäft zurück. 1987 gründete er mit Ronnie Earl die Broadcasters. Ab 1989 hatte er seine eigene Band, die Streamliners. Von 1991 bis 1993 spielte Portnoy in Eric Claptons Blues Band. Gelegentlich ist Jerry Portnoy, neben eigenen Auftritten, mit der „Muddy Waters Tribute Band“ unterwegs.
Portnoy fasste sein Können auf der Mundharmonika in Jerry Portnoy’s Blues Harmonica Masterclass zusammen, einem Lehrbuch mit drei CDs.
Jerry Portnoy - HOHNER Masters of the Harmonica (High)
Jerry Portnoy wurde am 25. November 1943 in Evanston,
Illinois geboren, Er ist ein Virtuose auf der Mundharmonika.
In den 1970ern spielte Portnoy in der Band von Muddy Waters. 1980
gründete er zusammen mit Calvin "Fuzz" Jones (Bass), Pinetop
Perkins (Piano) und Willie "Big Eyes" Smith (Schlagzeug), alle aus der
Band von Muddy Waters, die Legendary Blues Band.
1986 zog sich Portnoy vorübergehend aus dem
Musikgeschäft
zurück. 1987 gründete er mit Ronnie Earl die
Broadcasters.
1989 hatte er seine eigene Band, die Streamliners. Von 1991 bis 1993
spielte Portnoy in Eric Claptons Blues Band. Gelegentlich ist Jerry
Portnoy, neben eigenen Auftritten, mit der "Muddy Waters Tribute Band"
unterwegs.
Portnoy fasste sein Können auf der Mundharmonika in Jerry
Portnoy's Blues Harmonica Masterclass zusammen, einem Lehrbuch mit 3
CDs. Die regelmäßigen Workshops, die er veranstaltet
- auch
mit anderen Spitzen-Harpern wie, Mark Hummel, RJ Mischo, Dennis
Gruenling usw. zählen zu den besten Harp-Lehrneinheiten
weltweit
und setzen hier Standards. http://www.crossroadblues.de/portnoy.html
Geboren in Memphis, wuchs Wells in Arkansas
auf. Bereits im Alter von sieben Jahren spielte er Mundharmonika, die
ihm von seinem Cousin Junior Parker und Sonny Boy Williamson beigebracht
wurde.[1]
1948 ging er nach Chicago. Mit 18 Jahren spielte er in der Band von
Muddy Waters, mit der er auch seine ersten Plattenaufnahmen machte. In
den 1960ern arbeitete er vor allem mit Buddy Guy.
Die bekanntesten Songs von Junior Wells sind Messin’ With the Kid und Little By Little, sein bekanntestes Album ist Hoodoo Man Blues von 1965.
Einen Auftritt hatte er im Film Blues Brothers 2000,
der kurz nach seinem Tod in die Kinos kam. Junior Wells starb 1998 an
einem Herzinfarkt, während er sich in Krebsbehandlung befand. Er wurde
auf dem Oak Woods Cemetery in Chicago beigesetzt. Bei seinem Begräbnis
spielten Billy Branch, Sugar Blue und Harmonica Hinds einen Trauermarsch.[2]
Jede Musikrichtung hat unbesungene
Helden, auch der BIues._Bluesgrößen wie B.B. King oder Buddy Guy
hielten Earl Hooker für einen der besten Bluesgitarristen der
Nachkriegszeit. Diese Anerkennung war Earl Hooker jedoch zu seinen
Lebzeiten nicht vergönnt. Sein früher Tod setzte der Partnerschaft
mit dem Mundharmonika-As Junior Wells ein trauriges Ende.
Ruhm und Ehre können nicht an Geld
oder am Einkommen gemessen werden, ebenso wie kom-merzieller Erfolg
nicht unbedingt ein Zeichen von Können ist. In der Welt des Blues,
in der sich viele einer einmal etablierten Stilrichtung anpassen und
ihr treu bleiben, sind Interpreten, die ihrer Vorstellungskraft
freien Lauf lassen und sich über Traditionen hinwegsetzen, selten.
Earl Hooker gehörte zu solchen Freigeistern. Dieser talentierte
Gitarrist ließ sich sowohl von Jazz, Country und populärer Musik
sowie dem Blues inspirieren. Ehe es Verstärker gab, benutzten
Bluesmusiker ihre Gitarre als Rhythmus-lnstrument, die Melodie eines
Songs wurde hauptsächlich durch die Verse bestimmt. Zusätzliche
Verzierungen erreichte man durch die Verwendung eines Bottlenecks,
wodurch man der Gitarre Töne entlockte, die Ähnlichkeit mit einer
menschlichen Stimme hatten. Man darf nicht Vergessen, daß nur wenige
Bluesmusiker eine solide musikalische Ausbildung
durchlaufen hatten. Eine bemerkenswerte
Ausnahme unter ihnen war Lonnie Johnson, der nicht nur die Gitarre,
sondern auch die Geige beherrschte. Schon auf seinen ersten Aufnahmen
verblüfft
seine unglaubliche Technik, mit der er
simplen Blues mit der Jazzmusik von Duke Ellington und Louis
Armstrong kombiniert.
Auch viele andere Pioniere der
E-Gitarre hatten ihre Wurzeln im Jazz, wie Eddie Durham, Charlie
Christian und Georges Barnes. Barnes fungierte auch als
Begleitmusiker auf Blues-Sessions von Big Bill Broonzy und Jazz
Gillum. In der zweiten Hälfte der 40er Jahre tauchte T-Bone Walker
auf, der Mann, der praktisch den Sound der modernen Bluesgitarre
kreierte. Die Vertreter des Chicago Blues eigneten sich diese neue
Stilrichtung allerdings nur langsam an, da sie sich zwischen dem
traditionellen Blues von Willie Lacey, dem Hausgitarristen der
Bluebird-Sessions, und der rohen Power der Slide Gitarre von Muddy
Waters nicht entscheiden konnten. Jahre später transformierte Robert
Junior den Sound der Chess Blues-Sessions mit einem Stil, in dem er
Blues-Rhythmen mit einer vom Jazz beeinflußten melodischen
Phrasierung verband.
Als die 50er Jahre voranschritten,
übernahmen Otis Rush, Magic Sam, Freddie King und Buddy Guy die
Techniken von T-Bone Walker und B.B. King und veränderten so den
Chicago Backbeat. Manche heutige Rock-Gitarristen, die sich auf der
Bühne wie wild ins Zeug legen, haben diese Intensität solchen
einstigen Blues-Größen abgeguckt. Zu jener Zeit gab es jedoch einen
Musiker, der sich weigerte, sich diesem Stil anzupassen - Earl
Hooker. Earl Zebedee Hooker kam am 15. Januar 1929 in Clarksdale,
Mississippi, zur Welt. Die Eltern waren Profis im Showbusineß: Earl
Senior spielte Mundharmonika, Geige und
Gitarre, Mutter Mary Blair war ein Mitglied der Rabbit Foot Minstrels
gewesen. 1930 zog die Familie Hooker nach Chicago. Earl Junior wuchs
im Getto heran, und wenn er nicht auf seiner Gitarre herumzupfte,
machte er mit einer Gang die Straßen unsicher. Zu einem seiner
“Straßenopfer” zählte der Gitarrist Louis Myers: “Sie
überfielen uns ein-
mal in der 35th Street - und das
nächste Mal, als ich Hooker wiederbegegnete, spielte er an einer
Straßenecke Gitarre” Hooker erstand seine erste Gitarre von Sears
& Roebuck. Mit ihr unterm Arm verließ er im Alter von 13 Jahren
das Elternhaus in Chicago und kehrte nach Clarksdale zurück, wo er
vor Robert Nighthawks Musikladen herumlungerte und den Bluesmusikern
zuhörte, die sich um ihren Meister (Nighthawk) versammelt hatten.
Von Nighthawk lernte er, wie man ein Bottleneck benutzt. Dieser
wiederum hatte es Houston Stackhouse abgeguckt, stand aber auch unter
dem Einfluß von Tampa Reds Slide Gitarre, der er glasklare Töne
entlocken konnte. Hooker übernahm diese Technik und erweiterte sie
dadurch, daß er sein Instrument in der üblichen Stimmung der
Gitarre, nicht der offenen der Slide Gitarre, stimmte. Hooker war
jedoch nicht nur wegen seines
Gitarrenspiels bekannt, sondern auch
als Gelegenheitsdieb, und das war der Grund, warum ihm Nighthawk
schließlich verbot, seinen Laden je wieder zu betreten. Also zog
Hooker weiter und landete in Helena, Arkansas, wo er sich Houston
Stackhouse, Robert “Dudlow” Taylor und James “Peck” Curtis -
den King Biscuit Boys - anschloß. In den folgenden zwei Jahren, die
er in Helena verbrachte, trat er im Rahmen der Feiern der 2000.
Sendung der King Biscuit Time des Rundfunk-senders KFFA auf und
spielte mit Joe Willie “Pinetop” Perkins, Lee Kizart, Boyd
Gilmore und dem jungen lke Turner. Danach zwangen ihn seine
Ruhelosigkeit und seine Neigung zum Stehlen wieder zum Reisen. Im
Juli 1950 wurden Hooker, der Pianist Ernest Lane und der Schlagzeuger
Kansas City Red zu sechs Monaten Gefängnis (im Vandalia State
Prison) verurteilt, nachdem im Palms Hotel in Cairo, Illinois, einige
Lautsprecher verschwunden waren. Viele seiner Freunde sind überzeugt
davon, daß sich durch diesen Gefängnisaufenthalt die Tuberkulose,
die er sich als Teenager zugezogen hatte, verschlimmerte. Ein Jahr
später spielte er bei Chess vor, doch es kam nicht zu Aufnahmen im
Studio, da er abermals verhaftet wurde. Big Jim Wade, ein Promoter
aus Cairo, hatte ihn des Vertragsbruches angeklagt.
earl hooker - blue guitar
RUHELOSER VAGABUND
Anfang der 50er Jahre reiste er
regelmäßig nach Chicago, um dort Musiker für Tourneen durch die
Südstaaten anzuheuern. “Ich kenne niemanden, der soviel durchs
Land zog wie Earl Hooker”, sagte der Pianist Billy Emerson. “Er
schmiß seinen Job hin und machte sich in eine andere Stadt auf, wo
er bereits am nächsten Abend auftrat." Emerson lernte Hooker
1952 in Bradenton, Florida, kennen, als Hooker dort im November seine
Debut-Session für das King-Label machte, und zwar vier
lnstrumentalstücke, die später auf einem Album seines Cousins John
Lee Hooker veröffentlicht wurden.
IM PLATTENRAUSCH
1953 machte Hooker zwei
Aufnahme-Sessions: Im April spielte er in Miami, Florida, für das
Rockin`-Label “Sweet Black Angel" und “On the Hook” ein;
im Juli nahm er zusammen mit “Pinetop” Perkins und Boyd Gilmore
ein paar Songs für Sun Records auf, darunter eine Version von “Blue
Guitar". Keine dieser Platten erschien zu seinen Lebzeiten,
obwohl Sam Philips sehr von ihnen beeindruckt war. Während Otis Rush
und die anderen “Blues-Neulinge” dabei waren, dem Chicago Blues
einen neuen Stil zu verpassen, blieben ihm Hooker, Kansas City Red
und der Multi-Instrumentalist Johnny “Big Moose” Walker treu und
zogen weiterhin als fahrende Bluesmen durchs Land. Doch wenn immer
Hooker in Chicago auftauchte, zollten ihm seine zeitgenössischen
Kollegen in Chicago großen Respekt. “Nachdem ich Earl Hooker auf
der Slide Gitarre gehört hatte, steckte ich das, was ich zum
Saitenanschlagen benutzte, in die Tasche", erinnert sich Buddy
Guy. “Seine Technik war irre." Ende der 50er Jahre schien
Hookers Ruhelosigkeit nachgelassen zu haben, und er verbrachte sehr
viel Zeit in Chicago. Er spielte die Single “Frog Hop” für das
Argo- Label ein und begleitete die Dells und Arbee Stidham auf ihren
Sessions. lm Mai 1959 nahm er für
C.J. Records “Senorita Juanita”
auf, und Ende des Jahres spielte er auf einer Session für Mel
Londons Profile-Label als
Begleitmusiker von Junior Wells, einem jungen Mundharmonikaspieler,
der in Muddy Waters' Band den Platz von Little Walter eingenommen
hatte. Wells kam als Amos Blackmore am 9. Dezember 1934 in Memphis,
Tennessee, zur Welt und wuchs auf einer Farm am Rande von Marion
heran. Noch vor seinem 10. Geburtstag konnte man ihn bereits auf den
Straßen des ,drei Meilen entfernten West Memphis Mundharmonika
spielen hören. Dort lernte er auch
Herman “Little Junior” Parker
kennen. Wells und Parker verdanken beide ihren Stil Howlin' Wolf und
Sonny Boy Williamson ll, die zu jener Zeit in der Gegend um Memphis
zum täglichen Straßenbild gehörten.
1946 zog Wells mit seiner Mutter nach
Chicago, wo sie sich in der Nähe der 22nd und Prairie Street
niederließen. Wells schwänzte häufig die Schule und trieb sich
lieber, ebenso wie Hooker, mit seiner Gang auf den Straßen Chicagos
herum. War er zu Hause, übte er, zum Ärger seiner Nachbarn,
unaufhörlich auf seiner Mundharmonika. Zu diesen Nachbarn gehörten
auch die Brüder und Bluesgitarristen Dave und Louis Myers, die
schließlich von ihm Notiz nahmen. Sie rekrutierten
“Junior”, und eine Band war
enstanden. “Die Leute mochten uns, da wir ein viel schnelleres
Tempo hinlegten als die anderen", sagte Louis Myers, “deshalb
gaben sie uns den Namen “The Little Chicago Devils'.”
juniior wells - messin´with the kid
DIE ASSE
Später nannten sie sich “The Three
Deuces”, und als sie immer beliebter wurden, wandelten sie das in
“The Three Aces” um. 1951 drängte sie Muddy Waters' Schlagzeuger
Elgin Edmonds, es einmal mit Fred Below zu versuchen, einem
Schlagzeuger, der gerade vom Militärdienst in Deutschland
zurückgekehrt war. Below war im Jazz verwurzelt und hatte
Schwierigkeiten mit dem Blues. “Ich
hab' einfach nicht kapiert, was die
spielten", sagte er. Doch Louis Myers gab nicht auf: “Below
brauchte nicht mal zwei Wochen, um das Nötigste zu lernen, aber er
mußte sich einarbeiten und seinen eigenen Beat kreieren." Mit
dieser vierten Trumphkarte eroberten sich die Asse Chicago im Sturm.
Viele Musiker hätten gern mit dieser “Superband” gespielt.
Little Walter schaffte es. Er verließ die Muddy Waters Band und
wurde (im gegenseitigen Einverständnis mit Waters) durch Junior
Wells ersetzt. Der Weg war frei - Little Walter schloß sich,
anscheinend zur allgemeinen Zufriedenheit aller Beteiligten, den Aces
an. Nebenher verwirklichten sowohl Walter als auch Wells den Traum
einer Solo-Karriere. Wells nahm im Juni 1953 seine Debut-Single “Cut
That Out” für States Records auf, begleitet von den Myers-Brüdern
und Elmore James. Seine zweite Single,
“Hoodoo Man”, von derselben
Session, war zwar nur ein mäßiger, lokaler Hit, wurde jedoch zu
seiner Erkennungsmelodie. Seine zweite Session fand im April 1954 mit
dem Line-up Muddy Waters, Otis Spann und Fred Below statt, als sich
Wells unerlaubt vom Militärdienst entfernt hatte. Im folgenden Jahr
wurde er aus der Armee entlassen, doch seine nächsten Aufnahmen
ließen bis
zum Herbst 1957 auf sich warten. Auf
dieser Session, auf der er Vier Titel für Mel Londons
Chief-Label einspielte, entstanden
“Lovey Dovey Lovey One” und das Instrumentalstück “Cha Cha Cha
in Blue”. Keine dieser Platten erregte großes Aufsehen, genauso
wenig wie die 1959 für das New Yorker Label Shad aufgenommene Single
“So Tired”/“Can't Live without You Baby".
Ende 1959 spielte er seine erste Single
für Profile ein. “Little by Little” ist vielleicht das
typischste Beispiel dafür, was die jüngeren Chicago Bluesmen jener
Zeit erreichen wollten: einen am Blues orientierten Song, jedoch
kommerziell genug, um sich gut zu verkaufen.
GEZÄHLTE TAGE
Wells war zu der Zeit auch regelmäßig
im Theresa Lounge-Club zu hören, wo er zusammen mit Buddy Guy
auftrat. lm Dezember begleitete er Guy auf dessen Chess-Session, auf
der “Let Me Love You Baby” und “Ten Years Ago” entstanden,
und spielte in eigener Sache “Messin` with the Kid” für Chief
ein - das Muddy Waters zu seinem “Messin` with the Man” anregte.
Junior Wells und Earl Hooker waren inzwischen zu Mel Londons
“Bestsellern” avanciert. Sie arbeiteten zusammen auf “Calling
All Blues", “Universal Rock” und “Galloping Horses a Lazy
Mule”. Hooker ist außerdem noch auf Lillian Offits “Will My Man
Be Home Tonight” zu hören. Während der 60er Jahre war Earl Hooker
auch weiterhin viel unterwegs. Als “Stützpunkte” dienten ihm
Städte wie Waterloo (Iowa). Louis McTizic erinnert sich an Hookers
Stippvisiten: “Manchmal blieb er zwei Wochen an einem Ort, doch
dann sah man ihn eine ganze Weile nicht mehr - bis er plötzlich
wieder im DeSoto auftauchte, mit der ganzen Band.“ Meistens setzte
sich die Band aus Andrew “Voice” Odom, “Big Moose” Walker,
Little Smokey Smothers und dem Schlagzeuger Bobby Little zusammen.
Hookers Gesundheitszustand verschlechterte sich jedoch zunehmend, und
er mußte
seine Aktivitäten reduzieren. “Wenn
er auf seinen Streifzügen durch die Gegend krank wurde",
erinnerte sich Smothers, “kam er in die Stadt zurück, und sie
lieferten ihn ins Krankenhaus ein. Doch dann stand er sofort wieder
vor meiner Tür und wollte weiterziehen." Während dieser Zeit
machte Hooker unzählige Aufnahmen für Jim Kirchsteins Cuca-Label in
Sauk City, Wisconsin. Zwischen 1964 und 1967 spielte er für Cuca
drei Singles und ein Album ein sowie eine weitere Single für CJ.
Records. lm November 1968 machte der Besitzer von Arhoolie Records,
Chris
Strachwitz, in Chicago mit Hooker und
seiner Band Aufnahmen, bei denen das Album Two Bugs and a Roach
entstand, mit dem Hooker bewies, daß er nichts von seinem Können
und Talent verloren hatte. Im Sommer 1969 trat die Hooker-Band in
verschiedenen Städten und Clubs in Kalifornien auf, doch um Hookers
Gesundheit stand es nicht zum besten. “Wenn wir irgendwo
bergauf gehen mußten“, so Big Moose
Walker, “mußte ich ihn von hinten schieben. Allein schaffte er es
nicht mehr. Er sagte dann immer 'Opa, dafür bin ich dir wirklich
dankbar'.” Doch das hinderte Hooker nicht daran, zwischen Mai und
September jenes Jahres zehn Alben einzuspielen, darunter vier eigene.
earl hooker - huckle bug
EUROPA-TOURNEE
Kurz nach den letzten Aufnahmen reiste
er mit Magic Sam, Juke Boy Bonner und Clifton Chenier im Rahmen des
American Folk Blues Festivals nach Europa. Tragischerweise kam Magic
Sam kurz nach seiner Rückkehr in die USA ums Leben, und Earl Hooker
wurde Anfang 1970 wieder einmal ins Krankenhaus eingeliefert. Er war
inzwischen so geschwächt, daß er sich von einer Lungen-entzündung
nicht mehr erholen sollte. Im Krankenhaus erhielt er Besuch von dem
eminenten Ma-
nager Dick Waterman, der ihn für die
weltweite Tournee der Rolling Stones in jenem Jahr enga-gieren
wollte. Hooker sollte zusammen mit Junior Wells die Vorband bilden.
Hooker war jedoch viel zu krank, um an einen Bühnenauftritt zu
denken. Waterman wandte sich an Buddy Guy, der zustimmte, mit Junior
Wells aufzutreten. Dies war der Anfang einer musikalischen
Partnerschaft, die fast 20 Jahre andauern und dem Duo weltweite
Anerkennung bringen sollte. Buddy Guy ist heute einer der größten
Stars des Blues, während Junior Wells nur selten ins Rampenlicht
tritt.
Hooker, gerade 41 Jahre alt, starb am
Morgen des 21. Aprils 1970 im Krankenhaus, nachdem er in der Nacht
zuvor versucht hatte, einen Krankenwagen zu stehlen, um seine letzten
Stunden im Haus seiner Mutter verbringen zu können. Walker sagte
nach seinem Tod: “Seine Gitarre hielt Earl Hooker zehn Jahre lang
am Leben. Als er ins Krankenhaus mußte, brachten wir ihm seine
Gitarre, und er legte sie in Reichweite aufs Bett. Er wußte, solange
er sie anfassen konnte, konnte er auch spielen. Seine Gitarre war
sein Leben."
Earl Hooker / Two Bugs And A Roach
Wir haben diese wunderbare Veröffentlichung Buddy Guy zu verdanken, als dieser dem Betreiber des Plattenlabels Arhoolie, Chris Strachwitz, vorschlug, doch Aufnahmen mit Earl Hooker zu machen.
Das Resultat dieser fruchtbaren Zusammenarbeit zeigte sich hier erstmalig auf den 1968 eingespielten Aufnahmen.
Im Gegensatz zu vielen früheren Studioproduktionen Hookers,
die teilweise unter den beschränkten Studiomöglichkeiten litten, konnte
er sich hier nun voll entfalten, was dazu führte, dass einige der
besten Aufnahmen des Gitarristen entstanden.
Unter den Chicagoer Gitarristen seiner Generation als 'Superstar', dem
schwer das Wasser zu reichen war, gehandelt, blieb er doch relativ
unbekannt, und seine wenigen frühen Plattenaufnahmen waren eben auch
nicht immer vom Feinsten.
Hooker war mehr der typische Livekünstler, wo er wohl all' sein Können zeigen und seine 'Trümpfe' ausspielen konnte.
Original erschien diese LP mit acht Stücken, aufgenommen am 12., 14. und
15.11.1968. Die CD füllte man dann noch mit zwei Stücken aus den
Arhoolie-Sessions, aus 1968 und 1969, auf, und fügte vier frühe Stücke
von 1952 und 1953 hinzu.
"Two Bugs And A Roach" ist ein Zwiegespräch zwischen Hooker und Andrew 'B.B.jr.' Odom, wobei sich die beiden zur Musik über Hookers schlimme TBC-Erkrankung unterhalten. Ein feines funkiges Stück.
Im "Wah Wah Blues" zeigt Hooker, wie er mit neuer Technologie gekonnt umgehen konnte, und mit verschiedenen Spielarten aufwartet - vgl. hier auch z.B. Hendrix auf seinem "All Along The Watchtower", wo auch er verschiedene Spielarten präsentiert. Hat Hooker es dort gar abgeschaut?
Das Wah Wah-Pedal setzt er auch auf dem shuffelnden "You Don't Want Me" ein, und auf "Anna Lee" spielt er die Slide im besten Robert Nighthawk-Stil. Perfekt.
Neben dem "Wah Wah Blues" ist "Off The Hook" ein weiteres Instrumentalstück, wo Hooker sein Können demonstriert und dabei leicht jazzig daherkommt.
Auf dem "Earl Hooker Blues" zeigt er darüber
hinaus, dass auch Country-Einflüsse in seine Musik Einzug hielten. Die
übrigen Stücke zeigen einen Vergleich, wie sich Hooker entwickelt
hat, und wie leicht und locker er mittlerweile doch mit dem Griffbrett
umging und dabei ein hohes Maß an Sensibilität aufwies, wie ich es so
sehr schätze.
Bei den frühen Stücken ist auch schon Pinetop Perkins dabei und Willie Nix bedient die Drums. Auf "Sweet Black Angel" zeigt Hooker auch wieder einmal deutlich, wie sehr er von Robert Nighthawk
beeinflusst wurde. "I'm Going Down The Line" sowie der "Earl's Boogie
Woogie" sind rockende Zeugnisse seines früheren Schaffens von hoher
Qualität.
Alles in allem also eine rundum gelungene und
sehr abwechslungsreiche Angelegenheit, die sich von Bluesalben anderer,
bekannterer Künstler wohltuend abhebt.
Zusätzlichen Reiz bietet die Hinzunahme von Freddie Roulette an der Steel Guitar, ein im Blues eher ungewöhnliches Instrument - zu der Zeit war allenfalls Hop Wilson dafür bekannt.
Eine wichtige Veröffentlichung des Chicago Blues!
Line-up:
Earl Hooker (guitar, vocals - #1,5,8,12)
Freddie Roulette (steel guitar)
Andrew 'B.B.jr.' Odom (vocals - #1,3)
Louis Myers (harmonica - #5)
Carey Bell (harmonica - #7 , vocals - #7)
Joe Willie Perkins (piano)
Geno Skaggs (bass)
Levi Warren (drums - #3,4,6,8, 10)
Williams (drums - #1,2,5,7)
Louis Myers (harmonica - #5,9)
Steve Miller (piano - #9)
Bobby Johnson (drums - #9)
Joe Willie 'Pine Top' Perkins (organ - #1-8, piano - #1-8,10-14)
Willie Nix (drums - #11,13,14)
Unknown (bass - #13)
Unknown (drums - #12)
Unknown (harmonica - #12)
Harp-Feuerwerk - Will Wilde bei den 21. Rother Bluestagen
Will nahm seine
erste Mundharmonika im Alter von 16 in den
mund und spielte, bis seine Lippen
bluteten. Inspiriert von
Leuten wie Muddy
Waters, Sonny Boy Williamson und Buddy Guy, wuchs
Will durchdrungen von
traditionellem
Chicago Blues auf,doch seinen Fokus
bleibt konsequent auf die Zukunft gerichtet.
Er mischt Blues
mit Rock, Soul und Funk. Er ist authentisch und kraftvoll und führt
andere Einflüsse ein,
ohne das Herz und die Überzeugung vom
Blues zu
verlieren. Seine Live-Show wurde
beschrieben als: "Ein Meisterklasse von Blues-Harp-Spielern"
(Blues in der Nord-West). Will machte sein erstes Album als er 19
war, „Nothing but Trouble“,
die auch in 'Blues Matters'and' Blues in Britain " vorgestellt
wurde. Im Jahr 2011 unterzeichnete er einen
Vertrag für zwei
Alben bei Rock
The Earth Records. Sein erstes Album mit Rock the Earth Unleashed
wird wie folgt beschrieben: "Ein beispielhaftes Album mit einer
außergewöhnlichen Vielfalt der Stile" (Bluesbreeker NL) und
"Pure, einfache und tiefe Stimme
in klassischen Sam Cooke Mode" 8 / 10 (Blues in
Großbritannien) Will arbeitet derzeit an seinem nächsten Album,
das Anfang 2013
veröffentlicht wird. Will
wurde schon drei
Mal für den
British Blues Awards für den
besten Mundharmonika-Spieler (2010/2011/2012) nominiert und teilte
sich die Bühne mit Blues-Veteranen, wie Sherman Robertson, Michael
Burks und Taj Mahal. "Er wird ein großer Name auf der
britischen Blues-Szene sein" (Roots Zeit NL)
Will picked up his first harmonica at
the age of 16 and played it until his lips bled. Weaned on the likes
of Muddy Waters, Sonny Boy Williamson and Buddy Guy, Will grew up
steeped in traditional Chicago Blues yet his focus as an artist
remains resolutely on the future. Will fuses raw blues with rock,
soul and funk. He takes what's authentic and powerful about the music
he grew up loving and introduces other influences without losing the
heart and conviction of the blues. His live show has been described
as: "A masterclass of blues harp playing, bar none." (Blues
in the North West).
Will made his first album when he was
19, Nothing but Trouble, which was well reviewed in ‘Blues
Matters’and ‘Blues in Britain’. In 2011 he signed a two album
deal with Rock the Earth Records. His first album with Rock the
Earth, Unleashed, is described as: "An exemplary album with an
extraordinary variety of styles" (Bluesbreeker NL) and "Pure,
simple and low-down... vocal in classic Sam Cooke Mode" 8/10
(Blues in Britain)
Will is currently working on his next
album, to be released in early 2013.
Will has been three times nominated in
the British Blues Awards for best Harmonica player (2010/2011/2012)
and has shared the stage with Blues veterans, such as Sherman
Robertson, Michael Burks and Taj Mahal.
"He will be a big name on the
British Blues Scene" (Roots Time NL)
Will Wilde "Blues Is My First Love"
Will Wilde
Vier
Mal wurde Will Wilde seit 2010 für
den British Blues Award in der Kategorie „Best
Harmonicaplayer"
nominiert. Dass er den Preis bislang nicht gewonnen hat, kann nur ein Missverständnis sein. Denn viel besser
und herzzerreißender
als der Sänger und
Songschreiber aus Brighton kann man die Bluesharp kaum spielen. Zu Recht trägt der 24-jährige den Beinamen „Harmonica" und ebenfalls zu Recht zählt er nach zwei von der Kritik
gefeierten Alben und hunderten von Konzerten in UK und Kontinentaleuropa mit
seiner eigenen Band oder an der Seite seiner Schwester Dani Wilde zu den großen Hoffnungsträgern der europäischen Blues-Szene.
Nachdem
er auf seinem zweiten Album „Unleashed" mit einer Mischung aus Blues,
Funk, Soul, Gospel und Rock seine stilistische Vielseitigkeit unter Beweis
gestellt hat, kehrt er nun auf seinem dritten Album, „Raw Blues", zu seinen Wurzeln zurück, zu jenem rohen Chicago
Blues, der ihn einst inspirierte, Musiker zu werden.
Es war und ist eine aufregende Zeit, sagt WILL WILDE, wenn er an seinen
Lebensweg zurückdenkt: Von Wiltshire, einem beschaulichen Ort im
Südwesten Englands, auf die Bühnen renommierter Blues-Clubs und
-Festivals in ganz Europa! Letztes Jahr wurde er für die British Blues
Awards als bester Harmonica-Spieler nominiert, eröffnete mit seiner Band
bereits Konzerte in der legendären "Royal Albert Hall" in London und
nahm Anfang 2011 sein neues Album "Unleashed" auf, ein Meisterwerk mit
Songs die stilistisch zwischen Blues, Bluesrock, Soul und Gospel pendeln
und auf dem der Bonustrack "Blues is my first Love" exklusiv von
Starproduzent Mike Vernon (u.a. Fleetwood Mac, Freddie King, David
Bowie) produziert wurde.
Der erst 22 Jahre junge Musiker besticht mit einer starken, souligen
Stimme und seinen fantastischen Fähigkeiten an der Blues-Harp. Seine
Leidenschaft für den Blues ist so ansteckend, dass sie sofort auf das
Publikum überspringt, dem klar wird, dass man sich um die Zukunft des
Blues keine Sorgen machen muss... Fragt man WILL WILDE, welches seine
größten Idole sind, antwortet er mit einem Leuchten in den Augen:
"Charlie Musselwhite and Pierre Lacocque"!
Sein Weg führt den Künstler nicht das erste Mal auf deutsche Bühnen,
tourte er doch in der Vergangenheit bereits mit der Band seiner
bekannten Schwester und Bluessängerin Dani Wilde durch die Clubs und
begeistere die Zuschauer mit seinem Können.
Im September 2011 wird nun endlich WILL WILDEs erste eigene Club-Tour in
Deutschland stattfinden, wo er als Leadsänger & Bluesharpspieler zu
hören sein wird - begleitet von seiner jungen und nicht minder
bluesbegeisterten Band...
Lineup
Will Wilde: Lead Vocals, Harmonica
Jon Chase: Bass Guitar
Mark Earl: Drums
Stuart Dixon: Electric Guitar
Dass der zweiundzwanzigjährige Will 'Harmonica' Wilde
ein hervorragender Musiker ist, und trotz seiner jungen Jahre schon
über sehr viel Erfahrung auf der Bühne verfügt, hat sich inzwischen
herum gesprochen. Kein Wunder, ist der Mann in den letzten Jahren doch
fast pausenlos in Großbritannien und dem europäischen Festland
unterwegs. Dabei pendelt er zwischen Auftritten mit seiner eigenen Band
und Tourneen mit seiner älteren Schwester Dani Wilde und deren Gruppe hin und her.
Und bei einem Konzert der Geschwister aus dem englischen Seebad Brighton in der Bluesgarage, Isernhagen, hatte ich zum ersten Mal die Gelegenheit, Will live zu erleben. Schon damals hinterließ er bei mir mit seinem ausdrucksstarken und von Charlie Musselwhite
beeinflussten Mundharmonikaspiel einen ganz intensiven Eindruck. Auch
seine Gitarrenarbeit und die schwer Soulgetränkte Stimme fielen mir
seinerzeit positiv auf.
Nun legt Will Wilde mit "Unleashed" sein
zweites Album nach dem Debüt "Nothing But Trouble" aus dem Jahr 2007
vor. Die Aufnahmen entstanden in den Platform Studios Hurst, Berkshire,
und wurden von Jamie Little produziert, der gleichzeitig auch noch hinter der Schießbude saß. Auch Star-Produzent Mike Vernon
ließ es sich nicht nehmen und war für die Produktion des Songs "Blues
Is My First Love" verantwortlich. Außerdem war natürlich auch Dani Wilde wieder mit von der Partie und steuerte diverse Backing Vocals zu dem Album bei.
Schon beim ersten Hördurchgang machte sich bei
mir eine gewisse Überraschung breit, denn, im Gegensatz zu seinem Debüt,
nimmt der Blues bei weitem nicht mehr die dominierende Rolle ein,
sondern es gibt reichlich Ausflüge in andere Bereiche der Musikszene.
Mit "Angel Came Down" läuft noch alles in
'normalen' Bahnen. Ein schöner schwerer Rock inklusive powervoller
Harmonika und harmonischen Background Vocals. Der Titel hat einen prima
Drive und ist ein idealer Einstieg in diesen Longplayer.
Doch dann schon die erste Stiländerung. "Waste
My Life Away" ist lupenreiner Funk, der zwischendurch von leicht
rockigen Passagen unterbrochen wird, bei denen die Bluesharp sehr
spritzig zum Einsatz kommt.
"No No No", die einzige Nummer des Albums, die nicht aus der Feder von Will Wilde
stammt, sondern auf einem alten Gospelsong basiert, lässt den Hörer
sofort an die Motown-Singles denken. Soul in Vollendung. Ein Song, den
ich in dieser Form auf dieser Scheibe absolut nicht erwartet hätte.
Back to the roots geht es dann wieder bei "Always Be Around" zu, einem Boogie, der in dieser Form auch von Altmeister Charlie Musselwhite stammen könnte. Das verschleppte "H.L.S" erinnert mit seinem Bassrhythmus an "Mr. Big" von Free, wobei die Harmonika wieder sehr ausdrucksstark punkten kann.
Nach einem erneuten Funk Rock-Knaller erster
Kajüte und der akustischen Ballade "Wish You Were Mine" mit einer prima
Piano-Begleitung folgt das mit einem klassischen Canned Heat-Riff ausgestattete "If I Get My Hands On You". Ein Boogie, auf den wohl auch Bob 'The Bear' Hite
voll abgefahren wäre, zumal hier die Bluesharp das Glanzlicht setzt.
Solche Nummern hatte ich auf diesem Album in größerer Zahl erwartet. Das
Highlight!
Höhepunkt Nummer zwei folgt sogleich mit der
Blues-Ballade "Malaria". Herrliche Wechselspiele zwischen Gitarre und
Mundharmonika beherrschen diesen Song. Ein Blues in Vollendung, voller
Feeling, dem man sich beim Anhören einfach nicht entziehen kann.
Und dann der Wechsel um 180 Grad. Es wird wieder funkig. Schwester Dani singt im Duett mit. So weit so gut, doch, dass Will
sich hier auch noch als Rapper betätigt, ist schon etwas etwas
gewöhnungsbedürftig. Dafür geht der Daumen ganz klar nach unten. Das
ging ein wenig nach hinten los.
Dafür kann der extreme Slow Blues "Let's Get
High" wieder voll punkten. Starke, gefühlvolle Vocals, ein Piano zum
Zungeschnalzen und eine Bluesharp, die süchtig machen kann.
Will Wilde beweist auf seinem neuen
Album, dass er nicht nur zu den sehr guten Instrumentalisten der Rock-
und Bluesmusik gehört, sondern auch in Sachen Sonwriting über ein
überdurchschnittliches Talent verfügt. Mit "Unleashed" ist ihm eine
hörenswerte und erstaunlich ausgereifte Scheibe gelungen. Dieser junge
Mann wird in Zukunft noch sehr viel bewegen.
Line-up:
Will Wilde (vocals, harmonica)
Stuart Dixon (guitar)
Pete Wingfield (piano, organ)
Roger Innis (bass)
Jamie Little (drums, percussion)
With:
Danny Giles (guitar - # 9, 11)
Chris Field (lead guitar - # 9)
Jon Chase (bass - # 9)
Alan Taylor (drums - # 9)
Bernice MacDonald (backing vocals - # 1, 3, 5)
Dani Wilde (backing vocals - # 2, 3, 5, lead vocals - # 10)
Ein Brite
und sein intensives Mundharmonikaspiel: Will Wilde lässt es auf seinem
dritten Studioalbum deutlich in Richtung Chicago-Blues krachen. Das
kommt ungeglättet und manchmal etwas dudelig rüber, aber hat viel Seele.
"Raw Blues" - Durchpusten mit Will Wilde | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
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