Samstag, 13. Juli 2013

Johnny Winter

Johnny Winter

hier ngehen wir gleich mal in die Vollen:  

Nach diesem Konzert kommt der CD-Tip: Roots Johnny Winter, Paul Nelson Audio CD


http://www.amazon.de/Roots-Johnny-Winter/dp/B005CW5E3E/ref=ntt_mus_ep_dpi_1

Was macht ein - zugegeben etwas despektierlich beschrieben - in die Jahre gekommener, gesundheitlich seit langem angeschlagener Musiker, um trotz mangelnder neuer Ideen nochmals auf sich aufmerksam zu machen? Er geht 'Back to the roots' und besinnt sich seiner musikalischen Vergangenheit, indem er genretypische Klassiker, die einst seine Vorbilder zum Besten gegeben haben, nunmehr selbst einspielt. Am besten bedient er sich zudem namhafter Begleitmusiker, denen bei den einzelnen Songs eine hervorgehobene Rolle zuerkannt wird.

Genau diesen Weg ist Johnny Winter mit dem vorliegenden Album "Roots" gegangen: Elf altbekannte Blues-Standards, 'featuring' eine ebensolche Zahl namhafter Kollegen, und schon wird ein Album daraus, das im Plattenladen meines Vertrauens, Mr. Music in Bonn, mit einem 'Chef-Tipp' die Auslagen ziert. So etwas lasse ich natürlich nicht links liegen. Zugleich werden bei mir Erwartungen geweckt, die - ich kann es vorwegnehmen - nicht enttäuscht werden.

In den USA ist die Platte bereits im März dieses Jahres veröffentlicht worden. Wieso sie hierzulande erst seit Anfang Oktober erhältlich ist, erschließt sich mir nicht; vielleicht hat man
- wie anderswo auch - das VÖ-Datum mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft in den Herbst gelegt; sei's drum!

Die Erwartungen an die vorliegende CD darf man natürlich nicht zu hoch stecken. Hier wird der Blues nicht neu erfunden, und auch die Kombinationen mit den unterschiedlichen Begleitern sind weder neu noch irgendwie sensationell. Herausgekommen ist jedoch ein Album, das eine erfrischende musikalische Vielfalt präsentiert: flotte, groovige Songs, ruhigere, besinnliche Tracks und - gerade durch die Gastmusiker veranlasst - trotz genretypischer Gemeinsamkeiten stilistisch sehr unterschiedlich.

Natürlich lässt es sich der Protagonist nicht nehmen - soweit der Gastmusiker ebenfalls den 6-Saiter bedient - für das '1st Solo' verantwortlich zu zeichnen und den Kollegen zunächst nur die 'fills' bzw. das '2nd Solo' zuzuweisen; dennoch bekommen sie ausreichend Gelegenheit, die ihnen zugewiesene 'Hauptrolle' zu spielen. Denn ansonsten nimmt sich Johnny Winter durchaus zurück, und das ist - ohne deshalb seine musikalische Leistung schmälern zu wollen - gut so!

Um direkt mit einer Kritik einzusteigen: Leider enthält die CD kaum weitergehende Informationen. Lediglich die einzelnen Titel werden aufgeführt unter Angabe der sie interpretierenden Musiker. Dass die Laufzeit der Tracks nicht angegeben ist - geschenkt! Aber Angaben zu den Komponisten bzw. Erstinterpreten bzw. nähere Informationen darüber, wieso gerade diese Songs so wichtig für Johnny Winter sind, dass sie auf einem 'Roots'-Album Eingang finden, wären schon sinnvoll gewesen.

Dass der Starter (komponiert von T-Bone Walker ) so richtig shuffelig daherkommt, versteht sich bei dessen Titel ja von selbst. Sonny Landreth lässt hier mal wieder seine 'Voodoo-Gitarre'aufheulen - das fängt ja gut an! Stilistisch ähnlich folgt "Further On Up The Road": Wer denkt da nicht sofort an die zahlreichen Einspielungen des Songs durch Eric Clapton, nicht zuletzt zusammen mit Joe Bonamassas Live From The Royal Albert Hall, zumal der Gesang Johnny Winters hier durchaus Ähnlichkeiten aufweist.

Mit dem ersten Aufheulen der jaulenden Gitarre weiß man, wer bei "Done Somebody Wrong" mit dabei ist. Niemand anderes als Gov't Mule-Axeman Warren Haynes gibt sich die Ehre. Und da hat sich Johnny Winter genau den Richtigen geholt, hat dieser doch den Song bereits mit den Allman Brothers gespielt. Bemerkenswert ist zudem der Gesang Johnny Winters, erinnert dieser doch stark an Rory Gallagher (obwohl dieser den Song m.W. nicht gespielt hat).

Und wenn selbst unmittelbar aufeinander folgende Aufnahmen, die aufgrund der gästeweisen Unterstützung durch jeweils einen Harmonica-Spieler eine gewisse Gleichtönigkeit erwarten lassen, so unterschiedlich daherkommen wie vorliegend "Got My Mojo Workin'" und "Last Night", dann ist das schon große Klasse! Das liegt zum einen an der Unterschiedlichkeit der Songs selbst (der erste stark Drums-getrieben, rhythmisch flott, der zweite ein klassischer Slow-Blues), zum anderen insbesondere an dem genialen Harp-Stil John Poppers, der dem zweiten Song das richtige Blues-Feeling mit auf den Weg gibt.

Das insbesondere durch Chuck Berry bekannt gewordene "Maybellene" wird als klassischer, flotter Rock'n'Roll dargeboten; Vince Gill gibt dem Track mit seinen Beiträgen einen gewissen Country-Touch. Dennoch: Für mich wäre dieser Song hier nicht nötig gewesen, aber zum Glück ist er mit der (vorliegend kürzesten) Spielzeit von unter drei Minuten schnell vorbei.

Weitere Abwechslung bringt "Bright Lights, Big City" mit dem einzigen weiblichen Gaststar Susan Tedeschi. Das Original von Jimmy Reed vor exakt 50 Jahren war als Sologesang angelegt, den lediglich eine zweite Stimme im Hintergrund ergänzte. Ähnlich haben auch Omar Kent Dykes & Jimmy Vaughan den Song bereits im Jahr 2007 On The Jimmy Reed Highway interpretiert. Susan Tedeschi gibt sich - neben ihren Gitarrenparts - mit einer nachgeordneten Rolle vokalistisch nicht zufrieden, sondern singt hier als gleichberechtigte Partnerin im Duett mit Johnny Winter . Das bietet einen guten Kontrast und bekommt dem Song wirklich gut.

Und endlich kommt auch Johnnys Bruder Edgar, mit dem er über Jahre hinweg zusammengespielt hat, in gewohnter Manier zu Wort, nämlich mit eindringlichem Saxofon-Spiel. Zunächst nur mit eingeworfenen Fills, übernimmt er nach dem ersten Gitarren-Solo die Stimme - das allerdings im übertragenen Sinne, denn das Stück ist das einzige Instrumental auf der CD. Wo Tedeschi drauf ist, darf natürlich Trucks nicht fehlen! Und so slidet der Ehemann einen der meistgecoverten Blues-Songs nicht nur ein, sondern begibt sich in ein Duell mit dem hier ebenfalls slidenden Johnny Winter, dass es eine wahre Freude macht zuzuhören.

Bei "Short Fat Fannie" übernimmt schließlich Paul Nelson die Hauptrolle, der den Protagonisten seit langem - wie auch vorliegend - produziert und zudem auch in der ständigen Begleitband die Gitarren zupft. Als weiterer Gastmusiker wird hier noch Joe Meo mit dem Bariton-Saxophon vermerkt, doch der hält sich leider (zu) sehr im Hintergrund.

Den Abschluss der vorliegenden CD bildet der Slow-Blues "Come Back Baby", eine über 70 Jahre alte Komposition (und Ersteinspielung) von Walter Davis, die aber in erster Linie durch Ray Charles bekannt wurde. Und ähnlich wie dieser röhrt Johnny Winter den Gesangspart heraus. Wirklich erstaunlich, was er diesbezüglich noch zu leisten imstande ist. Und auch sein Solo-Spiel ist wirklich nicht von schlechten Eltern. Musikalisch geprägt wird der Song hier weniger durch den als 'Hauptdarsteller' angegebenen John Medeski (obwohl dieser eine herrliche Schweineorgel spielt) als vielmehr durch starkes Gebläse (wiederum durch Joe Meo [»all saxes «] sowie Don Harris als [wirklichen einzigen?] Trompeter). Mit dieser Zusammenarbeit ist wirkliches Gänsehaut-Feeling angesagt; der längste Song der CD ist mein eindeutiger Anspiel-Tipp.

Und insgesamt? Ob man die - gefühlte - 99. Einspielung von "Maybellene" oder auch "Dust My Broom" tatsächlich braucht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Das Gleiche gilt auch für die Frage, ob man die CD für würdig befindet, in die lange Reihe der Klasse-Scheiben von Johnny Winter aufgenommen zu werden. Ich jedenfalls freue mich darüber - unabhängig von der Frage, wer denn hier die Hauptrolle spielt - nach langer Zeit wieder ein Lebenszeichen von ihm bekommen zu haben und etwas Neues von ihm zu hören (auch wenn es halt alte Songs sind). Das Ganze ist gut arrangiert und klanglich hervorragend produziert. Daher bedanke mich ausdrücklich bei 'Mr. Music' Bernd für seinen Tipp, den ich hiermit gerne weitergebe.


Youtubetip, my favorit: 

Johnny Winter (* 23. Februar 1944 als John Dawson Winter III in Beaumont, Texas) ist ein einflussreicher amerikanischer Blues-Gitarrist. Seine Vorbilder sind Muddy Waters, B. B. King und Bobby Bland.
Johnny Winter kam mit Albinismus zur Welt. Er ist der Bruder des Musikers und Komponisten Edgar Winter. Bereits in jungen Jahren trat er zusammen mit ihm auf. Als er fünfzehn Jahre alt war, nahmen die beiden mit ihrer Band Johnny and the Jammers die Platte School Day Blues bei einem Plattenlabel in Houston auf.
1968 begann Johnny Winter in einem Trio mit Bassist Tommy Shannon und Schlagzeuger Uncle John Turner zu spielen. Durch einen Artikel im Rolling Stone erhielten sie eine gewisse Aufmerksamkeit und bekamen einen Vertrag beim kleinen Label Liberty. Nach einem Auftritt im Fillmore East Anfang 1968 stieg der Bekanntheitsgrad des Musikers dermaßen an, dass sich bald RCA und Columbia um ihn stritten. Nachdem Columbia das Rennen für sich entschieden und einen für damalige Verhältnisse sehr hohen Vorschuss von 300.000 Dollar gezahlt hatte, veröffentlichte Winter im Mai 1969 das Album Johnny Winter.
Obwohl der Auftritt im August 1969 beim Woodstock-Festival gefilmt wurde, erschien er nicht im Film, da sein Manager sich mit der Filmcrew zerstritten hatte. Die Crew war anschließend der Meinung, dass der Auftritt „zu merkwürdig“ gewesen war.
Im Jahre 1970 nahm er den Song Rock and Roll Hoochie Koo mit einer Band auf, zu der auch Rick Derringer und Randy Jo Hobbs von The McCoys gehörten. Nachdem er bis 1973 massive Drogenprobleme hatte, kehrte er mit Still Alive and Well (unter Mitwirkung des Flötisten Jeremy Steig) zurück.
In einem anderen Bereich beteiligte er sich 1977, als er Hard Again von Muddy Waters produzierte. Die Partnerschaft der beiden brachte einige Alben hervor, die Grammy Awards gewannen. Im selben Jahr nahm er auch Nothing but the Blues zusammen mit Mitgliedern von Waters’ Band auf.
Am frühen Morgen des 22. April 1979 trat Johnny Winter als Top-Act der 4. Rockpalast Nacht in der Essener Grugahalle auf. Dieser Auftritt machte ihn auf einen Schlag in Europa sehr bekannt. 1988 folgte die Aufnahme in die Blues Hall of Fame.
Am 12. Mai 2007 kam es auf dem Museumsplatz in Bonn zu einem Aufsehen erregenden Rockpalast-Konzert, in dem Johnny Winter als dritte Band nach Rick Derringer und seinem Bruder Edgar Winter auftrat. Vorher hatten die drei Künstler erfolgreich eine Reihe von Auftritten in den USA in dieser Konstellation absolviert.
Im Herbst 2008 spielte Johnny Winter mit seiner Band (sowie mit Eric Sardinas & Big Motor als Vorgruppe) mehrere Konzerte in Europa, ebenso im Jahre 2010 – zum Beispiel auf den Leverkusener Jazztagen.
Auch 2012 ist er wieder in Deutschland auf Tour, nachdem er mit Roots im Jahre 2011 sein 18. Studioalbum veröffentlichte, auf dem viele weitere Bluesmusiker mitwirken.

http://de.wikipedia.org/wiki/Johnny_Winter





Weißer Papst der schwarzen Kunst


Johnny Winter, der Altmeister der Bluesrock-Gitarre, kehrt zurück. Unser Autor Christoph Dieckmann verehrt ihn seit Jahrzehnten und traf ihn kurz vor seinem Konzert in Berlin.
"Die Liebe höret nimmer auf." So steht es im ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther. Die Liebe wandelt sich. So weiß man es selbst. Einst liebten wir den Bluesrock-Gitarristen Johnny Winter mit Leidenschaft. Aber dann…
Am 4. Mai 2011 hat Johnny Winter in Berlin gespielt, zum Auftakt einer Europa-Tour. Die Vorfreude erweckte gloriose Memoiren. Stonezeitliche Rocker – etliche leben ja noch – schwärmen bekanntlich gern von ihrer wildermutigen Jugend und wie sie damals die weichlichen Beatles-Fans verachtet haben. Unsereins, etwas jünger, bevorzugte Bluesrock-Gitarrengötter. Gitarristisch wirkten die Rolling Stones nicht minder limitiert als die Beatles. Jimi Hendrix, Duane Allman, Eric Clapton waren schneller, also besser. Der Speed King hieß Johnny Winter, laut Rock-Lexikon "ein hundertdreißigpfündiger schielender Albino, der so ziemlich die flüssigste Gitarre spielt, die man jemals gehört hat". Fürwahr, Winter raste. Er tobte übers Brett, er quirlte die Saiten, er häckselte Vierundsechzigstel-Noten. Sein Paradestück warnte vermutlich vor ihm selbst: Be Careful With A Fool .

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Wir wussten nicht, dass Winter die Rockstar-Hysterie hasste. Im Herzen war er Bluesmann. 1944 in Beaumont/Texas als Sohn eines Baumwoll-Plantagenbesitzers geboren und fast blind, wuchs der Außenseiter gewissermaßen als weißer Schwarzer auf. Mit 18 verschwand er mit seiner Gitarre gen Chicago. Dort fand er keinen Erfolg. Er trampte durch den Süden und spielte sich durch. Die Hippie-Ära begann. Deren Protagonisten pushten den Blues. Weiße Briten adaptierten die schwarze Musik und reimportierten sie als Pop in die USA. Die Stones, John Mayalls Bluesbreakers, Eric Burdon & The Animals, Led Zeppelin schossen hoch, die Plattenfirmen griffen hektisch zu. Mit 300.000 Dollar, dem bis dato üppigsten Vorschuss der jungen Rockgeschichte, schnappten sich Columbia Records Johnny Winter. Der hielt den Tourneestress nicht durch, verfiel dem Heroin, und verschwand 1971, suizidgefährdet, für fast ein Jahr in einer Entziehungsklinik.
Sein Comeback-Album von 1973 hieß programmatisch Still Alive And Well . Erst 1977, mit Nothin' But The Blues , beendete Winter das Kapitel Rock'n'Roll-Star. Fortan spielte er Blues in der Tradition seines Idols Muddy Waters, freilich weitaus virtuoser. Waters starb 1983. Sein Spätwerk hat Johnny Winter produziert, teils instrumental begleitet. Und kürzlich erschien eine DVD jenes Konzerts, das Winter europaweit bekannt machte: der Rockpalast-Auftritt in der Essener Gruga-Halle am 22. April 1979. Die Live-Rocknächte des WDR wurden in ganz Westeuropa übertragen, vom Nordkap bis Sizilien. Auch in televisionär begnadeten Regionen der DDR war Winters Gala-Auftritt zu sehen. Hierzu benötigte man einen Fernsehapparat. Man hatte keinen? Null Problem. Man ging in Ostberlin auf die Straße, hielt Ausschau nach einem bluesartigen Menschen und fragte: "Kuckste irgendwo Rockpalast?"
Die 79er-Erinnerung meldet einen Dachboden im Prenzlauer Berg, überfüllt von fünfzig Bluesern aus der ganzen DDR. Andachtsvoll umlagerten sie einen kleinen Schwarzweiß-Fernseher. Der Ton dröhnte aus einer Mammutbox. Die J. Geils Band eröffnete die Show, danach kam Patti Smith. Und dann erhob sich der Gitarrensturm Johnny, mit Hideaway , gefolgt von Messin' With The Kid . Zwei Stunden tobte Winters Trio (J.W. plus Schlagzeuger Bobby Torello und Bassist Jon Paris, mit dem Winter zeitweilig das Instrument tauschte). Dann flammte in Essen das Saallicht auf. In Ostberlin taumelten wir benommen auf die morgenrötliche Pappelallee, trunken ohne Alkohol.
Mit Rührung sieht man die DVD 31 Jahre später: Johnny Winter, jung, im Vollbesitz seiner selbst und der Musik, obzwar ihn, bedingt durch den Albinismus, extreme Sehschwäche hemmt. Sonst er ist bei allen Kräften. Das würde sich ändern. In den neunziger Jahren baute Winter ab. Zu Beginn des neuen Jahrtausends schien er dem Ende geweiht. Wer ihn sah, fühlte sich beklommen. Johnny Winters Stil lebt von der Virtuosität, doch nun wurde ein tapernder Greis auf die Bühne geführt. Er setzte sich, spielte verlangsamt und reduziert, sang brüchig. Live Is Hard And Then You Die . Er blieb am Leben. Vor vier Jahren wirkte er leidlich repariert. Und nun kam er wieder nach Berlin, in die Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg.


Wir waren verabredet, am späten Nachmittag, zur Soundcheck-Zeit. Schon aus der Ferne vernahm man köstliches Getöse: Get Down , mit rasanter Gitarre, die aber fremd klang, ebenso die Stimme. Im Kesselhaus probte Winters Band. Vito Liuzzi trommelte und sang das down down down , Scott Spray pumpte Bass, Gitarrist Paul Nelson hobelte sein Brett. Er legte es ab, begrüßte und führte uns über den Hof, zu einem kleinen Bus. Darin saß an einem Tischchen ein dürrer alter Mann und lauschte archaischem Blues-Gesang: "Das", sagte Johnny Winter, "ist Big Bill Broonzy".
"Johnny, warum Blues? Wie kam ein Mensch, der weißer nicht sein kann, zur schwarzen Musik?"
"Ich hörte den Blues als Kind", sagte Winter. "Ich dachte: Das ist die tollste Musik der Welt, das will ich können."
"Damals herrschte Rassentrennung in den USA. Was dachten Weiße, wenn du ihnen mit Blues kamst?"
Winter lachte, hustend. Natürlich habe er Blues nicht für Weiße spielen können, höchstens mal ein untergeschmuggeltes Stück. Schwarze hätten gar nicht in weißen Etablissements auftreten dürfen.
"Aber du für Schwarze?"
"Ohne Probleme", sagte Winter und erzählte, wie er, mit 17 Jahren, erstmals B. B. Kings Club betrat, als einziger Weißer weit und breit. King, erschrocken, hielt ihn für einen Steuerspion. Dann ließ er ihn, da der jugendliche Taxman bettelte, sogar auf die Bühne. "Mein erster Auftritt vor einem schwarzen Publikum", sagt Winter, immer noch stolz. "Ich bekam eine Standing Ovation ."
"Hat dich das überrascht?"
"Nein", lächelte Winter. " I knew I was good. "
"Dann geriet der Süden in Bewegung. Martin Luther King, die Bürgerrechtsbewegung..."
"Ja, das musste passieren. Es war zu übel im Süden. Und auf einmal wollten die weißen Kids schwarze Musik hören."
"Kaum jemand weiß, dass du 1969 beim Woodstock-Festival gespielt hast. Warum tauchst du in dem Film nicht auf?"
"Das zu untersagen", erklärte Winter, "hat mein damaliger Manager als größten Fehler seines Lebens bezeichnet. Er dachte, das Festival ist finanziell ein Desaster, dem Film wird es genauso ergehen."
"Bereust du das?"
"Natürlich", sagte Winter. – Allerdings zeigt ihn die jüngste Langversion des Woodstock-Films, ediert 2009. Gleichfalls zum 40. Jahrestag des epischen Festivals erschien Johnny Winters fulminanter Auftritt komplett als CD. Auch ohne Kontrakt hatten die Veranstalter mitgeschnitten.
"Johnny, wie war Woodstock?"
"Schlammig und schrecklich. Toll, für so viele Leute zu spielen. Aber es war das reinste Chaos."
"Warum bist du zum Blues gewechselt?"
"Ich liebe den frühen Rock'n'Roll, aber ich wollte nie ein Rockstar sein. Mein Manager wünschte sich das, da gab's mehr zu verdienen. Ich mag das Rockbusiness nicht, die Leute, das Benehmen …"
"Warum hörte Blues auf, die Popmusik der Schwarzen zu sein?"
"Weil die Leute Blues mit schlechten Zeiten verbanden. Daran wollten sie nicht erinnert werden. Tja, schade, nun hören sie Hip-Hop, Rap …"
"Was ist für dich Blues? Philosophie? Kunst der Traurigkeit?"
"Nein. It makes me happy . Wenn ich Blues spiele, geht es mir gut."
"Es ging dir lange gar nicht gut. Gab es eine Zeit, in der du nicht mehr spielen konntest, wie du wolltest?"
"Ja, die neunziger Jahre waren schlecht für mich. Ich hab zu viele Dinge genommen."
"Und was hat das geändert?"
"Ich nahm nichts mehr. Hab auch das Trinken aufgegeben."
"War das schwer?"
"Nein. Ich habe einfach entschieden, das wäre gut."
"Mann, warum hast du dann nicht eher aufgehört?"

Winter lachte: "Weil ich nicht eher wollte. Erst als es mich beschädigt hat. So lange es Spaß machte, war's okay."
"Bist du ein religiöser Mensch?"

"Yes. I'm a Christian."
"Welche Johnny-Winter-Aufnahme würdest du Petrus am Himmelstor als deine größte Lebensleistung präsentieren?"
"Oh", sagte Winter, "das sind so viele Songs. Vielleicht Be Careful With A Fool . Und When You Got A Good Friend , die alte Robert-Johnson-Nummer. Welche Platte magst du denn am liebsten?"
"Deine erste. Und Nothing But The Blues . Die späten Muddy-Waters-Scheiben. Guitar Slinger , Serious Business , Third Degree , deine Alligator-Sachen aus den Achtzigern. Let Me In von 1991 …"
"Ich mag die alle", sagte Winter.
"Bereust du nichts? Was würdest du gern noch mal anders machen?"
"Die Rock'n'Roll-Platten mit Rick Derringer, Johnny Winter And , Live , solche Sachen. Aber die verkauften sich am besten, also sollte ich es lassen, wie es ist."
"Blues hat afrikanische Wurzeln. Hast du je mit afrikanischen Musikern gespielt, wie Ry Cooder mit Ali Farka Touré aus Mali?"
Nein, sagte Winter, er sei niemals afrikanischen Musikern begegnet. Allerdings war er gerade in Japan, erstmals in seinem Leben. "Drei ausverkaufte Shows in Tokyo. Ich dachte, die Japaner wären reserviert. Nicht im geringsten!"
"Und Fukushima ?"
Tokio betreffe das nicht, meinte Winter. Er zeigte den rechten Innenarm, wo der illustrated man zu seinen weltweit gesammelten Tattoos nun auch ein japanisches trägt: drei rätselhafte Schriftzeichen, die blue music feather bedeuten, oder so ähnlich. Für Blues hätten Japaner kein Wort.
Der Worte waren genug gewechselt. Wir verließen Winter. Der wird demnächst nach langer Zeit ein neues Album veröffentlichen, mit Lieblingsstücken seiner Jugend: Songs von Chuck Berry, Elmore James, T. Bone Walker, Bobby Bland … Johnny-Winter-Fans hören konservativ. Sie erwarten, was sie kennen: gediegene Exempel des Wohlvertrauten. Schon gar nicht schrecken Winters 67 Jahre. Bluesleute sind alt. Auch das Publikum, das sich nun versammelte, wirkte überaus volljährig. Viele suchten Karten. Ausverkauft!
Es wurde ein lautes Konzert. Die Band begann zu dritt. Während des Intros kam Winter auf die Bühne. Nahm umjubelt Platz. Begann mit Hideaway . Ließ Sugar Coated Love folgen. Sehr muskulär rockte die Band, auf fettem Boogie-Fundament. Der Gitarrist Paul Nelson verschalte die Strukturen, in welche Johnny Winter seine rasanten Dauersoli flocht. Die Läufe perlten, zerrten, unterschliffen, jaulten delikat wie je. Winters Stimme freilich krähte weniger vital als ehedem, und die Beton-Akustik vermatschte manches. Erstaunlich war, dass Winter nur eine seiner lodernden Slowblues-Nummern spielte: Black Jack von Ray Charles. Ansonsten gab es Klassiker: Johnny B. Goode , Good Morning Little School Girl , Muddy Waters' Got My Mojo Working , aber auch Gimme Shelter von den Rolling Stones … Nach 70 Minuten erhob sich der Meister und ging. Er kam zurück, ohne die kopflose Lazer-Gitarre. Er ließ sich die mächtige Gibson Firebird reichen und schloss mit zwei Slide-Orgien: Dust My Broom von Elmore James und Bob Dylans Highway 61 Revisited .
Dann war's vorbei. Winter dankte und trat ab. Das schlohe Haar bedeckte seine Schultern wie eine weiße Stola. Als er so sorgsam tappend verschwand, ergriff mich ein seltsames Déjà-vu: Einst sah ich im Petersdom den greisen Papst Johannes Paul II. ebenso fragil aus der überfüllten Halle schreiten, bis ihn eine Tür verbarg. Wahrhaftig, der späte Winter erinnert an den polnischen Schmerzensmann und sein öffentlich zelebriertes Siechtum.
Sonderbare Heimfahrt: An diesem 4. Mai 2011 lag in der nächtlichen Berliner Straßenbahn eine Süddeutsche Zeitung vom 2. Mai. Darin las man über die römische Seligsprechung Johnny Paul des Zwoten . Der Geist verbindet, was er will; folglich fiel mir zu Johnny Winter der Apostel Paulus ein: "Die Liebe höret nimmer auf". Andernorts schreibt er: "Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast." Mach ich. Johnny Winters Blues gehört zu meinem Leben. Ich liebe ihn auch nach Jahrzehnten – einst mit Leidenschaft, heute in Treue. 
aus: http://www.zeit.de/kultur/musik/2011-05/johnny-winter-berlin

Noch ein Konzerttip:

Was sagt Laut.de dazu?  http://www.laut.de/Johnny-Winter


Freitag, 12. Juli 2013

Bob Corritore

Bob Corritore


Bob Corritore ist einer der aktivsten und angesehensten Blues-Harp-Spieler der heutigen Szene. Sein leidenschaftlich
er Stil kommt von deralten Schule, die Corritore als junger Mann direkt von vielen ursprünglichen Pionierendes Chicago Blues gelernt hat. Seine sympathisches, aber feurigesMundharmonika-spiel ist auf über 50 Releases zu hören, auf Labels wie HighTone Records, HMG, blaue Hexe, Blind Pig, Ohrwurm, Ruf, Putumayo, Random Chance, und der VizzTone Label Group und dem großen Delta Groove Label.

Geboren am 27. September 1956 in Chicago, hörte Bob im Alter von 1
2Muddy Waters im Radio, ein Ereignis das sein Leben für immer veränderte. Innerhalb eines Jahres spielte er Mundharmonika und sammelteBlues Alben. Schon als Teenager besuchte er Blues-Sessions, darunter eine Muddy Waters Session an der Turnhalle seiner High School. Er smit John Henry Davis auf der Maxwell Street, bis er alt genug war, um in sich in Blues-Clubs zu schleichen. Er hing mit großenHarpspielernwie Big Walter Horton, Kleine Mack Simmons, Louis Myers, Junior Wells, Big John Wrencher und Carey Bell herum und erhielt Mundharmonika Tipps und Ermutigungen von ihnen. Er sah regelmäßig die Asse, Howlin 'Wolf, Muddy Waters, Billy Boy Arnold, John Brim, Sunnyland Schlank, Smokey Smothers, Eddie Taylor und in vielen Fällen wurden sie seine persönlichen Freunde. Corritore arbeitete mit TailDragger, Big Moose Walker, Willie Buck, Louis und Dave Myers, Eddie und Taylor in den späten 70er und frühen 80er Jahre. Er produzierte auch seine ersten Aufnahmen während dieser Zeit mit Mundharmonika Größen wie Little Willie Anderson und Big Leon Brooks ins Studio.

Im Jahr 1981 wagte
es Bob im Südwesten, in Phoenix, Arizona zu leben. Innerhalb von Monaten wurdenLouisiana Red und Bob Freundeund sie spielten für etwa ein Jahr zusammen, bis Red nach Deutschland ging. Für den Rest der 1980iger arbeitete Bob in Phoenix und Umgebungmit Big Pete Pearson, Buddy Reed, Tommy Dukes, Chef Schabuttie Gilliame und einer aufstrebenden Janiva Magness zusammen.
Im Jahr 1984 erweiterte Bob sein Leistungsspektrummit einer Blues-Radio-Show namens „Lowdown Blues“ auf KJZZ, dem führenden Radiosender in PHÖNIX. 1986 zog der ehemalige Howlin 'Wolf Schlagzeuger Chico Chism nach Phoenix. Daraus wurde eine 20-jährige Partnerschaft mit Bob, die bis zum Tode von Chico im Jahre 2007 dauerte. Im Jahr 1991 eröffnete derinzwischen berühmte Blues und Roots Concert Club, The Rhythm Room. Der Klub wurdeein Katalysator für Bob´s musikalische Projekte. Er lud oftgroße Künstler nach Phoenix ein, und Bobs Band, die Rhythm Room All-Stars, begleitetendiese Gastkünstler auf Shows und beiAufnahmen.
Bob Archive dieser Sessionssind berühmt, und umfassen Sitzungen mit Bo Diddley, Little Milton, John Brim, Jimmy Rogers, Henry Gray, Pinetop Perkins, Henry Townsend, Honeyboy Edwards, Big Jack Johnson, Ike Turner, Smokey Wilson. Lil 'Ed, Willie "Big Eyes" Smith, Windel Brown, RL Burnside, Robert Lockwood, Jr., Sam Lay, Barbara Lynn, John Primer, Eddy Clearwater, und vielenanderen.

1999 veröffentlichte Bob seine erste CD
mitnationalenMusikern, kombiniert miteinigender Höhepunkte au seinem Archiv. Die CD hieß All-Star Blues Sessions und wurde auf HighTone Records mit großem Tamtam veröffentlicht.




Es folgteeine lange Reihe von CDs auf HighTone Records
mit Bob alsMundharmonika-Spieler undProduzent.



Bob fing an nationale Festival-Auftritte mit Henry Gray und Louisiana Red zu organisieren. Bob produzierte als Co-Produzent Mundharmonika-Ass Kim Wilson im Jahr 2001 mit dem Release von Smokin 'Joint, dasim folgenden Jahr eine Grammy-Nominierung erhielt.
Im Jahr 2005 tratendie Bob Rhythm Room All-Stars mitBig Pete Pearson auf dem Marco Fiume Blues Passions Festival in Italien auf, was ihm eine ganz neue Welt von europäischem Interesse anseinerMundharmonika Kunst eröffnete.


Dies führte zu vielen Besuche in Europa bei verschiedene Festivals und Aufführungen, sowie zu einerständig wachsendenweltweitenFangemeinde. Im Jahr 2007, verkündeteder Bürgermeister von Phoenix offiziell den29. September 2007 als "Bob Corritore Day" zu Ehren des musikalischen BeitragsBobs zu seiner Gemeinde. Auch in diesem Jahr erhielt Bob den"Blues Alive-Award“ von der Blues Foundation. Für die Zusammenarbeit von Bob mit Dave Riley, Travelin 'The Dirt Road, wurde Bob 2007 für einen Blues Music Award nominiert. Bob wurde auch 2008für seine Mundharmonika Arbeit für denGrammy CD / DVD von Pinetop Perkins ®-nominiert, On The 88s.
Bob 's Produktive Aktivität mit dem „BlueWitch Label“als Produzent undHarp-Spieler brachte ihm zusätzliche Bekanntheit.


Bob unterzeichnete bei dem großen Delta Groove Label für eine 2010-Version, die Bobs starke Position als einer der Hauptakteure in der heutigen Blues-Welt verfestigte.


Im Jahr 2011 wurde er für einenBMA (Blues Music Award) und einenWohnzimmer Blues Award für den besten Mundharmonika-Spieler nominiert. Seine CD Bob Corritore & Friends / Blues Harmonica erhielt einenBMA für Historical Album of the Year


Auch im Jahr 2011 vergabder Staat Arizona Bob eine Certifiate der Anerkennung für seine Arbeit in der Blues-Musik.

2012 kam das Album „Longtime Friends in the Blues“ von TailDragger & Bob Corritore heraus.
Corritore produzierte er außerdemdas Album „Son Of The Seventh Son“, die Debüt-CD desältestenSohnsvon Muddy Waters.


Bob hatte einen Gastauftritt auf dem Album „Double Dynamite“ von den Mannish Boys.


Bob tritt regelmäßig auf der ganzen Welt mit zahlreichen Projekten auf, einschließlich Dave Riley & Bob Corritore, TailDragger, Mud Morganfield Blues Band, The Rhythm Room All-Stars, Henry Gray, Sam Lay, Bob Margolin, Diunna Greenleaf, The Bob Riedy Blues Band und anderen.
VerfolgenSie Bob´saktive Arbeit bei der Präsentation von traditionellem Mundharmonika-Blues auf die Weltbühne weiter.

frei übersetzt nach Bob Corritore  






CD-Tip Amazon: Harmonica Blues

http://www.amazon.de/Harmonica-Blues-Corritore-Bob/dp/B003Q5HN6A/ref=sr_1_3?s=music&ie=UTF8&qid=1373621070&sr=1-3&keywords=bob+corritore



empfehlenswerter Link: http://www.deltagrooveproductions.com/music/artists/harpblast/main.html



John Primer & Bob Corritore - Knockin‘ Around These Blues 

Was braucht man zur Zubereitung eines großartiges Mahles? Hervorragende Zutaten, großartige Köche, ganz viel Freude am Tun und einen Platz zum Genießen. Mit John Primer und Bob Corritore waren hier zwei Großmeister der Zunft des Chicago-Blues am Werk.
Der Gitarrist und Sänger John Primer hat in der Band von Junior Wells gespielt, in der Muddy Waters Band, der Band von Magic Slim und mit James Cotton. Das entspricht mindestens dem Abschluß an einer Elite Hochschule.
Der Harp-Spieler Bob Corritore kam in den 70ern nach Chicago und spielte mit den Großen der Zunft. Er ging später nach Phoenix und ist als Musiker, Musikproduzent, Radiomoderator und Inhaber des Rhythm Rooms selbst eine werdende Legende. 2012 wurde er als Male Blues Artist of the Year für einen Blues Blast Music Award vorgeschlagen.

Die Auswahl der Songs ist perfekt: Die Protagonisten bieten eine tolle Mischung aus eigenem Material und bekannten Stücken. Die CD ist der Nachweis, daß der klassische Chicago Blues lebt – und wie! Dazu tragen die weiteren beteiligten Musiker einen ganz erheblichen Teil bei. Kann man mehr aufbieten als Bob Stroger am Bass, Barrelhouse Chuck am Piano, Kenny „Beedy Eyes“ Smith an den Drums und die großartigen Rhythm Room All-Stars (Chris James, Patrick Rynn & Bryan Fahey)? Das Ganze gekocht im Rhythm Room in Phoenix Arizona, einer der bekanntesten Blues Locations in den USA.
Die Herren sind in ihrer Gesamtheit keine müden Veteranen sondern hochgradige Chicago-Blues-Spezialisten, die problemlos einen Saal zum Kochen bringen. Hier verbirgt sich denn vielleicht auch der einzige Wermutstropfen im Blues-Ozean – die CD wäre nur durch eine Live-Version zu toppen bei deren Einspielung ich in Phoenix anwesend gewesen wäre. Sie kommt dem allerdings sehr nahe: es waren nur zwei Sitzungen zur Aufzeichnung erforderlich. Trotzdem schade, dass ich nicht dabei war.

Die CD gehört auf den Plattenteller (in den CD Spieler) eines jeden Chicago Blues Fans. Es ist zeitloser durchgängig traditioneller Blues auf höchstmöglichem Niveau, der den Liebhaber begeistert und neue Freunde für die Stilrichtung gewinnt. Ich bin kein Prophet, doch diese CD wird im Laufe des Jahres mit Preisen überschüttet werden.
Delta Groove sollte den Digi Pack mit einem deutlich lesbaren Aufkleber versehen: VORSICHT SUCHTGEFAHR! (Delta Groove/in-akustik)


http://wasser-prawda.de/de/platten/blues/item/john-primer-bob-corritore-knockin%E2%80%98-around-these-blues-2.html 



Donnerstag, 11. Juli 2013

Beth Hart

Beth Hart

Als ich diese Frau das erste mal hörte, musste ich gleich an Janis denken. Diese Stimme und diese Kraft von Beth, dass ist schon eine andere Liga, als diese Hitparadenmäuschen.

Als erste gleich mal einen Youtube-Tip: Beth Hart mit  Whole Lotta Love


Dieser Titel zeigt, dass sie jetzt nicht eine typische Bluessängerin ist. Aber das Potenzial ihrer Stimme lässt
in dieser Richtung noch viel erwarten. Die Zusammenarbeit mit Joe Bonamassa liefert erstbeinmal ein Stück was nicht unbedingt Blues ist - Nutbush City Limits, Tina lässt grüssen



Mit dem nächsten Beispiel kommen wir dem Blues ein ganzes Stück näher, dass ist genau das was ich in Bezug auf die Zusammenarbeit mit Joe Bonamassa meine


Beth Hart (* 24. Januar 1972 in Los Angeles) ist eine US-amerikanische Rock-Musikerin und Sängerin.
Sie studierte Cello und Gesang an der Los Angeles High School Of Performing Arts, schloss das Studium aber nicht ab. 1993 trat sie bei Star Search auf und veröffentlichte im gleichen Jahr ihr erstes Album. Die 1996 erschienene CD Immortal brachte sie als Beth Hart Band mit Jimmy Khoury, Sergio Gonzalez und Tal Herzberg heraus. Mit dem dritten Album Screamin’ for My Supper und dem darauf enthaltenen Track L. A. Song erlangte sie in den USA einen größeren Bekanntheitsgrad. Gleichzeitig spielte sie in dem Musical Love, Janis die Rolle der Janis Joplin. Das vierte Album Leave the Light On, auf dem sie ihre Drogensucht und den Entzug thematisiert, kam in Deutschland in einer veränderten Version heraus. 2007 erschien 37 Days und 2010 das Album My California.

Beth Hart ist verheiratet und lebt in Los Angeles.


Zur Homepage von Beth


CD-Tip: Seesaw

Joe Bonamassa & Beth HartMP3-Download


http://www.amazon.de/Seesaw-Hart/dp/B00CA9VR88/ref=sr_1_3?s=music&ie=UTF8&qid=1373545913&sr=1-3&keywords=seesaw

Ein ganzes Konzert (24. März 2011 - Crossroads - Bonn, Harmonie)
kann man unter: http://www.wdr.de/tv/rockpalast/extra/videos/2011/0324/beth_hart.jsp

genießen

Don't Explain hieß die erste, eine vollständige CD umfassende Kollaboration von Beth Hart und Joe Bonamassa. Und in der Tat brauchten die beiden Protagonisten nichts zu erklären, sprach doch die Musik allein für sich. Und so war "Don't Explain" das erste - und bislang einzige - Album, dem ich 10 von 10 RockTimes-Uhren verliehen habe. Mein damaliges Resumee lautete:
»Mögen Joe Bonamassa und Beth Hart zu gegebener Zeit wieder kooperieren; nichts kann ich mir sehnlicher wünschen. Aber bitte nicht in dieser schnellen Abfolge, die Joe bei seinen eigenen Produktionen derzeit walten lässt. Ich möchte noch möglichst lange die aktuelle Scheibe als etwas wirklich Besonderes wahrnehmen.«
Beide Wünsche sind mit dem vorliegenden "Seesaw" in Erfüllung gegangen. Nach dem großen Erfolg war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis Beth Hart und Joe Bonamassa einen Nachfolger präsentieren würden. Doch die Zeit reichte mir, den Vorgänger mit gleichbleibender - wenn nicht sogar noch wachsender - Begeisterung nahezu zu verinnerlichen. Und sie reichte den Musikern, wieder eine grandiose Auswahl von Songs vorzunehmen, die sie für "Seesaw" gecovert haben. Denn das Rezept für das vorliegende Album war auch der Erfolg des Erstlings. Die Zutaten für das vorliegende Menü können indes kaum unterschiedlicher sein: Songs aus den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts bis hin zu top-aktuellen Titeln, zudem aus den unterschiedlichsten musikalischen Stilrichtungen, sind hier vereint.
Doch bei einem bloßen 'Nachkochen' des bewährten Rezepts bleibt es nicht. Das merkt man schon mit dem ersten Ton, der ankündigt, dass hier viel 'Gebläse' zum Einsatz kommen wird. Allein diese Instrumentierung bringt einen ganz neuen Schwung ins Menü. Und bei "Them There Eyes" zeigt Joe Bonamassa, dass er auch Jazz kann; der Song swingt einfach herrlich daher. Shuffeliger hingegen das nachfolgende "Close To My Fire", doch auch den Song kann man getrost dem (Bar-)Jazz zuordnen. Die Bläser sind etwas dezenter, dennoch deutlich wahrnehmbar.
Und wenn bei einem derartigen Album die Bläserfraktion so lautstark vertreten ist, ist das Covern von "Nutbush City Limits" nahezu zwingend. Wer diesen von Tina Turner komponierten letzten Hit von Ike & Tina Turner aus dem Jahre 1973 - und später natürlich auch von ihr selbst - nicht kennt, hat die vergangenen 40 Jahre in einem abgeschiedenen Kloster auf einer griechischen Insel gelebt (und selbst dort war er von den Stranddissen herauf schallend nicht zu ignorieren). Kann denn die aus Los Angeles von der Westküste der USA stammende Beth Hart genauso intensiv Tinas Heimatort im Osten der Staaten besingen wie diese? Sie kann - und wie! Ihre ganze Seele legt sie in diesen Song. Und auch Joe Bonamassa kann seiner Gitarre an den richtigen Stellen die richtigen Riffs, die richtigen Töne entlocken, bevor die Nummer abrupt endet.
Welch ein Stimmungswechsel erfolgt mit "I Love You More Than You'll Ever Know". Diesen wunderbaren Al Kooper-Song habe ich in erster Linie in der Version von Blood, Sweat & Tears im Ohr, und daher zwingt sich mir die Frage auf: Beth Hart anstelle von David Clayton-Thomas, geht das denn überhaupt? Es geht! Die Intensität, die Beth Hart in dieses Stück legt, mit über sieben Minuten der längste Track auf der vorliegenden Scheibe, ist schon bemerkenswert. Und auch Joe Bonamassa zaubert wiederum grandiose Soli.
Fing ich gerade an zu träumen, werde ich von "Can't Let You Go" schnell wieder geweckt. Flotter Rockabilly mit im Hintergrund noch dezentem Akkordeon (mehr dazu später). Der Track hat offenbar auch den Kollegen im Studio Spaß gemacht, denn am Ende setzt spontaner Applaus ein. Krachend setzen die Bläser wiederum bei "Miss Lady" ein. Funkiger Soul aus voller Seele, so vermag ich das Gehörte am besten zu umschreiben. Joes Sologitarre duettiert mit Beths Stimme zunächst im Mittelteil noch zurückhaltend. Nach knapp zwei Minuten scheint der Song bereits zu Ende zu gehen, bevor noch einmal beide Protagonisten (sowie die gesamte Band, insbesondere aber natürlich die Bläser!) tief Luft holen und ein länger als der erste Teil dauerndes Reprise dranhängen - ein Stilmittel, dass die Beiden bereits auf dem Vorgängeralbum bei "I'd Rather Go Blind" eingesetzt haben und von daher nicht wirklich überraschend, dennoch aber wieder klasse! Bläsersequenzen, Sologitarre, kraftvoller Gesang, alles bestens aufeinander abgestimmt, sowie ein lang andauerndes 'Outro' lassen den Hörer erschöpft zurück.
Etwas Entspannung bietet dafür das folgende "If I Tell You I Love You", das trotz des englischen Titels sofort aufgrund des vordergründigen Einsatzes des Akkordeons deutlich macht, dass es hierbei in Richtung französisches Chanson geht. Auch hier sind Beth Hart und ihre Mitmusikanten absolut stilsicher. Und zum Abschluss ein gehauchtes »Oui, je t'aime, oui, je t'aime«. Man fühlt sich mitten in Paris, herrlich!
Bei "Rhymes" muss ich irgendwie an Voodoo-Zauber denken; allein der mehrmalige Einsatz einer Vibra Slap lässt mich erschauern. Doch insgesamt ist der Song mehr am Delta Blues ausgerichtet. "A Sunday Kind Of Love" ist im Vergleich dazu - zumal stark mit Streichern unterlegt - geradezu eine Schnulze im Dreivierteltakt. Allein der raue Gesang von Beth Hart verhindert ein allzu starkes Abdriften in seichte Gewässer. Zum Schluss noch ein traumhaftes Gitarrensolo, so lässt sich das Lied doch noch genießen. Das Titelsstück "Seesaw" ist wieder von der rockigeren Art im Stile des bereits ausgiebig gewürdigten "Nutbush City Limits". Hier übernehmen zudem Beth Hart, Joe Bonamassa sowie der zweite Gitarrist Blondie Chaplin gemeinsam den Background-Gesang.
Den 'Rausschmeißer' bildet "Strange Fruit", ein Lied, das den Rassismus in Amerika zum Thema hat. Beth Hart tritt mit ihrer Version in große Fußstapfen zahlreicher großer Interpreten, wobei sie sich nach eigener Aussage mit ihrer Interpretation bewusst nicht an Billie Holiday orientiert haben will. Und egal, ob sie ein anderes Vorbild hatte, Beth Hart macht den Song zu ihrem Song und zeigt einmal mehr, dass sie die unterschiedlichsten Stimmungen mit ihrem eindringlichen Gesang wiedergeben kann. Die ruhige Musik im Hintergrund ist hier nicht mehr als Beiwerk, die aber mit der jaulenden Gitarre zum Ende hin das Gänsehaut-Feeling noch verstärkt. Großes Theater mit einem großartigen Finale!
Das Album ist wieder produziert von Joe Bonamassas Leib- und Magen-Produzenten Kevin Shirley, der den einzelnen Titeln genau die passende Stimmung verpasst hat. Die Bläser sind zudem in einer Brillanz zu vernehmen, die nichts zu wünschen übrig lässt. Die Rhythmusabteilung ist - wie bei Joe Bonamassa gewohnt - stark besetzt mit seinem langjährigen Drummer Anton Fig sowie dem ruhigen, dennoch charismatischen Carmine Rojas an den dicken Saiten.
Auch wenn die Grundidee für das vorliegende Album nicht neu ist, die CD ist beileibe keine "Don't Explain - Part II"-Scheibe geworden. Dennoch: Wem die erste Kollaboration der beiden Protagonisten gefallen hat, wird auch diese Scheibe mögen; wer - wie ich - von "Don't Explain" begeistert war, der wird Ähnliches für "Seesaw" empfinden! Daher möchte ich dieser Rezension mit einem weiteren Zitat aus meinem seinerzeitigen Review beenden, das auch vorliegend Gültigkeit hat, da ich wiederum weitestgehend auf Vergleiche zu Vorversionen der Songs verzichtet habe:
»Jeder Hörer wird - bewusst oder unbewusst - Vergleiche anstellen und entsprechend bewerten. Für mich sind die vorliegenden Songs - mögen sie auch nah am Original angelegt sein oder eine völlig abweichende Interpretation darstellen - für sich genommen einfach erstklassige Interpretationen, die für sich allein stehen. Und - nebenbei bemerkt - die keinen Vergleich zu scheuen brauchen!«

Und daher - ich habe lange gezögert, denn der Überraschungseffekt des Erstlings ist hier nicht mehr gegeben, aber die Ausführung unterscheidet sich doch deutlich - vergebe ich erneut
10 von 10 RockTimes-Uhren für diese geniale Scheibe!
Doch noch ein Nachsatz: Die mir vorliegende 'Ltd. Edition' (eine andere Ausgabe gibt es neben einer LP-Version derzeit überhaupt nicht!) beinhaltet noch eine DVD, auf der insbesondere längere Interviews mit sämtlichen Musikern sowie Ausschnitte von den Aufnahmen zu sehen sind. Das ist wirklich interessant anzuschauen und anzuhören und man kann erkennen, wie viel Sorgfalt alle Beteiligten in die Aufnahmen gesteckt haben. Darüber hinaus gibt es von drei Nummern ("Nutbush City Limits", "Rhymes" sowie "Strange Fruit" die komplette Studio-Aufnahme zu sehen. Auch die Qualität dieses Silberlings gibt keinen Grund zur Beanstandung. Sollte die Erstausgabe von "Seesaw" tatsächlich limitiert sein, sollte man sich beeilen, das Album zu erwerben (und nicht nur digital herunterzuladen), da die DVD bei vergleichsweise günstigem Gesamtpreis einen echten Mehrwert bietet.


Zum Schluss noch einen Beitrag aus dem Roxikon : http://www.roxikon.de/rock/rock-personen/beth-hart/ 

Beth Hart


Hart, Beth, amerikanische Rockmusikerin (Gesang, Klavier), * Pasadena (Kalifornien) 24.1. 1972

Biografie

Beth Hart erhielt ab ihrem fünften Lebensjahr Klavierunterricht. Mit zunehmendem Alter begann sie, sich für Soul und Rock interessierte. Zwr wrude sie als Teenager abhängig von Alkohol und Heroin, nahm aber dennoch an der Los Angeles High School fort he Performing Arts ein Studium in den Fächern Gesang und Violoncello auf. Während des Studiums widmete sie sich mehr und mehr dem Schreiben eigener Musik und trat mit Interpretationen einiger Songs von Janis Joplin, Melissa Etheridge und Aretha Franklin so häufig öffentlich als Sängerin auf, dass sie darüber ihr Studium vernachlässigte und schließlich von der Hochschule relegiert wurde. Nach einem weiteren gescheiterten Versuch, eine Ausbildung abzuschließen, wandte sie sich endgültig der Musik zu.
Zunächst gründete sie mit dem israelischen Bassisten Tal Herzberg und dem Gitarristen Jimmy Khoury ein Trio, zu dem bald der Schlagzeuger Sergio Gonzales stieß. Die Band fiel dem Musikmanager David Wolff auf, der es erreichte, dass das Label Atlantic Records das Quartett unter Vertrag nahm. 1996 legte die Gruppe mit »Immortal« das Debüt-Album vor, dem nach einer längeren Tournee und einer sich über Jahre erstreckenden Erholungspause in Birmingham erst 1999 »Screaming for My Supper« folgte. Die dem Album entnommene Single »L.A. Song (Out of this Town)« fand in den USA, aber auch etwa in den Niederlanden ein großes Publikum. Beth Hart entschloss sich daraufhin, sich verstärkt ihrer eigenen Musik zu widmen und ging zurück nach Los Angeles. Zur selben Zeit nahm sie das Angebot an, in einer Theaterproduktion Janis Joplin zu verkörpern. Die Anstrengungen in Proben und Aufführungen in Verbindungen mit der Arbeit an der Karriere als Sängerin endeten für Hart im Desaster: Abhängig von aufputschenden Medikamenten fälschte sie Rezepte und fand sich schließlich im Gefängnis wieder.
Mit Hilfe ihres Managers und späteren Ehemannes Scott Gützkow gelang es Hart, die Drogen- und Alkoholabhängigkeit zu überwinden und ihre Karriere aufs Neue in Gang zu bringen. Sie gründete mit dem Gitarristen Jon Nichols und dem Bassisten Tom Lily eine neue Band, veröffentlichte 2003 »Leave the Light On« und 2004 das Live-Album »Live at Paradiso«. Bis 2007 hatte die Sängerin allerdings keinen Schlagzeuger gefunden. Für »37 Days«, einem unter Konzertbedingungen aufgenommenen Album setzte sich Todd Wolf hinter die Trommeln und blieb anschließend in der Band.
Beth Hart hat zwar – nicht zuletzt durch ihre Beteiligung an dem Broadway-Musical »Love Janis«, in dem sie Janis Joplin verkörperte – einiges dafür getan, dass sie mehr als einmal mit der weißen Blues-Sängerin schlechthin verglichen wurde, doch führt dies in die Irre: Ihr Gesangstil weist weit mehr auf Robert Plant von Led Zeppelin und vielleicht noch Roger Chapman, ähnlich auffällig ihr Stimmklang bis hin zum markanten Vibrato, ähnlich exaltiert und sexuell aufgeladen ihr Gebaren auf der Bühne. Wenn sie auch durchaus eine Live-Attraktion ist – und deshalb zumal in den Niederlanden und den skandinavischen Ländern eine feste Fan-Gemeinde hat -, so zeigen vor allem ihre Alben »Leave the Light On« und »37 Days« ihre Qualitäten als versierte Song-Schreiberin.

Mittwoch, 10. Juli 2013

Ben Harper

Ben Harper

Benjamin Chase Harper (* 28. Oktober 1969 in Claremont, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Musiker und Komponist.

Aufgewachsen in der Wüste, verbrachte er als Junge seine Zeit beim Skaten mit Freunden. Später arbeitete er zunächst als Briefträger und reparierte dann Gitarren.
Schon mit sechs Jahren begann Harper Gitarre zu spielen. Dabei wurde er stark von seiner Mutter und seiner Großmutter beeinflusst, die beide ebenfalls Gitarre spielen konnten, sowie auch von seinem Vater, einem Percussionisten. Dies ermöglichte ihm schon frühzeitig eine musikalische Entwicklung. Zu den Einflüssen in Harpers Musik gehören Folk, Blues und Reggae. Besonders begeisterten ihn Jimi Hendrix und Bob Marley, den er bei einem Konzert im Juli 1978 in Burbank (Los Angeles County) sah.[2]
Im Alter von 17 Jahren erhielt Ben Harper eine Bottleneck Slide-Gitarre (Weissenborn). Seine frühesten Auftritte hatte er im LA Circuit mit Blues-Nummern. Dadurch wurde er 1993 entdeckt und unterschrieb einen Plattenvertrag bei Virgin. Sein selbst produziertes Debütalbum legte den Grundstein seiner Karriere. Zusammen mit seiner Band, den Innocent Criminals, begann Harper 1994 eine lange Tournee durch Nordamerika und Europa, wodurch seine Bekanntheit und Beliebtheit stetig stiegen.
In den folgenden Jahren wurden weitere Alben veröffentlicht. Harpers Musikstil änderte sich, und Elemente von Gospel, Country, Jazz und Funk flossen in seine Musik ein.
Harper veröffentlichte auch ein Duett mit der brasilianischen Sängerin Vanessa da Mata, "Boa Sorte/Good Luck". In dem gemeinsam verfassten Lied singt da Mata den Text auf Portugiesisch, Ben Harper auf Englisch. Der Titel wurde Nummer eins der brasilianischen und portugiesischen Hitparaden und in Brasilien zudem 2008 mit dem bedeutenden Preis Prêmio Multishow de Música Brasileira als "bestes Lied" ausgezeichnet. Im selben Jahr gründete er auch die Band Relentless7.[3]

Ben Harper mit Ehefrau Laura Dern, 2009
Ben Harper spielte auf der Video-CD „Flake“ die Slide-Gitarre seines Kollegen Jack Johnson und arbeitete an dessen CD „Sing-A-Longs and Lullabies“ mit. Außerdem gibt Harper mit seinem langjährigen Freund des Öfteren gemeinsame Tourneen.
Im Februar 2010 gründeten Ben Harper, Dhani Harrison und Joseph Arthur die Band Fistful of Mercy. Das Debütalbum As I Call You Down erschien im Oktober 2010.[4]
Auf dem The Nightwatchman-Album World Wide Rebel Songs aus dem Jahr 2011 erscheint Ben Harper als Gastmusiker auf dem Song Save The Hammer For The Man.
Harper war von 2000 bis 2010 mit der US-Schauspielerin Laura Dern (u.a. Jurassic Park und Die Lust der schönen Rose) liiert und hat mit ihr eine Tochter (* 24. November 2004) und einen Sohn (* 21. August 2001). Das Paar heiratete 2005. Im Oktober 2010 reichte Harper wegen "unüberbrückbarer Differenzen" die Scheidung ein.[5]

Soziales Engagement

Harper trat beim Benefiz-Konzert „Change Begins Within“ der David Lynch Foundation for Consciousness-Based Education and World Peace am 4. April 2009 in der Radio City Music Hall, New York City, u.a. mit Paul McCartney, Ringo Starr, Donovan, Sheryl Crow, Eddie Vedder und Moby auf. Mit den Konzerteinnahmen will die Stiftung sozial benachteiligten Kindern die Möglichkeit geben, Transzendentale Meditation zu erlernen.[6][7]

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Ben_Harper 

 






 

http://www.amazon.de/Get-Limited-Deluxe-Harper-Ben/dp/B009ICQ6KO/ref=sr_1_1?s=music&ie=UTF8&qid=1373398985&sr=1-1&keywords=ben+harper 

 

Youtube-Tip: http://www.youtube.com/watch?v=jhTjX5PMd64

laut.de-Biografie  http://www.laut.de/Ben-Harper

Ben Harper


"Won't you help me sing, these songs of freedom, 'cause all I ever had, redemption songs." Es ist anzunehmen, dass Bob Marley auch diesen Song an jenem Abend des Jahres 1977 vorträgt, als der kleine Ben mit seinem Papi im Konzert des Reggae-Idols steht. Ben ist gerade acht Jahre alt und spielt bereits seit zwei Jahren Gitarre. Mami und Omi können schließlich auch die sechs Saiten zupfen, Papi war Perkussionist, und die Großeltern führen seit 1957 ein von Freaks rege frequentiertes Folk Music Center in Harpers Heimat Claremont, einige Meilen östlich von Los Angeles. 
Von Marley guckt sich Ben ein bisschen die artistische Magie seiner Bühnenpräsenz und die Liebe zur Spiritualität ab, doch auch inhaltlich werden später Bezüge erkennbar ("Burn One Down", "Jah Work"). Nicht nur Reggae und Roots berühren den Knaben, auch Jimi Hendrix, die Auswüchse des Delta Blues, die Rap- und Hip Hop-Szene von Los Angeles und natürlich die Folk-Musik gehören zu seinen Favoriten.
Mit siebzehn macht er die schicksalhafte Bekanntschaft mit einer Bottleneck Slide-Gitarre. Der Weissenborn (sein Markenzeichen) bleibt er seine ganze Karriere über treu. Mit ihr um den Hals trägt er im LA-Circuit erste Blues-Nummern vor, die keines Verstärkers bedürfen. Zur Belohnung wird er 1993 entdeckt, erhält einen Deal mit Virgin und veröffentlicht ein Jahr später sein selbst produziertes Debutalbum "Welcome To The Cruel World", das positive Reviews nach sich zieht. Harpers großes Talent kommt besonders in den Liveshows zum Tragen, in denen er durch sein Charisma und seine Leidenschaft jeder noch so großen Location das Gefühl eines intimen Clubs einhaucht.
Zusammen mit seiner Band, den Innocent Criminals, beginnt eine lange Tournee-Phase, dank der sich Harper vor allem in den Staaten eine ergebene Fangemeinde erspielt. Spätestens mit der Veröffentlichung seines zweiten Studioalbums "Fight For Your Mind" (1995) ist er auch in Australien, Neuseeland, Italien und Frankreich ein Seller. Die Bühne teilt er u.a. mit solch illustren Kollegen wie Pearl Jam, Dave Matthews Band und Blues-Legende John Lee Hooker. Als schöne Anekdote gilt Harpers Auftritt von 1996, als er vor 30.000 Pearl Jam-Fans sein rebellisches "I'll Rise" anstimmt, woraufhin die Menge spontan den Text mitsingt, Fäuste ballt und den Kalifornier aufrichtig ins Herz schließt.
"The Will To Live" (1997) erweitert Harpers folkorientierten Songwriter-Stil um die Komponenten Blues, Gospel, Country und Funk; die Aufnahmesessions werden absichtlich mit Konzerten gekoppelt, um ein Feeling für die neuen Sachen zu bekommen. 1999 erscheint das sehr Groove- orientierte "Burn To Shine", das mit Jazz-Arrangements ("Suzie Blue") und Beatbox-Einlagen ("Steal My Kisses") wieder neue Einflüsse integriert.
Warum Ben Harper in Deutschland statt dem Platz an der Sonne noch immer der Status eines Geheimtipps anlastet, gehört wohl zu den tückischen Geheimnissen des Musikgeschäfts. Dass der Mann, der live meist auf eine Setlist verzichtet, die Qualität eines Lenny Kravitz jedoch längst inne hat, beweist sein grandioses Live-Werk "Live From Mars" (2001).
Nach dem relativ glatten "Diamonds On The Inside" (2003) erfolgt eine schicksalsträchtige Begegnung mit den Blind Boys of Alabama, einer der bekanntesten Gospel-Gruppen der USA. Mit der Studiobemühung "There Will Be A Light" (2004) begeben sie sich auf Tour. Die CD/DVD "Live At The Apollo" (2005) dokumentiert das Ergebnis der Zusammenarbeit, die den Beteiligten auch einen Grammy einbringt.
Mit "Both Sides Of The Gun" (2006) setzt Harper seine musikalische Reise unter eigenem Namen fort. Im Anschluss an die dazugehörige Welttournee erfüllt er sich ein Jahr später mit "Lifeline" einen ganz persönlichen Wunsch und nimmt in Paris auf.
Auch auf den folgenden Alben bleibt er seinem typischen Crossover aus Blues, Funk, Jazz und Rock treu. Sein Standing in der Musikszene kann man allein schon an den Gästen auf seinen Platten ablesen: Da schaut mal ein Ringo Starr, mal ein Charlie Musselwhite vorbei. Die Mundharmonika-Legende blieb sogar für ein ganzes Album, das unter dem Namen "Get Up" 2013 auf dem Traditions-Label Stax erscheint.

Dienstag, 9. Juli 2013

Ana Popovich

Ana Popovich

Ana gehört zu den hoffnungsvollen Frauen im Blues, die mit der Gitarre besser umgehen können, wie viele der männlichen Kollegen.

Ana Popović wuchs in einer Familie auf, in der Musik große Bedeutung hatte. Ihr Vater spielte Gitarre und Bass und lud seine Freunde oft zu Jamsessions ein. Ana hörte auch regelmäßig seine Soul- und Bluesplatten. Mit 15 begann sie dann, Gitarre zu spielen. Da Anas Fortschritte bald die Kenntnisse ihres Vaters überstiegen, ermöglichte die Familie private Gitarrestunden. Im Jahr 1999 gründete Ana Popović ihre erste Band „Hush“ und tritt regelmäßig bei allen großen europäischen Bluesfestivals auf. Im selben Jahr unterzeichnete sie einen Vertrag beim deutschen Label Ruf Records. Der endgültige Durchbruch gelang ihr im Jahr 2001 mit dem Album Hush, das positive Medienresonanz zur Folge hatte. 2003 wurde sie für den W. C. Handy Award als beste neue Künstlerin nominiert. Im Jahr 2006 erhielt sie eine Einladung zur "Legendary Blues Cruise". Sie war der erste europäische Künstler, der dazu eingeladen wurde. Die Bühne teilte sie inzwischen mit Künstlern wie Solomon Burke, Walter Trout und Udo Lindenberg.
Im Jahr 2007 spielte sie auf dem Sundance Film Festival vor der Aufführung des Films What Love Is. Seit August 2012 lebt sie in Memphis (Tennessee).


CD-Tip:  Can You Stand the Heat

 
 





Na Jungs und Mädchen, zu viel versprochen?
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Auf der Homepage sind auch einige Videos zu sehen.








Biografie Ana Popovich


"Popovic hat eine verspielte, schon herrlich souveräne Art mit Jazz, Soul und Tradition..." (Rolling Stone) umzugehen.
Ana Popovic ist eines der vielversprechendsten jungen Bluestalente heutzutage. 1979 wurde sie in Belgrad, Jugoslawien geboren. Im Alter von 19 Jahren gründete die Sängerin und Gitarristin ihre erste Band "Hush". Einige Jahre später hatte sie bereits einen enormen Bekanntheitsgrad erreicht durch ihre Club- und Festivalgigs in ganz Europa, besonders in den Niederlanden, wo sie heute lebt und sogar in den United States. Ana Popovic wird mit Sicherheit ihren Weg auf einen der Spitzenplätze der europäischen Bluesszene machen - sie hat neben ihrer Stimme das nötige Charisma, den Enthusiasmus und die Energie. Ihr Liveprogramm ist eine gewinnende Mischung aus traditionellem Blues mit Elementen des R&B und Soul: Bluesrock des 21.Jahrhunderts, der garantiert das Publikum durchdringt.

Wenn dukein Blues-Purist bist, wirst du die feurig, leidenschaftlich spielendeund singendejugoslawische Blues-Rock-Gitarristin, Sängerin undSongwriterin Ana Popovic lieben. Dank ihres Vaters, wurde Ana Popovic in jungen Jahren zum Blues gebracht, durch seine weitreichenden Plattensammlung und Jam-Sessions im HausePopovic gefördert. Geboren am 13. Mai 1976 übernahm Popovic als Teenager die Gitarre und gründete 1895 ihre erste Band Hush. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa, spielte sieBlues-Festivals in Griechenland und Ungarn und arbeitet als Vorgruppe für amerikanische Blues Masters, darunter Junior Wells.
Popovic nahm
1999 ihr Debütalbum mit Hush in Holland auf, wo sie Jazz-Gitarre und Welt-und Popmusik an der Musikhochschule studierte. Sie hatte die Chance, Blues-Gitarrist Bernard Allison in einem Club in Deutschland zu treffen. Der bat sie, am Ende der Show auf die Bühne zu kommen. Während Allison Popovic eingeladen hatte, ihn auf einer Tour zu begleiten, musste sie wieder andie Jazz-Academy in Holland zurück. Allison bat um eine Kopie der Platte vonPopovic mit Hush und er schickte diesean Führungskräfte bei Ruf Records in Deutschland,. Diese waren vonPopovic´smächtigen Gitarrenspiel und Gesangbeeindruckt.

Einige Monate danach war sie auf dem Weg nach Memphis
um Hush aufzunehmen! Im Frühjahr 2001 trat sie aufdem Memphis Mai Festival neben Bob Dylan, den Black Crowes und Ike Turner auf. Innerhalb von fünf Jahren nach ihrem Weggang aus Jugoslawien hatte Ana die Chance an vielen der wichtigsten europäischen Blues-Festivals, darunter Peer, Bishopstock und Notodden teilzunehmen. Auf dem Weg hat sie sich mit Allison, Michael Hill, und Kenny Neal gemessen.

Popovic hat zwei Alben
beidem in New Jersey ansässigen Ruf Records veröffentlicht. Hush im Jahr 2000, und Comfort to the Soul 2003. Jim Gaines und David Z., die mit anderen Blues-Rockerngearbeitet hatten, darunter Stevie Ray Vaughan, Santana, und Jonny Lang, übernahmenAufgaben beimAufnehmen und Mischen der beidenAlben. Ana nennt die daraus resultierende Mischung aus Blues, Rock, Soul und Jazz „die Rückkehr zu mir selbst und zu allem, was ich in den letzten zwei Jahren gefühlt habe. Es zeugt von meiner Weiterentwicklung als Musikerin." Einerseits covert sie Songs von Musikern, die sie inspiriert haben. „’Sittin’ On Top Of The World’ kenne ich von den Sessions, die mein Vater veranstaltete. Ich mag dessen positive Botschaft: ‚He left me, but I don’t worry’... mit anderen Worten, ich bin mit mir selbst zufrieden und genieße das Leben.“ Dieser gründlich überarbeitete Howlin’ Wolf-Klassiker steht direkt neben Steely Dans „Night By Night“ – ein Beweis dafür, dass Popovics Blues fast keine Grenzen kennt. „Durch seine Akkordfolge und bluesige Riffs fühlt sich dieser Steely Dan-Titel für mich wie Blues an.“

Ana Popovic nimmt es mit der Musik ernst. Es ist ihr Weg nach Hause – zu sich selbst. Musik ist – wie einst John Lee Hooker sagte – ihr Heiler. „Wir leben in einer Zeit, die von Eile beherrscht wird“, beobachtete sie neulich. „Aber wo bleiben wir darin? Und wo ist die Musik?“

Im Jahr 2003 wurde Popovic für
den Blues Award für „Best New Artist of the Year“ und war die n erste europäische Künstlerin, die bei den Handy-Awards auftrat. Zwei Jahre später veröffentlichte Popovic ihre erste Live-CD, Ana! Live in Amsterdam.



in Anlehnung an: http://www.allmusic.com/artist/ana-popovic-mn0000026917 

Konzerttip:

Ana Popovic: Abtauchen in die Tiefen des Blues

Erstellt von Piano
07.03.2010 | 17:33 Uhr
Dortmund. Ihr Blues ist frisch, mitreißend und grenzüberschreitend: Ana Popovich. Im Piano begeisterte die 33-jährige „Queen of Blues” am Freitagabend das Publikum.
Begleitet von einer exzellenten Band präsentierte die in den Niederlanden lebende Serbin einen faszinierenden Querschnitt ihres musikalischen Schaffens, darunter auch Stücke ihres aktuellen Albums „Blind For Love”.
Um Punkt 21 Uhr kommt die Band auf die Bühne, spielt ein Intro, und bereitet für Ana Popovich den roten Teppich. Und dann kommt die Senkrechtstarterin auf die Bühne, begleitet von „Ana, Ana”-Rufen. Ana Popovich hat sich so schnell in die Herzen der Fans und Kritiker gleichermaßen gespielt. Während andere jahrelang brauchen, um den Durchbruch zu schaffen, schoss Ana Popovich kometenhaft in die Höhen des Blues. Im Piano ist sie sofort präsent mit ihrer einnehmenden Kombination aus Charisma, Enthusiasmus und unbändiger Energie. Mit dem rockigen „Wrong Woman” vom aktuellen Album eröffnet sie das über zweistündige Konzert.

Ecken statt Einheitsbrei

Die Songs haben viele verschiedene Farben. Da gibt es neben dem Blues auch Soul, Funk und Gospel, eine verführerische Mischung aus funkiger Slide Guitar, jazzigen Instrumentalstücken, tightem Blues Groove. Die Songs sind nicht mehr so ursprünglich, so rau und kantig wie ihre ersten Werke. Doch sind sie weit entfernt vom Einheitsbrei des Mainstream wie das „Nothing Personal”, in dem sie ihre Erfahrungen mit einem Stalker verarbeitet hat.
Je länger das Konzert dauert, desto mehr nähert sie sich dem Blues. Da löst die Gitarre fast vollends ihre soulig-warme Stimme ab, da spielt sie völlig versunken den Blues, der ihr Leben von klein auf bestimmt hat. Die Schallplatten ihres Vaters, die sie gehört hat, von Stevie Ray Vaughn, von Steve Rayborn, Ray Earl, Albert Collins, Albert King haben sie beeinflusst.

Unwiderstehliche Präsenz

Ihre Bühnenpräsenz: unwiderstehlich. „Let Me Love You” oder auch „Navajo Man” sind Belege dafür, wie sie den Blues lebt. Mit dem emotional aufwühlenden „Hold On” als Zugabe verabschiedet sie sich nach über zwei Stunden.
Am 19. März kommt Ana Popovich in die Lindenbrauerei in Unna. Beginn 20 Uhr. Tickets: 17 Euro im Vorverkauf, 20 Euro an der Abendkasse.
Andreas Winkelsträter

http://draft.blogger.com/blogger.g?blogID=2379732680278688760#editor/target=post;postID=5729334946565668509;onPublishedMenu=allposts;onClosedMenu=allposts;postNum=0;src=link


https://www.derwesten.de/wr/staedte/dortmund/kultur/abtauchen-in-die-tiefen-des-blues-id2686413.html

 

NEWS


http://www.rootstime.be/LIVE/JULI2013/ANA%20POPOVIC.html


http://www.youtube.com/watch?v=eRXgbvmi0SY&feature=c4-overview&list=UUl8uFqPhW0rskvYS7rxTGKg

hört mal rein, es lohnt sich