Donnerstag, 18. Juli 2013

John Campbelljohn

John Campbelljohn

Ich habe vor kurzem die folgende CD gehört und es hat boom gemacht (bei mir):


Good to Go  John Campbelljohn Audio CD





http://www.amazon.de/Good-Go-John-Campbelljohn/dp/B001VFT70C/ref=sr_1_8?ie=UTF8&qid=1373956157&sr=8-8&keywords=campbelljohn


Die Slidegitarre ist das Instrument, welches John Campbelljohn mit einer wahrhaft seltenen Perfektion und Hingabe zu spielen weiß. Sein frischer und zugleich schwerer Bluesrock setzt ihn auf einen Level mit internationalen Größen wie Ry Cooder und Sonny Landreth. und brachte ihm zahlreiche Preise ein. In seiner kanadischen Heimat wurde Cambelljohn unlängst mit dem „Slide Guitarist of the Year“ und dem „Canadian Blues Slide Guitarist of the Year“ ausgezeichnet.

In seiner Jugend studierte er Künstler wie Son House und Muddy Waters.

John Campbelljohn arbeitet mit einem Trio zusammen. Bassist Bruce Moore, Drummer Steve Preeper und John bilden diese Band.

Enorm abwechslungsreicher Gitarrenrock von Blues über Rock 'n Roll bis zum Folk. Perfekt gespielt und ebenso gut aufgenommen. Einer der besten Slidegitarrenspieler der Welt.
John Campbelljohn, Bruce Moore und Jim Logan zaubern in klassischer Dreier-Besetzung einen so dichten Klangteppich, daß man unwillkürlich nach den Gastmusikern sucht. Die Klasse der Besetzung erinnert etwas an Cream.John Campbelljohn ist nicht nur ein Virtuose, der seinesgleichen sucht, diese Zusammenstellung seiner Musik ist von einer unglaublichen Bandbreite. Von Blues, über Rock'n Roll bis beinahe Folks ist alles dabei.




Amazon CD-Tip:  The Land Of The Livin' - 25 legendary tracks of JC [Doppel-CD]                             John Campbelljohn Audio CD 






ein paar somgs auf youtube:  https://www.youtube.com/watch?v=pbb0_pC-vHk

John Campbelljohn / Live In Nova Scotia

 von Rocktimes http://www.rocktimes.de/gesamt/c/john_campbelljohn/live_in_nova_scotia.html

Pepper Cake/ZYX hat nun einen Doppelschlag veröffentlicht: "John Campelljohn Live In Nova Scotia". Zum einen als DVD, auf der 18 Songs enthalten sind und zum anderen als Doppel-CD, auf der die Tracks gesplittet wurden; CD 1 enthält zehn, CD 2 acht Nummern. Mitgeschnitten wurde ein Konzert in Campelljohns Heimatstadt Halifax, Nova Scotia im Bearly's House Of Blues & Ribs.

Das Campbelljohn-Trio ist ja sehr oft in Deutschland unterwegs und wer die Mannen um den Slidemeister schon mal live erlebt hat weiß, zu was diese fähig sind. Puristen warne ich auf jeden Fall schon mal vor, denn der Mann legt sich musikalisch nicht fest. Im Gegenteil, er wildert auch mal recht gern in anderen Genres. Es wird gerockt und geswingt, gebluest und geboogiet, es gibt ein bisschen Reggae, es schimmern ein paar Hawaii-Klänge durch und ab und zu zupft er auch am keltischen Erbe. Das sorgt für Stimmung und gute Laune bei den Zuhörern, sofern man bereit ist, über den Tellerrand zu schauen.

Da John Campbelljohn mittlerweile auf eine recht stattliche Anzahl an Veröffentlichungen zurückschauen kann, hat er keine Mühe, sich daraus hemmungslos zu bedienen und tut das auch. Und so knallt er uns Rock'n'Roll à la "Pretty Paula Doy" um die Ohren, serviert uns den "Cherokee Boogie" (hier ist der Name Programm) und bei "Good To Go" wird geslidet bis zum Niederknien. Die Blues Rock-Freunde kommen ebenfalls nicht zu kurz ("Sydney Steel" - diese Nummer erinnert mich nach wie vor an Rory Gallagher, "Land Of The Livin'", "I'd Rather Be Rich Than Famous") und wenn dann "Slow Down" ertönt, ist die Stimmung auf dem Siedepunkt.
Aus dem Fundus anderer Künstler schöpft der Meister ebenfalls, fördert Thorogoods "I Really Like Girls", T-Bone Walkers "Mean Old World" oder auch "You Can't Always Get What You Want" von den Rolling Stones ans Tageslicht und kredenzt die Songs als wunderbare Slide-Version.

Immer wieder gibt Campbelljohn ein paar kleine Späßchen zwischen den Songs zum Besten, kommuniziert mit dem Publikum, welches ab und zu ebenfalls zu hören ist. Das beweist um so mehr, dass die Platten tatsächlich Live-Mitschnitte sind. Vermutlich wurde lediglich der Sound kräftiger abgemischt, denn dieser ist kristallklar.

Wie ich schon erwähnte, ist die DVD bezüglich der Tracks ein 1:1-Mitschnitt. Dennoch ist es ein wahrer Genuss, die Band nicht nur hören, sondern auch sehen zu können. Keine große Lightshow, kein gestelztes Gehabe, dafür geballte Bühnenpräsenz, wie man sie bei einem Trio selten findet. John Campbelljohn wechselt während der Show die Gitarren, wie andere Leute ihre Unterwäsche: Ob nun Slide-Gitarre, Pedal Steel, Lap Steel oder Fender, Campbelljohn beherrscht sie alle meisterlich. Aber auch die Herren Robertson und Lambert stehen dem Frontmann in nichts nach. Jahrelanges, ausdauerndes Touren hat die Band zu einer kompakten Einheit zusammengeschweißt.

Der Rolling Stone würdigte John Campbelljohn sogar als »The string magic of the front man fascinates!«, was er gleich beim Opener beweist:
So wird beim "Kokomo Blues" das Solo auf der Slide-Gitarre liebevoll hingetupft, dann wieder fegt er bei "Pretty Paula Doy" wie ein Derwisch über die Saiten.
Wenn auch hin und wieder mal die Fender ausgepackt wurde, ist und bleibt die Resonator-Gitarre dennoch sein 'Hauptarbeitsgerät'.
Ein echtes Erlebnis ist es, ihn an der Pedal Steel zu sehen. Diese kommt u.a. für den "Cherokee Boogie" zum Einsatz (hier hätte man übrigens beim Refrain ruhig mal einen Bildschwenk zum Publikum machen können, das von John zum Mitsingen aufgefordert wurde und somit zwar zu hören, aber nicht zu sehen war).
Und die Campbelljohn'sche Variante von "You Can't Always Get What You Want", ebenfalls auf der Pedal Steel gespielt, verbreitet fast schon Country-Feeling.

Endlich, endlich wird mein Warten belohnt: Die Lap Steel wird gezückt, um dem Publikum "Light At The End Of The Tunnel" vor den Latz zu knallen, ein Blues Rocker vor dem Herrn, da bleibt tatsächlich kein Auge trocken.
Und wer nach dem knapp siebenminütigen "The Big Dig" immer noch nicht verschwitzten Hemdes und völlig atemlos von der Tanzfläche geht, dem ist nicht mehr zu helfen. Kommt das Instrumental-Stück anfangs noch relativ gemächlich daher, steigert der Slide-Meister zunehmend die Geschwindigkeit, bis am Ende die Finger in Lichtgeschwindigkeit über die Saiten fliegen und die Hände des Drummers zwei rotierende Scheiben sind.

Ein schönes Film-Dokument, das nur leider einen Mangel hat: Die Übergänge zwischen den Songs sind sehr abrupt, das Publikum ist anfangs gar nicht zu sehen, nur ab und an zu hören. Der Fokus lag bei den ersten Songs ausschließlich auf der Band, so dass man den Eindruck gewinnen konnte, diese spielt in einem leeren Raum. Bei "Land Of The Livin'" konnte man endlich auch mal ein paar Zuschauer sehen und bei den folgenden Stücken hatte der/die Kamera-Führende wohl etwas mehr Mut gefasst und mit ein paar Einstellungen bewiesen, dass da tatsächlich auch Leute im Saal sind, die zu den Songs ausgiebig tanzen.
Leider war auch der Abschluss nach dem letzten Track unerwartet hastig - keine Verabschiedungszeremonie, keine Zugabe. Ich glaube kaum, dass das Trio die Bühne so verlassen hat.
Aber wie gesagt, das ist der einzige Mangel, denn auch bei der DVD ist der Sound, wie schon bei dem Doppelalbum, erstklassig. 


Youtube:  https://www.youtube.com/watch?v=IaMeQfxupII 


John Campbelljohn
Geboren 1955 im kanadischen Sydney, Cape Breton, Nova Scotia, hat sich John Campbelljohn mit Haut und Haaren der Slidegitarre verschrieben, die er mit seltener Perfektion und Intensität handhabt. Campbelljohn zeigt sich dabei keineswegs als Purist, sondern nimmt immer wieder Anleihen bei anderen Genres. Seiner Herkunft entsprechend fliesst etwa das eine oder ander Mal auch ein wenig keltisches Flais ein. Diese Vielfalt verleiht seiner Musik Frische, die insbesondere auch live für gute, launige Stimmung sorgt - ein Rhythmus, der unter die Haut geht.
Im Herbst 1993 veröffentlichte er sein von Kritikern überaus gut aufgenommenes Debüt-Album "How Doest It Feel". Der internationale Durchbruch kam dann 1999 mit "Hook, Slide & Sinker". Sein Album "Nerves Of Steel" aus dem Jahr 2000 "hebt das Leistungsniveau seines Slide-Spiels in neue Dimensionen", so der "Rolling Stone". 2003 folgte das im Hamburger Downtown Bluesclub live aufgenommene Album "The World Is Crazy" und im Frühjahr 2006 die aktuelle CD "Weight Of The  

weiterlesen auf: http://www.obsaitensprung.de/portrait.php5?id=150



 

Mittwoch, 17. Juli 2013

Engerling Blues Band

Engerling Blues Band 

Engerling Blues Band, eine Band aus meiner Jugend, aus der Blueser-Zeit. Das schönste - sie haben bis heute überlebt. Bevor wir uns endgültig dem Blues verschrieben hatten, suchten wir im Osten Bands, die hervorragend Titel unserer Lieblingsbands (bekannt durch RIAS 2, SFB 2 und AFN) covern konnten. Engerling mit Wolfgang "Boddy" Bodag konnte am besten "riders on the storm" und "Albatros" spielen. Eine Version von Riders on the

CD-Tip Amazon:  Engerling Live 1994 Engerling Audio CD 

speziell Titel 7, hört mal rein

 

http://www.amazon.de/Engerling-Live-1994/dp/B000025MQL/ref=sr_1_9?s=music&ie=UTF8&qid=1373748003&sr=1-9&keywords=engerling 

Youtube-Tip:  http://www.youtube.com/watch?v=Hoejwm9NJRU

Interessant ist die Implementierung von "Nis Randers" von Otto Ernst. Otto Ernst wurde natürlich auch von Jim Morrison verehrt.

Nis Randers.

Ein Wrack auf der Sandbank!
Man sieht es gut
Noch liegt es sicher
doch bald reißt es die Flut in den Abgrund.

Nis Randers lugt –
und ohne Hast spricht er:
»Da hängt noch ein Mann im Mast.

Wir müssen ihn holen.«

Da packt ihn die Mutter:
»Du steigst mir nicht ein!

Dich will ich behalten, du bliebst mir allein.

Ich will’s, deine Mutter!

Dein Vater ging unter
und Momme, mein Sohn.

Drei Jahre verschollen ist Uwe schon.

Mein Uwe! Uwe!«

Nis tritt auf die Brücke.
Die Mutter ihm nach!

Er weist nach dem Wrack und spricht gemach:

»Und seine Mutter?«

Und schon springt er ins Boot
und mit ihm noch sechs:

Hohes, hartes Friesengewächs;

Es peitschen die Ruder.

Boot oben, Boot unten, ein Höllentanz!

Jetzt muß es zerschmettern! Nein, es blieb ganz!

Wie lange?
Wie lange?

Mit feurigen Nüstern peitscht das Meer

Die menschenfressenden Rosse daher;

Sie schnauben und keuchen.

Drei Wetter zusammen! Jetzt brennt die Welt!

Was da?
Ein Boot, das landwärts hält. Sie sind es! Sie kommen!
Sie kommen!

Und Auge und Ohr ins Dunkel gespannt.

Still! Ruft da nicht einer?
Ruft’s durch die Hand:

»Sagt Mutter: 's ist Uwe!«
Link: http://lyrics.wikia.com/Engerling:Riders_On_The_Storm_-_Nis_Randers

Und Engerling machte weiter und erweiterte das Repertoire um eigene Songs. Der bekannteste ist wohl "Mama Wilson", eine Hommage an Al Wilson von Canne Heat.


Engerling Spielt Stones-Songs  Engerling Audio CD 


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1994-2008 begleitete Engerling Mitch Ryder auf diversen Tourneen.
Hier ein Beisapiel:

The Old Man Springs a Boner Mitch & Engerling Ryder , Mitch Ryder Audio CD 


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Irgendwie passten sie in all den Jahren (gegründet 1975 in Berlin) nirgends so recht ins Konzept und haben es doch geschafft, sich selbst und ihrem Publikum treu zu bleiben.
Den DDR- Kulturfunktionären schien die Band um Pianist und Songwriter Wolfram Bodi Bodag als Blues-Band zu weit weg vom Idealbild des liedhaften Rock als dass man sie wirklich hätte groß raus kommen lassen.

Blues-Puristen wiederum kritisierten mangelnde Authentizität, an einer Band, die sich um die Einhaltung des originalen Zwölf - Takt - Schemas wenig scherte und statt dessen Blueselemente nach Belieben mit Rock- und Soulelementen vermengte oder sich gar
des psychedelischen Flower-Power-Lagers näherte.

Seit über 35 Jahren bleibt und feilt zugleich die Berliner Band an ihrem eigenen Stil mit intelligenten Texten im Grenzbereich zwischen Deutschrock und eben doch Blues. Ein treues, aber ganz und gar nicht ostalgisches Publikum ist der Lohn dafür, wenn es fast jedes Wochenende auf Never- Ending- Tour geht.

Engerling ist hisieger Rock und Blues mit Geschichte und Tradition, vor allem aber mit einem ungetrübten und optimistischen Blick nach vorn.

Ihre musikalischen Qualitäten nutzt seit 1994 auch die in Detroit, USA lebende Rocklegende Mitch Ryder, in dem er mit Engerling seine Europatourneen bestreitet und gemeinsam mehrere CDs bei BuschFunk veröffentlichte.

Ein neues, eigenes Studioalben ist ein allseits geäußerter Wusnch, nachdem das kraftvolle, knapp 4 stündige Jubiläumskonzert 2010 auf einen Doppelalbum
zum puren Genuss wurde.

Bei BuschFunk sind u.a. erschienen: Engerling –Live (1994), Komm vor (1997),
Engerling spielt Stones-Songs (1998), DCD + DVD 25 Jahre Engerling (2000 + 2007), 35 Jahre Engerling (2011, DCD).




Engerling feierte seit 1990 viele Jubiläen.

25 Jahre Engerling - Das Jubiläumskonzert 2000, Kulturbrauerei Berlin [Doppel-CD]
Engerling Audio CD 


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Engerling 25 Jahre Jubiläumskonzert
Engerling    Freigegeben ohne Altersbeschränkung   DVD
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 35 Jahre.das Jubiläumskonzert [Doppel-CD]
Engerling , Wolfram,U.a. Bodag Audio CD 

http://www.amazon.de/35-Jahre-das-Jubil%C3%A4umskonzert-Engerling/dp/B004I4RPS4/ref=sr_1_1?s=music&ie=UTF8&qid=1373897579&sr=1-1


Hier noch einige empfehlenswerte Songs

Der Zug oder die weiße Ziege


Da hilft kein Jammern 

 

Albatross

 

 http://www.ostbeat.de/Engerling.htm

 






 Die Biographie:

004 20130511 2057077449Bandgeschichte:
Die Gruppe "Engerling" wurde 1975 von Musikern der verbotenen Gruppe "Pardon" gegründet. Anfangs bekam die Band den Namen "Salonorchester Engerling". Die Gründungsmitglieder Wolfram Bodag, Erhard Klauschenz und Rainer "Lello" Lojewski kannten sich bereits von der Gruppe "Mobil", die später in "Pardon" umbenannt wurde. Die Idee zu "Engerling" kam vom Schlagzeuger Rainer "Lello" Lojewski und dem Bassisten Erhard Klauschenz. Der Name der Band hatte keine besondere Bedeutung, sondern sollte die Gruppe schon vom Namen her von anderen Bands unterscheiden. Von Beginn an hat sich Engerling dem Blues verschrieben, das musikalische Spektrum wurde aber später auch auf den Deutschrock erweitert, da der Blues allein die Band zu sehr einschränkte.

Die ersten Produktionen fanden bereits kurz nach Bandgründung statt. Die erste Single wurde 1977 bei AMIGA veröffentlicht und hieß "Der Zug oder die weiße Ziege" (B-Seite: "Da hilft kein Jammern"). Das erste Album hieß schlicht "Engerling" und kam ein Jahr später (1979) in die Läden. Bis heute hat die Gruppe fünf Studio-Alben und diverse "Best Of"- und Live-Alben veröffentlicht. Die erste Platte verkaufte sich in der DDR allein 100.000 Mal.
003 20130511 1186308458Besonders auffällig bei Engerling waren über all die Jahre die vielen personellen Wechsel. Immer wieder stiegen Musiker ein und aus, und wechselten zu anderen Bands. Lediglich Wolfram Bodag und Heiner Witte sind die Konstanten bei Engerling, die seit Bandgründung dabei sind. Engerling kamen von Anfang an ohne aufwendige und spektakuläre Bühnenshows aus und man versuchte auch nicht, das jemals zu ändern. Diese Tatsache ist einer der Gründe dafür, dass die Band bis heute auf eine treue Fangemeinde zählen kann und schon zu DDR-Zeiten die Jugend nur mit ihrer Musik begeisterte. Das letzte Studioalbum der Band erschien 1997. Trotzdem ist die Gruppe nach wie vor aktiv. Sie ist regelmäßig live zu sehen und arbeitet seit 1994 als Begleitband für Mitch Ryder, mit dem sie ebenfalls regelmäßig auf Tour gehen.

Im Jahre 2010 feierte Engerling das 35. Bandjubiläum. Am 20. November des Jahres wurde das Jubiläum mit einigen musikalischen Gästen (z.B. Buzz Dee Baur von Knorkator und Kerschowski) im Kesselhaus der Kulturbrauerei zu Berlin gefeiert. Ein Mitschnitt dieses Jubiläumskonzerts wurde im Dezember auf Doppel CD veröffentlicht.

Dienstag, 16. Juli 2013

Alvin Lee

Alvin Lee

Der Anfang 2013 verstorbene Alvin Lee ist auf jeden Fall einen Bluestip wert. Er galt lange Jahre als der "schnellste Gitarrist" der Welt.


 
wie selten ein Gitarrist zuvor. Er war nicht besonders schnell auf dem Griffbrett, aber es hörte unglaublich komprimiert und schnell an. Leo Lyons spielte seinen Fender-Bass, der in den Bauch hämmerte. Darüber legten sich wummernde Melodiefetzen einer Hammond von Chick Churchill, und einer der besten Drummer der Welt, Ric Lee, brachte den Ten Years After Powersound. Dazu kam die harte Stimme von Alvin Lee (alias
Graham Barnes. So war das in der 1979 in der ehrenwerten Musikhalle in Hamburg.Heute spielen Ten Years After mit Joe Goosh an der Gitarre und er ein schweres Erbe. Alvin Lee spielt in der "Alvin Lee Band" zusammen mit Alan Young oder Alvin Schrempf am Schlagzeug und Steve Gould am Bass. Und das liest/hört sich dann etwa so an:
"Was braucht ein Gitarrenheld wie Alvin Lee ein Effektgerät? Gitarre, zehn Finger, ein Plektrum, ein Schlagzeugstick seine Mundharmonika sowie einen Mikroständer an dem er seine Gibson schaben kann, sind ihm Gedöns genug. Dazu zwei Marshall-Türme, ein Schlagzeuger und ein Bassist. Bluesrock-Herz, was willst du mehr?

Vom zehnjährigen Schuljungen bis zum Regisseur Hark Bohm ist bei der AlvinLeeBand unter den Zuschauern so ziemlich alles vertreten. Alvin Lee erreicht sein Publikum auf Festivals und in mittleren Hallen. Die Musik kommt härter als früher, die Soli oft unsauber. Aber auf der CD "Live in Wien" klingt manches erheblich besser als früher. Die zwei Seiten des Herrn Lee.


erster Youtubetip: Alvin Lee's Ten Years Later - Rockpalast Live (1978)


Homepage von Alvin: http://www.alvinlee.com/

http://www.salzburg.com/nachrichten/diverse/kopf-des-tages/sn/artikel/alvin-lee-der-schnellste-gitarrist-der-welt-ist-tot-50146/

Alvin Lee starb unerwartet an einem Routine-Eingriff. Mit seiner Band Ten Years After hat der schnellste Gitarrist der Welt Musikgeschichte geschrieben. Nach Woodstock stand sein Erfolg jedoch auf Messers Schneide.
Ein Tag im Sommer von 1969 sollte der wichtigste im Leben von Alvin Lee werden. Dass dieser Tag etwas Besonderes sein sollte, war dem englischen Gitarristen jedoch nicht klar: "Ehrlich gesagt war es für uns zunächst eines von vielen Festivals", sagte Lee in einem Interview mit der dpa. Dieses Festival war jedoch nicht irgendeines - es war Woodstock.
Lee wollte an diesem Tag nur eines: "Musik ’rüberbringen und dafür sorgen, dass die Leute Freude und Spaß haben." Mit dem Lied "I’m going home" wollte er dem Publikum richtig einheizen. Der Musiker bemerkte gar nicht, dass er damit Musikgeschichte schrieb. Denn sein Auftritt wurde für eine Dokumentation über Woodstock verwendet, die später mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Diese Dokumentation machte Lee über Nacht zum Superstar.

Keine Solidarität von anderen Musikern

Seine Karriere stand jedoch buchstäblich auf Messers Schneide: Die Filmgesellschaft wollte die Darbietungen der Musiker kürzen. Ten Years After ließ durch ihren Manager ausrichten, dass die Produktionsfirma den Song dann nicht verwenden dürfte. Sie hofften auf die Solidarität der anderen Bands - die jedoch ausblieb. "Wir waren die einzige Band, die ein Schreiben schickte!", sagte Lee 40 Jahre später. Letztlich gab die Firma dennoch nach und "I’m going home" kam ungekürzt in den Film. "Als der Film ’rauskam, überrollte uns der Erfolg, es konnte einem wirklich schwindlig werden", beschreibt Lee die Zeit nach der Dokumentation. Plötzlich füllte Ten Years After den Madison Square Garden, Eishockey Arenen und Stadien mit über zehntausenden Fans. Der Druck nahm gewaltig zu: "Mir hatte dieses sogenannte Superstar-Dasein nie gefallen", sagte Lee Jahrzehnte später.

Ten Years Later

1973 hatte Alvin Lee genug - er fühlte sich eingeengt durch den Stil von Ten Years After. Die Band löste sich auf. Von der Musik bekam Lee jedoch nicht genug: Im selben Jahr nahm er mit Gospel-Singer Mylen LeFevre, George Harrison, Steve Winwood, Ron Wood und Milk Fleetwood das Countryrock-Album "On the Road to Freedom" auf. Er gründete auch zwei weitere Bands: Alvin Lee & Company sowie Ten Years Later. Mit Ten Years Later ging er in den 80er Jahren auf Tour: Im Gepäck hatte er Mick Taylor von den Rolling Stones.Zuletzt lebte Lee in Südspanien, wo er ein ruhigeres Leben führte. "Ich bin glücklich. Ich suche mir das eine oder andere Konzert oder Festival-Angebot aus, spiele vielleicht zehn Mal im Jahr", sagte der Gitarrist 2009 zur dpa. "Ich bin, wie gesagt, glücklich."
Am Mittwoch gab die Familie von Alvin Lee seinen Tod bekannt. Er starb mit 68 Jahren an einem Routine-Eingriff. "Wir haben einen wundervollen, geliebten Vater und Begleiter verloren. Die Welt hat einen großen, hochbegabten Musiker verloren", schreibt die Familie in seinem Nachruf. 


Amazon-CD-Tip:  Live In Vienna Alvin Lee & Ten Years After Audio CD




Graham Alvin Barnes (* 19. Dezember 1944 in Nottingham; † 6. März 2013 in Estepona (Spanien) [1]) mit Künstlername Alvin Lee war ein britischer Bluesrockgitarrist und -sänger.

Frühe Jahre

Alvin Lee stammte aus einer musikalischen Familie. Seine Eltern und seine Schwester spielten Country-Musik und traten gelegentlich als Gitarrentrio auf. Im Alter von zwölf Jahren erlernte er das Klarinettenspiel, ein Jahr später wechselte auch er zur Gitarre.
Mit 13 Jahren trat er dem Fanklub von Elvis Presley bei, um an Fotos von dessen Bandgitarristen Scotty Moore heranzukommen, mit dem er später dann zusammen auftreten sollte. Von da an spielte Lee in diversen Bands wie The Atomics, Jaymen, Jaybirds sowie auch bei Ivan Jay and the Jaycats, aus denen später die Band Ten Years After hervorgehen sollte. Anfang der 1960er Jahre übernahm Lee auch den Gesang. Zu dieser Zeit hatte er bereits einen längeren Auftritt im Hamburger Star-Club absolviert. Die Tatsache, dass dort kurz zuvor auch die Beatles aufgetreten waren, machte ihm etwas Angst. Alvin Lees Gitarrenstil war insbesondere auch durch Elemente aus dem Jazz geprägt.

Alvin Lee und Ten Years After

Berühmt wurde Alvin Lee mit Ten Years After, die mit ihrem energischen Bluesrock-Sound in der damaligen Rockszene tonangebend waren. Legendär geworden ist ihr Auftritt beim Woodstock-Festival. Der Konzertfilm zeigt die rasend schnell gespielten Gitarrenläufe in dem Zehn-Minuten-Stück I’m Going Home, ebenso die mit Peace-Zeichen versehene knallrote Gibson ES-335, die zu Lees Markenzeichen wurde. Ende der 1960er Jahre traf Lee einige Male mit Jimi Hendrix zusammen, dem insbesondere Lees Solo in dem Song I Can’t Keep from Crying gefiel und dem selbst etwas Ähnliches vorschwebte. Ten Years After existierten zunächst bis 1974; nach mehreren Phasen der sporadischen Zusammenarbeit gründeten drei Original-Bandkollegen Lees 2003 mit dem jungen Gitarristen Joe Gooch eine Neuauflage der Gruppe, die bis heute (2013) aktiv ist.[2]

Alvin Lee mit diversen Bands

Nach seiner Trennung von Ten Years After spielte Lee unter diversen Bandnamen wie Alvin Lee & Company oder Ten Years Later. Des Weiteren spielte er auch mit Mick Taylor und George Harrison, der auch auf dem Großteil seiner Soloalben zu hören ist. George Harrison war ebenfalls beteiligt, als Lee 1973, vor der Auflösung seiner Band Ten Years After, mit dem US-amerikanischen Gospelsänger Mylon LeFevre das Album On the Road to Freedom aufnahm. Ebenfalls an den Aufnahmen beteiligt waren Steve Winwood, Tim Hinkley, Ian Wallace, Ron Wood und Mick Fleetwood.

Späte Jahre

Zuletzt lebte Lee in Südspanien. 2012 veröffentlichte er das Album Still on the road to freedom, dessen Titel sich auf das Album von 1973 On the road to freedom bezieht, sein erstes Solo-Album nach Ten Years After.
Lee starb am 6. März 2013 an den Folgen eines chirurgischen Routineeingriffs.[1]




Der Titel, der wie kein anderer für Alvin Lee steht, ist "I´m going Home". Dieser Titel darf hier nicht fehlen



  Ein Nachruf von Rocktimes

Alvin Lee (19.12.1944 - 06.03.2013)

Alvin LeeEr war einer der ganz großen Helden meiner Jugendzeit in Sachen Rockmusik.

Noch heute sehe ich mich mit meinem damaligen Freundeskreis zusammen im Kino sitzen. Jeder von uns mit einem Woodstock-Stirnband geschmückt, und verzückt den rasend schnell gespielten Gitarrenläufen folgend, die die englische Top-Band Ten Years After auf der Bühne in Bethel von sich gab. An vorderster Front stand natürlich der Gitarrist und Sänger, der neben dieser unglaublichen Geschwindigkeit am Sechssaiter auch vollkommen weggetreten in seinem Song aufzugehen schien. So wie dieses schwitzende, röhrende und vor sich hinfauchende Tier wollten wir auch sein. Das war ein wahrer Rockstar ganz nach unserem Geschmack. So wie Alvin Lee wollte wohl jeder Teenie sein, der auf harte Rockrhythmen stand.

Die beschriebene Szene im Film über die 'Mutter aller Festivals', bekannt unter dem Namen Woodstock aus dem Jahr 1969, kann man nachvollziehen. Und der Song war natürlich das legendäre "I'm Going Home", der wohl bekannteste Hit von Ten Years After und Alvin Lee.

Doch schon etliche Jahre früher begann die musikalische Karriere des Mannes aus Nottingham. Bereits im Alter von dreizehn Jahren war der junge Alvin fasziniert von den Gitarrenkünsten des Elvis Presley-Gitarristen Scotty Moore. Und ab dieser Zeit spielte der Junge, der aus einer sehr musikalischen Familie stammte, in diversen Bands wie The Atomics, Jaymen, Jaybirds sowie auch bei Ivan Jay and the Jaycats, aus denen später die Band Ten Years After hervorgehen sollte. Anfang der 1960er Jahre übernahm Lee auch deren Gesang. Zu dieser Zeit hatte er bereits ein längeres Engagement im Hamburger Star Club hinter sich.

Doch erst im Jahr 1967, dem Jahr der Bandgründung von Ten Years After, stieg Alvin Lee in die erste Liga der Rockmusik auf. Bis zu ihrem ersten Split im Jahr 1974 spielten Alvin Lee, Rick Lee, Chick Churchill und Leo Lyons zwölf Alben ein, die vor allem durch ihren harten Blues Rock-Sound hervorstachen und die Gruppe zu einer absoluten Attraktion auf allen großen und kleinen Bühnen der Welt werden ließ.

Fünfzehn Jahre später gab es noch einmal eine kurze Reunion der Originalbesetzung, aus der auch das sehr gute Album "About Time" entstand. Außerdem konnte man sich ein weiteres Mal von der großen Magie von Ten Years After als Live-Act überzeugen. Doch sehr schnell kam dann das Ende der Band, die sich schließlich, ohne Alvin Lee, im Jahr 2003 neu formierte und bis heute sehr erfolgreich durch die Lande zieht.

Alvin LeeFür den Gitarristen war das Kapitel Ten Years After nun endgültig abgeschlossen. Bereits davor gab es mit Alvin Lee & Mylon LeFevre (1973), Ten Years Later (1978 - 1979) und Alvin Lee & Band (1980) Formationen, denen aber durchweg keine lange Lebensdauer beschieden war. Erfolgreicher war da schon die Solokarriere von Alvin Lee, die immerhin dreizehn Alben hervorbrachte (das letzte, Still On The Road To Freedom, erschien im Jahr 2012), ohne allerdings zu absoluten Topsellern zu werden, obwohl er unter anderem von Leuten wie
Steve Winwood, Tim Hinkley, Ron Wood, George Harrison und Mick Fleetwood unterstützt wurde.

Zuletzt lebte Alvin Lee in Südspanien und verstarb am Morgen des 6. März 2013 an »unvorhersehbaren Folgen eines chirurgischen Routineeingriffs«, wie auf seiner Homepage zu lesen ist.

Mit Alvin Lee ist ein weiterer ganz großer Gitarrist von uns gegangen, der aber mit seiner Musik unauslöschlich in unseren Herzen weiterleben wird.


Am 7. April wollte Lee eigentlich zusammen mit einer weiteren Gitarren-Legende, Johnny Winter, ein Konzert in Paris geben. Dieser Höhepunkt bleibt uns nun für immer verwehrt. 

Alvins letzte CD:  Still on the Road to Freedom  Alvin Lee Audio CD

Montag, 15. Juli 2013

Eddie Turner

Eddie Turner

Begriffe wie "außerirdisch", "rasant", "polyrhythmisch" und "kühl" wurden verwendet, um Eddie Turner´sGitarrenspiel zu beschreiben. Seine spirituellerStil ist eine Mischung aus den afro-kubanischen Rhythmen seiner Heimat und der Musik, die ihn als Teenager beeinflusst hat: Chicago Blues, Jazz, R & B und Psychedelic Rock. Der in Kuba geborene Sänger und Gitarrist verdiente seine Sporen in mehreren Rockbands, mit, wieSlate Magazin beschreibt, "spacey-yet-resoundingSoli." Jetzt ist er zum ersten Mal als eigenerBandleader unterwegs. Das Album „Rise“ kam 2005 in dieLäden.

Eddie "devilboy" Turner
bekamseine erste Gitarre, einecandy apple multi-Pickup, als er zwölf war.


Aufgewachsen in Chicago, zog er in den frühen 70er Jahren in die Rockies, um an der Universität von Colorado zu studieren.
"Ein Trick" sagt er, um meine Eltern dazu zu bekommen, mir Geld zu schicken.Mehr von der Musik als von der Wissenschaft inspiriert, tauchte Turner in die lokale Szene ab und es folgten Gigs mit einigen bemerkenswerten Taten. Er spielte in der ersten, reginalenPunk & R & B-Band „The Immortal Nightflames“, dann mit der für den Grammy nominiertenTracy Nelson, MotherEarth, und den4-nikators, eine Gruppe, die legendär geworden ist für ihreeinzigartige Mischung aus Soul, Motown und Rock. Turner bekam die Chance mitzuwirken, als Tommy Bolin seine Band Zephyr verließ, umbei den Bands „The James Gang“ und „Deep Purple“ mitzuwirken.


Eddie trat derHard Rock, Psychedelic und Blues-Band als Gitarrist, Sänger und Songwriter bei. Doch erschüttertvom plötzlichen Tod von Zephyr Leadsänger CandelGivens, beschloss Eddie "erwachsen" zu werden, indem sie eine Pause von der Musik einlegte und Makler in Denver wurde.


Doch manche Leute
wollen einfach nicht erwachsen werden. Ein Jahrzehnt später wurdeEddie eingeladen, bei der „RonMiles Electric Band“, einem der landesweit führenden Trompeter, mitzuwirken. Er ergriff die Chance.


Dann im Jahr 1995 ging er zur Otis Taylor Band, was laut dem „Guitar Player Magazin“ der Band ein „kosmische Ambiente“ durch denTaylor-Sound verlieh. Sein Mitwirken verlieh dem Trio mehr Ausstrahlung und Würze. Eddie war an 5 bahnbrechenden Alben beteiligt und tourte ausgiebig durch die USA und Europa.



Heute setzt Turner
darauf, sichals Künstler zu entwickeln. Mit Nominierungen fürden Blues Music Awards & viele andere Preise ging es nun steil bergauf. Die CD`s Diaries and Miracles & Demons, die alle von Kenny Passarelli produziert wurden, entstanden 2008 bzw. 2010. Das Spektrum reicht von „Blistering guitar“ bis zu tiefemDelta Blues, jede CD glänzt mit den Anschlägen und Techniken, die Turner im Laufe seiner einzigartigen Karriere entwickelt hat. Es ist evolutionäreMusik – wahrlich in der Zeit gewachsen.

frei übersetzt nach Eddies Homepage


Konzert Rockpalast:   http://www.wdr.de/tv/rockpalast/extra/videos/2006/1020/eddie_turner.jsp 

CD-Tip Amazon:   The Turner Diaries  Eddie Turner Audio CD




http://www.amazon.de/Turner-Diaries-Eddie/dp/B000FGFUKY/ref=sr_1_1?s=music&ie=UTF8&qid=1373808665&sr=1-1&keywords=eddie+turner 

Hompage von Eddie: http://www.eddiedevilboy.com/ 



Richtig charmant, wie Eddy Turner seine Lieder ankündigt: »I'll do a little thing called "..." for you.« A 'little'? Da hätte man dem Mann aus Denver (Colorado) aber vehement in die Parade fahren können. Mit ganz wenigen Ausnahmen hatten die Tracks eine gewaltige Zeitdifferenz gegenüber den Studioeinspielungen. Eddie Turner, ein Gitarrist von eruptiver Energie und so geschmeidig-zart wie eine Hautcreme verzauberte das blues in Rhede mit seiner ganz persönlichen Aura, mit seinem Blues. Viele spielen die beliebte, rockige Ausgabe, aber auch dieses Konzerte führte es allen – einigen zum ersten Mal – vor Augen, dass Eddie Turner doch ein etwas anderes Verständnis vom Blues Rock hat, als so manch anderer Künstler. Seine Kompositionen bekommen Altersringe, wie bei allen Musikern auch. Aber die Frische, mit der er uns die Nummern aus Rise, The Turner Diaries oder Miracles & Demons in verblüffenden, neuen Arrangements servierte, war selbst für diejenigen, die ihn schon öfter erleben durften, überraschend. Der bekannte Spruch vom alten Wein in neuen Schläuchen war beim 'Devilboy' kein Täuschungsmanöver, sondern eine Herzensangelegenheit, bei der er für das Publikum spielte und ihm beste Unterhaltung bot. Ein wenig grauer geworden sind seine Rastalocken, aber bekanntlich meinen Frauen dazu, dass es Männer interessanter macht. Stimmt, aber ganz klar geht da die Richtung auf den Turner-Blues.
Eddy TurnerDie Trouble Twins nahmen ihren Platz ein und der Protagonist ging in einer völlig relaxten Art zu seinen Gitarren, schulterte einen der drei Sechssaiter, stimmte ihn und begann, völlig ohne Kommentar oder Begrüßung, zu spielen ... ganz sanft, leise, aber von akzentuierten Tönen geprägt, mit denen er auf seine Weise Aufmerksamkeit erzeugte. Die beiden Begleitmusiker stimmten ebenfalls sehr zart mit ein und so langsam bekam der beeindruckende Start einen Namen ... "Mr. Blues" sollte ein stichhaltiger Vorgeschmack auf das sein, was in den nächsten zirka zweieinhalb Stunden Nettospielzeit (klingt so emotionslos gegenüber der Musik, die geboten wurde) noch passierte. Natürlich war Eddie Turner der Dreh- und Angelpunkt, das Kugellager des Geschehens. Die Leistungen seiner Trouble Twins durfte man allerdings nicht unter ferner liefen abbuchen. Der bodenständige Bassist William Shannon mit einem melodisch intonierten, fünfsaitigen Tieftöner und ein versierter Schlagzeuger Daniel Barnett hielten den Mann an der Gitarre auf Kurs. Der Drummer, damals gerade einmal neunzehn Jahre jung, war bereits bei Eddie Turners erstem Konzert auf europäischen Boden im Line-up.

Eddy TurnerAuch die vermeintlich vergessene Begrüßung des Publikums zelebrierte er in Form eines Spaziergangs durch den Zuschauerraum auf seine Art. Mit "Prison Of Love" wurde die gigantische Live-Reise fortgesetzt. Der Frontmann gab seiner Gitarre eine überaus fuzzigen Ton und die Nummer wurde mit vielen Stimmungswechseln immer länger. Dann kam es beim Dreier zu einem inszenierten Ende, aber die Songthematik wurde wieder aufgenommen und man begab sich in die schier endlosen Weiten des Blues Rocks à la Eddie Turner. Nach diesem anheizenden Ausflug servierte man uns ein kompakt-knackiges "Ride A Painted Pony" und aus der Erinnerung heraus war immer dann, wenn er zur blauen Gitarre griff Slide-Action angesagt. "I'm A Man, I'm A Man" sollte das nächste Stück der Begierde sein. Zu tonnenschweren, hypnotischen Rhythmen symbolisierte das feuerrote Bottleneck seine Slidefahrt, die er auch auf kleinstem Fretboard-Raum vollzog. Das Metallröhrchen blieb gleich am Ringfinger und der Dreier eröffnete dann eine kleine Rock'n'Roll-Session. Klasse!

Eddy TurnerDie Setlist des blues-Gigs beinhaltete fast ausschließlich Turner-Originale. Die Ausnahmen bildeten "I Smell Smoke" und "Wind Cries Mary"
(Jimi Hendrix). Der Musiker betonte, dass er "I Smell Smoke" in der Version von Michael Burks und nicht Johnny Winter den Vorzug gab. Wie auch immer, das Solo war gigantisch. "The Answer Is" rief auf infizierende Weise wieder den unwiderstehlichen Groove der Gruppe auf den Plan. Die Turner'schen Markenzeichentöne/-riffs waren so prägnant wie die glitzernde Feuchtigkeit auf der Stirn des Bluesers. Puh, welch ein Konzert. Dann war Pause und der Amerikaner wurde am Verkaufsstand von Fans quasi belagert. Neben den bereits erwähnten drei Studioalben standen auch die in Eigenproduktion veröffentlichten Live At The New Orleans Rhede 2007, Live At The Triple Door sowie
Live At The Heritage Blues Festival October 2008, zur Verfügung. Dieses reichlich gefüllte Sortiment wurde um eine neue Platte namens "Gone In 60 Seconds" (ebenfalls live) ergänzt. Diese Scheibe gibt es exklusiv nur bei seinen Konzerten zu kaufen.

Eddy TurnerNach der Hendrix-Interpretation stand "Dangerous" auf dem Menüplan des Abends. Aus der psychedelischen Zeitlupe wechselte man ganz langsam auf die höllische, von übermächtiger Power strahlende Überholspur. "Rise" ... der Bassist konnte mit einem von spielerischen Effekten und auch geslappten Tieftöner punkten. Insgesamt entwickelte das Stück zunächst unmerklich aufsteigenden Rauch aus dem Krater, ohne Vorwarnung explodierte der Vulkan des 'Devilboy' und er ließ seine glühendheiße Blues-Lava auf das Publikum wirken. In "Secrets" lud er mit hypnotischen, vom Wah Wah-Pedal gesteuerten Funklicks die zahlreich erscheinen Anwesenden zu einer Karussellfahrt der besonderen Art ein. Wahnsinn! Ein endloser Groove der Rhytmusfraktion untermalte Eddie Turners zweite Wanderung durch das Publikum. Hatte er da den einen oder anderen prägenden Ton von Pink Floyds "Shine On You Crazy Diamond" untergebracht? Es klang zumindest so und passte vortrefflich.

Eddy TurnerBei dieser gigantischen Vorstellung in Sachen 12-Takter stellte sich die Frage einer Zugabe gar nicht ... es gab zwei. Zunächst machte sich der Musiker solo (mit lautstarkem Handclapping der Zuschauer) auf den Weg und dann folgte ein Lied, das den Abend krönte: "Privileged Life". Dazu nur ein Wort: gigantisch. Zum Abschluss noch einen Trip ins Mississippi Delta und alle Anwesenden waren mehr als zufrieden.

Ein Tagtraum hatte dann leider doch ein Ende.

RockTimes war in der Vergangenheit schon bei einigen Konzerten in der ehemaligen Location (New Orleans) des blues-Inhabers André Koch. »bar*live*unterhaltung*events*sport bar« ergeben blues und es ist ein richtiges Schatzkästchen geworden. Die immer freundliche Bedienung war stets zum richtigen Zeitpunkt mit flüssigem Treibstoff zur Stelle und das Eddie Turner-Konzert wird für unser Magazin bestimmt nicht das letzte im blues gewesen sein.

Wir bedanken uns bei André Koch für die problemlose Akkreditierung.

Sonntag, 14. Juli 2013

Seasick Steve

Seasick Steve


Seasick Steve (* 1941 in Oakland[2]; eigentlich Steve Wold) ist ein US-amerikanischer Bluesmusiker.
Steve Wold stammt aus zerrütteten Familienverhältnissen. Als er vier Jahre alt war, trennten sich seine Eltern, mit 14 riss er von zuhause aus, zog als "Hobo" (Wanderarbeiter) umher und hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, landete aber auch mehrfach im Gefängnis. Außerdem trat er auch als Musiker im Umfeld bekannter Bluesmusiker auf, nachdem er schon als Kind Gitarre spielen gelernt hatte. So arbeitete er auch öfter als Studiohilfe in Tonstudios und sammelte Erfahrung als Tontechniker, womit er schließlich beruflich Fuß fasste.
Anfang der 1990er Jahre ließ er sich als Studiomusiker in Seattle nieder und arbeitete mit Bands wie Bikini Kill und Modest Mouse zusammen, deren zwei erste Alben er produzierte[3].
Steve Wold, der auch in seinen älteren Jahren immer viel unterwegs gewesen war und häufig den Wohnsitz gewechselt hatte, ließ sich nach einem Herzinfarkt in den 2000ern mit seiner norwegischen Frau in deren Heimat nieder. Erst im Alter von über 60 Jahren nahm er 2004 sein erstes eigenes Album auf. Zusammen mit der schwedischen Begleitband Level Devils erschien das Album Cheap.
Zwei Jahre später veröffentlichte er ein Soloalbum mit dem Titel Dog House Music. In Großbritannien erreichte er besondere Popularität durch seinen Auftritt in der Silvestershow von Jools Holland, wo er drei Titel spielte. 2007 war er daraufhin einer der erfolgreichsten Festivalkünstler [4] und wurde im Juni dieses Jahres mit dem britischen MOJO Award als Breakthrough Act für seinen musikalischen Durchbruch ausgezeichnet[5]. Mit einiger Verzögerung schlug sich sein Erfolg dann auch in den Hitparaden nieder. Anfang 2008 erreichte Dog House Music in den Independent Charts Platz 2 und in den offiziellen Albumcharts Platz 47.
Die Bluessongs von Seasick Steve befassen sich vor allem mit seiner Hobo-Zeit und eigenen Erlebnissen und erzählen autobiografische Geschichten. Auf beiden Alben erzählt er auch ohne Musik, unter anderem von einer Hündin, die ihn einige Zeit begleitete und ihm ein Dutzend Welpen hinterließ. Daraus entwickelte sich auch das Thema des Albums, das Dog house (Hundehütte).
Noch im selben Jahr veröffentlichte Steve Wold ein neues Album mit dem Titel I Started Out with Nothin' and I Still Got Most of It Left und diesmal stieg er damit auf Anhieb in die Top 10 in UK ein.


cd-Tip:  Hubcap Music Seasick Steve Audio CD 

 


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 Hompage von Seasick Steve: http://www.zeit.de/2009/49/M-Seasick-Steve

Bruder Blues

Er schlief unter Brücken, er sang an Straßenecken: Das Leben des Seasick Steve gleicht einer Irrfahrt durch die Jahrzehnte. Mit über sechzig kam der Erfolg. Die Geschichte eines Spätberufenen, erzählt von ihm selbst und Thomas Groß
Die Geschichte, wie er dann doch nicht sesshaft wurde, erzählt Seasick Steve gern zum Schluss. Es war nämlich so, dass die Zeit der Apfelernte gerade zu Ende ging, als er und ein paar seiner Kumpane den Plan fassten, ein leer stehendes Blockhaus am Waldrand in Besitz zu nehmen. Schön war es nicht, das Haus, weiß Gott nicht, man sollte besser von einer Hütte sprechen, einer Hundehütte mit zerbrochenen Fenstern, aber besser als gar kein Dach überm Kopf. Sogar ein Bollerofen wurde organisiert, gegen die einsetzende Kälte. Da saßen sie also abends vor ihrer Unterkunft und löffelten Weizenbrei mit Waldbeeren in Erdnussbutter, was für ein paar Wochen in Ordnung sein kann, wenn man anspruchslos ist und darüber hinaus eine Menge Zeit zum Totschlagen übrig hat – bis einer auf die verhängnisvolle Idee kam, den Ofen anzuheizen. Man muss nämlich wissen, dass so ein Ofen einen Kamin braucht, um ordentlich zu funktionieren, nur so zieht der Rauch nach draußen. Jeder weiß das, der es im Winter gern warm hat, nur Steve und seine Kumpane hatten in dem Punkt Defizite. Ein Wunder ist es jedenfalls nicht, dass die ganze Sache ihnen um die Ohren flog: »Uns fehlten einfach die Kenntnisse, um drinnen Feuer zu machen.«
Erbauliche Geschichten sind es wahrlich keine, die der Mann, der sich Seasick Steve nennt, auf seinen Konzerten zu erzählen pflegt. Sie handeln vom Mangel an Bildung, an Know-how, von der Unfähigkeit, ein Leben zu führen, wie es Gott und den lieben Nachbarn gefällt. 59 Mal ist Steve allein in den letzten 30 Jahren umgezogen, von den USA nach England, von dort nach Norwegen und wieder zurück, doch richtig zu Hause fühlt er sich noch immer nirgendwo. So wie er seine Geschichten erzählt, beiläufig, mit weit in die Backe geschobener Zunge, handeln sie aber auch vom Gegenteil: dem Stolz, der Freiheit, den tausend Gründen, warum ein Mensch auf die Idee kommen kann, ein Leben in geregelten Bahnen dem Dasein auf der Straße vorzuziehen, und dem einen Grund mehr, es dann doch nicht zu tun.
Es sind Bluesgeschichten, mit denen er sein Publikum bei Laune hält: Storys, die von so weit hergeweht kommen, dass sie keinem mehr gehören zu scheinen, und eben deshalb seltsam vertraut klingen. Jedes Mal, wenn er die Bühne betritt mit einer seiner schraddeligen, halb kaputten Gitarren, auf denen er den Rhythmus mehr schrubbt als zupft, oft nur begleitet vom Sound seiner eigenen Füße, die auf einer Holzkiste herumstampfen, der Mississippi Bluesbox, ist die Illusion perfekt: Man meint, einen dieser redseligen Alten zu erleben, wie sie von historischen Plattenhüllen her bekannt sind. Und jedes Mal wird Seasick Steve seinem Ruf gerecht, indem er dieselben Geschichten noch etwas mäandernder, noch eine Spur ausgeschmückter unters Volk bringt. Er selbst nennt es: 100 Prozent geben.
Das muss es sein, was die 65000, die ihn letztes Jahr beim Glastonbury-Festival gesehen haben, an ihm mögen – und sie sind nicht die Einzigen. Seit er in Jools Hollands Hootenanny auftrat, einer britischen TV-Institution, wo er vor Zelebritäten wie Paul Weller, Lilly Allen und Amy Winehouse den Dog House Boogie spielte, ist Seasick Steve ein gefragter Mann. Wohin er auch kommt in seinem silbergrauen Tourbus, immer hinterlässt er ein begeistertes Publikum, denn immer gibt er 100 Prozent. Neulich hat er sogar ein Konzert in der Royal Albert Hall gespielt, stilgerecht im Flanellhemd, versteht sich. Sein Erfolgsgeheimnis: Andere Musiker arbeiten unermüdlich an ihrem Image, Seasick Steve hingegen ist einfach Seasick Steve, ein Mann mit bewegter Biografie.
Was diese Seite der Geschichte anbelangt, so beginnt sie im Kalifornien der vierziger Jahre, wo Steven Wold, wie Seasick Steve mit bürgerlichem Namen heißt, seine Kindheit verbrachte. »Abgesehen davon, dass mein Daddy in Bars Piano spielte, waren wir eine ganz normale Familie«, sagt er in dem breiten Südstaatenakzent, den er sich auf seinen Reisen zugelegt hat. Doch die Eltern trennten sich, als er vier war, und als seine Mutter mit einem neuen Mann nach Hause kam, nahmen die Dinge eine ungute Wendung: Sein Stiefvater schlug ihn. Er schlug ihn mit acht, er schlug ihn mit zehn, und er schlug ihn mit zwölf. Mit vierzehn Jahren hatte Steve eine Eingebung: Du musst diesen Mann töten! Gerade noch rechtzeitig besann er sich darauf, was in den Vereinigten Staaten auf Mord steht.
So entschied er sich für die Straße. Steven Wold hat all das erlebt, was wir Daheimgebliebenen nur aus Erzählungen kennen: Ritte auf dem Güterzug, Nächte unter Brücken, seltsame Szenen in verlassenen Häusern, verbunden mit regelmäßigen Inhaftierungen wegen Landstreicherei – »die ganze verdammte Hobo-Romantik, die in Wahrheit so romantisch gar nicht ist«. Im Sommer verdingte er sich als Erntehelfer, im Winter suchte er irgendwo Unterschlupf, um im Frühjahr weiterzuziehen. Dass er nebenher Gitarre spielen lernte, trug immerhin zur Aufbesserung der Reisekasse bei. Irgendwann begann Steven Wold, die vielen Gedanken, die wie ein Fluss durch seinen Kopf strömten, in eigene Lieder zu fassen. Und so erlebten zumindest Passanten die Geburtsstunde von Seasick Steve, dem begnadeten Geschichtenerzähler.
Er spielte im Norden, er spielte im Süden – bis das ewige Unterwegssein ihn in den frühen Siebzigern so mürbe gemacht hatte, dass er zumindest zeitweilig einen festen Wohnsitz nahm. Das zweite Leben des Steven Wold begann, ein Leben als Familienvater und Besitzer eines kleinen Aufnahmestudios, das er in Olympia betrieb, der Universitätsstadt im amerikanischen Nordwesten. Freunde der Independent-Musik kennen Seasick Steve – der Name geht übrigens auf eine Dampferfahrt mit magenunfreundlichem Ende zurück – aus dem Kleingedruckten: Auf den frühen Alben heutiger Szenelieblinge wie Modest Mouse ist er als Produzent verzeichnet. Ein paarmal, es muss gegen Ende des Jahrzehnts gewesen sein, lief ihm sogar ein gewisser Kurt Cobain über den Weg. Man kannte und grüßte sich; um selbst als Musiker Erfolg zu haben, bedurfte es allerdings eines Winks.
Es war nämlich so, dass der seekranke Steve gerade zu Besuch auf der Farm eines Freundes drunten in Mississippi weilte, als er in der Ecke etwas Rotes sah: eine billige japanische Gitarre. Bis heute weiß er nicht, warum er dem Freund, einem Sammler aller möglichen Gegenstände, das Ding für 75 Dollar abkaufte, es hatte nur drei Seiten statt sechs und war auch sonst in einem bemitleidenswerten Zustand. »Ich fragte mich, was meine Frau wohl sagen würde, wenn ich damit ankam: ›Schleppt der Kerl mir schon wieder so ein verdammtes Stück Schrott ins Haus‹ vielleicht.« Als sie ihn aber nachts in der Küche spielen hörte, sagte sie etwas ganz anderes. Sie sagte – und an der Stelle senkt Steve seine Stimme zu einem Flüstern –: »Diese Gitarre wird dich berühmt machen.«
Wenn er heute daran denkt, was in den fünf Jahren seither geschah, wird ihm noch immer ein wenig schwindelig. Dog House Music, sein erstes, in der Küche aufgenommenes Album, ist nicht nur der Beweis dafür, dass man noch in seinen Sechzigern – wie alt Seasick Steve genau ist, verrät er aufgrund eines Hobo-Aberglaubens nicht – ein energiegeladenes, gelungenes Debüt hinlegen kann, es ist auch absolut unabhängig entstanden. »Wenn morgen alles vorbei wäre, würde ich erhobenen Hauptes aus der Tür gehen«, sagt er. Warum es so kam, wie es gekommen ist, dafür allerdings hat er keine Erklärung. Gewiss, es gibt Tendenzen: das Internet mit seiner Empfehlungskultur, die wiederkehrende Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, der Boom, den das Live-Geschäft gerade erlebt, doch das sagt für einen wie ihn nicht viel. »Wahrscheinlich hat es einfach so sein sollen.«
Sicher ist, dass man sich diesen Mann des Blues heute als glücklichen Menschen vorstellen muss. Zwei weitere Alben sind entstanden, I Started Out With Nothing And I Still Got Most Of It Left und das soeben erschienene Man From Another Time. In My Home, einer Liebeserklärung an seine norwegische Frau, findet er diesmal ungewohnt zarte Töne: »My home is where your blue eyes are, and my town is where your brown hair falls«. Und Happy (To Have A Job) lässt sich gar als Dankeshymne an das Publikum verstehen. Es stimmt ja: Ohne die Gunst des zahlenden Publikums kommt selbst ein 100-Prozent-Mann nicht über die Runden. Umso glücklicher kann er sich schätzen, einer Arbeit nachzugehen, die ihm sichtlich Spaß macht. Steve ist nicht mehr jung, er braucht das Geld. Doch als Ein-Mann-Blues-Explosion gibt er viel an das Auditorium zurück.
Was wird er tun, wenn die Kräfte eines Tages nicht mehr reichen zum Touren? »Traktor fahren«, lautet die prompte Antwort. Eineinhalb Autostunden von Oslo, wo er derzeit wohnt, hat er noch so ein Gefährt herumstehen, einen alten John Deere, den er hingebungsvoll pflegt, aber besser wäre es natürlich, einen Acker damit zu bearbeiten: »Hin und her, und her und hin, ich mag es, wenn umgegraben wird. Es riecht gut und hat was Meditatives.« Man muss nämlich wissen, dass Seasick Steve in seiner Zeit der Suche auch mit den Geistern der Erde Kontakt aufgenommen hat. Aber das ist noch mal eine andere Geschichte.

http://www.zeit.de/2009/49/M-Seasick-Steve 

Das finden wir bei Laut.de http://www.laut.de/Seasick-Steve 

"Ich habe mit Nichts angefangen. Das meiste davon ist noch übrig", lautet der Titel von Seasick Steves zweitem Soloalbum. Es liefert das Zeugnis eines rastlosen Lebens ab, das in einem Alter, in dem die meisten schon ihre Rente genießen, zu einem unerwarteten Erfolg führt. 

1941 als Steve Wold in Kalifornien geboren, flieht er mit 14 vor dem gewalttätigen Stiefvater. Die kommenden Jahre verbringt er on the road, hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und reist als Hobo in Güterzügen kreuz und quer durch die Staaten.
Nebenbei macht er Musik. Nach eigenen Angaben bringt ihm ein alter Bluesmann namens K. C. Douglas seine ersten Akkorde bei, als er acht Jahre alt ist. In den 60er Jahren tourt Seasick mit verschiedenen Bluesmusikern. In den 90er Jahren verdingt er sich als Studiotechniker und Produzent im Bundesstaat Washington, u.a. für Modest Mouse.
Im neuen Jahrtausend zieht er nach Norwegen, dem Heimatland seiner Frau. 2004 entsteht mit den Level Devils das erste Album mit dem programmatische Titel "Cheap". Seinen Künstlername verdankt Seasick Steve nach Angaben seines Labels einer ruppigen Fähren-Überfahrt.
Mit "Dog House Music" (2006), mono in seiner norwegischen Küche aufgenommen, gelingt der unverhoffte Durchbruch, als er an Neujahr drei Stücke in einer britischen Fernsehshow spielt. Es folgen Auftritte bei zahlreichen Festivals, u.a. in Glastonbury. 2007 erhält er - mit 66 Jahren! - den Preis als Newcomer vom Magazin MOJO.
Für Furore sorgen nicht nur Latzhose und grauer Vollbart, sondern auch sein Instrumentarium. Zu dem gehört neben einem einsaitigen Stiel, den er mit einem Schraubenzieher bearbeitet, auch eine aus einem Autokennzeichen gebastelte Beatbox.
Dazu stellt Seasick bei Auftritten stolz eine dreisaitige E-Gitarre vor: "das größte Stück Scheiße auf der ganzen Welt". Ein Freund habe sie ihm in diesem Zustand für 75 Dollar verkauft, am Tag davor habe der sie für 25 Dollar erstanden. Er würde nun um die Welt touren und jedem erzählen, wie er von ihm übers Ohr gehauen wurde, so Seasicks Rache.
Eine Strategie, die sich offenbar auszahlt. "I Started Out With Nothin And I Still Got Most Of It Left" (2008) erscheint beim Major Warner und erreicht nach seiner Veröffentlichung in Großbritannien Platz neun der Charts. Als Gäste sind KT Tunstall und Nick Caves Grinderman mit von der Partie.
In der Zwischenzeit nach England umgesiedelt, spielt der mittlerweile 67-Jährige das erste Konzert seiner anschließenden Tour in der ehrwürdigen wie ausverkauften Royal Albert Hall in London. Die Begeisterung bringt ihm auch zwei Nominations für einen Brit Award ein.
Nach zwei weiteren Alben läuft sein Plattenvertrag aus. Kein Grund, den Kopf hängen zu lassen - im eigenen Wohnzimmer nimmt Seasick "You Can't Teach An Old Dog New Tricks" auf, das 2011 erscheint. Auf drei Stücken spielt Led Zeppelin-Bassist John Paul Jones, der seinen bärtigen Kumpel gelegentlich auch auf der Bühne begleitet.

Hier ein Link zu dem absolut geilsten Konzert, was ich in letzter Zeit gesehen habe:

https://www.youtube.com/watch?v=iru0NKm63OY


 Seasick Steve / Der unbekannte Superstar

Das Wort davor
Seasick SteveEs kommt selten vor, dass ich nicht weiß, was ich oder wie ich es sagen soll. Nach der Begegnung mit Seasick Steve ist es so. Obwohl ich seit Dienstag keinen Tropfen Alkohol getrunken habe oder sonstige Rauschmittel zu mir nahm, habe ich heute einen Kater. Ich war mehr als 24 Stunden lang 'high'. Berauscht von den Dingen, die ich erleben durfte.
Jeder von Euch wird wahrscheinlich schon einmal die Begriffe 'Royal Albert Hall' und 'Glastonbury' gehört haben. Seasick Steve spielte (um seine Worte zu nutzen) in einem kleinen Club namens Royal Albert Hall und 90000 Zuschauer feierten ihn ekstatisch in Glastonbury.
Nur hier weiß es kaum jemand. Fangen wir an das zu ändern. 

 

Seasick Steve  Drei Saiten für ein Halleluja

Mit seiner famosen CD „Man From Another Time“ verschafft Seasick Steve dem Blues eine Frischzellenkur.
Wenn Seasick Steve auf seiner alten Akustikgitarre klimpert, erscheinen unwillkürlich Bilder von unendlich weiter Prärie und einem ebenso endlosen Himmel oder auch von langen klapprigen Güterzügen, die einsam auf ihren Gleisen dahinrumpeln. Und irgendwo schwingt sich vielleicht ein Hobo auf einen Zug, um in den nächsten, meilenweit entfernten Ort zu gelangen. Für einen zivilisierten Städter dieser Tage ist dies ein unwirkliches Szenario, das er höchstens aus amerikanischen Filmen oder Büchern kennt.

Aus der amerikanischen Literatur sind sie nicht wegzudenken: die Hobos – die Landstreicher und Obdachlosen. Allerdings stimmt die Realität meist nicht mit der romantischen Verklärung überein. Das Leben eines Hobos hat nichts Romantisches, es ist von ständigem Überlebenskampf, meist von bitterer Not, oft auch von Gewalt und Ablehnung geprägt. Seasick Steve lebte jahrelang als Hobo.

CD in der Küche

Geboren wurde er als Steven Wold wahrscheinlich im Jahr 1941. So genau weiß es keiner, denn eine Geburtsurkunde gibt es nicht. Sein Vater verließ die Familie, als Steven noch ein kleines Kind war. Mit 13 büchste er von zu Hause aus, weil er seinen gewalttätigen Stiefvater nicht mehr ertragen konnte. Über vier Jahrzehnte verschlug es den Rastlosen von einer Ecke der USA in die andere. Irgendwann kam er sogar nach Paris.

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seine Gitarre. https://www.youtube.com/watch?v=8jcYdmD8FCI