Aus bestimmten Gründen beschäftige ich mich im Moment ausgiebig mit dem Blues. Als Erinnerung an meine Studien habe ich dieses Tagebuch (diesen Blog) angelegt. So kann ich meine Suchergebnisse gut abspeichern und Euch daran teilhaben lassen. Für einen Täglichen Bluestip reicht die Zeit leider nicht mehr. Deshalb wird es diese Beiträge in Zukunft unregelmässig geben. Ich tue mein Bestes.
This was shot at
Mel Brown's birthday party a few years back - featuring Mark Stafford
(harmonica),Shawn Kellerman (guitar), Mike McDonald (guitar), Leo
Valdasori (bass), Jimmy Bourdreau (drums) and Mel Brown (keyboards).
Mark
“Bird”Stafford is a key fixture on the Canadian Blues Scene and has been since
he got his start with Hock Walsh (Downchild Blues Band) in the mid 80’s at the
Pine Tree jams. His distinct vocal pureness and powerful harp tone are again
present on this latest release “Live at the Delta”. This raw, no overdub
recording is another strong example of Bird capturing his strengths as an artist
true to his love of roots music. Mark continues to dedicate his skills as a band
leader, guest performer, blues educator, and harmonica teacher at festivals,
clubs and workshops everywhere.
Known
for his mastery and enthusiasm for classic blues styles - from Chicago blues to
swing, R & B, jump, funk and most things in-between, Stafford puts the
capital
‘T’ in
tone when it comes to his harmonica prowess. A serious student of "fat tone"
harmonica, he subscribes to the teachings of the masters: Sonny Boy Williamson,
Little
Walter
Jacobs, Big Walter Horton, Junior Wells and James Cotton, imbuing what he's
learned with a healthy dose of his own creativity.
Mark
“Bird” Stafford is one of the hardest working musicians on the scene today. With
his regular performances in his home town of Toronto, Ontario as an in-demand
harmonica player and singer to his additional talents as a drummer with several
duos and house gigs. Stafford is also busy with extensive work with the Blues In
Schools Program, conducting blues harmonica workshops at festivals across
Canada, teaching harmonica classes with the Toronto District School board, and
regular month long excursions to the East Coast of Canada to perform with
legendary blues guitarist Joe Murphy.
Recorded at Monarch’s Tavern in the Delta Chelsea Hotel
downtown Toronto Stafford’s new album “Live at the Delta” is a perfect showcase
for his talents, enthusiasm and a homage to blues greats - featuring 11 classic
blues songs redone only in the way that “Bird” can, including Sonny Boy
Williamson’s “Born Blind”, Jimmy Reed’s “I Found Joy”, and Willie Dixon’s “Up
The Line”.
In his
own words:
“I
realize that it is heavy on the “Greats Of The Blues,” and I am totally OK with
that. After all, this is what I do and this album is a slice of that. After my
summer away, doing shows in Nova Scotia with Joe Murphy/Garrett Mason, I
returned home to Toronto and assembled a band for one hot night at the Delta
Chelsea Hotel to record “Live at the Delta”! We had a SUPERB CROWD and I hope
this recording captures the energy of the evening.” - Mark “Bird”
Stafford
In Kanada gehört Mark „Bird“ Stafford wahrscheinlich zu den besten
Bluesharp-Spielern. Zu dem Urteil könnte man jedenfalls nach dem Anhören
seines aktuellen Albums „Live at The Delta“ kommen. Stafford spielt und
singt sich hier durch ein klassisches Repertoire zwischen Little
Walter, Sonny Boy Williamson, James Cotton und anderen Giganten, dass es
einem zeitweise den Atem verschlägt. Es geht schon los mit dem
Opener, Junior Parkers „Pretty Baby“: Stafford knallt die Riffs raus und
wird begleitet von einer druckvollen Band (Aaron Griggs - g, Fabio
Parovel - g, Tyler Burgess - dr, Dennis Pinhorn - b). Bei Little Walters
„Juke“ macht er klar, dass er zwar einen Heidenrespekt vor dem Paten
aller Bluesharper hat. Doch dieses Meisterstück spielt er nicht als
Kopie sondern bringt seinen ganz eigenen Ton hinein - faszinierend.
Absoluter Höhepunkt dürfte dann „Can‘t Hold Out Much Longer“ sein.
Besonders beeindruckend, wie Stafford hier seinen Gesang mit den
Harpakzenten unterstreicht.
Um
ein Instrument zu lernen, ist man nie zu alt. Diese Erfahrung machte
auch Dirk Otten alias Dad Horse Ottn, als er mit 39 Jahren zum Banjo
griff. Das Instrument wurde für ihn zum Flaschenzug, um sich von seinem
kriselnden Vorleben zu verabschieden.
Ein Banjo hat nur vier Seiten. Das kam 1998 auch dem damaligen
Bildkünstler Dirk Otten sehr entgegen, als er sich kurz vor seinem 40.
Geburtstag entschloss, ein Instrument zu lernen. »Eine sechssaitige
Gitarre war mir zu fizzelig, um nur ein paar Akkorde zu lernen«,
berichtet er.
Sein Leben zuvor: Alles andere als geordnet. Bitter enttäuscht am Ende
eines hoffnungsvollen Trips durch die Vereinigten Staaten zog es ihn
zunächst zum Alkohol anstatt nach Hause. »Welche Pläne ich auch immer
für diesen Trip hatte, alles endete am Boden eines Motel-Rooms in Mesa,
Arizona.« Aus der alkoholischen Misere halfen ihm Treffen bei den
Anonymen Alkoholikern. Die Gruppe, größtenteils mit Hopi-Indianern
besetzt, gab dem tieftraurigen Mann schließlich auch seinen ersten
Kosenamen »Sad Horse«.
Keine Gospel-Comedy
Das traurige Pferd kehrte zurück nach Europa, brachte sich bei, Banjo zu
spielen und stellte nach langen Schlafzimmersessions fest, dass er
Musik machen wollte. Gemeinsam mit einer Partnerin gründete er die DEAD
HORSE COWBOYS. »Wir beide waren damals in dysfunktionalen Beziehungen,
mussten aber das tote Pferd immer noch reiten«, erzählt Otten.
Solo auf Tour zu gehen, war für Dirk Otten spätestens dann die Option
seiner Wahl, als er das Gefühl hatte, sein Instrument zu beherrschen.
Seitdem ist der Liedermacher als THE DAD HORSE EXPERIENCE unter dem
Namen Dad Horse Ottn auf Tour.
Das »Dad« ist der Geburt seines zweiten Kindes geschuldet, und die
»Experience« den bitteren Erfahrungen seines bisherigen Lebens. Diese
verarbeitet der Künstler in seinen Gospel-Songs. Auch wenn ob des Namens
der Eindruck entstehen könnte, Dad Horse Ottn nehme mit seiner Musik
den Gospel aufs Korn, stecken in seinen Texten erste Inhalte. »Dass sich
die Leute amüsieren und vielleicht auch lachen, nehme ich billigend in
Kauf und sehe es als Einfallstor für all die schlimmen Wahrheiten, die
ich in Wirklichkeit versuche zu verbreiten.«
Musikalischer Befreiungsschlag
Dad Horse Ottn spielt Gospel in Country-Manier. Dabei verfolgt er zwar
einen spirituellen, jedoch keinen religiösen Hintergrund. »Ich bin mehr
an den Inhalten, als an der Form des Gospels interessiert.« Für ihn
stellte sich die Frage, ob er als weißer Mitteleuropäer überhaupt eine
Musik spielen dürfe, die im Allgemeinen mit in Ketten gelegten schwarzen
Sklaven auf Baumwollfeldern verbunden wird.
Ottn sieht sich aber selbst als Person, die durch Ketten gefesselt ist,
auch wenn er sich diese nach eigener Aussage selber angelegt hat: »Es
sind Dinge wie eigenes Ego und Ängste, die uns letztendlich darin
hindern, zu wachsen und frei zu werden.« Er selbst wertet seinen
musikalischen Befreiungsschlag als erfolgreich, kann er doch sowohl
finanziell, als auch spirituell davon leben. Und in der Tat: Seine
größtenteils englischsprachige Musik kommt an. Seit zwei Jahren tourt er
mit seinem Liedgut quer durch Deutschland, Italien, Spanien und
Portugal.
Auch wenn er sich in naher Zukunft nicht von seinem beruflichen Zugpferd
»Musik« verabschieden möchte, plant Ottn noch in diesem Jahr den
Taxischein zu machen, um für die tourfreie Zeit ein zweites finanziellen
Standbein zu haben. Das nächste Album ist aber schon in Planung und
wird mit den gedachten Titeln »Be your own mum« oder »Water is the new
beer« sicherlich ein neues spirituelles Erlebnis für den Musiker und
seine Fans
"Keller-Gospel"
nennt der Bremer Musiker und Maler Dirk Otten seine Musik. Und das mit
dem Gospel meint er durchaus ernst. Auf elektrischem Banjo, Gitarre,
Kazoo und Basspedalen zieht er unbeirrt sein Ding durch. Und hat sich
mit eher begrenzten technischen Mitteln eine Qualität erarbeitet, die
Gänsehaut erzeugen kann. In der rudimentären Begleitung seiner Songs, in
der Klage seines Gesangs, der ein wenig an Hank Williams erinnert,
schwingt die spartanische Intensität des weißen Folk aus den Appalachen
mit, Ottens Lyrik verhandelt hingebungsvoll die flammende Selbstkritik
der gequälten Sünderseele.
Erst mit 40 Jahren
begann Otten auf einem geschenkten Tenorbanjo Musik zu machen, um seiner
spirituellen Suche einen Klang zu geben. Inzwischen erfreut sich die
Dad Horse Experience, wie er seine One-Man-Band nennt, internationaler
Anerkennung und wurde sogar schon in die USA eingeladen. Nun erscheint
ein neues Album, "Dead Dog On The Highway", dessen Veröffentlichung am
Freitag gefeiert wird. Das Vorprogramm bestreitet das
Kirschbaum-Weishoff-Trio, das gar kein Trio, sondern ein Duo mit Rolf
Kirschbaum und Matthias Weishoff ist, sowie die Musikerin Schné.
Hoch interessanter Stoff aus dem Norden Deutschlands. Dad Horse Ottn
bekam zu seinem vierzigsten Geburtstag ein Tenor-Banjo geschenkt, das
sich im Laufe der Zeit zu seiner Passion entwickelte. Mittlerweile sind
mit der Mandoline, dem Kazoo und Bass-Pedal sogar noch weitere
Instrumente hinzugekommen und der Mann ist fast schon eine One-Man-Band.
Für das zweite The Dad Horse Experience-Album hat er allerdings auch noch eine gute Hand voll weiterer Musiker am Start, die ihn auf den 13 neuen Songs unterstützten.
In seiner so ganz eigenen Art bringt uns Dad Horse Ottn seine Musik mit starkem Tom Waits-Feeling
daher. Gospel, Country, Blues ... als Überbegriff könnte man das von
vielen so ungeliebte Wort Americana mal wieder in die Runde schmeißen.
Nur, dass "Dead Dog On A Highway" so ganz anders, so ganz individuell
klingt. Ottns Gesang kommt inbrünstig, allerdings auch mit sehr
hartem deutschen Akzent, was der Geschichte etwas Skurriles verleiht,
sie auf der anderen Seite auch wieder sehr sympathisch macht. Neben
diversen Singles und einer EP erschien im Jahr 2008 zunächst das Debüt
"Too Close To Heaven", gefolgt nun von diesem zweiten Streich.
Schmissig beginnt der Titelsong mit lediglich
Banjo und Gesang, bevor Percussion und Background Vocals hinzukommen. Es
wird ziemlich schnell klar, dass Ottn nicht unbedingt der
begnadetste Sänger unter der Sonne ist, dies aber mit viel Enthusiasmus
wieder ausgleicht. Fein, so kann's weitergehen. Mexikanische Einflüsse
sowie einen rumpelnden Walzertakt kann ich bei "Kingdom It Will Come"
raushören, über die Ottn erneut seine feurigen Vocals legt, die
sich oft über das Schuldbewusstsein eines Mannes mit sehr schlechtem
Gewissen drehen, der aber nicht in der Lage ist, sein eigenes Handeln zu
ändern. Und das alles zu spärlichem, handgemachtem Wüsten-Sound.
Obskur, aber letztendlich richtig gut.
Der Norddeutsche hat auch keinerlei (warum
auch?) Berührungsängste mit Legenden, was er zum Beispiel bei "I Saw The
Light" von der Country-Legende Hank Williams unter Beweis
stellt. Die Stimme kommt einem hier tatsächlich so vor, als käme sie
direkt aus dem Grab irgendeines vergessenen amerikanischen Friedhofs
(der, auf dem die Gebeine von Williams weilen). Fast schon
gespenstisch auch die Instrumentierung und Intonierung. Je länger die
Scheibe läuft, desto mehr mag man sie. Es sei denn, man entwickelt schon
bei den ersten beiden Tracks eine starke Abneigung gegen dieses
zugegebenerweise ungewöhnliche Album.
Neben den Eigenkompositionen gibt es noch ein
weiteres Cover in Form des alten Blues "St. James Infirmary", das einmal
mehr in einer verschrobenen wie guten Walzer-Form gebracht wird. Ottn
singt sich einmal mehr die Seele aus dem Leib und zum wiederholten Male
erwische ich mich bei einem gewaltigen Grinsen. Das ist anders, aber
vor allem ist es gut! Sehr deutsch klingt es, aber Gefühle sind ja
international! Apropos deutsch: "Ganz war ich nie" wird, wie es der
Titel schon andeutet, in der Landessprache vorgetragen. Erneut sparsam
instrumentiert und musikalisch dem Sound der Appalachian Mountains
verpflichtet, erzählt hier ein Mann von neuen physischen und seelischen
Verletzungen, die aber mittlerweile schulterzuckend zur Kenntnis
genommen werden, da er schließlich das Gefühl des Glücks bzw. des
Erfülltseins sowieso noch nie gekannt hat.
"Dead Dog On A Highway" ist ein wirklich geiles
Album für alle, die auch gerne mal einen Blick über den Tellerrand
hinaus riskieren möchten. Ungewöhnlich, nicht immer schön, aber
tatsächlich richtig gut. Vor allem steckt in diesem Album neben guten
Ideen sehr viel Seele und Hingabe. Zunächst eventuell zu glauben,
entdeckter Dilettantismus verwandelt sich in erkennbare Systematik, bzw.
einen ganz eigenen Stil. Profundismus gepaart mit guten Melodien und
massenhaft Herzblut, versehen mit der furchtlosen Herangehensweise eines
Tom Waits der Achtziger und der ungestümen Ehrlichkeit des ersten Albums der Violent Femmes.
Mike Seeber wurde 1976 in
Nordhausen, Thüringen, geboren. Bereits im Alter von vier Jahren
versuchte er sich auf einer Ukulele. Im elterlichen Haushalt hörte er
die Musik von Rory Gallagher
und Jürgen Kerth, etwas später auch die von Jimi Hendrix und Johnny
Winter, von den RODGAU MONOTONES und LIVING BLUES. Es war die Musik, die
Mikes Vater, damals selbst Gitarrist in einer Band, hörte und verehrte.
Sein Vater nahm Mike auch immer öfter mit in den Probenraum und zu
Auftritten der Band in der näheren Umgebung. Zu seinem achten Geburtstag
bekam Mike seine erste richtige Gitarre geschenkt: eine für ihn noch
viel zu große Konzertgitarre. Stundenlang saß er mit dem Instrument vor
dem Plattenspieler und versuchte zu den Platten seines Vaters
mitzuspielen. Besonders hatte es ihm das Album GLORIOSA von Jürgen Kerth
angetan. Doch die kleinen kraftlosen Hände und das große klassische
Instrument machten es ihm nicht leicht. Von seinem Vater lernte er die
ersten Stücke zu spielen: „Love Like A Man“, „Heart Of Gold“ und das
Bonanza-Thema.Etwa mit elf Jahren entdeckte Mike noch andere Scheiben im
Plattenschrank, und von da an kamen für ihn nur noch Musiker in Frage,
die einen Hut trugen: Stevie Ray Vaughan, Johnny Winter und Billy
Gibbons mit ZZ Top. Monatelang hörte er das Album TEXAS FLOOD und
verzweifelte, weil er keinen einzigen Ton treffen konnte. Erst Jahre
später fand er heraus, dass die Gitarren einen halben Ton tiefer
gestimmt waren. Weinachten 1986 bekam Mike dann endlich eine Strat-Kopie
in Rot und einen 15-Watt-Verstärker geschenkt – Oma sei Dank.
Bis zu diesem Tag hatte er sich die Les
Paul seines Vaters nur ansehen dürfen, nun hatte er selbst eine
elektrische Gitarre und versuchte, die Songs und Sounds von MONOKEL und
der JONATHAN BLUES BAND, von Hansi Biebl und selbstverständlich von
Jürgen Kerth nachzuspielen – abwechselnd mit den von ihm bis heute
verehrten Texanern.Seine Eltern schickten ihn auch auf eine Staatliche
Musikschule, wo sein Lehrer mit ihm ganz von vorn beginnen wollte.
Wechselanschlag mit einer Note – das ging aber nicht mit einem
Zehnjährigen, der „Johnny B. Good“ im Style von Johnny Winter drauf
hatte.
Nach zwei Jahren spielte Mike die erste
Prüfung und bestand sie mit “Ausgezeichnet”. Als sein Lehrer aber
merkte, dass er die Menuette nach Gehör und nicht nach Noten spielte,
war Schluss mit Unterricht.
Mit fünfzehn Jahren bekam Mike seinen
ersten regulären Job bei einer Tanzband. Der damalige Sänger und
Gitarrist war ausgestiegen. Es wurde hart geprobt, denn Mike war als
Gitarrist nun auch der Sänger. Wenn die Auftritte der Band bei diversen
Tanzveranstaltungen gut liefen, wurde zum Schluss immer „Hey Joe“
gespielt – mit Sicherheit der von Mike am häufigsten gespielte Song,
seit er Musik macht.
Zurückblickend war die Zeit in dieser
Band für ihn weniger durch musikalische Fortbildung bestimmt, als dass
sie eher eine gute Schule für das Leben war, in der er die zahllosen
Regeln und Facetten eines permanenten Live-on-Tour-Betriebes kennen
lernte.
Mit Neunzehn bekam Mike ein Angebot von
einer großen Band mit Manager und Sängerin und fuhr an seinem Geburtstag
zum Vorspielen. Als die Band merkte, dass er keine Noten lesen kann,
durfte er spielen, was ihm gefiel. Es war selbstverständlich „Hey Joe“.
Nach der ersten Strophe hatte er den Job.
In dieser Band lernte Mike viel über
Musik, über Veranstalter und über die Menschen im Allgemeinen. Er ist
den Jungs von damals, die alle vier wie Väter zu ihm waren, bis heute
sehr dankbar.
Für alles andere, was Mike in dieser
Zeit erlebte, verweist er gern auf das Buch “Fleisch ist mein Gemüse”
von Heinz Strunk – mit dem Unterschied, dass er über all die Jahre den
festen Glauben an eine Bluesband hatte.
Neben dem Engagement in der Tanz-Band
spielte Mike auch in einer Deutschrock- und Metalband. Da sein Style auf
die Dauer nicht passte, entwickelte er sein erstes Powertrio, das den
stolzen Namen SEEBER trug. Mike spielte jetzt die alte Les Paul seines
Vaters und trug Hut – genau wie seine texanischen Idole auf den
Platten-Covern. Die Band spielte CREAM und Hendrix. Zu Stevie Ray
Vaughan fand er erst später wieder zurück. Sie hatten Erfolg, und schon
bald wurde Mike von einem Festivalveranstalter als „Der blonde Jimi
Hendrix“ angekündigt – was ihm im Alter von nur 21 Jahren natürlich sehr
imponierte.
Nachdem die Band um einen Keyboarder
erweitert wurde, kam es zunehmend zu musikalischen Differenzen und
schließlich zur Auflösung. Mike wechselte nach Halberstadt und spielte
eine Zeitlang in kleinen Besetzungen in Bars und ähnlichen Locations.
In der ihm fremden Stadt war er erstmals
in seinem Leben ganz auf sich allein gestellt. Er übte bis zu vier
Stunden am Tag Gitarre. Als er dann einen Job als Gitarrenverkäufer
angeboten bekam, sagte er sofort zu – denn von da an hatte er den ganzen
Tag Gitarren in der Hand.
Im August 2001 gründete er die TEXAS
MIKE BAND. Nach einigen Monaten im Proberaum ging das Trio auf die
Bühne. Im darauf folgenden Jahr quittierte Mike bei der Tanzband und
verließ endgültig das Festzelt-Business.
Die TEXAS MIKE BAND war von 2001 bis 2010 unentwegt auf Tour und bespielte die großen und kleinen Bühnen des Landes.
Zwischenzeitlich ergaben sich für Mike
spannende Gast-Engagements und gemeinsame Touren mit national und
international bekannten Bluesrock-Größen wie Bugs Henderson, Randy
Hansen, Lance Lopez und anderen. Seit einigen Jahren ist Mike auch immer
wieder ein gern gesehener und gefeierter Gast bei den Auftritten der
Band MONOKEL-KRAFTBLUES.
Anfang 2011 gab Mike die Auflösung der TEXAS MIKE BAND bekannt.
Seitdem ist er regelmäßig in zwei mit äußerst versierten Musikern besetzten Formationen zu erleben:
MIKE SEEBER BAND und MIKE SEEBER TRIO.
Beide Bands pflegen einen jeweils
eigenständigen Sound und geben dem Gitarristen und Sänger MIKE SEEBER
somit Raum und Möglichkeit, sein Material variantenreich zu
interpretieren – in kleinen Club-Gigs mit unmittelbarem Kontakt zum
Publikum genauso wie auf großen Open-Air-Veranstaltungen.
komm herein, Mike Seeber Band
Potz Blitz! Das Mike Seeber Trio gewinnt die German Blues Challenge und fährt nach Memphis
Das „Bluesgewitter“ zündete auch in Norddeutschland und ist der
Gewinner der German Blues Challenge 2013, die am vergangenen Samstag im
Brauhaus von Eutin, Schleswig-Holstein, ausgetragen wurde. Als Gewinner
geht die Band bei der International Blues Challenge in Memphis, TN, USA,
im Januar 2014 für Deutschland an den Start.
Für das Finale des renommierten Wettbewerbes hatten sich
fünf Bands in einem Online-Voting qualifiziert. Der Cologne Blues Club,
die Jimmy Reiter Band, Lausitzblues, Richie Arndt & RAWcoustic und
die spätere Gewinner-Combo, lieferten mit ihren jeweils dreißigminütigen
Sets dem gleichermaßen fachkundigen wie auch begeisterten Publikum
einen wirklich großartigen Abend, in dessen
Ergebnis die international besetzte Jury schließlich das Mike Seeber Trio zum Sieger kürte.
Darüber hinaus war die Challenge umrahmt von Gastkonzerten von Georg
Schroeter & Mark Breitfelder sowie vom German Blues Projekt. Beim
anschließenden Preisträgerkonzert mit Session kamen auch Bernd Römer,
Karat, und der erst vierzehnjährige Ausnahmegitarrist Kalle Reuter mit
auf die Bühne.
Der Challenge-Gewinner, Gitarrist und Sänger Mike Seeber, wird mit
seinen Begleitern, Philipp Rösch am Bass und Tobias Ridder an den Drums,
im Frühjahr 2014 zur European Blues Challenge nach Riga in Lettland
reisen und zum weltweiten Endausscheid, der International Blues
Challenge in Memphis, TN, USA, um den modernen Blues made in Germany
kraftvoll zu Gehör zu bringen.
Mike Seeber gilt in Deutschland als einer der zunehmend am stärksten
beachteten Live-Gitarristen seines Genres. Seine imposanten Bühnenshows
sind geprägt von Frische, musikalischer Virtuosität und einem
machtvollen Sound, den er mit seinen beiden äußerst versierten
Begleitmusikern erzeugt. In seinem Programm präsentiert er zum großen
Teil moderne und kraftvolle Interpretationen der großen Songs der
ostdeutschen Bluesgeschichte, unter anderem von Monokel, Jürgen Kehrt,
Jonathan, Engerling und Hansi Biebl.
Shannon played both clarinet and guitar
by the age of fifteen, due to being inspired by his father's collection
of blues records. However, he started seriously practicing only after
seeing B.B. King.
After playing in local bands for several years and enjoying local
success, his father died in 1981 and he took a job driving a cab in
order to help his family pay bills. His music career was put on hold
until 1990, when he began playing in local clubs at the urging of his
former bassist.
In the early 1990s, he formed a group called Mem Shannon and the Membership, who won a spot playing at the 1991 New Orleans Jazz & Heritage Festival. Later in 1991, they competed for a spot at the Long Beach Blues Festival, but lost in the final round of the talent contest and did not get to appear.
In 1995, after being impressed with a demo tape that Shannon had recorded, Joe Boyd of Hannibal Records contacted Shannon, and his first album, A Cab Driver's Blues, was released on October 15, 1995.[4] Songs on the album featured snippets of actual conversations from his customers while in the cab.[3]
In April 1996, Shannon announced that he was giving up driving his cab in order to make playing music his full-time job.[5]
His song "S.U.V." (2002), won Living Blues magazine's Critics Poll Song of the Year,[6] as well as receiving a Blues Music Awards nomination for song of the year.[7]
Shannon appeared as himself in the 2008 novel, Bad Moon Rising by Jonathan Maberry.
He is one of several real-world celebrities who are in the fictional
town of Pine Deep when monsters attack. Other celebrities included Tom Savini, Jim O'Rear, Brinke Stevens, Ken Foree, Stephen Susco, Debbie Rochon, James Gunn and Joe Bob Briggs. [8][9][10][11][12] Shannon's name and persona appear coincidentally in two horror novels: Fat White Vampire Blues by Andrew Fox and the aforementioned Bad Moon Rising.
Wenn man in einer größeren
amerikanischen Stadt einen Taxifahrer, einen cabbie nach seinem Beruf fragt,
dann bekommt alles zur Antwort, nur nicht Taxifahrer. Abends und an den
Wochenenden sind sie alle Schriftsteller, Musiker, Künstler, Schauspieler,
Filmemacher oder Photograph. Nur tagsüber sind sie cabbies. Einige von
ihnen schaffen den Durchbruch, die meisten nicht. Hier ist eine solche
Erfolgsstory von einem Mann mit Mut; Durchhaltevermögen und einer Vision
– ein Mann, der stark genug war, für die Erfüllung seines
Traums zu kämpfen: Mem Shannon. Er kam 1959 mit seinen Eltern nach New
Orleans. Niemand dachte zu dieser Zeit daran, dass er jemals ein Sänger
und Gitarrist, geschweige denn ein bekannter Blues-Performer werden könnte.
Als sein Vater 1981 starb, musste Mem Shannon seine Mutter und seine Schwester
unterstützen. Um die Familie über Wasser zu halten, fuhr er 15
lange Jahre Taxi in New Orleans, im "Big Easy". Während dieser ganzen
Zeit hat er abends und an den Wochenenden Gitarre gespielt und Songs geschrieben.
Und er trat in den Clubs und "juke joints" der vibrierenden Bluesszene von
New Orleans auf. Sein Durchbruch kam 1995 mit der Veröffentlichung seines
ersten Albums. Ein Jahr später gab Mem Shannon das Taxifahren auf und
widmete sich ganz der Musik. Im November und Dezember ist der Musiker u.a.
in Deutschland auf Tour.
Sie teilte sich die Bühnen mit Little Feat, Marianne
Faithfull oder Etta James. Die Produzenten des off-Broadway
Musicals „Love, Janis“ wurden auf Dana aufmerksam und
luden sie zum Casting ein. Sie sang einige Takte von „Piece
of my heart“, und wurde vom Fleck weg für die Rolle der
Janis Joplin engagiert. Die erste eigene CD wurde 2003
veröffentlicht, fortan wurden Danas Konzerte zahlreicher und
erfolgreicher. Schließlich wurde sie für den Film
entdeckt - in „Across the universe“ spielt sie die
Sängerin Sadie. Hier interpretiert sie Beatles Lieder mit
einer solchen Ausdruckskraft, dass diese Titel fortan Bestandteil
ihres Repertoires wurden. Inspiriert wurde Dana von Sixties R&B
wie auch von Lucinda Williams, von den Rolling Stones wie von Bob
Dylan oder Tom Waits. Ein Stimmwunder und Energiebündel, wie
es im derzeitigen US-amerikanischen Rock seinesgleichen sucht.
Dana Fuchs Band - I'd Rather Go Blind (Etta James Cover)
Dana Fuchs (January 10, 1976) is an American singer, songwriter, actress and voice over talent most famous for her performance in the 2007 film Across the Universe, in which she played the role of Sadie.
Fuchs was born in New Jersey and raised in Wildwood, Florida,
a small rural town, daughter of Sandy and Don Fuchs. At the age of
twelve, she joined the First Baptist Gospel Choir and began singing in
public. At sixteen, she fronted a popular local band at a roadside Holiday Inn.
Her band sold out shows at the Mercury Lounge, the Stephen Talkhouse and BB King’s, sharing the bill with national acts, including Little Feat, Marianne Faithfull and Etta James.
The Dana Fuchs Band put out a CD, Lonely For A Lifetime in
2003. Fuchs has claimed that she "wanted to capture a soulful and
rocking vibe…but with an earthiness to it.” Her second album, Live in NYC, was issued on April 1, 2008 by Antler King Records. On April 13, 2011, the DFB released their second studio album, Love to Beg.[citation needed]
Fuchs plays Sadie in the Julie Taymor film Across the Universe. She also played the singing Janis Joplin in the Eric Nederlander production of Randall Myler's off Broadway musical Love, Janis. With Jack Livesy, Fuchs wrote and performed songs on the soundtrack for the Big Beach production of Laurie Collyer's independent filmSherrybaby
including the opening and closing title songs. She also worked for MTV
during the 1990s and 2000s as the voice of many of its on-air promos,
mostly for 10 Spot shows.
Dana Fuchs wuchs in einem an amerikanischer Pop- und Rockmusik stark
interessiertem Elternhaus auf. Ihre älteren Geschwister spielten in
lokalen Bands und sie selbst schloss sich als Teenager ebenfalls einer
Rockband in ihrer Heimatstadt Wildwood (Florida) an, nachdem sie als
Halbwüchsige im Gospelchor ihrer Kirchengemeinde den Spaß am Singen
gefunden hatte. Im alter von 19 Jahren wechselte sie in der festen
Absicht, als Bluessängerin erfolgreich zu werden, nach New York. Hier
auch traf sie auf den Gitarristen Jon Diamond, der bereits mit den
Sängerinnen Joan Osborne und Debbie Davies zusammen gearbeitet hatte.
Mit Diamond gründete Dana Fuchs The Dana Fuchs Band, mit der die
Sängerin innerhalb kurzer Zeit das Interesse des Publikums auf sich
ziehen konnte. Hatte Dana Fuchs bis dahin vor allem bekannte Blues- und
Bluesrock-Stücke gesungen, so begann sie nun mit Diamond eigene Songs zu
verfassen. Mit dem neuen Programm trat sie bald in größeren Hallen auf,
mitunter gemeinsam mit Größen wie Marianne Faithful, Etta James und der
Bluesrock-Band Little Feat. Mittlerweile war ihre Reptutation so weit
gewachsen, dass sie für die Titelrolle des Off-Broadway-Musicals »Live,
Janis«, einem Bühnenstück über das Leben von Janis Joplin, engagiert
wurde; in dieser Rolle folgte sie der Sängerin Beth Hart nach.
2003 veröffentlichte The Dana Fuchs Band ihr Debüt-Album, »Lonely for a
Lifetime«. Danach dümpelt ihre Karriere ein wenig vor sich hin, bis sie
2007 in dem Film »Across the Universe« (Regie: Julie Taymor), einem
Film, der eine um Bealtes-Songs herum konstruierte Liebesgeschichte
erzählt, die Rolle der Sadie übernahm. In diesem Film sang sie Cover
Versions von Beatles-Kompositionen wie »Why Don’t We Do it on the Road«,
»Don’t Let Me down« und vor allem »Helter Skelter«. »Helter Skelter«
war dann auch Bestandteil des Mitschnitts eines Konzertes, der 2008 als
CD und DVD veröffentlicht wurde und die überragenden Qualitäten der
Sängerin demonstrieren.
Dana Fuchs gehört zu einer jüngeren Generation amerikanischer
Sängerinnen, die auf die Musik ihres Landes starken Bezug nehmen und
Vorbilder in den Größen des Rock und des Soul der 1960er-Jahre suchen
und finden. Zwar drängt sich angesichts ihrer veröffentlichten Songs der
Vergleich ihres Gesangsstils mit dem von Janis Joplin einerseits und
schwarzer Sängerinnen wie Etta James andererseits auf, doch stehen im
Hintergrund auch Sänger wie Robert Plant und vielleicht sogar Joe
Cocker. Jedenfalls erinnert ihre Version von »Helter Skelter« beinahe
eben so sehr an Led Zeppelin wie an die Beatles.
Dana Fuchs: Engelsgesicht singt den Blues wie eine Teufelin
Dana
Fuchs sieht aus wie ein Engel, singt aber, als hätte sie den Teufel im
Leib. Ihre Stimme, ihre Bühnenpräsenz besitzen jene Magie, die Janis
Joplin einst unsterblich machte. Mit dem Programm ihrer neuen CD „Bliss
Avenue“ sind Dana und ihre Band auf Tour.
»Alles, was Dana Fuchs tun muss, ist es zu singen.«
Mit diesen Worten beginnt der Promo-Zettel von Ruf Records zum neuen
Album der amerikanischen Sängerin, "Bliss Avenue". Und allein dieser
Satz sagt schon fast alles aus, was die Klasse und den Reiz dieser
Shouterin ausmacht. Diese Stimme gehört mit Sicherheit zu den größten,
die die Rockmusik in der jüngeren Vergangenheit hervorgebracht hat.
Nicht umsonst bekam Dana Fuchs die Titelrolle im Janis Joplin-Musical "Love" am Broadway und übernahm außerdem die Rolle der Sadie im preisgekrönten Beatles-Film "Across The Universe" von Regisseurin Julie Taymer, dessen Soundtrack mit Platin ausgezeichnet wurde.
Wer schon mal die Gelegenheit hatte, die Dana Fuchs Bandlive
zu erleben, der weiß, mit welcher Power die Gruppe auf der Bühne zu
Werke geht. Man wird unwillkürlich mitgerissen von der Energie und
Dynamik, die alleine von der Frontfrau ausgehen, sodass einem fast jeder
Auftritt vergleichbarer Sängerinnen wie ein Kindergeburtstag vorkommen
muss.
Doch Dana Fuchs kann auch anders. Wie schon bei den beiden Vorgängeralben "Lonely For A Lifetime" (2003) und Love To Beg
(2011) gibt es auch auf dem neuen Longplayer nicht nur harte, voll auf
die Zwölf gehende Losgehrocker. Im Gegenteil, es herrschen sogar die
ruhigeren Töne vor. Immer wieder kommt die akustische Gitarre von Jon Diamond zum Einsatz, der natürlich wieder an Danas
Seite zu hören ist. Die beiden sind ja schon von Anfang an ein
kongeniales Paar und ergänzen sich perfekt. Der Rest der an den
Aufnahmen beteiligten Musiker rekrutiert sich aus den besten der
amerikanischen Studio-Szene, sodass die optimale Umsetzung der zwölf
Songs gewährleistet war.
Erneut ist die Anzahl der Besucher für einen Dienstagabend durchaus
beachtlich. Ich hab allerdings den Eindruck, dass sich im Gegensatz zu
den Konzerten der vorherigen Jahre
das Geschlechterverhältnis inzwischen deutlich Richtung der männlichen
Besucher neigt und da scheint sich auch das Alter eher im Über-40 (um es
mal gelinde zu sagen) Bereich anzusiedeln. Nun, es geht letztendlich um
Blues und damit spricht man - zumal hierzulande - eher das Publikum im
langsam ergrauenden Alter an.
Hätten manche die Einblicke erahnt, die ein sich lösender Knopf bietet,
wäre die Hütte wahrscheinlich voll gewesen, aber aus anderen Gründen.
Eine der wundervollsten, engagiertesten und bestaussehendsten aktuellen
Blues-Sängerinnen ist an diesem Abend im Aschaffenburger Colos-Saal
erneut zu Gast und promotet mit dieser Tour ihr aktuelles Album "Bliss Avenue".
Wie sich das für einen Blues-Sänger, bzw. -Sängerin, gehört, legt die
Band, die mittlerweile um einen Keyboarder erweitert und bereichert
wurde, den Teppich aus, auf dem alsbald Dana Fachs die Bühne
beschreitet. Trotz etlicher Tournee, einiger Alben und jeder Menge
internationaler Erfahrung nimmt man es der Wahl-New Yorkerin ab, wenn
sie sagt, dass sie sich hier bereits "zu Hause" fühlt.
Der Sänger Sugaray Rayford stammt aus
Texas und begann, wie so viele Vokalisten, sein Talent im Kirchenchor
einzubringen. Außerdem spielte er in der frühen Zeit seines Lebens
Schlagzeug. Mit zwei Brüdern in sehr ärmlichen Verhältnissen
aufgewachsen, startete sein musikalischer Werdegang dann in der Gegend
von San Diego. Er trat mit der R&B-/Funk-Band Urban Gypsys auf und die Gruppe teilte die Bühne unter anderem mit The Average White Band, Dennis Quaid oder Joe Louis Walker.
Als seine Vorliebe für den Blues immer größer wurde, verließ er die Urban Gypsys und wurde Leadsänger bei den Aunt Kizzy'z Boys.
Mit dem Album "Trunk Full Of Bluez" (2004) und rund zweihundert
Auftritten im Jahr erreichte man eine viel größere Menge von Bluesfans.
Der von ihnen gespielte 12-Takter musste gut sein, denn 2006 endeten die
Aunt Kizzy'z Boyz auf dem zweiten Platz der International Blues Challenge. 2007 kam "It's Tight Like That" auf den Markt.
2011 ließ er sich dann in Los Angeles nieder und dort wurde der Delta Groove-Labelchef Randy Chortkoff auf an den Mann aufmerksam. Da fügte sich ein Puzzelteil zum anderen ... Mannish Boys suchten einen neuen Sänger und Sugaray Rayford war auf Double Dynamite
sowie Liveauftritten mit von der Partie. Ein Tonträger unter eigenem
Namen war überfällig und "Dangerous" markiert das Debüt auf dem
erfolgreichen Label.
Womit wir nun in media res gehen können. Von Sugaray Rayfords
Gesang wird man begeistert sein. Da regieren Soul, R&B und eine
Prise Eisenpulver hat er auch noch auf den Stimmbändern. Genau die
passende Mischung, um dem Blues über das Mikrofon die richtige Färbung
zu geben. Auch als Songwriter hat der Frontmann einen Platz im Herzen
der Zwölftakteranhänger gefunden. Die Mixtur aus Eigenkompositionen und
eingestreuten Coversongs fällt auf fruchtbaren Boden und bei den
Begleitmusikern eines so mächtigen Sängers, der fast zwei Meter groß
ist, hat man sich nicht lumpen lassen.
Neben einigen Label-Kumpels (Kid Andersen, Big Pete, Franck Goldwasser, Fred Kaplan und anderen) sorgt die Rhythmuszentrale mit Willie C. Campbell (Bass) sowie Schlagzeuger Jimi Bott von den Mannish Boys für den richtigen Groove. Hey, die beiden tauchten doch auch bei Smokin' Joe Kubek & Bnois KingsRoad Dog's Life
im Line-up auf. Einige Musiker waren gleich vier Tage im Slideaway
Music Studio, denn vorliegende Platte und die des Blues-Duos wurden an
je zwei Tagen hintereinander eingespielt.
Weitere Parallelen ergeben sich allerdings nicht. Sugaray Rayfords
Blues fällt vielfältiger aus. Da ist mehr Abwechselung drin und über
viele Phasen auch feuriger. Hier brennt die Flamme des Blues auf großer
Einstellung. Nach den ersten Tracks kann man den in großen Lettern
kleingedruckten Untertitel des Albums nachvollziehen: »Play it loud for maximum impact«
Wenn Sugaray Rayford im Shuffle-Opener den "Country Boy" besingt, dann spielt man später den Country Blues der vergangenen Zeiten, als mit Charlie Patton oder Robert Johnson
der Blues Laufen lernte. Selbstredend hat "Need A Little More Time" ein
modernes Outfit und schließlich greift man beim "Preachin' Blues"
zurück auf Son House. Franck Goldwasser
ist hier der Meister des Bottlenecks und zwischen den beiden
letztgenannten Tracks hat man auch noch einen fulminanten Boogie-Rocker
aus seiner Feder platziert. Super, diese drei Nummern!
Aber nicht nur der Schluss ist etwas für Genießer. Es gibt zahlreiche Stellen, an denen man vor Freude die Ohren spitzt. Sugaray Rayford hat mit "Dangerous" kein solides Debüt aufgelegt, sondern es ist spitze. Ob balladesk, rockend, Gebläseabteilung (Ron Dziubla/Mark Pender)
oder im Chicagostil ... der Mann weiß zu überzeugen und dieses Album
ist wohl die beste Gelegenheit, in erster Linie einen tollen Sänger
kennenzulernen. Als willkommene Nebenerscheinung darf man auch noch
klasse Musikern zuhören.